Winter-Sonne reicht nicht

Winter-Sonne reicht nicht Foto: iStockphoto

Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet in der deutschen Bevölkerung. Vor allem im Vitamin D-Winter (bei uns zwischen Oktober und März) trifft es viele der „Problemgruppen“, vor allem die Alten und die Jugendlichen. Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D bei 80 Prozent dieser Gruppen hat dramatische Auswirkungen vor allem auf chronische Erkrankungen und „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs und Infektionskrankheiten, Demenz und Depression.

Die Kosten für das Gesundheitssystem gehen in die Milliarden. Kosten, die vermeidbar wären. Die im Winter fehlenden UVB-Strahlen der Sonne lassen sich nämlich durch künstliche Besonnung problemlos ersetzen. Schon mit einer kleinen Serie von UVB-Bestrahlungen oder Bestrahlungen mit Sonnen-ähnlichen Geräten kann eine erhebliche Verbesserung des Vitamin D-Spiegels erreicht werden.

Bei dem besonders langen Winter im hohen Norden ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem auch finnische Wissenschaftler mit dieser Möglichkeit beschäftigen, der Natur auf die Sprünge zu helfen. Ein Forschergruppe aus Lahti im finnischen Norden testeten mit 56 gesunden Frauen aller Altersgruppen die Wirkungen einer Bestrahlung mit ausschließlich UVB und alternativ mit simulierten Sonnenstrahlen auf die Vitamin D-Bildung über die Haut.

77 Prozent der Frauen wiesen zu Beginn der Versuche einen Vitamin D-Mangel (weniger als 50 nmol/L) und 11 Prozent sogar einen schweren Mangel (weniger als 25 nmol/L) aus.

Schon nach sieben Bestrahlungen mit insgesamt 13 SED (Standard Erythema Units) auf den gesamten Körper war der Vitamin-d-Spiegel um 11,4 nmol/L gestiegen, bei der Bestrahlung nur von Gesicht und Armen immerhin um 1,0 nmol/L. Bei den Bestrahlungen mit sonnenähnlichem Licht erhöhte sich der Spiegel im Durchschnitt um 3,8 nmol/L.

Selbst bei Messungen nach zwei Monaten lag der Vitamin D-Spiegel der UVB-bestrahlten Gruppe noch deutlich über der der nicht bestrahlten Kontrollgruppe.

Es hat sich gezeigt, dass schon eine kurze, niedrig dosierte UVB-Bestrahlung die Vitamin D-Versorgung im Winter deutliche verbessern kann,“ so fassen die finnischen Wissenschaftler das Ergebnis Ihrer Tests zusammen.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Highwire

Studie: K. Vähävihu et al., Narrow-band UVB course improves vitamin D balance in women in winter, British Journal of Dermatology 2010, Jan 22. (online vorab veröffentlicht)

Eine der wichtigsten und erst allmählich wissenschaftlich erforschten Funktionen des Vitamin D ist die Immunssteuerung im menschlichen Körper. Nachgewiesen ist das längst für Krankheiten wie Tuberkulose, Wundheilung oder Grippe. Die Vermutung lag nahe, dass die antibakterielle und antivirale Wirkung des Sonnenschein-Vitamins auch bei der Bekämpfung von HIV hilfreich sein könnte.

Eine Studie an der Harvard Universität in Boston, USA, fand jetzt erste Belege für die Richtigkeit dieser Vermutung.  Die Forscher verfolgten den Krankheitsverlauf von 884 HIV-infizierten, schwangeren Frauen in Tansania über einen Zeitraum von knapp sechs Jahren. Die Vitamin D-Werte der Frauen wurden ermittelt.

Es zeigte sich, dass die Frauen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut (25-hydroxyvitamin D geringer als 32 ng/ml) bedeutend früher ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung erreichten als die Frauen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Das Risiko einer Anämie war bei Vitamin D-Mangel um 46 Prozent, die Sterblichkeitsrate um 42 Prozent höher im Vergleich mit dem am besten versorgten Fünftel der Probanden.

