Monatsarchiv für Oktober 2009

Frauen, die über Ernährung und Nahrungsergänzung ausreichend Vitamin D zu sich nehmen, haben ein deutlich vermindertes Brustkrebs-Risiko.  Bei den 20 Prozent der am besten versorgten Gruppe ist das Risko um 45 Prozent geringer als bei den untersten 20 Prozent. Einen geringeren aber immer noch erheblichen Unterschied beim Brustkrebsrisiko von 19 Prozent ergab sich auch bei der Kalzium-Versorgung.

In einer Meta-Studie hatten Forscher an der Chinesischen Akademie der Wissenschaft die Daten von 11 früheren Studien zu Vitamin D und Brustkrebs sowie aus 15 Studien zu Kalzium und Brustkrebs analysiert.

Diese Ergebnisse bestätigen frühere Studien (wir haben hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet), die in einer durchaus kontrovers geführten Debatte über ähnliche Resultate berichteten.

Quelle: HighWire

Studie:  Peizhan Chen et al.,  Meta-analysis of vitamin D, calcium and the prevention of breast cancer, Breast Cancer Research and Treatment, online publiziert 23. Oktober 2009

Video (Englisch) von abc-News

Kinder brauchen Sonne - aber Vorsicht!

Kinder brauchen Sonne - aber Vorsicht!

Mehr als zwei Drittel aller Kindern  in den USA im Alter zwischen 1 und 11 Jahren fehlt Vitamin D.  20 Prozent erreichen nicht einmal den unteren Wert von 50 nmol/L.

Diese alarmierenden Werte sind das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung durch Forscher am Childrens Hospital Boston und anderen Instituten unter Leitung von  Dr. Jonathan Mansbach, die im November veröffentlicht wird. Die Studie nutzt die Daten des riesigen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) und wertet daraus 5.000 Datensätze von Kindern aus nach ihrem Vitamin D-Gehalt im Blut.

Weit größere Defizite als der Durchschnitt weisen mit 92 Prozent die farbigen Kinder aus.

Nach unseren Untersuchungen ist das Problem der Vitamin D-Unterversorgung bei Kindern wesentlich größer als vermutet,” betonte Dr. Mansbach. Da dieser Mangel erhebliche Folgen für die Gesundheit der Kinder nicht nur bei typischen Kinderkrankheiten sondern auch später im Erwachsenenalter haben könne,  plädierte der Wissenschaftler für eine generelle Vitamin D-Supplementierung und eine Änderung der Verhaltensempfehlungen für den Aufenthalt an der Sonne.

Vor allem Kinder mit dunklerer Haut brauchen sehr viel mehr Sonne für die Vitamin D-Bildung in der Haut als hellhäutige Kinder“.  Dabei dürfe aber die Gefahr für die Kinderhaut bei übermäßiger Besonnung nicht aus den Augen verloren werden.

Ausgerechnet die Nahrungsmittel, die zur Vitamin D-Versorgung beitragen könnten, würden oft von Kindern nicht gemocht.

Eine ähnliche, aktuelle Studie auf ähnlich breiter Basis kommt zu den praktisch gleichen Ergebnissen.

Quelle: Science Daily / Eurekalert

Video von abc-News (Geduld: Werbespot vorab)

Studie: J.M. Mansbach , A.A. Ginde, C. A.Camargo  Jr.,  Serum 25-hydroxyvitamin D levels among US children aged 1 to 11 years: do children need more vitamin D?  Pediatrics 2009 Nov;124(5):1404-10

Die Deutschen sind mit Vitaminen und Mineralien gut versorgt. Eine drastische Ausnahme von dieser Norm bildet das Vitamin D. 91 Prozent der Frauen und 82 Prozent der Männer nehmen nicht genug Vitamin D über die Nahrung auf. Problemgruppen mit den größten Defiziten: Die Jungen und die Alten.

Diese Daten aus der “Nationalen Verzehrsstudie” wurden jetzt – neben ebenso alarmierenden Daten aus anderen Ländern – auf einer Konferenz des Max Rubner Instituts in Karlsruhe mit Experten aus aller Welt vorgestellt.

