Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Spermien_fotoliaNoch einmal zu Sonne, Vitamin D und Männlichkeit:

Das Sonnenschein-Vitamin D scheint für die männliche Zeugungskraft eine noch höhere Bedeutung zu haben als ohnehin schon vermutet.  Die Häufung von Vitamin D-Rezeptoren (die “Türhüter” der Zellen für den Zugang des aktiven Vitamin D in die Zellkerne) in Hoden, Samenleiter und in den reifen Samenzellen legen diesen Schluss nahe.

Dänische Forscher hatten sich dieser Frage auf neuen Wegen genähert. Sie untersuchten die Funktionen verschiedener Vitamin D-Rezeptoren in den männlichen Geschlechtsorganen und der Enzyme, die für die “Zubereitung” des Vitamin D und dessen Wirksamkeit zuständig sind.

Sie fanden bei den Versuchsteilnehmern bestätigt, was bereits aus Tierversuchen bekannt war: Ein Vitamin D-Mangel führt zu geringerer Spermienbildung und Fruchtbarkeit bei den betroffenen Männern.

Erst kürzlich hatten Studien den Zusammenhang zwischen dem Sonnenschein-Vitamin und der Bildung von männlichen Hormonen belegt.

Die Autoren dieser Studie machten dabei in ersten Untersuchungen auch mit Frauen eine scheinbar paradoxe Entdeckung:
Bei Frauen scheint Vitamin D die Testosteronwerte zu senken!

Eine Gruppe von Frauen mit krankheitsbedingter Überproduktion des männlichen Hormons wurden erfolgreich mit Vitamin D behandelt. Die abschliessenden Ergebnisse der Studie liegen allerdings noch nicht vor. Ein Punkt mehr allerdings bereits jetzt für die “heilende Sonne” , ihr Sonnenschein-Vitamin und die natürliche Steuerung ihrer Wirkungen jeweils dorthin, wo sie gebraucht werden.

Quelle: PubCrawler

Studie:  Martin Blomberg Jensen et al.,  Vitamin D receptor and vitamin D metabolizing enzymes are expressed in the human male reproductive tractHuman Reproduction,  online vorab publiziert 18. Februar 1020.

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament  Foto: David Cheskin/PA Wire

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament Foto: David Cheskin/PA Wire

Ein 14-jähriger Schüler und seine Protestaktionen führen jetzt zur Einberufung einer internationalen Konferenz über die Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamin D”.

Ryan McLaughlin aus dem schottischen Glasgow hatte sich mit einer Petition an das schottische Parlament gewandt: Er habe erfahren, dass Vitamin D und der besonders in Schottland weit verbreitete Sonnen- und damit Vitamin D-Mangel eine wichtige Rolle bei der Multiplen Sklerose seiner Mutter spielen könnte. Der Schüler wollte das Parlament veranlassen, Richtlinien über die Versorgung mit Vitamin D zu erlassen und über das richtige Verhalten an der Sonne besser zu informieren – statt die Angst vor den Sonnenstrahlen noch zu schüren.

Seiner Bitte hatte er mit Mahnwachen vor dem Parlament Nachdruck verliehen und in den Medien damit einige Aufmerksamkeit erregt. Jetzt hat das Parlament und die Regierung darauf positiv reagiert:

Die schottische Regierung stellte einen “dringenden Bedarf” nach öffentlichen Informationen fest,  sowohl für Ärzte als auch für medizinische Laien, besonders Mütter.  Eine entsprechende Kampagne wurde in Auftrag gegeben.

Ausserdem wurde für den 27. April dieses Jahres eine wissenschaftliche Konferenz einberufen, an der Experten zu Sonnenlicht, Vitamin D und Multipler Sklerose (MS) aus aller Welt teilnehmen werden.

Abgeordnete und Regierungsmitglieder beglückwünschten Ryan McLaughlin zu seinem ungewöhnlichen Erfolg.

Quelle: Times Online

dalli

John Dalli, Eu-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz

Für die Presse war es wieder einmal ein gefundenes Fressen und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht so genau ins Maul.

