Monatsarchiv für Februar 2010

Ein Mangel an Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin, bei werdenden Müttern hat weitreichende Folgen für den Verlauf der Geburt wie für die Neugeborenen.

In einer der ersten klinischen Studien über den Zusammenhang von Vitamin D und vorzeitiger Geburt wurden 600 schwangeren Frauen in zwei Gruppen unterschiedliche Dosen an Vitamin D verabreicht. Die eine Gruppe erhielt die offiziell  empfohlene Dosis von 400 IE (Internationale Einheiten), die andere Gruppe das 10fache, 4.000 IE.

Das Ergebnis war erstaunlich: Nach 33 bzw. 37 Wochen lag das Risiko einer vorzeitigen Geburt in der Gruppe mit der „normalen“ Vitamin D Dosis um etwa 50 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe mit 4.000 IE. Die Fälle von ungewöhnlich leichten Babies war in dieser Gruppe ebenfalls wesentlich häufiger.

Mehr noch, Atemwegserkrankungen und entzündliche Erkrankungen der Geburtswege kamen in der Gruppe mit der höheren Vitamin D-Gabe wesentlich seltener vor. Um 30 Prozent geringer war das Risiko von typischen Schwangerschafts- und Geburtskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Präeklampsie.

Die Babies in dieser Gruppe litten deutlich seltener unter Erkältungen oder Ekzemen.

Nebenwirkungen der hohen Vitamin D-Dosen wurden nicht beobachtet.

Unsere Ergebnisse werden hoffentlich die Frauenärzte alarmieren, die sich bisher nicht um den Vitamin D-Spiegel ihrer Pateientinnen gekümmert haben“, so Prof. Bruce Hollis, der Leiter der Studie an der Medical University of Charleston in South Carolina, USA.

Die noch unpublizierte Studie wurde in Brügge beim 14 Vitamin D-Workshop vorgestellt.

Noch aktueller weist eine finnische Studie nach, dass selbst bei einer Nahrungsergänzung mit Vitamin D-Pillen  in der von den Fachgesellschaften empfohlenen Dosis, 71 Prozent der Schwangeren unter einem Vitamin D-Mangel leiden – mit gravierenden Konsequenzen für das Knochenwachstum und die Größe der Babies.

Ein weitere Studie, die im März d.J. erscheinen soll,  bestätigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Vitmain D-Status der Schwangeren und dem Entwicklungsstand des Babies bei der Geburt. Die Forscher betonen das komplexe Verhältnis, bei dem nicht alle Faktoren bisher bekannt seien. Soe scheine es einen erheblichen Unterschied zwischen den Rassen zu geben.

Über ähnliche Ergebnisse weiterer Studien zu Vitamin D, Schwangerschaft und Geburt haben wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier

Quelle: Times Online

Studien:

H.T. Viljakainen et al., Maternal Vitamin D Status Determines Bone Variables in the Newborn, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Februar 2010, online vorab veröffentlicht

Lisa M. Bodnar et al., Maternal Serum 25-Hydroxyvitamin D Concentrations Are Associated with Small-for-Gestational Age Births in White Women, The Journal of Nutrition (March 3, 2010)

Spermien_fotoliaNoch einmal zu Sonne, Vitamin D und Männlichkeit:

Das Sonnenschein-Vitamin D scheint für die männliche Zeugungskraft eine noch höhere Bedeutung zu haben als ohnehin schon vermutet.  Die Häufung von Vitamin D-Rezeptoren (die “Türhüter” der Zellen für den Zugang des aktiven Vitamin D in die Zellkerne) in Hoden, Samenleiter und in den reifen Samenzellen legen diesen Schluss nahe.

Dänische Forscher hatten sich dieser Frage auf neuen Wegen genähert. Sie untersuchten die Funktionen verschiedener Vitamin D-Rezeptoren in den männlichen Geschlechtsorganen und der Enzyme, die für die “Zubereitung” des Vitamin D und dessen Wirksamkeit zuständig sind.

Sie fanden bei den Versuchsteilnehmern bestätigt, was bereits aus Tierversuchen bekannt war: Ein Vitamin D-Mangel führt zu geringerer Spermienbildung und Fruchtbarkeit bei den betroffenen Männern.

Erst kürzlich hatten Studien den Zusammenhang zwischen dem Sonnenschein-Vitamin und der Bildung von männlichen Hormonen belegt.

Die Autoren dieser Studie machten dabei in ersten Untersuchungen auch mit Frauen eine scheinbar paradoxe Entdeckung:
Bei Frauen scheint Vitamin D die Testosteronwerte zu senken!

