Archiv für die Kategorie 'sonnenlicht'

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament  Foto: David Cheskin/PA Wire

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament Foto: David Cheskin/PA Wire

Ein 14-jähriger Schüler und seine Protestaktionen führen jetzt zur Einberufung einer internationalen Konferenz über die Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamin D”.

Ryan McLaughlin aus dem schottischen Glasgow hatte sich mit einer Petition an das schottische Parlament gewandt: Er habe erfahren, dass Vitamin D und der besonders in Schottland weit verbreitete Sonnen- und damit Vitamin D-Mangel eine wichtige Rolle bei der Multiplen Sklerose seiner Mutter spielen könnte. Der Schüler wollte das Parlament veranlassen, Richtlinien über die Versorgung mit Vitamin D zu erlassen und über das richtige Verhalten an der Sonne besser zu informieren – statt die Angst vor den Sonnenstrahlen noch zu schüren.

Seiner Bitte hatte er mit Mahnwachen vor dem Parlament Nachdruck verliehen und in den Medien damit einige Aufmerksamkeit erregt. Jetzt hat das Parlament und die Regierung darauf positiv reagiert:

Die schottische Regierung stellte einen “dringenden Bedarf” nach öffentlichen Informationen fest,  sowohl für Ärzte als auch für medizinische Laien, besonders Mütter.  Eine entsprechende Kampagne wurde in Auftrag gegeben.

Ausserdem wurde für den 27. April dieses Jahres eine wissenschaftliche Konferenz einberufen, an der Experten zu Sonnenlicht, Vitamin D und Multipler Sklerose (MS) aus aller Welt teilnehmen werden.

Abgeordnete und Regierungsmitglieder beglückwünschten Ryan McLaughlin zu seinem ungewöhnlichen Erfolg.

Quelle: Times Online

Winter-Sonne reicht nicht

Winter-Sonne reicht nicht Foto: iStockphoto

Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet in der deutschen Bevölkerung. Vor allem im Vitamin D-Winter (bei uns zwischen Oktober und März) trifft es viele der „Problemgruppen“, vor allem die Alten und die Jugendlichen. Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D bei 80 Prozent dieser Gruppen hat dramatische Auswirkungen vor allem auf chronische Erkrankungen und „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs und Infektionskrankheiten, Demenz und Depression.

Die Kosten für das Gesundheitssystem gehen in die Milliarden. Kosten, die vermeidbar wären. Die im Winter fehlenden UVB-Strahlen der Sonne lassen sich nämlich durch künstliche Besonnung problemlos ersetzen. Schon mit einer kleinen Serie von UVB-Bestrahlungen oder Bestrahlungen mit Sonnen-ähnlichen Geräten kann eine erhebliche Verbesserung des Vitamin D-Spiegels erreicht werden.

Bei dem besonders langen Winter im hohen Norden ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem auch finnische Wissenschaftler mit dieser Möglichkeit beschäftigen, der Natur auf die Sprünge zu helfen. Ein Forschergruppe aus Lahti im finnischen Norden testeten mit 56 gesunden Frauen aller Altersgruppen die Wirkungen einer Bestrahlung mit ausschließlich UVB und alternativ mit simulierten Sonnenstrahlen auf die Vitamin D-Bildung über die Haut.

77 Prozent der Frauen wiesen zu Beginn der Versuche einen Vitamin D-Mangel (weniger als 50 nmol/L) und 11 Prozent sogar einen schweren Mangel (weniger als 25 nmol/L) aus.

Schon nach sieben Bestrahlungen mit insgesamt 13 SED (Standard Erythema Units) auf den gesamten Körper war der Vitamin-d-Spiegel um 11,4 nmol/L gestiegen, bei der Bestrahlung nur von Gesicht und Armen immerhin um 1,0 nmol/L. Bei den Bestrahlungen mit sonnenähnlichem Licht erhöhte sich der Spiegel im Durchschnitt um 3,8 nmol/L.

Selbst bei Messungen nach zwei Monaten lag der Vitamin D-Spiegel der UVB-bestrahlten Gruppe noch deutlich über der der nicht bestrahlten Kontrollgruppe.