Jede siebte Sonnenbank macht krank“,  “Sonnenstudios gefährden die Gesundheit”, “Burn Baby Burn: Strahlende Sonnenbänke“, “Neueste Horrormeldung…” – es rauschte mal wieder im deutschen Blätterwald, und wie so oft bei diesem Thema spielten die Fakten eine eher untergeordnete Rolle. Was war passiert?

Der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, hatte in Brüssel eine Erhebung aus den letzten beiden Jahren vorgestellt, bei der sich zeigte, dass knapp 15 Prozent der europaweit untersuchten Sonnenstudios nicht den neuen EU-Bestimmungen (Euronorm) zum Beispiel über Bestrahlungsstärken von 0,3 W/m² entsprachen.

Hätten nun die deutschen Medien und Presseagenturen genauer hingeschaut, wäre ihnen aufgefallen, dass

  1. diese neuen EU-Regulierungen, vor allem die o,3 W/m² für alle Geräte,  in Deutschland überhaupt noch nicht gelten. Das passiert erst mit der Verabschiedung der noch in Arbeit befindlichen Verordnung zum sog. “Solariengesetz” vom Juli vergangenen Jahres, und u.a. aus diesem Grund,
  2. in Deutschland nur ganze zwei (2) Studios, davon ein Selbstbedienungsstudio, in die Untersuchung einbezogen worden waren, und dass sich folglich
  3. das Entsetzen über die Verfehlung eines nicht gültigen Standards durch 0,04 Prozent der deutschen Sonnenstudios sich eigentlich in Grenzen halten sollte.

Soviel journalistische Sorgfalt, dass auch noch der Unterschied zwischen Bestrahlungsstärke und der für die Wirkung ausschlaggebenden Bestrahlungsdosis berücksichtigt würde, mag man den überlasteten Redakteuren erst garnicht zumuten. Dass

  • zwei Stunden in der Mittagssonne am Ballermann mehr Schaden in der Haut anrichten und weniger positive Wirkungen wie etwa Vitamin D-Synthese bewirken kann als
  • 10 Minuten auf einer Sonnenbank mit 0,6 W/m²

ist allerdings auch ohne umfassende Recherche nachvollziehbar.

Erst garnicht erwähnt wird die auch vom EU-Kommissar ausdrücklich gewürdigte Tatsache, dass sich die Solarienverbände, vertreten durch die European Sunlight Association (ESA), seit Jahren aktiv und in enger Kooperation mit der europäischen Kontroll-Initiative PROSAFE im Rahmen der “Joint Action on Sunbeds (JAS)” an der Entwicklung und Durchsetzung einheitlicher Regularien in Europa beteiligt hat.  Ein einheitlicher Standard und durchsichtige Kontrollmechanismen sind – leicht nachvollziehbar – durchaus auch im Interesse der europäischen Solarienbranche! (Hier die Stellungnahme der ESA dazu).

Nun mangelt es sicher am deutschen Besonnungmarkt – wie in allen anderen Branchen auch – nicht an “schwarzen Schafen”, die sich auch nach der offiziellen Einführung von allgemein akzeptierten Standards als anpassungsresistent erweisen werden.  Aber das kann dann erst nach Einführung der Standards durch Kontrollen festgestellt und dann – sicher wieder mit dramatisch-semantischem Aufwand – von den einschlägigen Medien beklagt werden.

Quelle: Pressemeldungen EU-Kommission und ESA/diverse Veröffentlichungen in der Tagespresse

sonnenlichtSonnenlicht ist unerlässlich, Sonnen ist gesund. Essen und atmen auch.  Fressen und Hyperventilieren ist ungesund.  Bruzzeln unter UV-Strahlen am Strand, auf dem Balkon oder auf der Sonnenbank auch! Krass Über- oder Untergewichtige sterben früher.  Immer wieder Sonnenverbrannte und entschlossene Sonnenmuffel und Stubenhocker auch.

Einfache Fakten, die eigentlich einfach zu erklären sein sollten: Das Richtige, das Notwendige und das Natürliche tun – in vernünftigem Maß und in angemessener Dosis.

