Archiv für die Kategorie 'Besonnung'

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John Dalli, Eu-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz

Für die Presse war es wieder einmal ein gefundenes Fressen und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht so genau ins Maul.

Jede siebte Sonnenbank macht krank“,  “Sonnenstudios gefährden die Gesundheit”, “Burn Baby Burn: Strahlende Sonnenbänke“, “Neueste Horrormeldung…” – es rauschte mal wieder im deutschen Blätterwald, und wie so oft bei diesem Thema spielten die Fakten eine eher untergeordnete Rolle. Was war passiert?

Der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, hatte in Brüssel eine Erhebung aus den letzten beiden Jahren vorgestellt, bei der sich zeigte, dass knapp 15 Prozent der europaweit untersuchten Sonnenstudios nicht den neuen EU-Bestimmungen (Euronorm) zum Beispiel über Bestrahlungsstärken von 0,3 W/m² entsprachen.

Hätten nun die deutschen Medien und Presseagenturen genauer hingeschaut, wäre ihnen aufgefallen, dass

  1. diese neuen EU-Regulierungen, vor allem die o,3 W/m² für alle Geräte,  in Deutschland überhaupt noch nicht gelten. Das passiert erst mit der Verabschiedung der noch in Arbeit befindlichen Verordnung zum sog. “Solariengesetz” vom Juli vergangenen Jahres, und u.a. aus diesem Grund,
  2. in Deutschland nur ganze zwei (2) Studios, davon ein Selbstbedienungsstudio, in die Untersuchung einbezogen worden waren, und dass sich folglich
  3. das Entsetzen über die Verfehlung eines nicht gültigen Standards durch 0,04 Prozent der deutschen Sonnenstudios sich eigentlich in Grenzen halten sollte.

Soviel journalistische Sorgfalt, dass auch noch der Unterschied zwischen Bestrahlungsstärke und der für die Wirkung ausschlaggebenden Bestrahlungsdosis berücksichtigt würde, mag man den überlasteten Redakteuren erst garnicht zumuten. Dass

  • zwei Stunden in der Mittagssonne am Ballermann mehr Schaden in der Haut anrichten und weniger positive Wirkungen wie etwa Vitamin D-Synthese bewirken kann als
  • 10 Minuten auf einer Sonnenbank mit 0,6 W/m²

ist allerdings auch ohne umfassende Recherche nachvollziehbar.

Erst garnicht erwähnt wird die auch vom EU-Kommissar ausdrücklich gewürdigte Tatsache, dass sich die Solarienverbände, vertreten durch die European Sunlight Association (ESA), seit Jahren aktiv und in enger Kooperation mit der europäischen Kontroll-Initiative PROSAFE im Rahmen der “Joint Action on Sunbeds (JAS)” an der Entwicklung und Durchsetzung einheitlicher Regularien in Europa beteiligt hat.  Ein einheitlicher Standard und durchsichtige Kontrollmechanismen sind – leicht nachvollziehbar – durchaus auch im Interesse der europäischen Solarienbranche! (Hier die Stellungnahme der ESA dazu).

Nun mangelt es sicher am deutschen Besonnungmarkt – wie in allen anderen Branchen auch – nicht an “schwarzen Schafen”, die sich auch nach der offiziellen Einführung von allgemein akzeptierten Standards als anpassungsresistent erweisen werden.  Aber das kann dann erst nach Einführung der Standards durch Kontrollen festgestellt und dann – sicher wieder mit dramatisch-semantischem Aufwand – von den einschlägigen Medien beklagt werden.

Quelle: Pressemeldungen EU-Kommission und ESA/diverse Veröffentlichungen in der Tagespresse

Winter-Sonne reicht nicht

Winter-Sonne reicht nicht Foto: iStockphoto

Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet in der deutschen Bevölkerung. Vor allem im Vitamin D-Winter (bei uns zwischen Oktober und März) trifft es viele der „Problemgruppen“, vor allem die Alten und die Jugendlichen. Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D bei 80 Prozent dieser Gruppen hat dramatische Auswirkungen vor allem auf chronische Erkrankungen und „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs und Infektionskrankheiten, Demenz und Depression.

