Archiv für die Kategorie 'Sonnenschein-Vitamin'

Quick and Dirty-Infos über Sonne und Vitamin D als eine Art SonnenNews-Digest kann jetzt bei YouTube besichtigt werden. Es handelt sich um die deutsche Übersetzung eines US-Videos:

Einziger kleiner Fehler bei diesem amüsanten Durchlauf: Alternative zur Sonne sind nicht nur die Vitamin D-Pillen sondern – besser, weil dem natürlichen Prozess der Vitamin D-Bildung angepasster – das Solarium im Qualitäts-Sonnenstudio.
Übrigens: Eine Sammlung der besten Videos zu diesem Thema – deutsch wie englisch – im Internet findet sich bei YouTube hier:
http://www.youtube.com/lbmedien

Quelle (engl.): http://paynowlivelater.blogspot.com/2010/06/paleoprimal-in-nutshell-part-3-sunshine.html

Quelle (deutsch): http://www.urgeschmack.de/die-jaeger-und-sammler-lebensweise-teil-3-vitamin-d/

DNA-Modell Foto: fotolia

Eine Milliarde Menschen, so schätzen die Experten, leiden weltweit unter einem Vitamin D-Mangel. Fast täglich werden neue Wirkweisen des Sonnenschein-Vitamins und Einflüsse auf die menschliche Gesundheit entdeckt – und von Kritikern mit dem Tunnelblick auf mögliche UV-Schäden der Haut angezweifelt. Eine soeben erschienene Studie mit “dramatischen” (“Science Daily“) Ergebnissen könnte diesen Zweifeln ein Ende setzen.

Forschern an der Oxford University in England ist es nämlich gelungen,  sämtliche Gene zu identifizieren, die – mit einem Vitamin D-Rezeptor ausgestattet – vom Sonnenschein-Vitamin beeinflusst oder gesteuert werden. Auf der “DNA-Landkarte” des menschlichen Erbguts (Genom) entdeckten die Wissenschaftler bei mehr als 229 der Gene an 2.776  “Andock-Stellen” Vitamin D-Rezeptoren, sozusagen die Vitamin D-eigenen Eingangstore zu den Zellen. Damit ist das gewaltige Ausmaß überschaubar geworden, in dem das Vitamin D oder der Mangel an Vitamin D die Vorbeugung bzw. den Ausbruch von hunderten von Krankheiten beeinflusst, die jetzt im einzelnen benannt und gezielt angegangen werden können.

Diese Rezeptoren häufen sich offensichtlich an den Stellen auf der DNA, die bei Autoimmun-Erkrankungen wie Diabetes, Multiple Sklerose, Morbus Crohn, rheumatische Arthritis und bestimmte Krebsarten eine Rolle spielen.

Unsere Untersuchung zeigt den dramatisch breiten Einfluss des Vitamin D auf unsere Gesundheit,” so Prof. Andreas Heger von der MRC Functional Genomics Unit der Universität und einer der führenden Autoren der Studie.

Prof. Sreeram Ramagopalan vom Wellcome Trust Centre for Human Genetics ergänzt:
Jetzt liegen die Beweise vor für die bedeutende Rolle des Vitamin D für eine Fülle von Krankheiten, ihre Vorbeugung und Bekämpfung. So zum Beispiel würde eine Vitamin D-Ergänzung für Schwangere und Kinder einen erheblichen Effekt für die Gesundheit der Kinder in ihrem späteren Leben haben.

Gleichzeitig bestätigen diese Ergebnisse die seit langem geäusserte Vermutung, dass die Frage der Vitamin D-Versorgung durch die UV-Strahlen der Sonne ganz wesentlich die Entwicklung der menschlichen Rassen in der frühen Menschheitsgeschichte bestimmt hat:
Bei ihrer Wanderung aus den afrikanischen Steppen in den sonnenärmeren Norden überlebten und vermehrten sich im Verlauf vieler Generationen nur die Menschen mit hellerer, und daher für die Vitamin D-Synthese  empfänglicheren Haut. Vitamin D-Mangel, verursacht durch zu viel Sonnenschutz aufgrund der dunklen Hautpigmente, führte zu Problemen bei der Geburt und zu körperlichen Behinderungen bei den Kindern, die ein Überleben unter den harten Umweltbedingungen damals unmöglich machte.