Das Thema Sonne, UV-Strahlen und Gesundheit (ganz zu schweigen vom Thema Solarien) ist aber in den vergangenen Jahrzehnten durch unermüdliches Werfen von Nebelkerzen interessierter oder auch nur kurzsichtiger oder einseitiger Sonnen-Warner derart verschleiert, dass es schon der Anstrengung sachkundiger Experten und vieler Seiten mit Fakten und Argumenten bedarf, hier etwas (Sonnen-)Licht ins Dunkle zu bringen.

vitaminD-sonnenhormonEinen wichtigen Beitrag dazu liefert das Buch von Thomas Klein: “Sonnenlicht, das größte Gesundheitsgeheimnis. Sonnenmangel und seine schwerwiegenden Folgen“. Es erscheint in diesen Tagen im Hygeia-Verlag www.hygeia.de. Eigentlich eine völlig überarbeitete und aktualisierte Neuauflage einer früheren Schrift das Autors. Fast wie ein Katalog der erstaunlichen Heilwirkungen der Sonne liest sich das mehr als 400 Seiten dicke Buch,  gespickt mit Fakten, Zusammenhängen und wissenschaftlichen Nachweisen aus der inzwischen viele tausend Studien umfassenden Bibliothek zur Sonne, ihren UV-Strahlen und ihrem “Sonnenschein-Vitamin D”.

Zusammen mit den jeweils mit ganz eigenen Schwerpunkten geschriebenen Büchern von Prof. Dr. Jörg Spitz (”Vitamin D. Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention“) und Dr. Nicolai Worm (”Heilkraft D – Wie das Sonnenvitamin vor Herzinfarkt, Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten schützt“) vervollständigt es die Reihe der gründlich recherchierten und gleichzeitig für jedermann lesbaren Bücher zur “Vitamin D-Revolution”, an deren Anfang in Deutschland das Buch des Vitamin D-Papstes Prof. Michael F. Holick (”Schützendes Sonnenlicht“) stand.

heilkraft-sonneWährend es Prof. Spitz vor allem um die Vorbeugung der chronischen und Zivilisationskrankheiten geht und die Sonne dabei erst im Laufe seiner jahrelangen Recherche zur Hauptdarstellerin geworden war,  konzentriert sich das Buch von Dr. Nicolai Worm von der ersten bis zu letzten Seite auf das “Sonnenschein-Vitamin D”  und seine jahrelang verkannte und verleugnete “Heilkraft”.

Keiner dieser drei Autoren kommt als Gesundheitsapostel mit eindimensionalen Heilsversprechen daher, alle drei sind der wissenschaftlichen Redlichkeit und professionellen Skepsis gegen einseitige Kurzschlüsse verpflichtet.  Bei der Schrift von Prof. Holick hatte das ohnehin niemand anzuzweifeln gewagt.

Während in den USA bereits eine Art Vitamin D-Hype schon wieder Gefahr läuft, über das Ziel hinaus zu schiessen,  wird hier ein betont sachlicher Ton gepflegt: Überzeugen – auch die eingefleischten Vertreter ritualisierter Sonnenwarnungen – nicht rhetorisch überwältigen.

The_VitaminD_SolutionFür den April dieses Jahres ist ein neues Buch von Prof. Holick angekündigt: The Vitamin D Solution (zunächst in Englisch, sicher aber bald auch in deutscher Version erhältlich).  Wieder geht es um die natürlichen Heilkräfte der Sonne und darum, wie man diese Kräfte durch gerigfügige Änderungen in der Lebensführung optimal nutzt für sehr viel mehr Gesundheit und Wohlbefinden.

Mit einem “Dreischritt” gibt der “Altmeister” der Vitamin D-Forschung ganz lebensnahe, praktische Anleitungen für ein gesunderes Leben mit und durch Sonnenstrahlen, natürliche und künstliche, Ernährung und Nahrungsergänzung.