Die Kosten für das Gesundheitssystem gehen in die Milliarden. Kosten, die vermeidbar wären. Die im Winter fehlenden UVB-Strahlen der Sonne lassen sich nämlich durch künstliche Besonnung problemlos ersetzen. Schon mit einer kleinen Serie von UVB-Bestrahlungen oder Bestrahlungen mit Sonnen-ähnlichen Geräten kann eine erhebliche Verbesserung des Vitamin D-Spiegels erreicht werden.

Bei dem besonders langen Winter im hohen Norden ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem auch finnische Wissenschaftler mit dieser Möglichkeit beschäftigen, der Natur auf die Sprünge zu helfen. Ein Forschergruppe aus Lahti im finnischen Norden testeten mit 56 gesunden Frauen aller Altersgruppen die Wirkungen einer Bestrahlung mit ausschließlich UVB und alternativ mit simulierten Sonnenstrahlen auf die Vitamin D-Bildung über die Haut.

77 Prozent der Frauen wiesen zu Beginn der Versuche einen Vitamin D-Mangel (weniger als 50 nmol/L) und 11 Prozent sogar einen schweren Mangel (weniger als 25 nmol/L) aus.

Schon nach sieben Bestrahlungen mit insgesamt 13 SED (Standard Erythema Units) auf den gesamten Körper war der Vitamin-d-Spiegel um 11,4 nmol/L gestiegen, bei der Bestrahlung nur von Gesicht und Armen immerhin um 1,0 nmol/L. Bei den Bestrahlungen mit sonnenähnlichem Licht erhöhte sich der Spiegel im Durchschnitt um 3,8 nmol/L.

Selbst bei Messungen nach zwei Monaten lag der Vitamin D-Spiegel der UVB-bestrahlten Gruppe noch deutlich über der der nicht bestrahlten Kontrollgruppe.

Es hat sich gezeigt, dass schon eine kurze, niedrig dosierte UVB-Bestrahlung die Vitamin D-Versorgung im Winter deutliche verbessern kann,“ so fassen die finnischen Wissenschaftler das Ergebnis Ihrer Tests zusammen.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Highwire

Studie: K. Vähävihu et al., Narrow-band UVB course improves vitamin D balance in women in winter, British Journal of Dermatology 2010, Jan 22. (online vorab veröffentlicht)

junger-mann-in-der-sonneMännliche Hormone (Androgene) richten sich nach der Sonne.  Männer mit einem normalen Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 30 ng/l haben deutlich höhere Testosteron-Werte (insbesondere an nicht gebundenem, verfügbarem und daher wirksamen Testosteron) als Männer mit niedrigeren Vitamin D-Werten (20-29 oder gar <20 ng/l).
Diese Werte sind – genau wie die Vitamin D-Werte – von der Sonneneinstrahlung abhängig. Ende März – am Ende des “Vitamin D-Winters” -  ist der Testosteron-Spiegel am niedrigsten, Ende August am höchsten. Flapsig gesprochen: Je höher die Sonne steigt, desto männlicher der Mann!

Ganz so drücken es zwar die Forscher an der Medizinischen Universität Graz nicht aus, die diesen Zusammenhang untersucht haben und jetzt die Ergebnisse in der Fachzeitschrift “Clinical Endocrinology” veröffentlichten.  Ihre Untersuchungen von 2299 Männern über einen  Zeitraum von vier Jahren bestätigen aber einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der  Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D”, saisonalen Einflüssen und der Höhe des wirksamen männlichen Hormon-Pegels.