Eine Gruppe von Frauen mit krankheitsbedingter Überproduktion des männlichen Hormons wurden erfolgreich mit Vitamin D behandelt. Die abschliessenden Ergebnisse der Studie liegen allerdings noch nicht vor. Ein Punkt mehr allerdings bereits jetzt für die “heilende Sonne” , ihr Sonnenschein-Vitamin und die natürliche Steuerung ihrer Wirkungen jeweils dorthin, wo sie gebraucht werden.

Quelle: PubCrawler

Studie:  Martin Blomberg Jensen et al.,  Vitamin D receptor and vitamin D metabolizing enzymes are expressed in the human male reproductive tractHuman Reproduction,  online vorab publiziert 18. Februar 1020.

Sonne macht schlank

Sonne macht schlank

Sonnenmangel ....

Sonnenmangel .... Foto: Fotolia

Sonnenschein-Vitamin verhindert die “Verfettung” der Muskeln bei Frauen. Je größer das Vitamin D-Defizit desto leichter kann sich das Fett in den Muskeln ablagern.

Forscher von der University of Southern California in Los Angeles (UCLA) und der kanadischen McGill-University maßen bei 90 jüngeren Frauen den Vitamin D-Spiegel im Blut,  und per Computer-Tomographie die Muskelmasse, das Körperfett und den Fettanteil der Muskeln.

59 Prozent der Frauen zeigten einen Vitamin D-Mangel (<29 ng/ml) und davon wiesen 24 Prozent ein ernsthaftes Vitamin D-Defizit (<20 ng/ml) auf.  Nur 41 Prozent der Probandinnen hatten einen normalen Vitamin D-Spiegel. Diese Werte stellen ein annährend  genaues Abbild der weiblichen Bevölkerung in der Region, mit – wie sich die Forscher ausdrücken – einem “epidemischen” Vitamin D-Mangel. Ähnlich auch die Verhältnisse in der deutschen Bevölkerung, die in den vergangenen Jahren vom Robert-Koch-Institut ermittelt wurden.

Der Anteil an Fett in den Muskeln war bei den Frauen mit normalen Vitamin D-Werten deutlich geringer (fast um 25 Porzent) als bei den Frauen mit Vitamin D-Mangel.

Über ähnliche Studienergebnisse hatten wir hier, hier und hier bereits berichtet.

Quelle: HighWire

Studie:  Vicente Gilsanz et al., Vitamin D Status and Its Relation to Muscle Mass and Muscle Fat in Young WomenJournal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 17. Februar 2010 (online vorab veröffentlicht)

Wer ausreichend Vitamin D – überwiegend durch UV-Strahlung – tankt, ist deutlich weniger anfällig für typische “Volkskrankheiten” wie Herz-Kreislauf-, Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen, Diabetes und das sogenannte “metabolische Syndrom”,  eine Kombination aus Übergewicht, gestörtem Zuckerstoffwechsel, Bluthochdruck und hohen Blutfettwerten. So das Ergebnis eine Meta-Studie an der englischen University of Warwick.

Die britischen Forscher um Studienleiter Prof. Oscar Franco hatten 28 methodisch hochwertige Studien mit 95.745 Teilnehmern ausgewertet, um den Zusammenhang von Vitamin D-Spiegel im Blut und weit verbreiteten chronischen Krankheiten zu untersuchen.

Die Probanden mit den höchsten Vitamin D-Werten hatten ein um 43 Prozent geringeres Risiko für Gefäß- und Stoffwechselkrankheiten als diejenigen mit den geringsten Blutwerten. Bei älteren Menschen und Menschen mittleren Alters verringerte sich das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen um 33 Prozent, für Diabetes um 55 Prozent und für das metabolische Syndrom um 51 Prozent.

Wenn damit auch noch nicht abschließend die Frage nach Ursache und Wirkung  geklärt sei, so Prof. Franco, sollte doch bereits beim gegenwärtigen Stand der Forschung die ausreichende Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin” vor allen für die “epidemischen” Herz- und Gefäßkrankheiten hohe Priortät geniessen.

Vor allem im “Vitamin D-Winter”, wenn die schräg stehende Sonne im Freien die Vitamin D-Synthese in der Haut nicht “ankurbeln” kann, ist – in engen Grenzen – die richtige Ernährung (fetter Fisch, Pilze, Milch) oder Nahrungsergänzungen besonders wichtig.  Soalrien mit ausreichendem UVB-Anteil im Strahlensprektrum können darüber hinaus die natürliche Rolle der Sonne als Vitamin D-Produzent übernehmen.

Quelle: Wissenschaft aktuell

Studie:  O.H. Franco et al.,  Levels of vitamin D and cardiometabolic disorders: Systematic review and meta-analysis, Maturitas, Volume 65, Issue 3, Pages 225-236 (März 2010)

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament  Foto: David Cheskin/PA Wire

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament Foto: David Cheskin/PA Wire

Ein 14-jähriger Schüler und seine Protestaktionen führen jetzt zur Einberufung einer internationalen Konferenz über die Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamin D”.