Vitamin D war damit ein wesentlicher Auswahlfaktor bei der Evolution der menschlichen Bevölkerung in nördlichen Regionen: Je mehr von der knappen Sonne durch die (hellere) Haut “verarbeitet” werden konnte, desto größer die Chancen zu überleben und die Gene an die Nachkommen weiter zu geben.

Skeptisch merkt ein anderer der Studien-Autoren, Prof. George Ebers, an: “Es kann sein, dass wir immer noch nicht genügend Zeit hatten, alle die Anpassungen (in unserer genetischen Ausstattung) zu machen, die es uns ermöglicht, mit unserer nördlichen Umwelt fertig zu werden.”

Wenn dann zu den “genetischen Defiziten” noch die kulturellen (z.B. städtische und In-Haus-Lebens- und Arbeitsweise)  und ideologischen (z.B. Angst vor der Sonne) Veränderungen treten, ist der gegenwärtige Zustand eines “pandemischen” Sonnen- und Vitamin D-Mangels unvermeidlich.

Quelle: Science Daily

Studie: S.V. Ramagopalan et al., A ChIP-seq-defined genome-wide map of vitamin D receptor binding: Associations with disease and evolution, Genome Research 2010 (online vorab publiziert, 24. August 2009)

Ein Mangel an Sonnenschein-Vitamin D erhöht das allgemeine Risiko, an einer Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben um etwa 50 Prozent.  Bei Herzerkrankungen allein verdoppelt sich das Risiko beinahe (89 Prozent).

Forscher der Universität von Upsala, Schweden, nutzten für ihre Analyse die Daten von knapp 1.200 älteren Männer aus der Uppsala Longitudinal Study of Adult Men und verglichen die Krankheitsverläufe, Krankheitsdauer und die Todesursachen der Männer mit einem optimalen Vitamin D-Spiegel mit denen der 10 Prozent Männer mit den niedrigsten Werten über einen Zeitraum von fast 13 Jahren.

Bei den Teilnehmern, die in diesem Zeitraum an einem Herz-Kreislauf-Leiden starben, war das Risiko kontinuierlich mit sinkenden Vitamin D- Werten gestiegen. Anders bei den Krebskranken: Hier hatten nicht nur die Männer mit dem niedrigsten Vitamin D-Werten ein erheblich höheres Sterberisiko sondern erstaunlicherweise auch die Männer mit den höchsten Werten. Allerdings war hier das Risiko nicht annähernd so hoch wie bei der Gruppe mit akutem Vitamin D-Defizit.

Über diese U-förmige Kurve bei den Krebserkrankungen konnten die Autoren nur spekulieren. Dieses Phänomen war auch früher schon in einigen Studien aufgetaucht und hatte zu hitzigen Kontroversen geführt.

Sonnenschein-Vitamin schützt Diabetiker vor tödlichen Erkrankungen

Vitamin D schützt Diabetes-Kranke vor tödlichen Gefahren: Plötzlichem Herztod und Herzversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Infektionen.

Eine Gruppe deutsch-österreichischer Forscher analysierte Daten von 1.108 Dialyse-Patienten aus der Deutschen Dialyse und Diabetes Studie über einen Zeitraum von vier Jahren auf den Zusammenhang von Vitamin D-Versorgung und tödliche Folgeerkrankungen.

Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmer mit einem akuten Vitamin D-Defizit (≤ 25 nmol/L) ein um das Dreifache erhöhtes Risiko eines plötzlichen Herztodes aufwiesen im Vergleich zu den Patienten mit normalem Vitamin D-Werten (>75 nmol/L ), und eine fast Verdopplung des Sterbe-Risikos aufgrund anderer Ursachen.