Da 80-90 Prozent des “Sonnenschein-Vitamins”  durch die UV-Strahlen der Sonne oder im Solarium über die haut im Körper selbst gebildet wird, reicht die Ernährung für eine ausreichende Versorgung nich annnähernd.  “Das UVB-Licht ist und bleibt der wichtigste Lieferant, wer zu wenig in der Sonne ist, muss Vitamin D zusätzlich einnehmen“, so der Leiter der Forschungsgruppe, Dr. Winfried März vom Synlab Medizinischen Versorgungszentrum Heidelberg, im Interview mit pte.

Vor allem im Winter könne künstliches Sonnenlicht in Solarien das fehlende Sonnenlicht  ersetzen. “Die nötige Menge ist nicht einmal besonders hoch. Eine Exposition von 15 bis 20 Minuten reicht dafür aus“, so der Mediziner abschließend.

Quelle:  ScienceDaily/pte

Studie: E. Wehr, S.  Pilz, B.O. Boehm , W. März, B. Obermayer-Pietsch, Association of vitamin D status with serum androgen levels in menClinical Endocrinology 29. Dezember 2009

sonnen-tshirt-muetze

Keine Angst vor der Mittagssonne

Dass die Warnungen und die Angstkampagnen einiger Dermatologenverbände mit verantwortlich sind für den “epidemischen” Vitamin D-Mangel in der Bevölkerung mit seine Folgen für die chronischen Volkskrankheiten, ist inzwischen verbreitete Einsicht in medizinischen wie in Laienkreisen.  Nun aber zeigt eine Studie in einer Art Laborversuch,  dass selbst die Menschen, die diesem Unsinn trotzen und sich gelassen aber wohldosiert auch im Sommer der Mittagssonne aussetzen, zwar eine ausreichende, nicht aber eine optimale Vitamin D-Versorgung erreichen.

Photobiologen am englischen Manchester Academic Health Science Centre liessen 120 Stadtbewohner im Alter zwischen 20 und 60 Jahren im Winter – also ohne “störenden” Einfluss der Sonne – im Labor mit UV-Licht bestrahlen, das so exakt wie möglich den Sonnenstrahlen im englischen Sommer zur Mittagszeit nachgebildet war.  Die Probanden waren mit Shorts und T-Shirt bekleidet, und damit war etwa ein Drittel der Hautoberfläche den Strahlen ausgesetzt.  Die Strahlendosis entsprach 1,3 SED (Standard Erythema Dose), also weniger als der Hälfte einer Bestrahlung, die zu ersten Rötungen der Haut führt (MED).

Nach drei Bestrahlungen pro Woche über sechs Wochen wurden  bei 90 Prozent der Teilnehmer zwar ein Stand von über 20 ng/ml Vitamin D,  25 (OH)D,  gemessen, die Untergrenze des “Normalen”, aber nur 26 Prozent der Teilnehmer erreichten den als “optimal” definierten Stand von 32 ng/ml.

In anderen  Worten: Bei einer Besonnung um die Mittagszeit im Sommer von etwa 13 Minuten auf 35 Prozent der Hautoberfläche wird bei typischen Mitteleuropäern in ausreichendem, aber nicht in bestmöglichem Maße Vitamin D3 im Körper gebildet. Da viele der positiven Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” dosisabhängig sind,  weisen diese Ergebnisse auf eher “mehr” – wohldosiert eingesetzte – als auf “weniger” Sonne hin, selbst im Sommer.

Quelle:  PubCrawler

Studie: L.E. Rhodes et al.,  Recommended Summer Sunlight Exposure Levels Can Produce Sufficient (>/=20 ng ml(-1)) but Not the Proposed Optimal (>/=32 ng ml(-1)) 25(OH)D Levels at UK Latitudes, Journal of  Investigative  Dermatology, 14. Januar 2010 (vorab online)

Die Kosten des Gesundheitssystems spornen die Politiker auch in den USA an zu phantastischen Höchstleistungen beim Erfinden neuer Steuern und Abgaben. Die wichtigste Frage dabei: Wo wird der geringste Widerstand erwartet?