Quelle: PubMed

Studie:  S. Mehta, E. Giovannucci et al., Vitamin D status of HIV-infected women and its association with HIV disease progression, anemia, and mortality, PLoS One 2010 Jan 19;5(1):e8770 (PDF kostenfrei)

sonnenlichtSonnenlicht ist unerlässlich, Sonnen ist gesund. Essen und atmen auch.  Fressen und Hyperventilieren ist ungesund.  Bruzzeln unter UV-Strahlen am Strand, auf dem Balkon oder auf der Sonnenbank auch! Krass Über- oder Untergewichtige sterben früher.  Immer wieder Sonnenverbrannte und entschlossene Sonnenmuffel und Stubenhocker auch.

Einfache Fakten, die eigentlich einfach zu erklären sein sollten: Das Richtige, das Notwendige und das Natürliche tun – in vernünftigem Maß und in angemessener Dosis.

Das Thema Sonne, UV-Strahlen und Gesundheit (ganz zu schweigen vom Thema Solarien) ist aber in den vergangenen Jahrzehnten durch unermüdliches Werfen von Nebelkerzen interessierter oder auch nur kurzsichtiger oder einseitiger Sonnen-Warner derart verschleiert, dass es schon der Anstrengung sachkundiger Experten und vieler Seiten mit Fakten und Argumenten bedarf, hier etwas (Sonnen-)Licht ins Dunkle zu bringen.

vitaminD-sonnenhormonEinen wichtigen Beitrag dazu liefert das Buch von Thomas Klein: “Sonnenlicht, das größte Gesundheitsgeheimnis. Sonnenmangel und seine schwerwiegenden Folgen“. Es erscheint in diesen Tagen im Hygeia-Verlag www.hygeia.de. Eigentlich eine völlig überarbeitete und aktualisierte Neuauflage einer früheren Schrift das Autors. Fast wie ein Katalog der erstaunlichen Heilwirkungen der Sonne liest sich das mehr als 400 Seiten dicke Buch,  gespickt mit Fakten, Zusammenhängen und wissenschaftlichen Nachweisen aus der inzwischen viele tausend Studien umfassenden Bibliothek zur Sonne, ihren UV-Strahlen und ihrem “Sonnenschein-Vitamin D”.

Zusammen mit den jeweils mit ganz eigenen Schwerpunkten geschriebenen Büchern von Prof. Dr. Jörg Spitz (”Vitamin D. Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention“) und Dr. Nicolai Worm (”Heilkraft D – Wie das Sonnenvitamin vor Herzinfarkt, Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten schützt“) vervollständigt es die Reihe der gründlich recherchierten und gleichzeitig für jedermann lesbaren Bücher zur “Vitamin D-Revolution”, an deren Anfang in Deutschland das Buch des Vitamin D-Papstes Prof. Michael F. Holick (”Schützendes Sonnenlicht“) stand.

heilkraft-sonneWährend es Prof. Spitz vor allem um die Vorbeugung der chronischen und Zivilisationskrankheiten geht und die Sonne dabei erst im Laufe seiner jahrelangen Recherche zur Hauptdarstellerin geworden war,  konzentriert sich das Buch von Dr. Nicolai Worm von der ersten bis zu letzten Seite auf das “Sonnenschein-Vitamin D”  und seine jahrelang verkannte und verleugnete “Heilkraft”.

Keiner dieser drei Autoren kommt als Gesundheitsapostel mit eindimensionalen Heilsversprechen daher, alle drei sind der wissenschaftlichen Redlichkeit und professionellen Skepsis gegen einseitige Kurzschlüsse verpflichtet.  Bei der Schrift von Prof. Holick hatte das ohnehin niemand anzuzweifeln gewagt.

Während in den USA bereits eine Art Vitamin D-Hype schon wieder Gefahr läuft, über das Ziel hinaus zu schiessen,  wird hier ein betont sachlicher Ton gepflegt: Überzeugen – auch die eingefleischten Vertreter ritualisierter Sonnenwarnungen – nicht rhetorisch überwältigen.

The_VitaminD_SolutionFür den April dieses Jahres ist ein neues Buch von Prof. Holick angekündigt: The Vitamin D Solution (zunächst in Englisch, sicher aber bald auch in deutscher Version erhältlich).  Wieder geht es um die natürlichen Heilkräfte der Sonne und darum, wie man diese Kräfte durch gerigfügige Änderungen in der Lebensführung optimal nutzt für sehr viel mehr Gesundheit und Wohlbefinden.

Mit einem “Dreischritt” gibt der “Altmeister” der Vitamin D-Forschung ganz lebensnahe, praktische Anleitungen für ein gesunderes Leben mit und durch Sonnenstrahlen, natürliche und künstliche, Ernährung und Nahrungsergänzung.

