Monatsarchiv für November 2009

Babies von Frauen, die die größte Zeitspanne ihrer Schwangerschaft in den sonnenreichsten Monaten des Jahres verbrachten,  litten seltener unter Multipler Sklerose, als Babies aus Schwangerschaften in den “dunkleren” Monaten des Jahres.

Schwedische Wissenschaftler der Umeå University untersuchten 9.361 Geburten nach den Schwangerschaftsmonaten und verglichen sie mit den Daten aller Geburten in Schweden zwischen 1900 und 2007.
Ergebnis: Die Zahl der Neugeborenen mit MS lag im Juni um 11 Prozent über dem Durchschnitt der Fälle in den übrigen Monaten. Im Dezember und Januar Geborene dagegen wurden im gleichen Verhältnis seltener mit MS diagnostiziert.

Fazit der Forscher: “Geringerer Aufenthalt an der Sonne (und geringere Intensität der Sonnenstrahlen) im Winter mit der Konsequenz niedrigerer Vitamin D-Werte während der Schwangerschaft scheinen diese Ergebnisse zu erklären.”

Eine fränzösische Studie der Universität Marseille, die zur gleichen Zeit der gleichen Frage nachging, ermittelte den November als den Monat mit den niedrigsten MS-Erkrankungen bei Neugeborenen. Auch hier zogen die Forscher den gleichen Schluss:  Der hohe Vitamin D-Spiegel  durch die Sommermonate während der Schwangerschaft scheint einer Multiplen Sklerose bei den Babies vorzubeugen.

Auch eine andere, soeben erschienen Studie europäischer und kanadischer Forscher mit fast 10.000 Teilnehmern bestätigen das Ergebnis der französischen Untersuchung:
Im November wurden wesentlich weniger Kinder mit dem “MS-Gen” HLA-DRB1 geboren als in irgedeinem anderen Monat.
Der April war der Monat mit den häufigsten Geburten von Teilnehmerinnen mit dem entsprechenden Gen HLA-DRB1*15.

Quelle: High-Wire

Studien:
J. Slazer et al.,  Season of birth and multiple sclerosis in Sweden, Acta Neurologica Scandinavica,  23. November 2009 (online vorab veröffentlicht).

D.A. de Abreu et al. , Season of birth and not vitamin D receptor promoter polymorphisms is a risk factor for multiple sclerosis. Multiple Sclerosis, 2009 Oct;15(10):1146-52

G. C. Ebers et al, HLA-DRB1 and month of birth in multiple sclerosis, NEUROLOGY 2009;73:2107-2111

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Foto: iStockphoto

Der Zusammnehang von Vitamin D und Brustkrebs ist wohl der am besten belegte Hinweis auf die vorbeugende Wirkung des Sonnenschein-Vitamins bei Krebs. Wir haben darüber verschiedentlich berichtet: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Die wirksame Form des Vitamins steuert die Zellteilung und die Beseitigung entarteter Zellen.

Dass dies (auch) über den Weg der Regulierung von Sexualhormonen, Progesteron und Estradiol, im weiblichen Köper geschieht, haben jetzt Forscher am Mount Sinai Hospital in New York nachgewiesen. Bei 101 jungen Frauen im Alter zwischen 18 und 22 Jahren wurde mit Hilfe von Fragebögen und Blutentnahmen die Versorgung mit Vitamin D und die Entwicklung der beiden Hormone gemessen sowie Daten zur Lebensführung, sportliche Aktivitäten, BMI, Rauchen und ethnische Herkunft erhoben.

Es zeigt sich, dass bei einem Anstieg des Vitamin D-Serums – 25(OH)D – im Blut um je 10 nmol/L  das Progesteron  um jeweils 10 Prozent und das Estradiol um jeweils 3 Prozent abnahm und damit das Risiko einer Brustkrebs-Erkrankung .

Quelle: HighWire

Studie: Julia A Knight, Jody Wong, Kristina M Blackmore, Janet M Raboud, and Reinhold Vieth,  Vitamin D association with estradiol and progesterone in young women, Cancer Causes Control, November 15, 2009

Die Sonne wurde schon vor mehr als hundert Jahren für die Therapie der Tuberkulose eingesetzt. Aber erst heute ist die Wissenschaft in der Lage, diese antibakterielle und antivirale Wirkung der Sonne zu erklären. Seither ist die Bedeutung der Sonne und des “Sonnenschein-Vitamins D” für Vorbeugung und Behandlung von Infektionen von der Wundinfektion bis zur Influenza einerseits und von Autoimmunerkrankungen wie Diabetes und MS andererseits in hunderten von Studie erforscht worden.