Damit war schon zu Beginn der Konferenz die Ausgangsfragen im Titel der Konferenz beantwortet: “Vitamin D and Folic Acid: Critical Micronutrients?

Für die ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist allerdings weniger die Ernährung als vielmehr – bis zu 90 Prozent – die UVB-Strahlen der Sonne oder aus dem Solarium verantwortlich.

Aber auch unter Berücksichtigung der Vitamin D-Synthese über die Haut bleibt die Situation kritisch. Dr. Birte Hinzpeter vom Robert-Koch-Institut in Berlin referierte über die Mangelsituation in Deutschland mit den weitreichenden Folgen vor allem für eine Reihe von chronischen Erkrankungen: Im Winter leiden weit über 60 Prozent der Erwachsenen Deutschen an einer Unterversorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin”. “Spitzenreiter” mit über 80 Prozent: die 11-17jährigen Jugendlichen.
Gerade dieser Problemgruppe wurde erst im Juli dieses Jahres der Gang ins Solarium verboten (die Solarienverbände hatten für eine Altersgrenze von 16 Jahren plädiert), wo ein kontrollierter Ausgleich des Sonnenmangels problemlos möglich und, bei verantwortlicher Handhabe, Hautschäden oder gar Sonnenbrände ausgeschlossen wären.

Diese Daten führen auch die üblichen Angstkampagnen interessierter Organisationen ad absurdum, die – immer noch im Blick auf ein Deutschland im frühen 20. Jahrhundert – von einem Anteil Jugendlicher an lebenslager Sonnenbestrahlung von 80 Prozent schwadronieren. Die Jugendkultur des 21. Jahrhunderts hat völlig andere Konsequenzen, die eigentlich völlig andere gesundheitspolitischen Folgerungen mit einem Schwerpunkt auf der Prävention chronischer und “Volkskrankheiten” erforderten.

Entscheidender Grund für den Vitamin D Mangel sind denn auch, laut RKI, weniger Aufenthalt an der Sonne durch Spielen und Sport, Überbewicht und Migrationshintergrund.

Auch der Blick auf spezifische Gesundheitswirkungen von Vitamin D und Vitamin D-Mangel unterstrich die kritische Situation ebenso wie die Bedeutung einer Gegensteuerung.
Beispiel: Herz-Kreislauf- Erkrankungen.

Prof. Robert Scragg aus Neuseeland, einer der renommiertesten Forscher zu diesem Themenbereich,  fasste die eindeutigen Ergebnisse vor allem der jüngsten Studien aus dem Jahr 2007/8 zusammen (wir hatten darüber hier, hier, hier und hier berichtet): Eindeutiger Zusammenhang von niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterberate. Dringend erforderlich seien jetzt “Interventionsstudien” zur Bestätigung dieser Ergebnisse.  Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache. Ein vorbeugender Schutz durch ausreichendes “Sonnenschein-Vitamin” hätte weitreichende Auswirkungen auf das Gesundheitssystem.

Den Stand der Forschung zum Einfluss von Vitamin D auf Zellteilung und Zelltod (Apoptose) und damit auf die Enwicklung der unterschiedlichen Krebsarten im menschlichen Körper fasste Dr. Jakob Lineisen vom Helmhotz-Zentrum in München zusammen.

Die zahlreichen, überwiegend epidemologischen Studien vor allem zu Brust-, Prostata- und Darmkrebs zeigten zwar in der Mehrheit einen Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und Krebs, ein abschließendes Urteil aber könne noch nicht gefällt werden.

Es gibt überzeugende Belege aus Interventions-Studien, dass viele oder gar die meisten Erwachsenen in den USA und Europa von zusätzlichen Gaben von Vitmain D profitieren würden durch die Vermeidung von Stürzen und Knochenbrüchen,” so die zürcher Wissenschaftlerin Prof. Heike Bischoff-Ferrari. Um die Grenze von wünschenswerten 75 nmol/L Vitamin D-Serum im Blut zu erreichen, sei eine Dosis von 700 bis 1.000 IE pro Tag notwendig, bei Übergewichtigen und Menschen mit starkem Vitamin D-Mangel allerdings deutlich mehr.