Quelle: PubMed

Studien:
Karl Michaëlsson et al., Plasma vitamin D and mortality in older men: a community-based prospective cohort study, American Journal of Clinical Nutrition 2010 (vorab online veröffentlicht am 18. August 2010)

C. Drechsler,  S. Pilz, B. Obermayer-Pietsch et al., Vitamin D deficiency is associated with sudden cardiac death, combined cardiovascular events, and mortality in haemodialysis patients, European Heart Journal 2010, vorab publiziert 5. August 2010

Vitamin D-Produktion durch Sonne im Sommer reicht nicht für Vitamin D-Winter

In unseren Breiten reicht der Sommer-Sonnen-Vorrat für den Vitamin D-Winter zumeist nicht aus

Dieser Frage gingen jetzt Wissenschaftler der Universität Manchester nach. Sie bestimmten den Vitamin D-Spiegel am Ende des Sommers über einige Wochen, wenn die Vorräte im Fettgewebe der Menschen am höchsten sind, von 125 Männern und Frauen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren aus der Region Manchester. Die Stadt liegt etwa auf einem Breitengrad mit Berlin. Gleichzeitig wurden die Ernährung und die Dauer des Aufenthalts an der Sonne geprüft.

Die gleiche Prozedur wurde jeweils in jeder der vier Jahreszeiten wiederholt.

Die Vitamin D-Zufuhr durch Ernährung spielte in allen Jahreszeiten eine gleichmäßige aber zu vernachlässigende Rolle.  Die Sonnenexposition dagegen war – wie zu erwarten – im Frühling und Sommer relativ hoch, im Herbst gering und im Winter praktisch nicht vorhanden.

Der Vitamin D-Spiegel war am höchsten im September mit allerdings immer noch nicht optimalen 28.4 ng/mL im Durchschnitt der Teilnehmer (das Optimum wird derzeit von den meisten Experten bei >32 ng/mL angesetzt)  und im Februar am niedrigsten mit 18.3 ng/mL, also einem Vitamin D Mangel.

Um zumindest den auf 20 ng/mL angesetzten Grenzwert zwischen einem Mangel und lediglich einer Unterversorgung zu erreichen, mussten die Teilnehmer im September durch die Sommersonne mindestens Vitamin D-Werte von durchschnittlich 30,4 ng/mL bei Frauen und 34,9 ng/mL bei den Männern angesammelt haben.

Optimale Werte von 32 ng/mL und darüber erreichte keiner der Teilnehmer.

Immerhin reichte der im Sommer angesammelte Vitamin D-Vorrat für die Hälfte der Teilnehmer aus, um einen akuten Vitamin D-Mangel, also weniger als 20 ng/mL,  im Winter zu verhindern. Bei 50 Prozent der Probanden aber fielen die Werte so weit ab, dass hier die Risiko-Schwelle   für viele chronische Erkrankungen bei einem Vitamin D-Mangel überschritten wurde.

Für die Autoren ist klar, die Menschen in diesen Breiten müssten sich in den sonnenreicheren Monaten häufiger und länger an der Sonne aufhalten, um ihre “Vitamin D-Tanks” für den “Vitamin D-Winter” ausreichend zu füllen.

Ein mögliches Fazit: Ergänzung des Sonnenlichts durch künstliche Besonnung im Solarium – nicht nur in den Wintermonaten, wenn die Sonne keinerlei Vitamin D über die Haut produzieren kann, sondern auch im Frühjahr und Sommer.

Quelle: PubMed

Studie: A.R. Webb et al., The role of sunlight exposure in determining the vitamin D status of the UK white Caucasian adult population, British Journal of Dermatology 2010 (vorab online veröffentlicht 12. August 2010)

Sonne und Solarium “erholen” sich allmählich von 40 Jahren “feindlicher Propaganda” von “interessierter Seite”. Dazu bedurfte es einer überwältigenden Fülle wissenschaflticher Publikationen (allein 2.400 Studien im Jahr 2009) und solcher Schriften, wie sie jetzt vom Mankau Verlag vorgelegt wird. Das Buch der beiden Experten Profs. Spitz und Grant wird im Oktober erscheinen. Hier die Information des Verlags:

Ohne Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Über viele  Jahrhunderte nutzte die Medizin ihre heilende Kraft. Durch intensive Angst-Kampagnen von Dermatologen und Krebsorganisationen, gefördert von Kosmetik- und Pharmaindustrie,  ist sie zum bösen Dämon mutiert, der nur noch unsere Gesundheit bedroht. Antibiotika und die Angst vor Hautkrebs haben die positiven Eigenschaften der Sonnenstrahlen vergessen lassen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie wichtig das Sonnenlicht für unsere Gesundheit ist. Denn ohne Sonne kommt es zu einem Defizit an Vitamin D, das für die Regulation zahlreicher Prozesse in nahezu allen Körperzellen benötigt wird.  Eine deutliche Mehrheit aller Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiden an Vitamin-D-Unterversorgung und wissen nicht, dass dieser Mangel in vielen Fällen zu Krebs führen kann.

Das “Sonnenhormon” kann nicht nur bei Betroffenen die Lebensqualität verbessern und die Lebenszeit verlängern, sondern ist vor allem maßgeblicher Schlüssel zur Prävention: Vitamin D senkt das Krebsrisiko und unterdrückt das Wachstum bösartiger Tumore. Außerdem schützt es vor Rachitis und Diabetes, verlangsamt Knochenschwund, kräftigt die Muskulatur, fördert das Immunsystem, produziert körpereigene Antibiotika, schützt die Nervenzellen (auch vor Multipler Sklerose) und senkt den Blutdruck.

Präventionsmediziner Prof. Dr. Jörg Spitz und Vitamin-D-Experte Prof. Dr. William B. Grant schildern die neuesten Forschungsergebnisse zum UV-Licht und zum Sonnenhormon, erläutern, wie der eigene Vitamin-D-Spiegel ermittelt und reguliert werden kann und geben wertvollen und konkreten Rat, wie mithilfe der Heilkraft der Sonne Krankheiten wie Krebs oder Multiple Sklerose vermieden oder gelindert werden können.
Ein Plädoyer für einen gesundheitsbewussten Umgang mit dem Sonnenlicht!

Auf einige der hier behandelten Themen geht Prof. Spitz in einem Gespräch mit der Redaktion ein, das hier und auf dem YouTube-Kanal “Sonne ist Leben” zu sehen ist:

in balance

Mit dem Sonnenschein-Vitamin D geht`s dem Darm gut! Abbildung: Fotolia

Ein appetitliches Thema ist das nicht, wohl aber ein erstaunliches:  Vitamin D, das Sonnenschein-Vitamin, ist verantwortlich für die Steuerung und den richtigen Einsatz der Billionen von Mikroben in unserem Verdauungstrakt, schön umschrieben als Darmflora, die für uns die Verarbeitung unserer täglichen Nahrung und die Abwehr gefährlicher Bakterien erledigen.

Dieser überraschenden Tatsache kamen Forscher  an der US-Universität von Rochester auf die Spur bei ihren Studien zu Erkrankungen und vor allem der chronischen Entzündung des Darms, wie etwa dem Morbus Crohn.

Die Wissenschaftler beobachteten in Laborversuchen, wie die Vitamin D-Rezeptoren im Darm auf die „Herausforderung“ etwa durch Salmonellen mit schlagartig verstärkter Aktivität reagierten. Vitamin D-Rezeptoren sind sozusagen die „Türhüter“ am Eingangstor von Zellen.

Die Vitamin D-Rezeptoren nehmen, als eine Art Darmpolizei, den Hauptübeltäter bei Entzündungen im Darm, das sogenannte NF-Kappa B Molekül, fest und machen es so unschädlich.

Mit den meisten Bakterien in unserem Darm leben wir in friedlicher Koexisitenz“, so die Forschungsleiterin und Mikrobiologin Jun Sun. „Sie helfen uns bei der Verdauung und wir stellen ihnen dafür Wohnraum und Nahrung zur Verfügung. Aber es gibt eben Ausnahmen, über die wir noch viel zu wenig wissen.“

Vorläufig also sind wir noch ganz auf die Polizei-Arbeit des Sonnenschein-Vitamins in dem dunklen Mikroben-Getümmel in unserem Darm angewiesen.