In einer Review-Studie fasst jetzt der Forscher Adrian F. Gombart vom Linus Pauling Institut, Oregon, USA,  den aktuellen  Stand des Wissens zusammen. Der Schlüssel zum Verständis dieser weitreichenden Bedeutung des Vitamin D bei der Infektionsabwehr liegt in dessen “Fähigkeit” zur Steuerung eines Peptids mit antibiotischer Wirkung, des Cathelicidin, das in dieser Form nur beim Menschen und Primaten vorkommt.

Kein Zweifel mehr, dass die Natur das Vitamin D als “Feuerwehr” gegen alle Arten von Infektionen und Fehlssteuerungen des Immunsystems vorgesehen hat.  Um so dramatischer der weit verbreitete Vitamin D-Mangel, vor allem im “Vitamin D-Winter”. In der Zeit von Okotber bis März funktioniert die bei weitem wichtigste Quelle für die Beschaffung des lebenswichtigen Vitamins nicht:  Die UVB-Strahlen der schräg einfallenden Sonne sind für die Vitamin D-Synthese in der Haut nicht stark genug.

Der Vitamin D-Spiegel im Blut sinkt bis auf einen Tiefstand Ende Februar, Anfang März. Und das ist auch die Zeit der Grippe-Epidemien.

Etwa  70Prozent der US-Bevölkerung hat unzreichende Vitamin D-Werte,” so Gombart, “ein umso zentraleres Thema,  je mehr wir erfahren über die vielen Rollen, die das Vitamin D spielt beim Kampf gegen Infektionen, beim Ausbalancieren des Immunsystems, der Regulierung bei Autoimmun- und sogar Herzkrankheiten.

Die Angst vor einer Schweinegrippe-Pandämie hat jetzt die Diskussion über dieses gefährliche Defizit beschleunigt. Erstaunlicherweise aber läuft diese Diskussion völlig losgelöst von einer anderen parallel sich immer schriller äussernden Diskussion über die Gefahren der UV-Strahlen von Sonne und Solarium.  Statt der Suche nach einer optimalen Balance bei der Dosierung der natürlichen Heilkraft von UV-Strahlen der Sonne oder des Solariums wird mancherorts mit manischer Verbissenheit an Abschreckungsszenarien und Verhüllungsempfehlungen gebastelt bis hin zu grotesken Ersatzstrategien vom Pillenschlucken bis zum Aufsprühen chemischer Bräunungsmittel.

Eine Übersichtsstudie aller methodisch anspruchsvollen wissenschaftlichen Arbeiten seit 1948 war kürzlich zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen und hatte den Einsatz von Vitamin D für die Therapie und weiterere klinische Studien zur Wirksamkeit des “Sonnenschein-Vitamins” für Tuberkulose, Influenza und Atemwegserkrankungen angefordert.

Quelle: Science Daily

Studien:
A.F. Gombart,  The vitamin D–antimicrobial peptide pathway and its role in protection against infectionFuture Microbiology, November 2009, Vol. 4, No. 9,  1151-1165

Alexandra V. Yamshchikov et al., Vitamin D for Treatment and Prevention of Infectious Diseases: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials, Endocrine Practice, American Association of Clinical Endocrinologists, Volume 15, Number 5 / July – August 2009

Menschen mit einem Vitamin D-Defizit leiden im Alter mehr als doppel so häufig an Demenz und Alzheimer oder erleiden eine Schlaganfall wie Gleichaltrige mit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung.

US-Forscher an der Tufts und der Boston University, USA, untersuchten in den Jahren 2003 bis 2007 insgesamt 318 Frauen und Männer mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren auf ihren Vitamin D-Status (25(OH)D) und auf Anzeichen von Demenz, Alzheimer und Gefäß-Infarkte. 14.5 Prozent der Teilnehmer wiesen ein Vitamin D-Defizit (<10 ng/mL) und 44 Prozent einen Vitamin D-Mangel  (10–20 ng/mL) auf.

Auch nach Berücksichtigung bekannter Risikofaktoren blieb der Unterschied zwischen den Probanden mit Vitamin D-Mangel und denen mit normalem Vitamin D-Spiegel im Blut dramatisch:

  • Das Risiko einer Demenz-Erkrankung lag beim 2,3fachen,
  • das Risiko für Alzheimer beim 2,5fachen und
  • das Schlaganfall-Risiko beim 2,0fachen.