Die Sonne oder die Sonnenbank als Vitamin D-Lieferanten standen in dieser Konferenz, in der es um Ernährung und Nahrungsergänzung ging, nicht auf der Tagesordnung. Dennoch lassen sich aus den vorgetragenen Daten nicht nur die Dringlichkeit des Problems “Vitamin D-Mangel” schliessen, sondern auch die Notwendigkeit, in dieser wichtigen Frage für die Gesundheit breiter Bevölkerungsteile und die Prävention chronischer Krankheiten alle verfügbaren Mittel zur Beseitung des Mangels vorurteilsfrei einzubeziehen.

Quelle: Max Rubner Institut

Link zur “Nationalen Verzehrsstudie” (Teil 2)

Nie wieder blasse Füsse!

Nie wieder blasse Füsse!

Es gibt viele Probleme, die sich mit kontrollierter UV-Bestrahlung im Solarium lösen lassen. Eines davon war der Sonnennews-Redaktion bisher verborgen geblieben:

Offensichtlich leiden viele Golfer – zu denen wir hier in der Redaktion unglücklicherweise nicht gehören – unter einem weissen Rand auf der Haut oberhalb der Socken.

Bei den Frauen scheinen  die Riemchenschuhe mit den weissen Streifen auf der Fußhaut ein zentrales Schönheitsproblem zu sein.

Das Leiden muss derart heftig sein, dass jetzt der US-Solarien-Markt mit einem neuen Produkt reagiert: Dem Fuß-Solarium – “Solafeet” genannt.

foottanningDer gequälte Golfer, die gestreifte Riemchenträgerin schlüpfen einfach, z.B. während der Arbeit am Schreibtisch,  in das handliche, gefällig designte Fußsolarium unterm Tisch und präsentiert sich nach getaner Arbeit den Mit-Golfern auf dem Golfplatz oder im Wellnessbad mit schön gebräunten Füssen bis zur Wade.  Keine abschätzigen Blicke mehr auf die Sockenränder, keine hämischen Bemerkungen mehr unter vorgehaltenem Golfschläger.

Eine lohnende Investiton in soziale (Re-)Integration!

Quelle: Gizmodo

Wenn bei einem eineiigen Zwillingspaar einer der Zwillinge ein Melanom entwickelt, ist die Wahrscheinlichkeit fast 10 mal so hoch, dass der andere ebenfalls an Hautkrebs erkrankt, als das bei anderen Bürgern der Fall wäre. Bei nicht genetisch identischen Zwillingen ist die Wahrscheinlichkeit dagegen nur das 1,8fache der normalen Bevölkerung.

Die Forschung an identischen Zwillingen ist die mit Abstand verlässlichste Methode, die “Erblichkeit” von Erkrankungen, in diesem Fall also dem Melanom, nachzuweisen. Das schließt zwar nicht völlig aus, dass auch die UV-Strahlen der Sonne an der Entstehung des Melanoms beteiligt sind,  widerlegt aber eindeutig die einseitige  “Schuldzuweisungen” in den üblichen Angst-Kampagnen der Sonnen- und Solariengegner.

Die Autoren der bereits vor einigen Monaten veröffentlichten Ergebnisse der Studie aus dem australischen Queensland schätzen, dass die Erbanlagen  53 Prozent der Melanom-Entstehung erklären – und führen damit die immer wieder kolportierten Aussagen zum Anteil der UV-Strahlen an der Melanom-Entstehung von 90 Prozent und darüber ad absurdum.

Eine weitere soeben im Journal of  Investigative Dermatology erschienene Studie aus dem renommierten Karolinska Institut in Stockholm kommt beim sogenannten “weissen” Hautkrebs zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Danach ist die Wahrscheinlichkeit, an einem Spinaliom (Stachelzellkrebs) zu erkranken um das 2-3fache erhöht, wenn ein Elternteil oder Geschwister bereits an diesem Hautkrebs erkrankt sind – im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.