Quelle: Eurekalert

Studie: J. Sun et al., Vitamin D Receptor Negatively Regulates Bacterial-Stimulated NF-{kappa}B Activity in Intestine, American Journal of Pathology, online vorab veröffentlicht 21. Juni 2010.

Sonnen-Lust und Sonnenschutz - Konflikt oder gesunde Allianz?

Sonnen-Lust und Sonnenschutz - Konflikt oder gesunde Allianz?

Macht Deine Sonnen-Creme Dich dick, alt und depressiv?” titelt der Daily Mirror, führende britische Boulevard-Zeitung, zum Sommeranfang und zählt die Gesundheitsschäden auf, die durch die Angst vor den Sonnenstrahlen entstehen.

Jahrzehnte lange Panik-Kampagnen der Kosmetik-Industrie mit Hilfe von Dermatologen-Verbänden und Krebs-Organsationen haben den Menschen die Sonne in einem Umfang ausgetrieben, der inzwischen so etwas wie einen gesundheitlichen Notstand produziert. Dieser Notstand hat viele Facetten, am bedeutendsten aber ist sicher der epidemische Mangel an Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin.

Immer mehr wissenschaftliche Studien aus vielen Ländern warnen, dass der Vitamin D-Mangel in den vergangenen Jahren in dem Maße zugenommen hat, wie die Menschen im täglichen Leben gelernt haben, die Sonne zu meiden oder sich durch immer höhere Schutzfaktoren abzuschirmen. Moderne Lebensstile tun ein übriges.

Da die Medien oft unkritisch die Anti-Sonnen-Kampagnen einschliesslich noch der zweifelhaftesten Behautpungen ungeprüft übernehmen, kommt es zu einer eher paradoxen Erscheinung am Rande: Von den negativen Gesundheitsfolgen dieser Kampagnen sind die gebildeteren Schichten, als Zeitungsleser und an Gesundheitsinformationen interessiert, stärker betroffen als die übrige Bevölkerung. Auch die Politik reagiert ähnlich paradox mit bürokratischer Hektik, wie derzeit bei der sogenannten “Solarienverordnung”.

Doch ganz allmählich, durch hunderte wissenschaftlicher Studien und ihre langsame Verbreitung in einem größeren Publikum, setzt sich die Erkenntnis durch, dass das besinnungslose Trommeln gegen Sonne und Solarium und für immer wirksamere Sonnenschutz-Mittel und chemische Bräunung nicht der Gesundheit hilft sondern schadet – und das gleich mehrfach:

  1. Studien haben nachgewiesen, dass die Nutzung von Sonnenschutzmitteln nicht, wie angeblich beabsichtigt, vor Hautkrebs schützt, sondern in vielen Fällen genau das Gegenteil bewirkt: Das Melanom-Risiko steigt! (Jüngste Beispiele von vielen hier)
  2. Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor verhindern praktisch vollständig die Bildung von Vitamin D über die Haut und befördern so den Vitamin D-Mangel. Ein steter Anstieg chronischer Erkrankungen wie Osteoporose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen etc. sind die Folge.
  3. Die so hoch gepeitschte Sonnen-Angst und die panische Fixierung auf die Abwehr von UV-Strahlen macht einen vernünftigen,  für die Gesundheit notwendigen, positiven Umgang mit der natürlichen und künstlichen Sonne unmöglich. Statt gesunden Genuss der “guten” Sonne und dem ganz natürliches Ausweichen vor der “bösen” Sonne, fördern die vereinigten Industrie- und Dermatologen-Kampagnen den einseitigen Verzicht auf die lebensnotwendige aber kostenlose Sonnen-Gesundheit zugunsten der teuren und profitablen Sonnen-Killer.

Der Erfolg dieser Kampagnen aber trägt bereits den Keim ihres Mißerfolgs in sich.