Zwar scheinen alle diese Versuche, den Stand der Wissenschaft zu Sonne, Besonnung und Vitamin D auf lesbare Weise unters Volk zu bringen,  im Moment noch wenig an der Folklore in den meisten Medien zu ändern von der krank machenden “bösen” Sonne (ganz zu schweigen von den total “bösen” Solarien), aber irgendwann werden Bücher wie diese und die  mehr als 1.000 Studien allein aus dem vergangenen Jahr zum Thema Sonne, UV-Strahlen und Vitamin D mit ganz überwiegend positiven oder gar sensationellen Ergebnissen auch die “veröffentlichte” Meinung in Sachen “böse” vs. “gute” Sonne besser ausbalancieren.

Holick hat dafür im Interview (Englisch) ein paar probate Ratschläge parat:

The Vitamin D Solution

Die Bücher:

Thomas Klein
Sonnenlicht das größte Gesundheitsgeheimnis -
Sonnenmangel und seine schwerwiegenden Folgen

Taschenbuch, 464 Seiten, 18,80 €
2. überarbeitete und erweiterte Auflage 2010
ISBN 978-3-939865-02-5
Im Internet

Prof.. Dr. Jörg Spitz
Vitamin D -
Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention

Gesellschaft für medizinische Information und Prävention 2008
Taschenbuch 240 Seiten, € 17,45
ISBN 978-3-00-026656-0
Bei Amazon

Dr. Nicolai Worm
Heilkraft D -
Wie das Sonnenvitamin vor Herzinfarkt, Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten schützt

Systemed Verlag GmbH 2009
T
aschenbuch,  192 Seiten, € 15,95
ISBN 978-3-927372-47-4
Bei Amazon

Die Kosten des Gesundheitssystems spornen die Politiker auch in den USA an zu phantastischen Höchstleistungen beim Erfinden neuer Steuern und Abgaben. Die wichtigste Frage dabei: Wo wird der geringste Widerstand erwartet?

Vor einigen Wochen kamen nach diesem Prinzip Mitglieder des US-Senats auf die Idee, eine Steuer auf Schönheitsoperationen und auf das Sonnen in Sonnenstudios zu erheben.  Die Sache mit den Schönheitsoperationen war schnell wieder vom Tisch, nachdem sich vor allem die mächtige American Medical Association dagegen ausgeprochen hatte.

Das aber erhöhte nur noch den Charme der Besonnungs- oder Bräunungs-Steuer. Sozusagen unterm Weihnachtsbaum hat jetzt hat der Führer der demokratischen Mehrheit im Senat, Senator Harry Reid, die Besonnungssteuer auf den Weg gebracht:  10 Prozent auf alle Solarien-Sitzungen. Das soll unterm Strich dem Staat etwa 2,7 Milliarden Dollar in den nächsten 10 Jahren einbringen – etwa die Hälfte der gekippten Steuer auf die Schönheitsoperationen.

Zu Ende gedacht würde eine “echte”  Besonnungssteuer tatsächlich alle Finanzierungssorgen unserer Gesundheitssysteme mit einem Schlag beseitigen können.  Die Besteuerung  jedes Sonnenstrahls, der auf menschliche Haut trifft – egal ob auf dem Balkon oder am Ballermann oder sehr viel seltener im Sonnenstudio, könnte selbst bei bescheidenen Steuersätzen Milliarden, ja Billionen, in die Staatskassen spülen.

Dass eine Strafsteuer auf`s Sonnen mit Sicherheit am Ende mehr kostet als sie je bringen kann, scheint die US-Politiker nicht zu stören, zumal das Geld jetzt fließt und die teuren negativen Gesundheitsfolgen erst später sichtbar werden. Wissenschaftler haben nämlich ausgerechnet (dazu hier, hierhier und hier), dass die “Gesundheitskosten” des Sonnen-Vermeidens um ein Vielfaches höher liegt als die “Kosten” einer (unvernünftigen) Besonnung. Um auch nur einen Teil der gesundheitlichen und Wohlfühl-Vorteile der UV-Strahlen von Sonne und Solarium zu ersetzen, müssten die Menschen in großem Umfang Pillen schlucken (die Pharma-Lobby freut`s), wenn sie die Steuer sparen wollen.
Pillen schlucken statt Steuern zahlen!?