Quelle:  HighWire/PubMed

Studien:
Sri N Shekar et al.,  A Population-Based Study of Australian Twins with Melanoma Suggests a Strong Genetic Contribution to Liability, Journal of Investigative Dermatology (2009) 129, 2211–2219

S.K. Hussain, J. Sundquist, K. Hemminki,  The effect of having an affected parent or sibling on invasive and in situ skin cancer risk in Sweden, Journal of  Investigative Dermatology, 2009; 129(9) :2142-7 

Bermuda-Dreieck für Sonnenschein-Vitamin

Bermuda-Dreieck für Sonnenschein-Vitamin

Just hatte eine deutsche Studie den Übergewichtigen, eine Mehrheit in diesem Land,  Hoffnung gemacht und ihnen sogar – bei mäßigem Übergewicht -  ein längeres Leben als die Normalgewichtigen in Aussicht gestellt, da kommt es aus den USA schon wieder knüppeldick:

Wissenschaftler an der renommierten Harvard Medical School, Boston,  vermaßen die diversen Fettgewebe von fast 4.000 Probanden, um herauszufinden, wieso und in welchem Umfang das Übergewicht verantwortlich ist für Vitamin D-Mangel. Ein Mangel, der von der neueren Forschung als eine der Ursachen für viele chronische Krankheiten bezeichnet wird, darunter neben Osteoporose und Osteomalazie viele Autoimmun- und Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Fehlsteuerung bei der Zellteilung und dem Zelltod mit der Gefahr der Krebsentstehung.

Das Ergebnis ist für die 60 Prozent der übergewichtigen Deutschen (ab BMI 25 kg/m2) eingermaßen deprimierend:  Drei mal so häufig wurde bei den stark Übergwichtigen (Adipositas) ein Vitamin D-Mangel unter 20 ng/L festgestellt wie bei den Schlanken.

Diese gefährliche Lücke wurde noch erweitert im sogenannten “Vitamin D-Winter”.  Empfohlen wird eine Vitamin D-Supplementierung und/oder UVB-Bestrahlung im Solarium (80-90 Prozent des “Sonnenschein-Vitamins wird durch UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium in der Haut gebildet).

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine australische Studie. Versuche, ein Vitamin D-Defizit durch kurzfristige Supplementierung auszugleichen. Fast 40 Prozent des normalen Effekts “verpuffte” bei stark Übergewichtigen.

Dass der Vitamin D-Mangel nicht nur Folge sondern auch Ursache von Übergewicht sein kann, haben Forscher schon in früheren Untersuchungen vermutet. Der Zusammenhang:  Vitamin D Mangel bremst offensichtlich die Ausschüttung des Hormons Leptin. Dieses Hormon signalisiert dem Körper, wenn er genügend Fett aufgenommen hat. Fehlt das Leptin ist die “Fett-Fress-Bremse” gelockert, Übergewicht droht.

Aber zurück zu den guten Nachrichten: Die im Deutschen Ärzteblatt in diesen Tagen vorab publizierte Übersichts-Studie über 42 wissenschaftliche Arbeiten von der Universität Hamburg räumt mit der verbreiteten Meinung auf, dass Übergewicht per se das Leben verkürzt.  Im Gegenteil, ein gewisses, maßvolles Übergewicht scheint danach das Leben eher etwas zu verlängern.

Allerdings: Bei starkem  Übergewicht – Adipositas – sieht das schon wieder anders aus.  Hier sind die Schlanken mit 20 Prozent im Vorteil. Die extrem Fettleibigen haben sogar ein um immerhin 200 Prozent erhöhtes Mortalitätsrisiko.

Das Risiko, sich bestimmte Krankheiten zuzuziehen, schwankt zwischen Normalgewichtigen und leicht Übergewichtigen. Bei den Schwergewichten allerdings ist der Trend eindeutig negativ. Adipositas führt tendentiell zu mehr Krankheiten und einem früheren Tod.