Vor einigen Wochen kamen nach diesem Prinzip Mitglieder des US-Senats auf die Idee, eine Steuer auf Schönheitsoperationen und auf das Sonnen in Sonnenstudios zu erheben.  Die Sache mit den Schönheitsoperationen war schnell wieder vom Tisch, nachdem sich vor allem die mächtige American Medical Association dagegen ausgeprochen hatte.

Das aber erhöhte nur noch den Charme der Besonnungs- oder Bräunungs-Steuer. Sozusagen unterm Weihnachtsbaum hat jetzt hat der Führer der demokratischen Mehrheit im Senat, Senator Harry Reid, die Besonnungssteuer auf den Weg gebracht:  10 Prozent auf alle Solarien-Sitzungen. Das soll unterm Strich dem Staat etwa 2,7 Milliarden Dollar in den nächsten 10 Jahren einbringen – etwa die Hälfte der gekippten Steuer auf die Schönheitsoperationen.

Zu Ende gedacht würde eine “echte”  Besonnungssteuer tatsächlich alle Finanzierungssorgen unserer Gesundheitssysteme mit einem Schlag beseitigen können.  Die Besteuerung  jedes Sonnenstrahls, der auf menschliche Haut trifft – egal ob auf dem Balkon oder am Ballermann oder sehr viel seltener im Sonnenstudio, könnte selbst bei bescheidenen Steuersätzen Milliarden, ja Billionen, in die Staatskassen spülen.

Dass eine Strafsteuer auf`s Sonnen mit Sicherheit am Ende mehr kostet als sie je bringen kann, scheint die US-Politiker nicht zu stören, zumal das Geld jetzt fließt und die teuren negativen Gesundheitsfolgen erst später sichtbar werden. Wissenschaftler haben nämlich ausgerechnet (dazu hier, hierhier und hier), dass die “Gesundheitskosten” des Sonnen-Vermeidens um ein Vielfaches höher liegt als die “Kosten” einer (unvernünftigen) Besonnung. Um auch nur einen Teil der gesundheitlichen und Wohlfühl-Vorteile der UV-Strahlen von Sonne und Solarium zu ersetzen, müssten die Menschen in großem Umfang Pillen schlucken (die Pharma-Lobby freut`s), wenn sie die Steuer sparen wollen.
Pillen schlucken statt Steuern zahlen!?

So etwas kann in Deutschland nicht passieren! oder?

Quelle: Looking fit, 21.12.09

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

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Die Fitness von Frauen “in den besten Jahren” wird wesentlich mitbestimmt durch ihre ausreichende Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D.

Forscher von der Iowa State University, USA, testeten die physischen Leistungsfähigkeit und Fitness von 242 gesunden Frauen mit im Durchschnitt 54 Jahren und verglichen die Resultate mit dem Vitamin D-Spiegel im Blut der Teilnehmer. Der durchschnittliche Body Mass Index (BMI) der Frauen lag bei 25.

63,6 Prozent der Teilnehmerinnen wiesen einen mehr oder minder großen Vitamin D Mangel auf (weniger als 75 nmol/L).

Bei allen Fitness-Messungen zeigten sich deutlich bessere Ergebnisse bei den Frauen mit guten oder sehr guten Vitamin D-Werten.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Aussagen früherer Studien über den Zusammenhang von ausreichender Vitamin D-Versorgung (zu 80-90 Prozent durch UVB-Strahlen von Sonne oder Sonnenbank auf der Haut) mit physischer Kraft, Gleichgewicht und allgemeiner Fitness bei jüngeren wie älteren Frauen.