Quelle: HighWire

Studie: K. L. Tucker et al.,  25-Hydroxyvitamin D, dementia, and cerebrovascular pathology in elders receiving home services, Neurology 2010;74:18-26, online vorab veröffentlicht 25.  November 2009

Im Anflug auf das Gourmet-Menue mit Sonnenschein-Vitamin: ISS-Kammandant Frank de Winne.  Foto: ESA

Im Anflug auf das Gourmet-Menue mit Sonnenschein-Vitamin: ISS-Kammandant Frank de Winne. Foto: ESA

Gelegentlich wird auch im Weltraum geschlemmt. Dann gibt es auf der Raumstation ISS statt Flüssignahrung oder Energiewürfel ein veritables Festmenue vom Sternekoch.

Für die aktuelle Crew im All – zum ersten mal unter europäischer Führung durch den Belgier Frank de Winne – kochte jetzt erstmals Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt aus Baiersbronn im Schwarzwald ein Drei-Gänge-Astronauten-Menü.

Die Weltraum-Bedingungen stellten den Star-Koch allerdings vor einige kniffelige Probleme jenseits der gewohnten Suche nach dem optimalen Gourmet-Erlebnis. So war Salz verboten, weil es die ohnehin unterforderten Knochen schwächt, und Lauchgemüse, weil, so Wohlfart,  “die Astronauten ja keine Fenster aufmachen können um durchzulüften “.

Dagegen ausdrücklich gewünscht und notwendig nicht nur für den Genuss sondern vor allem für die Gesundheit im All: Viel Kalzium und Vitamin D! Denn obwohl im Weltraum die Sonne immer scheint, erreichen die UVB-Strahlen nicht die Astronauten-Haut, um dort das überlebenswichtige Sonnenschein-Vitamin D zu erzeugen und das Schlucken von Vitamin-Pillen ist auf Dauer nicht unbedingt ein sinnliches Vergnügen. Ein Solarium gehört ebenso wenig zur atronautischen Grundausrüstung.

Statt Sonnenbaden also ein Fest-Menue im Raumschiff mit eingequirrltem Sonnenschein. Kein Wunder, dass der Weltraumtourismus immer populärer wird!

Quelle:  Stuttgarter Nachrichten

Das Janus-Gesicht der UV-Strahlen -  heilsam bei moderatem, kontrollierten “Gebrauch”,  schädlich bei Übertreibungen – bestätigt sich jetzt auch an einer Stelle, wo bisher nur die “böse” Sonne gesehen wurde: Beim “weissen” Hautkrebs (Basaliom, Spinaliom), die mehr als 80 Prozent aller Hautkrebsfälle ausmachen und in der Regel sehr gut heilbar sind.

Übermäßige UV-Bestrahlung (durch Sonne oder Solarium) ist eine wissenschaftlich relativ gut belegte Ursache für das Spinaliom und begrenzt auch für das am häufigsten auftretende Basaliom – im Gegensatz zum weit gefährlicheren “schwarzen” Hautkrebs (Melanom).

Jetzt allerdings weist eine Studie von der renommierten Stanford University eine schützende Wirkung des Sonnenschein-Vitamins D3, das in unseren Breiten zu 80-90 Prozent durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium über die Haut gebildet wird,  gegen den “weissen” Hautkrebs nach.

Mit den Daten der für die ältere männliche Bevölkerung der USA repräsentativen Studie Osteoporotic Fractures in Men (MrOS) gingen die Forscher der Frage nach, ob die bekannte Bedeutung des Vitamin D für die Regulierung der Zellteilung und die Beseitigung geschädigter Zellen auch beim “weissen” Hautkrebs seine schützende Wirkung über eine längere Zeit entfalte.

Das Ergebnis:  Die Teilnehmer mit einem optimalen Vitamin D-Spiegel  (25(OH)D >30 ng/mL) hatten ein um fast die Hälte reduziertes Risiko, an einem der “weissen” Hautkrebsarten zu erkranken, im Vergleich zu den Männern mit ausgeprägtem Vitamin D-Mangel.

Quelle: PubCrawler

Studie:  Jean Y Tang et al.,  Inverse association between serum 25(OH) vitamin D levels and non-melanoma skin cancer in elderly menCancer Causes Control, November 18, 2009 (online vorab)

Herzlichst, Ihr "Sonnenschein-Vitamin"

Herzlichst, Ihr "Sonnenschein-Vitamin"

Sonne hält das Herz jung, das Sonnenschein-Vitamin beugt vor gegen Herzinfarkt und Schlaganfall.