Den Dermatologen hat ihre millionen-schwere Öffentlichkeitsarbeit, die vor eingenartigen statistischen Manipulationen nicht zurückschreckte,  die Honorar-Milliarden eines flächendeckenden Hautkrebs-Screenings beschert. Deren medizinischer Sinn aber wird inzwischen von Ärzten und Wissenschaftlern selbst in Zweifel gezogen. (“Gesetzliches Hautkrebsscreening vor dem Aus?“)

Die Kosmetik-Industrie hat zunehmend mit den Zweifeln an der Glaubwürdigkeit ihrer donnernden Sonnenschutz- und Selbstbräuner-Kampagnen zu kämpfen, je weiter sich die Informationen über die lebenswichtige Bedeutung von Vitamin D und die mangelnde Schutzwirkung gegen den Hautkrebs ausbreiten.  Um kreative Lösungen nie verlegen werden jetzt Selbstbräunungs-Cremes und Sprays mit Vitamin D-Zusatz auf den Markt geworfen – doppelter Gewinn mit angeblich modischer Bräune plus gesundem Vitamin D. Das aber liefert die Sonne kostenlos in sehr viel effizienterer Kombination bei vernünftigem Gebrauch.

Panik-Reaktion der Panik-Macher?

Schwer zu verstehen, warum es so schwierig sein soll,  Sonnengenuss und Sonnenschutz in sinnvoller Balance darzustellen und durchzusetzen. Dem Wohlbefinden und der Gesundheit dient beides – im Teamwork statt beim Catch-As-Catch-Can.

So wanderten die Ahnen (in der Mitte der Nordpol)

So wanderten die Ahnen (in der Mitte der Nordpol)

Sonnenbräune ist ein raffinierter Trick der Evolution. Ohne die unterschiedliche Fähigkeit zur Bräunung und damit zur Anpassung an die unterschiedlich und wechselnd  intensiven Sonnenstrahlen hätte der Mensch die Jahrtausende dauernde Wanderungen von der Wiege der Menschheit in Afrika nach Osten und Norden nicht überlebt. Dabei geht es nicht um den Schutz vor Sonnenbrand und Hautkrebs, wie bisher angenommen. Beides ist kein Hindernis für die Fortpflanzung. Sondern es geht dabei um die ausbalancierte Versorgung mit Vitamin D einerseits und Folsäure andererseits.

Das jedenfalls behaupten  Wissenschaftler von der Penn State University, USA.  Dass mit dem Verlust der Behaarung bei unseren Urahnen das Melanin, der Stoff aus dem die dunklen Pigmente sind, eine schützende Rolle vor zu viel tropischer Sonne spielte, ist seit langem bekannt.  Dass hierfür aber der Schutz vor Hautkrebs entscheidend war, wird jetzt von der Gruppe um die Anthropologin Nina Jablonski bestritten. Vielmehr sei die flexible Pigmentierung eine nowendige genetische Ausstattung gewesen, um die feine Balance zwischen zwei lebenswichtigen Mikro-Nährstoffen, dem Vitamin D und der Folsäure zu garantieren.

Vitamin D wird durch die UVB-Strahlen der Sonne im Körper gebildet und ist notwendig für die Steuerung etlicher Funktionen im menschlichen Körper, wie die Zellteilung oder die Immunregulierung. Dagegen wird Folsäure, Vitamin B9 – vor allem in der Schwangerschaft für das schnelle Zellwachstum von Bedeutung – durch UVB-Strahlung und Hitze zerstört.

Zu wenig UBV führt, vereinfacht gesagt, zu Vitamin D-Mangel mit katastrophalen Gesundheitsfolgen.  Zu viel UVB dagegen führt zu einem Mangel an Folsäure, mit den negativen Folgen für Zellwachstum, Blutbildung und Schwangerschaft. In anderen Worten: Die Fortpflanzung der menschlichen Rasse hing ab von genau der richtigen Wirkung und Dosierung der UV-Strahlen.

Das Melanin, die Hautbräunung, übernahm hier die Funktion des Schiedsrichters. Je mehr Sonne und damit UV-Strahlen, desto dunkler die Haut, je weniger und schräger einfallend die Sonnenstrahlen, desto heller und damit empfänglicher die Haut.

