
Das Pantherchamäleons weiss, wann es reicht
Dass Echsen und andere Reptilien die Sonne lieben, weiss man aus eigener sommerlicher Anschauung. Dass der Grund aber nicht allein die Wärme, sondern das Sonnenschein-Vitamin D ist, das ist neu! Chamäleons zum Beispiel nehmen extrem ausgedehnte Sonnenbäder, weil ihre Nahrung zu wenig Vitamin D enthält.
Das haben amerikanische Forscher aus dem sonnigen Texas (Texas Christian University in Fort Worth) unter Mitarbeit des bekannten Vitamin D-Forschers Michael F. Holick in Versuchen mit Pantherchamäleons herausgefunden.
Zwar nutzten die wechselwarmen Tiere die Sonneneinstrahlung auch, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Dafür sei jedoch eine kürzere Zeit ausreichend, weisen die Wissenschaftler nach.
Sie beobachteten das Verhalten von Pantherchamäleons, die sie in zwei Gruppen aufgeteilt hatten. Die eine Gruppe bekam Grillen zu fressen, die mit einem Vitamin-D-haltigen Puder bestäubt waren, die andere Gruppe erhielt normale Grillen. Anschließend setzten sie die Reptilien in getrennte Gehege. Die Chamäleons hatten dort die Wahl zwischen einer Freifläche in der prallen Sonne und einem schattenspendenden Baum.
Die Vermutungen der Wissenschaftler bestätigten sich: Die Chamäleons, die Vitamin-D-reiche Nahrung erhalten hatten, wechselten wesentlich früher in den Schatten als die Tiere, die normale Grillen gefressen hatten. «Pantherchamäleons scheinen die Fähigkeit zu haben, ihren Vitamin-D-Pegel zu messen und die Sonnenbäder entsprechend anzupassen», erklärt der Studienleiter, Kristopher B. Karsten. Chamäleons sind auf diese Form der Vitamin-D-Bildung angewiesen, da ihre Beute nur geringe Mengen des wichtigen Provitamins enthält.
Die Forscher vermuten, dass die Tiere einen speziellen Gehirnrezeptor für das Vitamin besitzen, die ihnen genau das rechte Maß an Sonne “verordnen”. Leider kennt der Mensch ein solch hilfreiches Steuerungsgen nicht.
Genau wie beim Reptil aber wird auch beim Menschen das lebenswichtigeVitamin D mit Hilfe von UV-Strahlen vom Körper selbst gebildet werden. In einem komplizierten Prozess wir daraus ein Hormon (”aktives” Vitamin D-Serum), das hunderte von Zellfunktionen im Körper steuer.
Quelle: News AdHoc
Studie: Kristopher B. Karsten et al., Panther Chameleons, Furcifer pardalis, Behaviorally Regulate Optimal Exposure to UV Depending on Dietary Vitamin D3 Status, Physiological and Biochemical Zoology 82(3):218–225 April 2009.

“Ein Mangel an Vitamin D kann tödliche Folgen haben: Sowohl die kardiovaskuläre als auch die Gesamtsterberate ist verdoppelt.” Das berichtet die Deutsche Ärzte-Zeitung und bezieht sich dabei auf eine Studie, die Prof. Dr. Klaus Krüger, München, jüngst beim Rheuma Update in Wiesbaden vorstellte.

Menschen mit chronischen Schmerzbeschwerden kommen mit deutlich weniger – fast die Hälfte – an Schmerzmitteln aus, wenn ihr Vitamin D-Spiegel im Blut normale oder optimale Werte erreicht. Das fand ein Gruppe von Forschern an der berühmten Mayo Clinic heraus. Chronische Schmerzen sind die häufigste Ursache für Behinderungen. Starke Schmerzmittel wie Morphium haben gravierende Nebenwirkungen.