Zwar scheinen alle diese Versuche, den Stand der Wissenschaft zu Sonne, Besonnung und Vitamin D auf lesbare Weise unters Volk zu bringen,  im Moment noch wenig an der Folklore in den meisten Medien zu ändern von der krank machenden “bösen” Sonne (ganz zu schweigen von den total “bösen” Solarien), aber irgendwann werden Bücher wie diese und die  mehr als 1.000 Studien allein aus dem vergangenen Jahr zum Thema Sonne, UV-Strahlen und Vitamin D mit ganz überwiegend positiven oder gar sensationellen Ergebnissen auch die “veröffentlichte” Meinung in Sachen “böse” vs. “gute” Sonne besser ausbalancieren.

Holick hat dafür im Interview (Englisch) ein paar probate Ratschläge parat:

The Vitamin D Solution

Die Bücher:

Thomas Klein
Sonnenlicht das größte Gesundheitsgeheimnis -
Sonnenmangel und seine schwerwiegenden Folgen

Taschenbuch, 464 Seiten, 18,80 €
2. überarbeitete und erweiterte Auflage 2010
ISBN 978-3-939865-02-5
Im Internet

Prof.. Dr. Jörg Spitz
Vitamin D -
Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention

Gesellschaft für medizinische Information und Prävention 2008
Taschenbuch 240 Seiten, € 17,45
ISBN 978-3-00-026656-0
Bei Amazon

Dr. Nicolai Worm
Heilkraft D -
Wie das Sonnenvitamin vor Herzinfarkt, Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten schützt

Systemed Verlag GmbH 2009
T
aschenbuch,  192 Seiten, € 15,95
ISBN 978-3-927372-47-4
Bei Amazon

junger-mann-in-der-sonneMännliche Hormone (Androgene) richten sich nach der Sonne.  Männer mit einem normalen Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 30 ng/l haben deutlich höhere Testosteron-Werte (insbesondere an nicht gebundenem, verfügbarem und daher wirksamen Testosteron) als Männer mit niedrigeren Vitamin D-Werten (20-29 oder gar <20 ng/l).
Diese Werte sind – genau wie die Vitamin D-Werte – von der Sonneneinstrahlung abhängig. Ende März – am Ende des “Vitamin D-Winters” -  ist der Testosteron-Spiegel am niedrigsten, Ende August am höchsten. Flapsig gesprochen: Je höher die Sonne steigt, desto männlicher der Mann!

Ganz so drücken es zwar die Forscher an der Medizinischen Universität Graz nicht aus, die diesen Zusammenhang untersucht haben und jetzt die Ergebnisse in der Fachzeitschrift “Clinical Endocrinology” veröffentlichten.  Ihre Untersuchungen von 2299 Männern über einen  Zeitraum von vier Jahren bestätigen aber einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der  Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D”, saisonalen Einflüssen und der Höhe des wirksamen männlichen Hormon-Pegels.

Quelle:  ScienceDaily

Studie: E. Wehr, S.  Pilz, B.O. Boehm , W. März, B. Obermayer-Pietsch, Association of vitamin D status with serum androgen levels in menClinical Endocrinology 29. Dezember 2009

Menschen mit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung haben ein um 40 Prozent geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken als Menschen mit Vitamin D-Mangel. So das Ergebnis einer großen europäischen Studie mit einer halben Million Teilnehmern in 10 europäischen Ländern.

Forscher vom Imperial College, London, und der International Agency for Cancer Research (IARC) hatten in den Jahre 1992-1998 im Rahmen der  European Prospective Investigation into Cancer study (EPIC) umfangreiche Daten zu Ernährung und Lebensführung abgefragt und Blutwerte erhoben. In den folgenden Jahren waren 1.248 Menschen aus dieser Gruppe an Darmkrebs erkrankt und wurden in dieser Studie mit ebenso vielen gesunden Probanden verglichen.

Das Ergebnis bestätigt frühere epidemologische Studien, über die wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtete haben.

Diese große und sorgfältig durchgeführte Studie ist ein überzeugender Beleg für die Bedeutung des Vitamin D für den Schutz vor Darmkrebs…. Wir wissen, wie wichtig es ist, darauf zu achten, genügend Sonnenlicht zu bekommen – ohne die Haut zu schädigen -  um den Vitamin D-Spiegel im Blut hoch zu halten (Übers. d.Red),” so der Leiter der Studie am Imperial College,  Prof. Elio Riboli.