So lässt sich schlagwortartig zusammenfassen, was Forscher am Herzinstitut des Intermountain Medical Center in Salt Lake City, USA,  in einer mehrjährigen Studie mit 27,686 zu Beginn gesunden Patienten im Alter von 50 Jahren und darüber herausgefunden haben.

Bei den Teilnehmern wurde am Anfang der Vitamin D-Spiegel, 25 (OH)D, gemessen und drei Gruppen gebildet: Teilnehmer mit

  • weniger als 15 ng/mL (sehr niedrig)
  • 15-30 ng/mL (niedrig)
  • über 30 ng/mL (normal)

Über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren wurde die Entwicklung von Herzkrankheiten in diesen Gruppen beobachtet.
Im Vergleich zur Gruppe mit den normalen Vitamin D-Werten  erlitten in der Gruppe mit den niedrigsten Werten doppelt so viele Patienten ein Herzversagen. 77 Prozent mehr Todesfälle gab es in dieser Gruppe und 78 Prozent mehr Schlaganfälle.

Die Mitarbeiterin der Forschungsgruppe, Dr. Heidi May fasst zusammen: “Wir fanden heraus, dass bei Patienten jenseits der 50 Jahre schon ein geringes Vitamin D-Defizit einherging mit Herzkranzgefäßerkrankungen, Herzversagen, Schlaganfall und Tod.”

Wenn man bedenkt, wie einfach ein solcher Vitamin D-Mangel zu beseitigen ist (durch natürliche und künstliche Sonne sowie Supplementierung, d. Red.), dann hat die Tatsache, dass die Vitamin D-Versorgung das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung so deutlich senkt, eine ungeheure Bedeutung für die öffentliche Gesundheit – zumal diese Krankheit die  häufigste  Todesursache überhaupt in den USA ist.”

Unsere Ergebnisse zur Prävention und Therapie von Herkrankheiten werden uns langfristig helfen, Leben zu retten“,  so der Leiter der Studie, Prof. Dr. Brent Muhlestein. Die Ergebnisse sollten nun in einer klinischen Interventionsstudie überprüft werden.

Ein Kuriosum am Rande: Da der US-Bundesstaat Utah überwiegend von Mormonen besiedelt ist, denen das Rauchen und der Alkohol verboten sind, konnten diese wichtigen “Störfaktoren” die Untersuchungsergebnisse nicht beeinflussen, eine große Erleichterung für die Forscher.

Die Studie wurde beim wissenschafltichen Kongress der American Heart Association vorgestellt.

Über frühere Studien mit ähnlichen Ergenissen hatten wir in der Vergangenheit hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: EurekAlert/New York Times (20.11.09)

Gefährdet: Menschen mit dunkler Haut in sonnenarmen Ländern

Gefährdet: Menschen mit dunkler Haut in sonnenarmen Ländern

Wenn die Sonnenstrahlen (im Freien oder im Solarium) nicht ausreichen für eine gesunde Vitamin D-Bildung in der Haut, erhöht sich das Risiko um ein Vielfaches, an einem Nierenleiden zu erkranken. Das trifft in besonderem Maße Menschen mit dunkler Haut, da das hautschützende Melanin (Bräunungspigment) gleichzeitig die Vitamin D-Synthese in der Haut behindert. Von der Natur “gedacht” als Schutz vor tropischer Sonne, reichen dann in den nördlicheren, sonnenarmen Gegenden die UVB-Strahlen der Sonne auf die stark pigmentierte Haut nicht mehr aus.

Forscher aus verschiedenen amerkanischen  Forschungszentren an der Ost- und Westküste haben in einer – jetzt vorab online veröffentlichten – Studie den Zusammenhang von Vitamin D-Mangel (weniger als 15 ng/ml) und Nierenleiden im Endstadium vor allem bei Afro-Amerikanern untersucht. Sie nutzten dabei die Daten von über 23.000 Teilnehmern des Third National Health and Nutrition Examination Survey aus den Jahren 1988-94.

34 Prozent der Afro-Amerikaner aber nur 5 Prozent der Weißen lagen unterhalb der Grenze von 15 ng/mL, litten also unter einem akuten Vitamin D-Mangel.

Neun Jahre später hatte 65 der Teilnehmer ein Nierenleiden im Endstadium entwickelt.  Dabei stellte sich heraus, dass das Risiko einer solchen Erkrankung für Menschen mit Vitamin D-Mangel (nach dieser Definition) um das 2,6fache höher lag, als bei den besser mit dem Sonnenschein-Vitamin versorgten Teilnehmern. Auch wenn alle erdenklichen anderen Einflussfaktoren ausgeschlossen wurden, blieb es bei einer erstaunlich deutlichen Verbindung von Nierenleiden und Vitamin D-Mangel.  Das Krankheitsrisiko der Afro-Amerikaner lag um das  2,83fache über dem der weißen Amerikaner.