Wie und in welchem Unfang hier durch das “Sonnenschein-Vitamin” gegengesteuert werden könnte, war nicht Gegenstand dieser Untersuchung.

Dass Dicke mehr Sonne(nschein-Vitamin) brauchen als schlanke Zeitgesnossen hatten wir schon früher berichtet, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Quelle:  ScienceDaily/Deutsches Ärzteblatt

Studien:

Susan Cheng et al.,  Adiposity, Cardiometabolic Risk, and Vitamin D Status: the Framingham Heart Study, Diabetes, 05. Oktober 2009, vorab online

P Lee, JR Greenfield, MJ Seibel, JA Eisman, and JR Center, Adequacy of vitamin D replacement in severe deficiency is dependent on body mass index, American Journal of  Medicine, November 1, 2009; 122(11): 1056-60.

Matthias Lenz, Tanja Richter, Ingrid Mühlhauser,  The Morbidity and Mortality Associated With Overweight and Obesity in Adulthood: A Systematic ReviewDeutsches Ärzteblatt International, 2009; 106(40): 641

Sonne macht stark

Sonnenschein-Vitamin für leistungsfähige Muskeln

Sonnenschein-Vitamin für leistungsfähige Muskeln

Nicht nur für den Knochenstoffwechsel sondern auch für die Muskeln ist das Vitamin D unverzichtbar. Seit der Entdeckung der Vitamin D-Rezeptoren an den Muskel-Geweben bestätigt sich die Wahrnehmung von Sportlern seit den 20ger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der leistungssteigernden Wirkung der UV-Strahlen der Sonne.

Seither haben etliche wissenschaftliche Studien diese Wirkung bestätigt, ohne eine genaue Vorstellung von den Zusammenhängen im Einzelnen.

In einer Übersichts-Studie fasst jetzt Prof. Bruce Hamilton von der Sportmedizinischen Klinik in Katar den Stand der Wissenschaft zusammen.  Vitamin D-Versorgung und Unterversorgung, so Hamilton, sei mitverantwortlich sowohl für die Leistung als auch für die Verletzungsanfälligkeit der Sportler.

Vor einigen Monaten erst veröffentlichte eine kalifornische Forschergruppe um Dr. John J. Cannell eine Übersichtsstudie, in der die leistungsfördernde und Verletzungen verhindernde Rolle des “Sonnenschein-Vitamins” nachgewiesen wurde. Die Studie beruft sich unter anderem  auf eine Reihe von deutschen Froschungsergebnissen aus den 50ger Jahren und auf die auffälligen Parallelen zwischen den Leistungskurven von Athleten und der saisonalen Veränderung in der Intensität von UV-Strahlen der Sonne.

Quelle:  HighWire

Studien:
Bruce Hamilton, Vitamin D and Human Skeletal Muscle, Scand J Med Sci Sports. 2009 Oct 5. (vorab online publiziert)

Cannell JJ, Hollis BW, Sorenson MB, Taft TN, Anderson JJ., Athletic performance and vitamin D, Med Sci Sports Exerc. 2009 May;41(5):1102-10.

Sonnenschutz ist wichtig. Allumfassender Sonnenschutz, wie von der Kosmetikindustrie und einigen Dermatologen immer wieder propagiert, hat dagegen fatale Folgen für die Gesundheit!

Zwei grundlegende Studien haben sich jetzt mit der “Güterabwägung” zwischen der “guten” und der “bösen” Sonne befasst und kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass der gesundheitliche Nutzen einer kontrollierten, regelmäßigen Besonnung die möglichen Gefahren der UV-Strahlen um ein Vielfaches übersteigt.