Es hat sich gezeigt, dass schon eine kurze, niedrig dosierte UVB-Bestrahlung die Vitamin D-Versorgung im Winter deutliche verbessern kann,“ so fassen die finnischen Wissenschaftler das Ergebnis Ihrer Tests zusammen.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Highwire

Studie: K. Vähävihu et al., Narrow-band UVB course improves vitamin D balance in women in winter, British Journal of Dermatology 2010, Jan 22. (online vorab veröffentlicht)

junger-mann-in-der-sonneMännliche Hormone (Androgene) richten sich nach der Sonne.  Männer mit einem normalen Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 30 ng/l haben deutlich höhere Testosteron-Werte (insbesondere an nicht gebundenem, verfügbarem und daher wirksamen Testosteron) als Männer mit niedrigeren Vitamin D-Werten (20-29 oder gar <20 ng/l).
Diese Werte sind – genau wie die Vitamin D-Werte – von der Sonneneinstrahlung abhängig. Ende März – am Ende des “Vitamin D-Winters” -  ist der Testosteron-Spiegel am niedrigsten, Ende August am höchsten. Flapsig gesprochen: Je höher die Sonne steigt, desto männlicher der Mann!

Ganz so drücken es zwar die Forscher an der Medizinischen Universität Graz nicht aus, die diesen Zusammenhang untersucht haben und jetzt die Ergebnisse in der Fachzeitschrift “Clinical Endocrinology” veröffentlichten.  Ihre Untersuchungen von 2299 Männern über einen  Zeitraum von vier Jahren bestätigen aber einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der  Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D”, saisonalen Einflüssen und der Höhe des wirksamen männlichen Hormon-Pegels.

Da 80-90 Prozent des “Sonnenschein-Vitamins”  durch die UV-Strahlen der Sonne oder im Solarium über die haut im Körper selbst gebildet wird, reicht die Ernährung für eine ausreichende Versorgung nich annnähernd.  “Das UVB-Licht ist und bleibt der wichtigste Lieferant, wer zu wenig in der Sonne ist, muss Vitamin D zusätzlich einnehmen“, so der Leiter der Forschungsgruppe, Dr. Winfried März vom Synlab Medizinischen Versorgungszentrum Heidelberg, im Interview mit pte.

Vor allem im Winter könne künstliches Sonnenlicht in Solarien das fehlende Sonnenlicht  ersetzen. “Die nötige Menge ist nicht einmal besonders hoch. Eine Exposition von 15 bis 20 Minuten reicht dafür aus“, so der Mediziner abschließend.

Quelle:  ScienceDaily/pte

Studie: E. Wehr, S.  Pilz, B.O. Boehm , W. März, B. Obermayer-Pietsch, Association of vitamin D status with serum androgen levels in menClinical Endocrinology 29. Dezember 2009

Menschen mit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung verringern ihr Darmkrebs-Risiko um die Hälfte im Vergleich zu Menschen mit Vitamin D-Mangel. So das Ergebnis einer großen europäischen Studie mit einer halben Million Teilnehmern in 10 europäischen Ländern.

Forscher vom Imperial College, London, und der International Agency for Cancer Research (IARC) hatten in den Jahre 1992-1998 im Rahmen der  European Prospective Investigation into Cancer study (EPIC) umfangreiche Daten zu Ernährung und Lebensführung abgefragt und Blutwerte erhoben. In den folgenden Jahren waren 1.248 Menschen aus dieser Gruppe an Darmkrebs erkrankt und wurden in dieser Studie mit ebenso vielen gesunden Probanden verglichen.

Das Ergebnis bestätigt frühere epidemologische Studien, über die wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtete haben.

Diese große und sorgfältig durchgeführte Studie ist ein überzeugender Beleg für die Bedeutung des Vitamin D für den Schutz vor Darmkrebs…. Wir wissen, wie wichtig es ist, darauf zu achten, genügend Sonnenlicht zu bekommen – ohne die Haut zu schädigen -  um den Vitamin D-Spiegel im Blut hoch zu halten (Übers. d.Red),” so der Leiter der Studie am Imperial College,  Prof. Elio Riboli.

Einen Zusammenhang zwischen der Verminderung des Darmkrebs-Risikos und Vitamin D-reicher Ernährung konnten die Forscher nicht finden. Das Sonnenlicht sei offensichtlich sehr viel bedeutender für die Vitamin D-Versorgung als die Ernährung.

Eine Entdeckung von großer Bedeutung machten die Forscher sozusagen nebenbei: Vitamin A, Retinol, das etwa in Lebertran vorkommt, bremst die positive Wirkung von Vitamin D oder macht sie gar ganz zunichte. Diese Erkenntnis erklärt möglicherweise auch die widersprüchlichen Ergebnisse frühere Studien, je nachdem ob diese Studien in nordlichen Lädern mit hohem Lebertran-Konsum oder in südlichen Landern durchgeführt wurde. Die Fogeln dieser Entdeckung für die Therapie vieler chronischer Erkrankungen ist noch garnicht abzusehen.