Damit aber war nur ein Problem gelöst: Die Menschen ganz im Süden waren dunkel, schützten ihre Folsäuren-”Bestände” und bildeten dennoch ausreichend Vitamin D. Die Menschen ganz im Norden waren hellhäutig und sonnenempfindlich, um überhaupt genügend Vitamin D in der Haut entwickeln zu können; Folsäure war nicht ihr Problem. Die Anpassung in den mittleren Breiten aber, dazu gehört auch Deutschland, blieb damit ungelöst. Hier wechselten sich Phasen intensiver UVB-Strahlung mit Phasen geringster Strahlung ab, was sich zu einer tödlichen Kombination von Vitamin D-Mangel und Mangel an Folsäure hätte entwickeln können.

Dagegen “erfand” die Natur den Bräunungsprozess. Die Lösung des Problems: Die Bräunung. Diese Fähigkeit wurde den Menschen in den mittleren Breiten genetisch “einprogrammiert” und garantierte das Überleben. Wie das Chamäleon wechselten die Menschen in den mittleren Breiten ihre Hautfarbe “opportunistisch”, heisst: wie der Körper es jeweils zum optimalen Funktionieren brauchte. Ein bisschen Sonnenempfindlichkeit für die Vitamin D-Bildung, ein bisschen Hautpigmentierung zum Schutz der Folsäure – je nach Situation, zum Beispiel je nach Saison.

Je besser diese Anpassung funktionierte, desto gesunder war der Mensch.

Die Natur war erst mit ihrer Weisheit am Ende, als der Mensch zwei Gewohnheiten entwickelte: Mobilität und Mode! Was Prof. Jablonski als “die Verschwörung der Moderne” bezeichnet.

Mobilität führte dazu, dass – im Vergleich zur Evolution “blitzschnell” – dunkelhäutige Menschen aus dem Süden in die sonnenarmen Länder des Nordens reisten und dort blieben, und umgekehrt. Die einen entwickelten Krankheiten durch den Vitamin D-Mangel – die magere Sonne des Nordens reichte nicht aus, die Melanin-Schutzschilde der dunkeln Haut zu durchdringen. Die anderen “verbrannten” und die ungeschützte DNA degenerierte zum Hautkrebs. Alle Einwanderungsländer, egal ob im Süden oder Norden haben dieses besondere Gesundheitsproblem der Zugereisten.

Schlimmer aber war die Entwicklung von Moden. Die Mode-Diktate  und gesellschaftlichen oder religiösen Regeln pfuschten der Natur ins Handwerk, seien es Ganzkörper-Verhüllungen oder Ballermann-Schickeria.

Die jüngste Variante dieses modischen Pfuschs haben uns ausgerechnet die Dermatologen, oder doch einige von ihnen, eingebrockt. Seit mehr als 40 Jahren predigen sie unentwegt gegen die weise Balance der Natur aus Exposition und Schutz. Sonnenbräune, der Ausdruck dieser gelungenen Balance, ist ihnen ein Graus. “Blass is beautiful” ihr Credo. Die Sonne ist der böse Feind, und da ihnen das niemand abnimmt (der gesunde Menschenverstand, das gesunde Menschengefühl, die Erfahrung von Jahrhunderten und seit vielen Jahren auch die Wissenschaft sagen etwas anderes), haben sie einen Ersatzfeind ausgemacht, den sie wie den Sack prügeln, wenn sie den Esel meinen: Das Solarium.

Alles Humbug, meinen die Forscher aus Pennsylvania. O-Ton Prof. Nina Jablonski: “Hautbräunung hat sich viele Male an verschiedenen Stellen der Welt zu verschiedenen Zeiten entwickelt, um die Menschen vor den schädlichen Wirkungen der UV-Strahlen zu schützen.” Ohne die Vitamin D-Bildung über die Haut zu verhindern.

Quelle: Eurekalert/Science Daily

Studie: Nina G. Jablonski. George Chaplin, Human skin pigmentation as an adaptation to
UV radiation
, PNAS, Colloquium paper, 2010

Drei Studien aus sehr verschiedenen Instituten in verschiedenen Ländern kommen zur gleichen Zeit zum gleichen Ergebnis: Es gibt einen deutlichen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel mit Rheuma bzw. rheumatischer Arthritis.

Alle drei Studien wurden jetzt vorgestellt beim Kongress der Europäischen Liga gegen Rheuma (EULAR) in Rom.