Quelle: JournalWatch

Studie:  Stewart JW et al., Serum 25-hydroxyvitamin D is related to indicators of overall physical fitness in healthy postmenopausal women. Menopause 2009 Nov/Dec; 16:1093-1101

In ungewöhnlich deutlichen Worten distanzierte sich in diesen Tagen der niederländische „Gesundheitsrat“ (Dutch Health Council), das wissenschaftliche Beratungsgremium des Gesundheitsministeriums, von negativen Aussagen über Sonne und Solarien der Weltgesundheitsorganisation, WHO, und ihres wissenschaftlichen Beirats, IARC.

Die Einstufung der Solarien als “krebserregend” durch die Wissenschaftsagentur  im Juli dieses Jahres hatte eine beispiellose Medienlawine ausgelöst bis hin zu  Vergleichen von Sonnenbänken mit tödlichen Gasen und Giften.

Schon damals wiesen international renommierte Wissenschaftler auf Fehler und Schwächen in der Begründung und auf die einseitige Auswahl der Studien hin.

In einer Stellungnahme an die holländische Regierung wendet sich das Dutch Health Council sowohl gegen die Falschinformationen durch die Medien als auch gegen die wissenschaftlich fragwürdigen Behauptungen der IARC (International Agency for Research on Cancer):

  1. Die Aufnahme in die Top-Liste der “krebserregenden” Substanzen sage nichts über das Ausmass der Gefährdung und noch weniger über die Bedingungen und Voraussetzungen  unter denen überhaupt ein Krebsrisiko durch (künstliche) Besonnung entstehen könnte.
  2. Tatsächlich gäbe es keinen wissenschaftlich überzeugenden Grund, mäßiges und kontrolliertes  Sonnen im Freien oder im Solarium mit der Entstehung vor allem des gefährlichen “schwarzen” Hautkrebs, Melanom, in Verbindung zu bringen.
    Wörtlich:
    Der Gesundheitsrat ist der Ansicht, dass eine sichere Aussage über die Folgen der Solarien-Nutzung für die Ausbreitung des Melanoms nicht möglich ist.”  Zumindest müssten dann die genauen Umstände benannt werden, wie etwa die Nutzungshäufigkeit und -intensität, die Strahlendosis, Alter und Hauttyp sowie natürlich die Art der Strahlenquelle, etwa der Besonnungslampen.
  3. Das Wissenschaftsgremium der WHO habe außerdem einseitig auf die möglichen negativen Folgen der UV-Strahlen verwiesen, ohne die bedeutenden positiven Gesundheitswirkungen auch nur im Ansatz zu berücksichtigen.

Die Wissenschaftler verweisen auf die “10 Goldenen Regeln” für vernünftiges Sonnen, die der Rat schon vor Jahren formuliert hatte. Darín sehen sie  den kürzesten Weg zur
optimalen Balance zwischen dem positiven Gesundheitsnutzen der UV-Strahlen von Sonne und Sonnenbank einerseits und den Gefahren einer übermäßigen Besonnung andererseits.

Der Dutch Health Council ist das bedeutendste wissenschaftliche Beratungsgremium der Niederlande im Gesundheitbereich. Seine Studien, Stellungnahmen und Empfehlungen bilden häufig die inhaltliche Grundlage für Gesetzgebungsverfahren. Ihm gehören eine Reihe  renommierter Wissenschaftler von verschiedenen niederländischen Universitäten an.

Quelle:  Sunlight Research Forum (SRF)

Die Stellungnahme der Dutch Health Council: Advisory letter UV radiation and sunbeds, Download (PDF)

Sonne macht stark

Sonnenschein-Vitamin für leistungsfähige Muskeln

Sonnenschein-Vitamin für leistungsfähige Muskeln

Nicht nur für den Knochenstoffwechsel sondern auch für die Muskeln ist das Vitamin D unverzichtbar. Seit der Entdeckung der Vitamin D-Rezeptoren an den Muskel-Geweben bestätigt sich die Wahrnehmung von Sportlern seit den 20ger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der leistungssteigernden Wirkung der UV-Strahlen der Sonne.