Kleine Ironie am Rande: Die gleiche Organisation, die IARC, die Solarien erst kürzlich und die Sonne bereits 1992 als krebserregend eingestuft und damit eine Flut negativer Schlagzeilen über die künstliche Besonnung produziert hatte, betont jetzt mit der Veröffenltichung der spektakulären Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” z. B. für den Darmkrebs die wichtige Rolle der Sonne bei der Vorbeugung und Heilung dieser Krebsart (und vemutlich vieler anderer bösartiger Tumore).

Quelle: Pressemeldung Imperial College

Studie:  Jenab et al.,  Association between pre-diagnostic circulating vitamin D concentration and risk of colorectal cancer in European populations: a nested case-control study, British Medical Journal 2010;340:b5500 (21. Januar 2010) – PDF

Vitamin D nutritional policy in Europe” ist der Titel eines Memorandums, den der Ständige Ausschuss der Europäischen Ärzte (Comité Permanent des Medecins Européen, CPME) Ende Oktober verabschiedet hatte.

Die Europäischen Ärzte unterstreichen darin die in der jüngeren Forschung zunehmend deutlich gewordene Bedeutung des Vitamin D nicht mehr nur für Knochen und Muskeln sondern mehr noch für das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System, die Zellteilung und Krebs sowie für den gesamten Soffwechsel des Menschen. Die Unterversorgung von mehr als der Hälfte der euroäischen Bevölkerung müsse überwunden werden. Das gelte besonders für die “Problemgruppe” der älteren Menschen.

Die natürliche Lösung dieses Problems durch das  Sonnenlicht (im Freien oder im Solarium) wird in diesem Dokument zwar als  ein einfach gangbarer Weg gesehen, der aber durch die Gefahr der Hautschädigungen bei Mißbrauch nicht empfohlen werden könne.

Bleibe nur der Weg über Nahrungsergänzung. Schon eine Gabe von 600-800 IE (Internationle Einheiten) proTag könne den Vitamin D-Spiegel im Blut um entscheidende 20 nmol/L (8 ng/mL) anheben. Die möglichen Nachteile dieser Strategie bleiben allerdings unberücksichtigt. Die Abhängigkeit einer solchen Strategie von sozialen, kulturellen und finanziellen Umständen wird immerhin erwähnt.

Dem Ständigen Ausschuss der Europäischen Ärzte gehören die wichtigsten nationalen Ärzteorganisationen der Mitgliedstaaten in der Europäischen Union an.

Quelle:  CPME

Fast gleichzeitig mit der Verabschiedung des “Solariengesetzes” debattierten in Düsseldorf mehr als 500  Wissenschaftler aus aller Herren Länder beim Jahreskongress ICP der Photobiologen auch über die schützende und heilende Wirkung von Sonne und Solarien einerseits und die Gefahren übermäßiger UV-Bestrahlung andererseits.

Hier eine Zusammenfassung der Diskussion und drei der Kontrahenten im Interview:

Sonne, Solarium, Vitamin D und Gesundheit

Eine ausführliche Version der Interviews mit Profs.  Michael F. Holick, Boston, und Johan Moan, Oslo, sowie Dr. Rüdiger Greinert, Hamburg, werden wir in den nächsten Tagen hier online stellen.

Vitamin D-Mangel weltweit – der IOF-Report

Gerade rechtzeitig zum Kongress und sozusagen als Kontrapunkt zur laufenden Diskussion über das “Solariengesetz” veröffentlicht die International Osteoporosis Foundation spektakuläre Daten über einen weltweiten Mangel an Vitamin D in Form einer Review-Studie mit sechs regionalen Einzelstudien.

Die Defizite an “Sonnenschein-Vitamin” sind sehr unterschiedlich in unterschiedlichen Regionen und sozialen Gruppen. Eine deutliche Unterversorgung aber wurde für alle Regionen festgestellt.

Als Risikofaktoren für Vitmian D-Defizite nennen die Autoren:
Höheres Alter, weibliches Geschlecht, höhere Breitengrade, Winter, dunkle Haut, geringere Sonnenexposition, Ernährungsgewohnheiten und eine Mangel an Nahrungsergänzungen mit Vitamin D, Wohnen in der Stadt und Arbeiten in geschlossenen Räumen sowie gesellschaftliche Normen, die das Vermeiden von Sonne und Besonnung und die Bedeckung der Haut verlangen.