Ryan McLaughlin aus dem schottischen Glasgow hatte sich mit einer Petition an das schottische Parlament gewandt: Er habe erfahren, dass Vitamin D und der besonders in Schottland weit verbreitete Sonnen- und damit Vitamin D-Mangel eine wichtige Rolle bei der Multiplen Sklerose seiner Mutter spielen könnte. Der Schüler wollte das Parlament veranlassen, Richtlinien über die Versorgung mit Vitamin D zu erlassen und über das richtige Verhalten an der Sonne besser zu informieren – statt die Angst vor den Sonnenstrahlen noch zu schüren.

Seiner Bitte hatte er mit Mahnwachen vor dem Parlament Nachdruck verliehen und in den Medien damit einige Aufmerksamkeit erregt. Jetzt hat das Parlament und die Regierung darauf positiv reagiert:

Die schottische Regierung stellte einen “dringenden Bedarf” nach öffentlichen Informationen fest,  sowohl für Ärzte als auch für medizinische Laien, besonders Mütter.  Eine entsprechende Kampagne wurde in Auftrag gegeben.

Ausserdem wurde für den 27. April dieses Jahres eine wissenschaftliche Konferenz einberufen, an der Experten zu Sonnenlicht, Vitamin D und Multipler Sklerose (MS) aus aller Welt teilnehmen werden.

Abgeordnete und Regierungsmitglieder beglückwünschten Ryan McLaughlin zu seinem ungewöhnlichen Erfolg.

Quelle: Times Online

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John Dalli, Eu-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz

Für die Presse war es wieder einmal ein gefundenes Fressen und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht so genau ins Maul.

Jede siebte Sonnenbank macht krank“,  “Sonnenstudios gefährden die Gesundheit”, “Burn Baby Burn: Strahlende Sonnenbänke“, “Neueste Horrormeldung…” – es rauschte mal wieder im deutschen Blätterwald, und wie so oft bei diesem Thema spielten die Fakten eine eher untergeordnete Rolle. Was war passiert?

Der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, hatte in Brüssel eine Erhebung aus den letzten beiden Jahren vorgestellt, bei der sich zeigte, dass knapp 15 Prozent der europaweit untersuchten Sonnenstudios nicht den neuen EU-Bestimmungen (Euronorm) zum Beispiel über Bestrahlungsstärken von 0,3 W/m² entsprachen.

Hätten nun die deutschen Medien und Presseagenturen genauer hingeschaut, wäre ihnen aufgefallen, dass

  1. diese neuen EU-Regulierungen, vor allem die o,3 W/m² für alle Geräte,  in Deutschland überhaupt noch nicht gelten. Das passiert erst mit der Verabschiedung der noch in Arbeit befindlichen Verordnung zum sog. “Solariengesetz” vom Juli vergangenen Jahres, und u.a. aus diesem Grund,
  2. in Deutschland nur ganze zwei (2) Studios, davon ein Selbstbedienungsstudio, in die Untersuchung einbezogen worden waren, und dass sich folglich
  3. das Entsetzen über die Verfehlung eines nicht gültigen Standards durch 0,04 Prozent der deutschen Sonnenstudios sich eigentlich in Grenzen halten sollte.

Soviel journalistische Sorgfalt, dass auch noch der Unterschied zwischen Bestrahlungsstärke und der für die Wirkung ausschlaggebenden Bestrahlungsdosis berücksichtigt würde, mag man den überlasteten Redakteuren erst garnicht zumuten. Dass

  • zwei Stunden in der Mittagssonne am Ballermann mehr Schaden in der Haut anrichten und weniger positive Wirkungen wie etwa Vitamin D-Synthese bewirken kann als
  • 10 Minuten auf einer Sonnenbank mit 0,6 W/m²

ist allerdings auch ohne umfassende Recherche nachvollziehbar.

Erst garnicht erwähnt wird die auch vom EU-Kommissar ausdrücklich gewürdigte Tatsache, dass sich die Solarienverbände, vertreten durch die European Sunlight Association (ESA), seit Jahren aktiv und in enger Kooperation mit der europäischen Kontroll-Initiative PROSAFE im Rahmen der “Joint Action on Sunbeds (JAS)” an der Entwicklung und Durchsetzung einheitlicher Regularien in Europa beteiligt hat.  Ein einheitlicher Standard und durchsichtige Kontrollmechanismen sind – leicht nachvollziehbar – durchaus auch im Interesse der europäischen Solarienbranche! (Hier die Stellungnahme der ESA dazu).