Prof. Dr. Jörg Reichrath, Universität des Saarlands, einer der Autoren einer umfassenden Review-Studie: “Wir und andere Forscher haben gezeigt, dass strikter Sonnenschutz zu Vitamin D-Defiziten führt und dass die Diagnose und Behandlung dieses Vitamin D-Defizits, vor allem bei Gruppen mit geringer Sonnen-Exposition, von höchster Wichtigkeit ist.“  Forschungen der letzten Jahre hätten immer wieder nachweisen können, dass Vitamin D-Mangel von großer Bedeutung sei für Vorbeugung und Behandlung vieler Krankheiten wie etlicher Krebsarten, Knochen- und Muskelschwäche, Autoimmun-Erkrankungen wie Diabetes oder Multiple Sklerose, Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck.

Die Studie kommt aufgrund einer gründlichen Analyse der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse zu konkreten Empfehlungen für eine ausgewogene Balance zwischen ausreichender Besonnung im Freien oder im Solarium für eine gleichmäßige Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 einerseits und der Vermeidung von Hautschäden durch angemessenen Sonnenschutz auf der anderen Seite.

400.000 Leben könnten jedes Jahr gerettet werden

Spektakulärer die Schlussfolgerungen einer Studie von Prof. William B. Grant vom Sunlight, Nutrition and Health Research Center (SUNARC),  San Francisco, USA.
Prof. Grant macht den Versuch, in einer Modellrechnung die positiven wie negativen Folgen einer erhöhten Vitamin D-Versorgung durch UVB-Strahlen von Sonne oder Solarium zu bestimmen.

Kurz zusammengefasst lautet sein Fazit für die USA:
Eine  Erhöhung des durchschnittlichen Vitamin D-Spiegels (25-hydroxyvitamin D) im Blut von derzeit 25 auf 45 Nanogramm pro Milliliter (45 ng/ml) durch eine in etwa Verdoppelung der Sonnen/UVB-Exposition würde zwar einerseits zu einem Ansteig der Hautkrebserkrankungen und Sterbefälle um einige tausend führen.  Der “Gewinn” aber an geretteten Leben durch die mit Hilfe des “Sonnenschein-Vitamins” drastisch verminderte Sterberate bei vielen Volkskrankheiten von Osteoporose über Diabetes bis hin zu Brust-,  Prostata- und Darmkrebs liege bei geschätzten 400.000 pro Jahr allein in den USA. Ein gewaltiger Unterschied in den positiven und negativen Folgen einer verdoppelten UVB-Nutzung.

In einer detaillierten Hochrechnung auf Basis der Forschungsergebnisse vergangener Jahre zu den Auswirkungen von Vitamin D-Mangel auf das Erkrankungs- und Sterberisiko bei den wichtigsten Krankheiten kommt Grant zu dem Schluss: “Die Empfehlung, das UV-Licht der Sonne oder der künstlichen Besonnung zu meiden ist konterproduktiv.” Die ständig wachsende Zahl der einschlägigen Studien sollte dringend zu einer Umkehr der Gesundheitspolitik und öffentlichen Aufklärung führen: Vernünftige Nutzung statt Vermeidung der UV-Strahlen!

Quelle: PubCrawler

Studien:
Jörg Reichrath, Bernd Nürnberg, Cutaneous vitamin D synthesis versus skin cancer development: The Janus-faces of solar UV-radiationDermato-Endocrinology, Volume 1, Issue 5, September/October 2009

William B. Grant, In defense of the sun – An estimate of changes in mortality rates in the United States if mean serum 25-hydroxyvitamin D
levels were raised to 45 ng/mL by solar ultraviolet-B irradiance
, Dermato-Endocrinology 1:4, 207-214

Vitamin D-Mangel erhöht Bluthochdruck-Gefahr

Vitamin D-Mangel erhöht Bluthochdruck-Gefahr - Foto: iStockphoto

Junge Frauen mit niedrigen Vitamin D-Serumwerten im Blut verdreifachen ihr Risiko, 15 Jahre später an Bluthochdruck zu leiden.

Im Jahre 1993 hatten Wissenschaftler von der University of Michigan School of Public Health im US-Bundesstaat Michigan den Vitamin D-Spiegel im Blut von 559 Frauen im Alter zwischen 24 und 44 Jahren gemessen. Damals wurden zwei (2) Prozent dieser Frauen wegen Bluthochdruck behandelt. Bei weiteren vier (4) Prozent war der Hochdruck noch diagnostiziert worden.