Quelle: IOF-Website (mit Verweisen zu Zusammenfassungen der sechs Regional-Studien)

Studie:  A. Mithal, D.A. Wahl, J-P. Bonjour et al. on behalf of the IOF Committee of Scientific Advisors (CSA) Nutrition Working Group,  Global vitamin D status and determinants of hypovitaminosis D Osteoporosis International (2009) , online vorab publiziert.

ameise-grille-fabelIn Lafontaines Fabel von der fleißigen Ameise und der leichtfertigen Grille geht es der Grille im Winter an den Kragen, weil sie versäumt hat, rechtzeitig Vorräte zu sammeln.

Ähnlich ergeht es denen, die im Sommer die Sonne um jeden Preis meiden – sozusagen fabelhaft im Schatten singen und tanzen – statt Sonnenstrahlen einzusammeln und als Vitamin D-Polster im Fettgewebe abzulagern.

So das etwas poetisch formulierte Ergebnis einer Studie über den Zusatzbedarf an Vitamin D im “Vitamin D-Winter” (bei uns Oktober bis März), wenn die Sonnenstrahlen nicht mehr die Kraft haben, die Vitamin D-Synthese in der Haut ingang zu bringen.

Die irische Studie mit 240 gesunden Teilnehmern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren zeigte anschaulich, dass die “Sonnenflüchter” im Winter erheblich mehr an Vitamin D über die Nahrung, über Nahrungsergänzungsmittel oder im Solarium (in der Studie nicht untersucht) pro Tag aufnehmen müssen um ein gesundes Maß an Vitamin D-Serum im Blut aufrecht zu erhalten.

Bei Beginn des Experiments am Wintereranfang lag der Serum-Spiegel der häufig Sonnenden um mehr als 60 % über dem der “Sonnenflüchter”. Um auch nur ein akutes Vitamin D-Defizit (<25 nmol/ml) zu vermeiden, müssten sie fast das Doppelte an Vitamin D zu sich nehmen.  Ein Defizit, das über die Nahrung allein nicht mehr aufzuholen ist.

Da die meisten Menschen ihren Vitamin D-Spiegel nicht kennen und keine entsprechenden Maßnahmen treffen,  sind diejenigen, die freiwillig oder aufgrund ihrer Lebensumstände die Sonne meiden und/oder nicht ein Solarium nutzen, von den Folgen des Vitamin D-Mangels vor allem gegen Ende des “Vitamin D-Winters”, im Februar-März, stark betroffen. Die Grippe ist dafür nur ein Beispiel unter vielen Erkrankungen im Gefolge eines Vitamin D-Defizits.

Eine  Zusammenfassung mit Interviews führender Vitamin D-Experten zu diesem Thema (in englischer Sprache):

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=K9d_HK3XN4c]

Quelle:  Newswise

Studie:  Kevin D Cashman et al., Estimation of the dietary requirement for vitamin D in healthy adults, American Journal of Clinical Nutrition 2008; 2008;88/6:1535– 42

Der Herbst ist da und in die allgemeine Stimmungslage mischen sich erst Molltöne. Unvermeidlich wie der Herbst kommen die tröstenden Beiträge in Journalen und Gazetten. “Mehr Licht!” lautet dann – mit Goethe – die Botschaft der Experten. Lichtduschen gegen den Winter-Blues, der sich bei machen Menschen durchaus zu ernstzunehmender Krankheit, der Winterdepression (SAD), auswachsen kann.

Licht macht fröhlich!“  – aber nicht im Solarium, so die Botschaft! Nur das sichtbare Licht, nicht aber die UV-Strahlen auf der Sonnenbank hätten diese Wirkung. Nur das sichtbare, über die Augen aufgenommene Licht mobilisiere das “Glückshormon” Serotonin. (Jüngstes Beispiel: BILD)

Und wie jedes Jahr wieder ist das eine Falschinformation: Auch die UV-Strahlen der Sonne und im Solarium haben eine stimmungsaufhellende Wirkung und werden sogar medizinisch zur Bekämpfung von Depression und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt. Die Wirkung entsteht vor allem – aber nicht nur – durch das von den UV-Strahlen in der Haut produzierte Vitamin D.

Wie der Zufall so spielt: Zeitgleich mit Eröffnung der “Winter-Blues-Falschmeldungs-Saison” durch BILD erschienen dieser Tage zwei weitere in einer langen Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Vitamin D und Depression.