Einen Zusammenhang zwischen der Verminderung des Darmkrebs-Risikos und Vitamin D-reicher Ernährung konnten die Forscher nicht finden. Das Sonnenlicht sei offensichtlich sehr viel bedeutender für die Vitamin D-Versorgung als die Ernährung.

Quelle: Pressemeldung Imperial College

Studie:  Jenab et al.,  Association between pre-diagnostic circulating vitamin D concentration and risk of colorectal cancer in European populations: a nested case-control study, British Medical Journal 2010;340:b5500 (21. Januar 2010) – PDF

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Keine Angst vor der Mittagssonne

Dass die Warnungen und die Angstkampagnen einiger Dermatologenverbände mit verantwortlich sind für den “epidemischen” Vitamin D-Mangel in der Bevölkerung mit seine Folgen für die chronischen Volkskrankheiten, ist inzwischen verbreitete Einsicht in medizinischen wie in Laienkreisen.  Nun aber zeigt eine Studie in einer Art Laborversuch,  dass selbst die Menschen, die diesem Unsinn trotzen und sich gelassen aber wohldosiert auch im Sommer der Mittagssonne aussetzen, zwar eine ausreichende, nicht aber eine optimale Vitamin D-Versorgung erreichen.

Photobiologen am englischen Manchester Academic Health Science Centre liessen 120 Stadtbewohner im Alter zwischen 20 und 60 Jahren im Winter – also ohne “störenden” Einfluss der Sonne – im Labor mit UV-Licht bestrahlen, das so exakt wie möglich den Sonnenstrahlen im englischen Sommer zur Mittagszeit nachgebildet war.  Die Probanden waren mit Shorts und T-Shirt bekleidet, und damit war etwa ein Drittel der Hautoberfläche den Strahlen ausgesetzt.  Die Strahlendosis entsprach 1,3 SED (Standard Erythema Dose), also weniger als der Hälfte einer Bestrahlung, die zu ersten Rötungen der Haut führt (MED).

Nach drei Bestrahlungen pro Woche über sechs Wochen wurden  bei 90 Prozent der Teilnehmer zwar ein Stand von über 20 ng/ml Vitamin D,  25 (OH)D,  gemessen, die Untergrenze des “Normalen”, aber nur 26 Prozent der Teilnehmer erreichten den als “optimal” definierten Stand von 32 ng/ml.

In anderen  Worten: Bei einer Besonnung um die Mittagszeit im Sommer von etwa 13 Minuten auf 35 Prozent der Hautoberfläche wird bei typischen Mitteleuropäern in ausreichendem, aber nicht in bestmöglichem Maße Vitamin D3 im Körper gebildet. Da viele der positiven Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” dosisabhängig sind,  weisen diese Ergebnisse auf eher “mehr” – wohldosiert eingesetzte – als auf “weniger” Sonne hin, selbst im Sommer.

Quelle:  PubCrawler

Studie: L.E. Rhodes et al.,  Recommended Summer Sunlight Exposure Levels Can Produce Sufficient (>/=20 ng ml(-1)) but Not the Proposed Optimal (>/=32 ng ml(-1)) 25(OH)D Levels at UK Latitudes, Journal of  Investigative  Dermatology, 14. Januar 2010 (vorab online)

Dunkle Haut im Nachteil

Dunkle Haut im Nachteil - Foto: iStockphoto

Wer sonnt lebt länger! Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 führt zum früheren Herztod. Oder genauer: Das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben liegt für Menschen mit einem drastischen Vitamin-D-Mangel um volle 40 Prozent höher als bei Menschen mit optimaler Vitamin D-Versorgung.

Ein Forschergruppe am University of Rochester Medical Center untersuchte 15.000 gesunde, erwachsene Amerikaner auf ihren Vitamin D-Spiegel und die Anzahl der Todesfälle durch Herzerkrankungen. Dabei berücksichtigten die Forscher auch Faktoren wie Übergewicht, Rauchen und bestimmte Proteine.