So etwas kann in Deutschland nicht passieren! oder?

Quelle: Looking fit, 21.12.09

Die Dezember-Ausgabe des Gesundheits-Newletters, herausgegeben von der medizinischen Fakultät der berühmten Harvard Universität in Boston, USA, ist dem Sonnenschein-Vitamin D3 gewidmet und beginnt mit den euphorischen Sätzen:

Herzkrankheiten. Stürze und Knochenbrüche. Brust- und Prostata-Krebs. Depression und Gedächtnisverlust. Alle diese Gesundheitsprobleme scheinen nichts gemeinsam zu haben, außer der Tatsache, dass sie zu körperlichem Verfall und Tod führen. Aber jetzt deuten aufregende Forschungsergebnisse darauf hin, dass es  diese Verbindung doch gibt: Der Mangel an Vitamin D, dem sogenannte Sonnenschein-Vitamin, trägt zu allen diesen Krankheiten bei.” (Übersetzung, d. Red.)

Das wäre eigentlich nicht weiter erwähnenswert in einer Zeit, da die positiven Gesundheitswirkungen des Sonnenschein-Vitamins praktisch im Stundentakt sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als inzwischen aber auch in den Medien zelebriert werden.

Hinter dieser Veröffentlichung aber steckt eine interessante und irgendwie lehrreiche Geschichte. Denn die “Karriere” des Vitamin D, das eigentlich ein Hormon ist, begann an der Harvard-Universität – und die altehrwürdige Dame Harvard wollte nichts davon wissen. Im Gegenteil, als der junge Prof.  Michael F. Holick in den frühen 80ger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer mehr über dieses erstaunliche Hormon erforschte und damit der herrschenden (dermatologischen) Lehre von der Verderblichkeit der Sonnenstrahlen widersprach, wurde er kurzerhand in die Wüste geschickt.
30 Jahre später, Prof. Holick ist inzwischen zu dem wohl international anerkanntesten Vitamin D-Experten geworden, feiert nun auch sein alter Arbeits- und Forschungsplatz seine wissenschaftlichen Entdeckungen und die Neubewertung nicht nur eines Vitamins/Hormons sondern auch der Sonne und ihrer UV-Strahlen.

Da ist es schon kaum noch bemerkenswert, dass die Autoren nun auch den Pfad der dermatologischen Tugend verlassen – wenn auch vorsichtig – und die Sonne als Quelle des Sonnenschein-Vitamins empfehlen.  Der Gewinn, der mit dieser Einsicht erzielt wird, ist hoch und wird im Harvard Newsletter als “umfassende Wirkungen” aufgelistet, unter “vielen, vielen anderen” etwa bei:

  • Regulierung des Knochenstoffwechsels, Osteoporose, Osteomalazie,
  • Erkrankung der Herzkranzgefäße,
  • Bluthochdruck,
  • Herzversagen,
  • Muskelschmerzen,
  • Infektionen wie Grippe, Tuberkulose, Atemwegserkrankungen,
  • etc., etc.

Und endet mit der Empfehlung, einer Organisation (GrassrootHealth) beizutreten, die – von Wissenschaftlern an der Westküste der USA gegründet – sich der Erforschung, vor allem aber der Verbreitung von Informationen über das Sonnenschein-Vitamin D widmet und der sich inzwischen so gut wie alle Universitäten mit einschlägigen Forschungsrichtungen in USA und Kanada angeschlossen haben – auch Harvard!

Von dieser flächendeckenden Einsicht ist Europa, und vor allem Deutschland mit seinen verbissen fightenden Organisationen wie der Deutschen Krebshilfe oder der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP),  noch weit entfernt.  Bei uns hat die “gute” Sonne noch viel Überzeugunsarbeit zu leisten, bevor sie sich neben der – von den Medien so geliebten  -  “bosen” Sonne wird behaupten können.