Nun mangelt es sicher am deutschen Besonnungmarkt – wie in allen anderen Branchen auch – nicht an “schwarzen Schafen”, die sich auch nach der offiziellen Einführung von allgemein akzeptierten Standards als anpassungsresistent erweisen werden.  Aber das kann dann erst nach Einführung der Standards durch Kontrollen festgestellt und dann – sicher wieder mit dramatisch-semantischem Aufwand – von den einschlägigen Medien beklagt werden.

Quelle: Pressemeldungen EU-Kommission und ESA/diverse Veröffentlichungen in der Tagespresse

Winter-Sonne reicht nicht

Winter-Sonne reicht nicht Foto: iStockphoto

Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet in der deutschen Bevölkerung. Vor allem im Vitamin D-Winter (bei uns zwischen Oktober und März) trifft es viele der „Problemgruppen“, vor allem die Alten und die Jugendlichen. Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D bei 80 Prozent dieser Gruppen hat dramatische Auswirkungen vor allem auf chronische Erkrankungen und „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs und Infektionskrankheiten, Demenz und Depression.

Die Kosten für das Gesundheitssystem gehen in die Milliarden. Kosten, die vermeidbar wären. Die im Winter fehlenden UVB-Strahlen der Sonne lassen sich nämlich durch künstliche Besonnung problemlos ersetzen. Schon mit einer kleinen Serie von UVB-Bestrahlungen oder Bestrahlungen mit Sonnen-ähnlichen Geräten kann eine erhebliche Verbesserung des Vitamin D-Spiegels erreicht werden.

Bei dem besonders langen Winter im hohen Norden ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem auch finnische Wissenschaftler mit dieser Möglichkeit beschäftigen, der Natur auf die Sprünge zu helfen. Ein Forschergruppe aus Lahti im finnischen Norden testeten mit 56 gesunden Frauen aller Altersgruppen die Wirkungen einer Bestrahlung mit ausschließlich UVB und alternativ mit simulierten Sonnenstrahlen auf die Vitamin D-Bildung über die Haut.

77 Prozent der Frauen wiesen zu Beginn der Versuche einen Vitamin D-Mangel (weniger als 50 nmol/L) und 11 Prozent sogar einen schweren Mangel (weniger als 25 nmol/L) aus.

Schon nach sieben Bestrahlungen mit insgesamt 13 SED (Standard Erythema Units) auf den gesamten Körper war der Vitamin-d-Spiegel um 11,4 nmol/L gestiegen, bei der Bestrahlung nur von Gesicht und Armen immerhin um 1,0 nmol/L. Bei den Bestrahlungen mit sonnenähnlichem Licht erhöhte sich der Spiegel im Durchschnitt um 3,8 nmol/L.

Selbst bei Messungen nach zwei Monaten lag der Vitamin D-Spiegel der UVB-bestrahlten Gruppe noch deutlich über der der nicht bestrahlten Kontrollgruppe.

Es hat sich gezeigt, dass schon eine kurze, niedrig dosierte UVB-Bestrahlung die Vitamin D-Versorgung im Winter deutliche verbessern kann,“ so fassen die finnischen Wissenschaftler das Ergebnis Ihrer Tests zusammen.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Highwire

Studie: K. Vähävihu et al., Narrow-band UVB course improves vitamin D balance in women in winter, British Journal of Dermatology 2010, Jan 22. (online vorab veröffentlicht)

Eine der wichtigsten und erst allmählich wissenschaftlich erforschten Funktionen des Vitamin D ist die Immunssteuerung im menschlichen Körper. Nachgewiesen ist das längst für Krankheiten wie Tuberkulose, Wundheilung oder Grippe. Die Vermutung lag nahe, dass die antibakterielle und antivirale Wirkung des Sonnenschein-Vitamins auch bei der Bekämpfung von HIV hilfreich sein könnte.

Eine Studie an der Harvard Universität in Boston, USA, fand jetzt erste Belege für die Richtigkeit dieser Vermutung.  Die Forscher verfolgten den Krankheitsverlauf von 884 HIV-infizierten, schwangeren Frauen in Tansania über einen Zeitraum von knapp sechs Jahren. Die Vitamin D-Werte der Frauen wurden ermittelt.

Es zeigte sich, dass die Frauen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut (25-hydroxyvitamin D geringer als 32 ng/ml) bedeutend früher ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung erreichten als die Frauen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Das Risiko einer Anämie war bei Vitamin D-Mangel um 46 Prozent, die Sterblichkeitsrate um 42 Prozent höher im Vergleich mit dem am besten versorgten Fünftel der Probanden.

Quelle: PubMed

Studie:  S. Mehta, E. Giovannucci et al., Vitamin D status of HIV-infected women and its association with HIV disease progression, anemia, and mortality, PLoS One 2010 Jan 19;5(1):e8770 (PDF kostenfrei)