Quelle: HighWire

Studie:  Michal L. Melamed et al.,  25-Hydroxyvitamin D Levels, Race, and the Progression of Kidney DiseaseJournal of the American Society of Nephrology, vorab online publiziert 19. November , 2009

Dass das “Sonnenschein-Vitamin D3″ vorbeugende Wirkung gegen Prostata-Krebs haben könnte, ist in zahlreichen Studien der letzten Jahre belegt worden (über einige davon haben wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet). Studien über den gezielten Einsatz von Vitamin D bei der Behandlung von Prostata-Krebs aber fehlten bisher.

In diesen Tagen aber wurde eine Studie veröffentlicht, die die Wirkung von Vitamin D auf die Entwicklung von Prostata-Krebs und dem Anti-Gen PSA untersucht. Forscher vom Imperial College London, UK, unter Leitung von Prof. Jonathan Waxman unterzogen 26 Männer mit fortgeschritttenem Prostata-Karzinom einer Vitamin D-Therapie und verfolgten die Entwicklung der PSA-Werte über einen Zeitraum mit ersten Messungen nach drei Monaten.

Bei einem Fünftel der Patienten ging der PSA-Wert um durchschnittlich knapp die Hälfte zurück. Bei einer weitern Gruppe stabilisierten sich die Werte langfristig. Nebenwirkungen wie etwa eine erhöhte Kalziumbildung zeigten sich nicht.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass eine Vitamin D-Therapie ergänzend zu anderen Maßnahmen wertvolle Unterstützung leisten könnte.

Auslöser für die Studie war der Bericht eines Patienten, dessen Prostata-Krebs nach einer längeren Vitamin D-Einnahme gänzlich zurückging.

Prof. Waxman: “Eine so gut verträgliche Vitamin D-Behandlung ist eine willkommene Ergänzung der therapeutischen Optionen bei der Behandlung von Patienten mit Prostata-Krebs.

Quelle: PubMed

Studie:  Jonathan Waxman et al.,  The promiscuous receptorBJU International, Volume 104 Issue 9, Pages 1204 – 1207 (November 2009)

Übergewichtige Jugendliche haben ein doppelt so hohes Risiko, später an Multipler Sklerose zu erkranken, als Normalgewichtige. Der wichtigste Grund dafür ist vermutlich Vitamin D-Mangel. Das fettlösliche Vitamin D lagert sich in den Fettgeweben des Körpers ab und kann bei Übergewichtigen nicht in ausreichendem Maße “aktiviert” werden.  Die Immunsteuerung versagt.

Diese Ergebnisse päsentierte jetzt eine Forschergruppe der Harvard Medical School, Boston, USA im internationalen Fachmagazin Neurology.

Sie untersuchten dafür die Daten von 238,371 Frauen im Alter zwischen25 und 55 Jahren aus der Nurses’ Health Study and Nurses’ Health Study II, von denen in Verlauf von 40 Jahren  593 Frauen eine Multiple Sklerose entwickelten.

Bei 18-jährigen Frauen mit nur einem leichten Übergewicht beim Start des Programms  (BMI 25 to 29.9) erhöhte sich das Risiko kam merklich. Erst ab einem BMI von 30 stieg das MS-Risiko steil an bis zum Doppelten einer 18jährigen mit einem BMI von 18.5 and 20.9.

Erstaunlich die Entdeckung, dass diese Situation nur bei Jugendlichen, nicht aber bei Kindern oder Erwachsenen zutraf. In der Tat werden auch in den meisten Studien zur Vitamin D-Versorgung der Bevölkerung die Jugendlichen, neben den alten Menschen, als besondere Problemgruppe erkannt – im Gegensatz zur “Folklore” von Organisationen, die besonders bei Jugendlichen einen überproportionalen Aufenthalt an der Sonne vermuten und damit eine besondere Hautkrebsgefährdung.

Unsere Ergebnisse legen den Schluß nahe, dass das Gewicht in der Jugendzeit – und nicht in der Kindheit oder im Erwachsenenalter – über das Riskio einer MS-Erkrankung entscheidet.” So die Studienleiterin und Harvard-Professorin Kassandra Munger.

Quelle: ScienceDaily

Studie:  Kassandra L. Munger et al., Body size and risk of MS in two cohorts of US women, NEUROLOGY 10. November 2009;73:1543-1550

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