Vier von fünf Frauen hatten einen Vitamin D Spiegel von unter 80 nmol/L (Nanomol pro Liter), ein Maß das damals als Unterversorgung definiert wurde. Ein Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Unterversorgung wurde zu dem Zeitpunkt nicht festgestellt.

15 Jahre später jedoch, im Jahre 2008,  war bei 19 Prozent der Frauen ein Bluthochdruck festgestellt worden und weitere seche (6) Prozent litten unerkannt darunter. In der Gruppe mit Vitamin D-Unterversorgung war der Anteil der Hochdruck-Kranken mehr als drei Mal so hoch  wie in der Gruppe mit dem Vitamin D-Wert von 80 nmol/L oder mehr – und das, obwohl bereits Faktoren wie Übergewicht, Rauchen und relatives Alter berücksichtigt wurden.

Dieses Ergebnis wurde jetzt auf der Jahreskonferenz der Hochdruck-Forscher in der American Heart Association in Chicago vorgestellt.

Sonnenstrahlen auf der Haut ist der effizienteste Weg zu einem optimalen Vitamin D-Spiegel. Vitamin D-Defizit ist  einer der Haupt-Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall “, so Flojaune C. Griffin, eine der AutorInnen der Studie.

Prof. Dr. John P. Forman von der Harvard Medical School, Boston, und “Nestor” der Vitamin D-Forschung dazu: “Diese Studie unterstreicht die wachsende Kenntnis über den Zusammenhang zwischen Vitamin D und Bluthochdruck.  Unter den zahlreichen Studien zu diesem Thema ist diese Arbeit wohl diejenige mit dem längsten Untersuchungszeitraum.

Bluthochdruck als Vorläufer von Herz-Kreislauf- und anderen Erkrankungen wird auch als der “silent killer” bezeichnet, weil kaum mehr als die Hälfte der Erkrankten sich überhaupt der Tatsache bewusst sind, dass sie unter Hochdruck leiden.

Quelle:  Diverse Berichte von der American Heart Association High Blood Pressure Research Conference, Chicago.

Gleichmäßige Vitamin D-Versorgung durch Solarien im Herbst und Winter

Gleichmäßige Vitamin D-Versorgung durch Solarien im Herbst und Winter

Für die positiven Gesundheitswirkungen des Vitamin D3, des Sonnenschein-Vitamins, ist eine gleichmäßige Versorgung des menschlichen Körpers wichtig.
Solarien können diese gleichmäßige Versorgung im Herbst und Winter sicherstellen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsgruppe um Professor Johan Moan von der Universität Oslo in einer Studie, die soeben in der Fachzeitschrift ‚Photochemistry and Photobiology’ erschienen ist.

Prof. Johan Moan: „In den Wintermonaten sinkt der Vitamin D-Spiegel deutlich, da das Sonnenlicht dann zu wenig ultraviolettes Licht enthält, um die Vitamin D-Produktion in der menschlichen Haut anzukurbeln. Nutzt man in dieser Zeit Solarien, kann dieser Einbruch vermieden und der Vitamin D-Spiegel auf einem gleichbleibend hohen Niveau gehalten werden.

Vitamin D, das belegen weltweite medizinische Studien, zeitigt positive Effekte auf die Zell- Knochen- und Organgesundheit und wirkt Autoimmun- sowie Hauterkrankungen entgegen. Es wird, angeregt durch UV-Strahlung, zu 90 Prozent über die Haut gebildet.

Über ähnliche Ergebnisse internationaler Forschung haben wir bereits hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Sunlight Research Forum

Studie: Johan Moan, Zoya Lagunova, Emanuela Cicarma, Lage Aksnes, Arne Dahlback, William B. Grant, Alina Carmen Porojnicu,  Sunbeds as Vitamin D Sources, Photochemistry and Photobiology, 24 Sep 2009 (vorab online veröffentlicht)

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