In einer umfassenden Review-Studie zur Wirkung von Vitamin D auf verschiedene Arten depressiver Verstimmungen bei Frauen kommen die Forscher zu dem eindeutigen Schluss: Vitamin D und damit die UVB-Strahlen der Sonne senken das Risiko von Frauen jeden Alters deutlich, an Depressionen zu erkranken.

Eine norwegische Studie der Universität Tromsö fand heraus, dass bei übergewichtigen Personen Depressionen bei einem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut milder verlaufen als bei dicken Menschen mit Vitamin D-Mangel.

Diese Studien werfen auch ein “aufhellendes” Licht auf die eher kuriose Diskussion um die “Sonnensucht” (Tanerexie, frühere Studie dazu). Die stimmungsaufhellende Wirkung der Sonne und der Sonnenbank über die Vitamin D-Bildung macht “süchtig” – ähnlich wie die der Schokoloade – weil die Menschen in der Tat eine heitere Gemütsverfassung einer Depression vorziehen. Eine Überraschung ist das nicht!
(Über ähnliche Ergebnisse wissenschaftlicher Studien haben wir hier, hier, hier, hier und hier bereits berichtet).

Eine völlig andere Vorbeugung und Therapie des Winterblues empfiehlt, wen wundert`s, eine Online-Partnervermittlung – und kreiert dafür sogar einen eigenen Begriff: Wintimacy, eine Kreuzung aus Winter und Intimacy/Intimität.

In einer Umfragestudie stellt sie fest, dass 62% der Befragten sich im Herbst und Winter stärker nach Nähe sehnen als im Sommer. Kurz gesagt: Kuscheln gegen den Winter-Blues.

Als Zusatztherapie empfehlen die Partnerschaftsexperten allerdings zu Recht Besuche auf der Sonnenbank:”Ein garantiert kalorienfreier Stimmungsheber.”

Quelle: BILD, Presseportal

Studien:
P.K. Murphy , C.L. Wagner, Vitamin D and mood disorders among women: an integrative review, J Midwifery Womens Health. 2008 Sep-Oct;53(5):440-6

R, Jorde et al., Effects of vitamin D supplementation on symptoms of depression in overweight and obese subjects: randomized double blind trialJournal of Internal Medicine, 10. September 2008 (online vorab veröffentlicht)

Wenn die Sonne sinkt - PolarlichtDas Risiko, an Leukämie zu erkranken, ist in Finnland in der dunklen Jahreszeit um 58 Prozent höher als im Sommer. Wesentlicher Grund dafür ist das verbreitete Vitamin D-Defizit in der sonnenarmen Saison.

Finnische Wissenschaftler von der Universität Oulu stiessen auf diesen Zusammenhang bei der Untersuchung von 7,423 Leukämie-Fällen in Finnland in den Jahren 1964-2003.

Studie: T. Timonen et al., Are sunlight deprivation and influenza epidemics associated with the onset of acute leukemia? Haematologica, 2007 Nov;92(11):1553-6.

SonneSonnenlicht schützt vor Gebärmutterhalskrebs. Ein weltweiter Vergleich nationaler Erkrankungszahlen in 107 Ländern zeigt, dass diese Tumorart in sonnigen Ländern näher dem Äquator wesentlich seltener auftritt als in höheren Breitengraden.

Das Forscherteam um die Professoren Cedric F. Garland und William B. Grant von der Universität von Kalifornien in San Diego machen dafür die im Süden stärkere UVB-Strahlung verantwortlich, die die Bildung von Vitamin D3 im Körper ermöglicht. Die Forscher hatten in früheren Studien schon den Schutzeffekt von Sonnenlicht für Darm-, Nieren-, Brust- und Eierstockkrebs mit ähnlichen Ergebnissen untersucht.

In der neuen Studie verglichen sie die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs in bestimmten Ländern mit deren Entfernung vom Äquator. Resultat: Mit zunehmender Distanz vom Äquator steigt die Wahrscheinlichkeit für solche Tumoren. Neben dem Vitamin D-Mangel aufgrund fehlender Sonneneinstrahlung steigern, nach dieser Studie, auch Übergewicht und ein hoher Anteil tierischer Fette an der Ernährung der Bevölkerung das Krebsrisiko.

Quelle: AP

Studie: Cedric F. Garland et al., Is ultraviolet B irradiance inversely associated with incidence rates of endometrial cancer: an ecological study of 107 countries, Preventive Medicine, Volume 45, Issue 5, November 2007, Pages 327-331

Foto: Flickr/burmeister

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