Quelle: Harvard Health Publications – Harvard Heart Letter

fvs-spiegel_WohlfühlenDie Fälle von Lungenentzündungen werden bis zum Jahr 2050 um 149 Prozent zunehmen. Das ist “Rekord” unter den Volkskrankheiten, wie jetzt das Fritz-Breske-Institut für Gesundheits-System-Forschung ermittelte (Details hier). Einer der Gründe für diesen Anstieg – wie übrigens auch bei den meisten im Report genannten Volkskrankheiten – könnte der Mangel an Sonne und Besonnung sein.

Zeitgleich mit dem Bericht des Fritz-Breske-Instituts erscheint jetzt eine Studie aus Philadelphia, USA, die einen erstaunlichen Zusammenhang herstellt von Intensität der Sonnenstrahlen mit dem Auftreten und der Häufigkeit von Pneumokokken-Infektionen, einer schweren Form der Lungenentzündung.

Die internationale Forschungsteam mit Wissenschaftlern aus Australien, Kanada und den USA hatte 603 Patienten mit eine Pneumokokken-Infektion in den Jahren 2002-2007 untersucht und das Auftreten der Krankheit mit der Jahreszeit und der Intensität der Sonneneinstrahlung verglichen (UV-Index gemessen im Wochenrhythmus).

Nicht nur trat die größte Häufung von Fällen dieser Lungenentzündung wie erwartet in den Wintermonaten auf,  sondern darüber hinaus zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Stärke der UV-Strahlung, gemessen am UV-Index, und den Erkrankungsfällen.  Mit jedem Punkt Zunahme des UV-Index sank die Wahrscheinlichkeit einer Lungenentzündung um jeweils 30 Prozent.

Der größte Risikofaktor in Philadelphia für eine invasive Pneumokokken-Erkrankung ist eine länger Periode  niedrigen UV-Strahlung,” so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, die dieses Phänomen auf die immunregulierende und anti-bakterielle Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” zurückführen.

Tatsächlich steht diese Studie in einer langen Reihe von wissenschaftlichen Entdeckungen über die Bedeutung der UV-Strahlen (von Sonne und Solarium) und des Vitamin D3 für Vorbeugung und Therapie vieler Volkskrankheiten – und für die immer kritischer werdende Situation der Gesundheitssysteme.

Hier einige Beispiele für Berichte über diesen Zusammenhang in der Reihenfolge der Zuwachsraten bis 2050, wie sie vom Fritz-Breske-Institut ermittelt wurde:

Immer häufiger treten auch die gesundheitsökonomischen Konsequenzen ins Blickfeld der Forschung. Über einige Ergebnisse haben wir hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Dass bei diesem Zusammenhang zwischen UV-Strahlen, Vitamin D und Gesundheit die Solarien eine wichtige Rolle vor allem für die kontrollierte Vitamin D-Synthese spielen können, wird in ein einer Reihe von Studien belegt: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier

Quelle: PubCrawler

Studie:  Alexander NJ White et al., Let the sun shine in: effects of ultraviolet radiation on invasive pneumococcal disease risk in Philadelphia, Pennsylvania, BMC Infectious Diseases 2009, 9:196

In ungewöhnlich deutlichen Worten distanzierte sich in diesen Tagen der niederländische „Gesundheitsrat“ (Dutch Health Council), das wissenschaftliche Beratungsgremium des Gesundheitsministeriums, von negativen Aussagen über Sonne und Solarien der Weltgesundheitsorganisation, WHO, und ihres wissenschaftlichen Beirats, IARC.

Die Einstufung der Solarien als “krebserregend” durch die Wissenschaftsagentur  im Juli dieses Jahres hatte eine beispiellose Medienlawine ausgelöst bis hin zu  Vergleichen von Sonnenbänken mit tödlichen Gasen und Giften.

Schon damals wiesen international renommierte Wissenschaftler auf Fehler und Schwächen in der Begründung und auf die einseitige Auswahl der Studien hin.