In einer britischen Studie diagnostizierten die Forscher bei knapp 60 Prozent der Rheuma-Patienten einen Vitamin D-Mangel.

Ein Team an der Universität von Verona hatte 1.191 Patienten mit rheumatischer Arthritis auf ihre Vitamin D-Werte getestet und fand eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin bei 80 Prozent der Teilnehmer ohne Einnahme zusätzlicher Vitamin D-Pillen. Aber selbst die Teilnehmer, die 800 IE täglich zu sich nahmen erreichten zu 60 Prozent den optimalen Vitamin D-Spiegel im Blut nicht.

Eine dritte Studie bestätigt diese Befunde. Nur 29 Prozent der Patienten mit rheumatischer Arthritis und Osteoporose erreichten auch nur “befriedigende” Vitamin D-Werte.

Quelle: iWire News

EULAR Kongress-Seite:  www.eular.org

Schlank und fit mit Sonne

Schlank und fit mit Sonne

Selbst dort , wo in Ländern der westlichen Welt die Sonne rund ums Jahr scheint, leiden immer mehr Jugendliche aufgrund der modernen “städtischen” Lebensweise unter erheblichem Mangel an “Sonnenschein-Vitamin”.  Das hat Auswirkungen auch auf ihre körperliche Fitness.

In den südlichen Staaten der USA wurden in einer Studie der Universität von Georgia die Vitamin D-Werte von schwarzen und weissen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren gemessen und mit den Daten ihrer physischen Fitness sowie der Herzleistung verglichen.

56,4 Prozent der Jugendlichen erreichten nicht den Normalwert von 75 nmol/L. Im Winter lag dieser Wert noch einmal deutlich höher. Am stärksten betroffen waren die schwarzen Jugendlichen.

Die Jugendlichen mit Vitamin D-Mangel waren in der Regel erheblich dicker und ihr Fettanteil im Vergleich zur Muskelmasse wesentlich höher. Ihre besser Vitamin-D-versorgten Altersgenossen dagegen waren sportlich aktiver, fitter und mit belastbarerem Herz-Kreislauf-System.

Für das sehr viel weiter nördlich gelegene Deutschland dürften diese Ergebnisse eher noch erheblich drastischen ausfallen. Jugendliche sind inzwischen eine der beiden “Risiko-Gruppen” wenn es um die Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D ” geht.  Die intensiven, gegen jedes Sonnen gerade von Jugendlichen und vor allem gegen die künstliche Sonne gerichteten Kampagnen erscheinen vor diesem Hintergrund ebenso problematisch wie die Verbote im “Solariengesetz” von 2009 und in der derzeit vorbereiteten “Solarienverordnung”.

Champion durch Vitamin D?

Sonnenschein Vitamin für die Champions

Sonnenschein Vitamin für die Champions

Passend zu diesem Thema erzählt der Vitamin D-Forscher und Direktor des Vitamin D Councils, Prof. John Jacob Cannell, eine ebenso unglaubliche wie anregende Geschichte in seinem Newsletter:

Das Eishockey-Team der Metropole Chicago, die Chicago Blackhawks, spielten über Jahre in den unteren Regionen der National Hockey League (NHL). Bis ihr Trainer auf die Idee kam, den Vitamin D-Spiegel seiner Spieler zu testen. Das Ergebnis war katatsprophal, praktisch alle Spieler hatten Vitamin D-Werte deutlich unterhalb der optimalen Werte.

Nach einer rigorosen “Vitamin D-Kur” über 15 Monate (5.00 IE täglich) gewann das Team im vergangenen Jahr das Finale der NHL Western Conference, steht dort auch in diesem Jahr wieder an der Spitze und in den Stanley Cup Finals.

Quelle:  Science Daily

Studien:
Yanbin Dong et al.,  Low 25-Hydroxyvitamin D Levels in Adolescents: Race, Season, Adiposity, Physical Activity, and FitnessPediatrics, vorab online 03. Mai 2010

JJ Cannell  Hollis BW, Sorenson MB, Taft TN, Anderson JJ.  Athletic performance and vitamin D. Med Sci Sports Exerc. , 2009;41(5):1102-10.

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