Besonders bemerkenswert vor allem ein Ergebnis: Dunkelhäutige Teilnehmer hatten ein um 38 Prozent höheres Risiko, an einer Herzattacke zu sterben als weisse Probanden. Der Grund: Die pigmentierte Haut hindert die Vitamin D-Synthese in der Haut durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium. Je mehr sich dann der Vitamin D-Spiegel der beiden Hauttypen-Gruppen in der Studie anglich, desto geringer wurde auch der Risiko-Unterschied bei den Herzerkrankungen.

Unsere Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass sich durch die sehr einfache Veränderung des Vitamin D-Status der Menschen (durch Besonnung im Freien und im Solarium sowie durch Supplementierung, d.Red.)  das Risiko einer Herzkrankheit deutlich reduzieren liesse, ” so der Leiter der Studiengruppe, Prof. Kevin Fiscella.

Quelle: EurekAlert/University of Rochester

Studie: Kevin Fiscella, Peter Franks, Vitamin D, Race, and Cardiovascular Mortality: Findings From a National US Sample,  Annals of Family Medicine 8:11-18 (2010) – PDF

Die Kosten des Gesundheitssystems spornen die Politiker auch in den USA an zu phantastischen Höchstleistungen beim Erfinden neuer Steuern und Abgaben. Die wichtigste Frage dabei: Wo wird der geringste Widerstand erwartet?

Vor einigen Wochen kamen nach diesem Prinzip Mitglieder des US-Senats auf die Idee, eine Steuer auf Schönheitsoperationen und auf das Sonnen in Sonnenstudios zu erheben.  Die Sache mit den Schönheitsoperationen war schnell wieder vom Tisch, nachdem sich vor allem die mächtige American Medical Association dagegen ausgeprochen hatte.

Das aber erhöhte nur noch den Charme der Besonnungs- oder Bräunungs-Steuer. Sozusagen unterm Weihnachtsbaum hat jetzt hat der Führer der demokratischen Mehrheit im Senat, Senator Harry Reid, die Besonnungssteuer auf den Weg gebracht:  10 Prozent auf alle Solarien-Sitzungen. Das soll unterm Strich dem Staat etwa 2,7 Milliarden Dollar in den nächsten 10 Jahren einbringen – etwa die Hälfte der gekippten Steuer auf die Schönheitsoperationen.

Zu Ende gedacht würde eine “echte”  Besonnungssteuer tatsächlich alle Finanzierungssorgen unserer Gesundheitssysteme mit einem Schlag beseitigen können.  Die Besteuerung  jedes Sonnenstrahls, der auf menschliche Haut trifft – egal ob auf dem Balkon oder am Ballermann oder sehr viel seltener im Sonnenstudio, könnte selbst bei bescheidenen Steuersätzen Milliarden, ja Billionen, in die Staatskassen spülen.

Dass eine Strafsteuer auf`s Sonnen mit Sicherheit am Ende mehr kostet als sie je bringen kann, scheint die US-Politiker nicht zu stören, zumal das Geld jetzt fließt und die teuren negativen Gesundheitsfolgen erst später sichtbar werden. Wissenschaftler haben nämlich ausgerechnet (dazu hier, hierhier und hier), dass die “Gesundheitskosten” des Sonnen-Vermeidens um ein Vielfaches höher liegt als die “Kosten” einer (unvernünftigen) Besonnung. Um auch nur einen Teil der gesundheitlichen und Wohlfühl-Vorteile der UV-Strahlen von Sonne und Solarium zu ersetzen, müssten die Menschen in großem Umfang Pillen schlucken (die Pharma-Lobby freut`s), wenn sie die Steuer sparen wollen.
Pillen schlucken statt Steuern zahlen!?

So etwas kann in Deutschland nicht passieren! oder?

Quelle: Looking fit, 21.12.09

Die Dezember-Ausgabe des Gesundheits-Newletters, herausgegeben von der medizinischen Fakultät der berühmten Harvard Universität in Boston, USA, ist dem Sonnenschein-Vitamin D3 gewidmet und beginnt mit den euphorischen Sätzen:

Herzkrankheiten. Stürze und Knochenbrüche. Brust- und Prostata-Krebs. Depression und Gedächtnisverlust. Alle diese Gesundheitsprobleme scheinen nichts gemeinsam zu haben, außer der Tatsache, dass sie zu körperlichem Verfall und Tod führen. Aber jetzt deuten aufregende Forschungsergebnisse darauf hin, dass es  diese Verbindung doch gibt: Der Mangel an Vitamin D, dem sogenannte Sonnenschein-Vitamin, trägt zu allen diesen Krankheiten bei.” (Übersetzung, d. Red.)