In einer Stellungnahme an die holländische Regierung wendet sich das Dutch Health Council sowohl gegen die Falschinformationen durch die Medien als auch gegen die wissenschaftlich fragwürdigen Behauptungen der IARC (International Agency for Research on Cancer):

  1. Die Aufnahme in die Top-Liste der “krebserregenden” Substanzen sage nichts über das Ausmass der Gefährdung und noch weniger über die Bedingungen und Voraussetzungen  unter denen überhaupt ein Krebsrisiko durch (künstliche) Besonnung entstehen könnte.
  2. Tatsächlich gäbe es keinen wissenschaftlich überzeugenden Grund, mäßiges und kontrolliertes  Sonnen im Freien oder im Solarium mit der Entstehung vor allem des gefährlichen “schwarzen” Hautkrebs, Melanom, in Verbindung zu bringen.
    Wörtlich:
    Der Gesundheitsrat ist der Ansicht, dass eine sichere Aussage über die Folgen der Solarien-Nutzung für die Ausbreitung des Melanoms nicht möglich ist.”  Zumindest müssten dann die genauen Umstände benannt werden, wie etwa die Nutzungshäufigkeit und -intensität, die Strahlendosis, Alter und Hauttyp sowie natürlich die Art der Strahlenquelle, etwa der Besonnungslampen.
  3. Das Wissenschaftsgremium der WHO habe außerdem einseitig auf die möglichen negativen Folgen der UV-Strahlen verwiesen, ohne die bedeutenden positiven Gesundheitswirkungen auch nur im Ansatz zu berücksichtigen.

Die Wissenschaftler verweisen auf die “10 Goldenen Regeln” für vernünftiges Sonnen, die der Rat schon vor Jahren formuliert hatte. Darín sehen sie  den kürzesten Weg zur
optimalen Balance zwischen dem positiven Gesundheitsnutzen der UV-Strahlen von Sonne und Sonnenbank einerseits und den Gefahren einer übermäßigen Besonnung andererseits.

Der Dutch Health Council ist das bedeutendste wissenschaftliche Beratungsgremium der Niederlande im Gesundheitbereich. Seine Studien, Stellungnahmen und Empfehlungen bilden häufig die inhaltliche Grundlage für Gesetzgebungsverfahren. Ihm gehören eine Reihe  renommierter Wissenschaftler von verschiedenen niederländischen Universitäten an.

Quelle:  Sunlight Research Forum (SRF)

Die Stellungnahme der Dutch Health Council: Advisory letter UV radiation and sunbeds, Download (PDF)

Sonne ist (neues) Leben Foto: fotolia

Sonne ist (neues) Leben - Foto: Schleich Fotolia

Babies von Frauen mit einer Schwangerschaft überwiegend in den sonnenärmeren Monaten leiden sehr viel häufiger an Multipler Sklerose – und bei Schwangeren mit einem besonders niedrigen Vitamin D-Spiegel treten vor und bei der Geburt doppelt so häufig Komplikationen auf wie bei Schwangeren mit optimaler Vitamin D-Versorgung.

Diese Aufsehen erregenden Meldungen über zwei aktuelle Studien bestätigen frühere Berichte über einen Zusammenhang von Sonne, Besonnung und Vitamin D mit dem Geburtsvorgang und der Gesundheit der Babies (in diesem Blog z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

In Schweden hatte eine Forschergruppe Neugeborene mit Multipler Sklerose (MS) nach ihren Geburtsmonaten eingeteilt. Sie fanden heraus, dass Kinder, die z.B. im Juni geboren worden waren,  um 11 Prozent häufiger an MS litten als der Durchschnitt der schwedischen Kinder, während der Anteil bei den im Dezember geborenen deutlich unter dem Durchschnitt lag.

Auch in Schottland

Fast gleichzeitig und mit dem gleichen Ergebnis erscheint jetzt eine große (1.309 Teilnehmerinnen) schottische Studie in der Fachzeitschrift “European Neurology“. auch hier zeigte sich das erheblich höhere MS-Risiko bei Kindern die im April geboren wurden (22 Prozent über dem Durchschnitt)  im Vergleichich zu den November-Kindern (16 Prozent unter dem Durchschnitt).