Seither haben etliche wissenschaftliche Studien diese Wirkung bestätigt, ohne eine genaue Vorstellung von den Zusammenhängen im Einzelnen.

In einer Übersichts-Studie fasst jetzt Prof. Bruce Hamilton von der Sportmedizinischen Klinik in Katar den Stand der Wissenschaft zusammen.  Vitamin D-Versorgung und Unterversorgung, so Hamilton, sei mitverantwortlich sowohl für die Leistung als auch für die Verletzungsanfälligkeit der Sportler.

Vor einigen Monaten erst veröffentlichte eine kalifornische Forschergruppe um Dr. John J. Cannell eine Übersichtsstudie, in der die leistungsfördernde und Verletzungen verhindernde Rolle des “Sonnenschein-Vitamins” nachgewiesen wurde. Die Studie beruft sich unter anderem  auf eine Reihe von deutschen Froschungsergebnissen aus den 50ger Jahren und auf die auffälligen Parallelen zwischen den Leistungskurven von Athleten und der saisonalen Veränderung in der Intensität von UV-Strahlen der Sonne.

Quelle:  HighWire

Studien:
Bruce Hamilton, Vitamin D and Human Skeletal Muscle, Scand J Med Sci Sports. 2009 Oct 5. (vorab online publiziert)

Cannell JJ, Hollis BW, Sorenson MB, Taft TN, Anderson JJ., Athletic performance and vitamin D, Med Sci Sports Exerc. 2009 May;41(5):1102-10.

Sonnenschutz ist wichtig. Allumfassender Sonnenschutz, wie von der Kosmetikindustrie und einigen Dermatologen immer wieder propagiert, hat dagegen fatale Folgen für die Gesundheit!

Zwei grundlegende Studien haben sich jetzt mit der “Güterabwägung” zwischen der “guten” und der “bösen” Sonne befasst und kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass der gesundheitliche Nutzen einer kontrollierten, regelmäßigen Besonnung die möglichen Gefahren der UV-Strahlen um ein Vielfaches übersteigt.

Prof. Dr. Jörg Reichrath, Universität des Saarlands, einer der Autoren einer umfassenden Review-Studie: “Wir und andere Forscher haben gezeigt, dass strikter Sonnenschutz zu Vitamin D-Defiziten führt und dass die Diagnose und Behandlung dieses Vitamin D-Defizits, vor allem bei Gruppen mit geringer Sonnen-Exposition, von höchster Wichtigkeit ist.“  Forschungen der letzten Jahre hätten immer wieder nachweisen können, dass Vitamin D-Mangel von großer Bedeutung sei für Vorbeugung und Behandlung vieler Krankheiten wie etlicher Krebsarten, Knochen- und Muskelschwäche, Autoimmun-Erkrankungen wie Diabetes oder Multiple Sklerose, Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck.

Die Studie kommt aufgrund einer gründlichen Analyse der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse zu konkreten Empfehlungen für eine ausgewogene Balance zwischen ausreichender Besonnung im Freien oder im Solarium für eine gleichmäßige Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 einerseits und der Vermeidung von Hautschäden durch angemessenen Sonnenschutz auf der anderen Seite.

400.000 Leben könnten jedes Jahr gerettet werden

Spektakulärer die Schlussfolgerungen einer Studie von Prof. William B. Grant vom Sunlight, Nutrition and Health Research Center (SUNARC),  San Francisco, USA.
Prof. Grant macht den Versuch, in einer Modellrechnung die positiven wie negativen Folgen einer erhöhten Vitamin D-Versorgung durch UVB-Strahlen von Sonne oder Solarium zu bestimmen.