Das wäre eigentlich nicht weiter erwähnenswert in einer Zeit, da die positiven Gesundheitswirkungen des Sonnenschein-Vitamins praktisch im Stundentakt sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als inzwischen aber auch in den Medien zelebriert werden.

Hinter dieser Veröffentlichung aber steckt eine interessante und irgendwie lehrreiche Geschichte. Denn die “Karriere” des Vitamin D, das eigentlich ein Hormon ist, begann an der Harvard-Universität – und die altehrwürdige Dame Harvard wollte nichts davon wissen. Im Gegenteil, als der junge Prof.  Michael F. Holick in den frühen 80ger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer mehr über dieses erstaunliche Hormon erforschte und damit der herrschenden (dermatologischen) Lehre von der Verderblichkeit der Sonnenstrahlen widersprach, wurde er kurzerhand in die Wüste geschickt.
30 Jahre später, Prof. Holick ist inzwischen zu dem wohl international anerkanntesten Vitamin D-Experten geworden, feiert nun auch sein alter Arbeits- und Forschungsplatz seine wissenschaftlichen Entdeckungen und die Neubewertung nicht nur eines Vitamins/Hormons sondern auch der Sonne und ihrer UV-Strahlen.

Da ist es schon kaum noch bemerkenswert, dass die Autoren nun auch den Pfad der dermatologischen Tugend verlassen – wenn auch vorsichtig – und die Sonne als Quelle des Sonnenschein-Vitamins empfehlen.  Der Gewinn, der mit dieser Einsicht erzielt wird, ist hoch und wird im Harvard Newsletter als “umfassende Wirkungen” aufgelistet, unter “vielen, vielen anderen” etwa bei:

  • Regulierung des Knochenstoffwechsels, Osteoporose, Osteomalazie,
  • Erkrankung der Herzkranzgefäße,
  • Bluthochdruck,
  • Herzversagen,
  • Muskelschmerzen,
  • Infektionen wie Grippe, Tuberkulose, Atemwegserkrankungen,
  • etc., etc.

Und endet mit der Empfehlung, einer Organisation (GrassrootHealth) beizutreten, die – von Wissenschaftlern an der Westküste der USA gegründet – sich der Erforschung, vor allem aber der Verbreitung von Informationen über das Sonnenschein-Vitamin D widmet und der sich inzwischen so gut wie alle Universitäten mit einschlägigen Forschungsrichtungen in USA und Kanada angeschlossen haben – auch Harvard!

Von dieser flächendeckenden Einsicht ist Europa, und vor allem Deutschland mit seinen verbissen fightenden Organisationen wie der Deutschen Krebshilfe oder der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP),  noch weit entfernt.  Bei uns hat die “gute” Sonne noch viel Überzeugunsarbeit zu leisten, bevor sie sich neben der – von den Medien so geliebten  -  “bosen” Sonne wird behaupten können.

Quelle: Harvard Health Publications – Harvard Heart Letter

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

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Die Fitness von Frauen “in den besten Jahren” wird wesentlich mitbestimmt durch ihre ausreichende Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D.

Forscher von der Iowa State University, USA, testeten die physischen Leistungsfähigkeit und Fitness von 242 gesunden Frauen mit im Durchschnitt 54 Jahren und verglichen die Resultate mit dem Vitamin D-Spiegel im Blut der Teilnehmer. Der durchschnittliche Body Mass Index (BMI) der Frauen lag bei 25.

63,6 Prozent der Teilnehmerinnen wiesen einen mehr oder minder großen Vitamin D Mangel auf (weniger als 75 nmol/L).

Bei allen Fitness-Messungen zeigten sich deutlich bessere Ergebnisse bei den Frauen mit guten oder sehr guten Vitamin D-Werten.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Aussagen früherer Studien über den Zusammenhang von ausreichender Vitamin D-Versorgung (zu 80-90 Prozent durch UVB-Strahlen von Sonne oder Sonnenbank auf der Haut) mit physischer Kraft, Gleichgewicht und allgemeiner Fitness bei jüngeren wie älteren Frauen.

Quelle: JournalWatch

Studie:  Stewart JW et al., Serum 25-hydroxyvitamin D is related to indicators of overall physical fitness in healthy postmenopausal women. Menopause 2009 Nov/Dec; 16:1093-1101

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