Komplikationen

In einer nach sehr viel „strengeren“ Methoden erstellten Studie der bekannten internationalen Vitamin D-Forscher Professors Bruce Hollis und Carol Wagner wurden mehr als 500 Frauen während der Schwangerschaft mit unterschiedlichen Dosen an Vitamin D (400, 2.000, 4.000 IE täglich) behandelt.
In der Gruppe mit der niedrigsten täglichen Dosis war die Zahl der Komplikationen, wie Frühgeburt oder Infektionen, doppelt so hoch wie bei der Gruppe mit den 4.000 IE.

In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Vitamin D besonders hoch, da das entstehende Baby noch nicht in der Lage ist, sein benötigtes Vitamin D im eigenen Körper selbst zu „erzeugen“.

Immunreaktion bei Neugeborenen

Eine japanische Studie kommt zur gleichen Zeit bei der Untersuchung von Neugeborenen und der Bildung des immunregulierenden Peptids Cathelicidin zu der Einschätzung, dass Vitamin D3 von erheblicher Bedeutung sei für die Abwehrkraft der Neugeborenen gegen Infektionen.

Studien:
J. Salzer et al., Season of birth and multiple sclerosis in Sweden, Acta Neurologica Scandinavica, Nov. 2009

Hannah K. Bayes et al., Timing of Birth and Risk of Multiple Sclerosis in the Scottish Population, Eur Neurol 2010;63:36-40

Bruce Hollis,  Carol Wagner,  Studie vorgestellt beim Vitamin D Workshop,  Brügge, Oktober 2009

Y. Misawa et al.,  Vitamin D(3) induces expression of human cathelicidin antimicrobial peptide 18 in newbornsInt J Hematology,  28. Nov 2009 (online vorab veröffentlicht).

Babies von Frauen, die die größte Zeitspanne ihrer Schwangerschaft in den sonnenreichsten Monaten des Jahres verbrachten,  litten seltener unter Multipler Sklerose, als Babies aus Schwangerschaften in den “dunkleren” Monaten des Jahres.

Schwedische Wissenschaftler der Umeå University untersuchten 9.361 Geburten nach den Schwangerschaftsmonaten und verglichen sie mit den Daten aller Geburten in Schweden zwischen 1900 und 2007.
Ergebnis: Die Zahl der Neugeborenen mit MS lag im Juni um 11 Prozent über dem Durchschnitt der Fälle in den übrigen Monaten. Im Dezember und Januar Geborene dagegen wurden im gleichen Verhältnis seltener mit MS diagnostiziert.

Fazit der Forscher: “Geringerer Aufenthalt an der Sonne (und geringere Intensität der Sonnenstrahlen) im Winter mit der Konsequenz niedrigerer Vitamin D-Werte während der Schwangerschaft scheinen diese Ergebnisse zu erklären.”

Eine fränzösische Studie der Universität Marseille, die zur gleichen Zeit der gleichen Frage nachging, ermittelte den November als den Monat mit den niedrigsten MS-Erkrankungen bei Neugeborenen. Auch hier zogen die Forscher den gleichen Schluss:  Der hohe Vitamin D-Spiegel  durch die Sommermonate während der Schwangerschaft scheint einer Multiplen Sklerose bei den Babies vorzubeugen.

Auch eine andere, soeben erschienen Studie europäischer und kanadischer Forscher mit fast 10.000 Teilnehmern bestätigen das Ergebnis der französischen Untersuchung:
Im November wurden wesentlich weniger Kinder mit dem “MS-Gen” HLA-DRB1 geboren als in irgedeinem anderen Monat.
Der April war der Monat mit den häufigsten Geburten von Teilnehmerinnen mit dem entsprechenden Gen HLA-DRB1*15.

Quelle: High-Wire

Studien:
J. Slazer et al.,  Season of birth and multiple sclerosis in Sweden, Acta Neurologica Scandinavica,  23. November 2009 (online vorab veröffentlicht).

D.A. de Abreu et al. , Season of birth and not vitamin D receptor promoter polymorphisms is a risk factor for multiple sclerosis. Multiple Sclerosis, 2009 Oct;15(10):1146-52

G. C. Ebers et al, HLA-DRB1 and month of birth in multiple sclerosis, NEUROLOGY 2009;73:2107-2111

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