Kurz zusammengefasst lautet sein Fazit für die USA:
Eine  Erhöhung des durchschnittlichen Vitamin D-Spiegels (25-hydroxyvitamin D) im Blut von derzeit 25 auf 45 Nanogramm pro Milliliter (45 ng/ml) durch eine in etwa Verdoppelung der Sonnen/UVB-Exposition würde zwar einerseits zu einem Ansteig der Hautkrebserkrankungen und Sterbefälle um einige tausend führen.  Der “Gewinn” aber an geretteten Leben durch die mit Hilfe des “Sonnenschein-Vitamins” drastisch verminderte Sterberate bei vielen Volkskrankheiten von Osteoporose über Diabetes bis hin zu Brust-,  Prostata- und Darmkrebs liege bei geschätzten 400.000 pro Jahr allein in den USA. Ein gewaltiger Unterschied in den positiven und negativen Folgen einer verdoppelten UVB-Nutzung.

In einer detaillierten Hochrechnung auf Basis der Forschungsergebnisse vergangener Jahre zu den Auswirkungen von Vitamin D-Mangel auf das Erkrankungs- und Sterberisiko bei den wichtigsten Krankheiten kommt Grant zu dem Schluss: “Die Empfehlung, das UV-Licht der Sonne oder der künstlichen Besonnung zu meiden ist konterproduktiv.” Die ständig wachsende Zahl der einschlägigen Studien sollte dringend zu einer Umkehr der Gesundheitspolitik und öffentlichen Aufklärung führen: Vernünftige Nutzung statt Vermeidung der UV-Strahlen!

Quelle: PubCrawler

Studien:
Jörg Reichrath, Bernd Nürnberg, Cutaneous vitamin D synthesis versus skin cancer development: The Janus-faces of solar UV-radiationDermato-Endocrinology, Volume 1, Issue 5, September/October 2009

William B. Grant, In defense of the sun – An estimate of changes in mortality rates in the United States if mean serum 25-hydroxyvitamin D
levels were raised to 45 ng/mL by solar ultraviolet-B irradiance
, Dermato-Endocrinology 1:4, 207-214

Aeltere-am-Strand-iStockJedes Jahr – und mit zunehmender Tendenz – erleiden ein Drittel aller Menschen über 65 Jahren einen Sturz und in 6 Prozent der Fälle führt das zu einem Knochenbruch. In einer ständig älter werdenden Gesellschaft wird daher die Verhinderung von Fallen und Brüchen zu einer immer bedeutenderen Aufgabe.

In einer umfassenden Meta-Analyse von Daten aus acht repräsentativen Studien mit über 2.400 Teilnehmern kommen schweizerische Forscher um Prof. Dr. Heike Bischoff-Ferrari jetzt zu dem Ergebnis, dass eine tägliche Gabe von mindestens 700 bis 1.000 internationalen Einheiten (IU) Vitamin D die Gefahr des Fallens mit den bekannten oft tödlichen Folgen um fast 20 Prozent senken kann. Eine geringere Dosis sei dagegen wirkungslos.

Gerade ältere Menschen, die aufgrund von Gebrechen sich nur noch selten im Freien und an der Sonne bewegen und seltener noch die Gelegenheit haben, eine Sonnenbank zu benutzen, sind in besonderem Maße den gefährlichen Folgen eines Vitamin D-Mangels mit Knochenschwund, häufigem Fallen und oft tödlich endenden Knochenbrüchen ausgesetzt, werden aber auch eher als jüngere Menschen Opfer von Infektions- und Autoimmunkrankheiten als Folge mangelnden “Sonnenschein-Vitamins”.

Neben der Behandlung durch Vitamin D-Zugaben wird in eineigen europäischen Ländern daher auch über Mittel und Wege nachgedacht,  älteren Menschen einen einfacheren Zugang zu Besonnungsgeräten zu ermöglichen.

Quelle: ScienceDaily

Studie:  Heike Bischoff-Ferrari et al.,  Fall prevention with supplemental and active forms of vitamin D: a meta-analysis of randomised controlled trials. Archives of Internal Medicine, British Medical Journal, online vorab 03. Oktober, 339:b3692

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