Archiv für die Kategorie 'Vitamin D'

Sonne schützt vor vielen Krebsarten, auch vor dem gefährlichen “schwarzen” Hautkrebs, dem Melanom. Büroangestellte leiden häufiger unter dieser Krankheit als Menschen, die im Freien arbeiten und der Sonne ausgesetzt sind.

Bisher stand der Nierenkrebs nicht auf der Liste der durch Sonne beeinflussten Krebsarten. Das ändert sich jetzt.

Eine Studie vom National Cancer Institute in Rockville, USA, weist jetzt nach, dass regelmäßiger Aufenthalt an der Sonne durch entsprechende berufliche Tätigkeiten das Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken, um bis zu 38 Prozent verminderte. Je mehr Sonne, desto geringer das Risiko.

Die Forscher waren von der Beobachtung ausgegangen, dass in den vergangenen Jahrzehnten die Nierenkrebs-Erkrankungen ständig zugenommen hatten, während gleichzeitig die Vitamin D-Versorgung der Bevölkerung stetig zurückging.  Die Vermutung lag daher nahe, dass der Mangel an “Sonnenschein-Vitamin” Auswirkungen auf die Entstehung und Entwicklung des Nierenkrebses haben könnte.

In der methodisch sehr sorgfältig durchgeführten Studie, die in den nächsten Tagen in der führenden Fachzeitschrift Cancer erscheinen wird, wurden 1,097 Patienten mit Nierenkrebs aus Mittel- und Osteuropa untersucht und verglichen mit  1,476 gesunden Probanden.

Vor einem Rätsel allerdings standen die Wissenschaftler als sie feststellen mussten, dass es einen deutlichen Zusammenhang von Vitamin D-Werten im Blut und dem Nierenkrebs-Risiko gab, dass dieser Zusammenhang aber nur bei den Männern eine statistisch relevante Größe hatte, nicht aber bei den Frauen! 

Prof. Sara Karami und ihre Kollegen vermuten, dass

  • die weiblichen Hormone hier eine Rolle spielen könnten,
  • Frauen, wie Umfrage-Studien regelmäßig nachweisen, häufiger und regelmäßiger zu Sonnenschutzmitteln greifen und damit die Vitamin D-Synthese abblocken,
  • die Männer im Freien mit bloßem Oberkörper arbeiten und entsprechend mehr Hautoberfläche für die Bildung des Sonnenschein-Vitamins “zur Verfügung stellen”.

Wie immer weisen die Forscher darauf hin, dass diese Ergebnisse noch in weiteren Studien über die Arbeitswelt hinaus bestätigt werden müsste.

Quelle: Alphagalileo

Studie:  Sara Karami et al.,  Occupational sunlight exposure and risk of renal cell carcinoma, CANCER; online vorab publiziert am 08. März 2010

Spermien_fotoliaNoch einmal zu Sonne, Vitamin D und Männlichkeit:

Das Sonnenschein-Vitamin D scheint für die männliche Zeugungskraft eine noch höhere Bedeutung zu haben als ohnehin schon vermutet.  Die Häufung von Vitamin D-Rezeptoren (die “Türhüter” der Zellen für den Zugang des aktiven Vitamin D in die Zellkerne) in Hoden, Samenleiter und in den reifen Samenzellen legen diesen Schluss nahe.

Dänische Forscher hatten sich dieser Frage auf neuen Wegen genähert. Sie untersuchten die Funktionen verschiedener Vitamin D-Rezeptoren in den männlichen Geschlechtsorganen und der Enzyme, die für die “Zubereitung” des Vitamin D und dessen Wirksamkeit zuständig sind.

Sie fanden bei den Versuchsteilnehmern bestätigt, was bereits aus Tierversuchen bekannt war: Ein Vitamin D-Mangel führt zu geringerer Spermienbildung und Fruchtbarkeit bei den betroffenen Männern.

Erst kürzlich hatten Studien den Zusammenhang zwischen dem Sonnenschein-Vitamin und der Bildung von männlichen Hormonen belegt.

Die Autoren dieser Studie machten dabei in ersten Untersuchungen auch mit Frauen eine scheinbar paradoxe Entdeckung:
Bei Frauen scheint Vitamin D die Testosteronwerte zu senken!

Eine Gruppe von Frauen mit krankheitsbedingter Überproduktion des männlichen Hormons wurden erfolgreich mit Vitamin D behandelt. Die abschliessenden Ergebnisse der Studie liegen allerdings noch nicht vor. Ein Punkt mehr allerdings bereits jetzt für die “heilende Sonne” , ihr Sonnenschein-Vitamin und die natürliche Steuerung ihrer Wirkungen jeweils dorthin, wo sie gebraucht werden.

Quelle: PubCrawler

Studie:  Martin Blomberg Jensen et al.,  Vitamin D receptor and vitamin D metabolizing enzymes are expressed in the human male reproductive tractHuman Reproduction,  online vorab publiziert 18. Februar 1020.

Sonne macht schlank

Sonne macht schlank

Sonnenmangel ....

Sonnenmangel .... Foto: Fotolia

Sonnenschein-Vitamin verhindert die “Verfettung” der Muskeln bei Frauen. Je größer das Vitamin D-Defizit desto leichter kann sich das Fett in den Muskeln ablagern.

Forscher von der University of Southern California in Los Angeles (UCLA) und der kanadischen McGill-University maßen bei 90 jüngeren Frauen den Vitamin D-Spiegel im Blut,  und per Computer-Tomographie die Muskelmasse, das Körperfett und den Fettanteil der Muskeln.

59 Prozent der Frauen zeigten einen Vitamin D-Mangel (<29 ng/ml) und davon wiesen 24 Prozent ein ernsthaftes Vitamin D-Defizit (<20 ng/ml) auf.  Nur 41 Prozent der Probandinnen hatten einen normalen Vitamin D-Spiegel. Diese Werte stellen ein annährend  genaues Abbild der weiblichen Bevölkerung in der Region, mit – wie sich die Forscher ausdrücken – einem “epidemischen” Vitamin D-Mangel. Ähnlich auch die Verhältnisse in der deutschen Bevölkerung, die in den vergangenen Jahren vom Robert-Koch-Institut ermittelt wurden.

Der Anteil an Fett in den Muskeln war bei den Frauen mit normalen Vitamin D-Werten deutlich geringer (fast um 25 Porzent) als bei den Frauen mit Vitamin D-Mangel.

Über ähnliche Studienergebnisse hatten wir hier, hier und hier bereits berichtet.

Quelle: HighWire

Studie:  Vicente Gilsanz et al., Vitamin D Status and Its Relation to Muscle Mass and Muscle Fat in Young WomenJournal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 17. Februar 2010 (online vorab veröffentlicht)

Eine der wichtigsten und erst allmählich wissenschaftlich erforschten Funktionen des Vitamin D ist die Immunssteuerung im menschlichen Körper. Nachgewiesen ist das längst für Krankheiten wie Tuberkulose, Wundheilung oder Grippe. Die Vermutung lag nahe, dass die antibakterielle und antivirale Wirkung des Sonnenschein-Vitamins auch bei der Bekämpfung von HIV hilfreich sein könnte.

Eine Studie an der Harvard Universität in Boston, USA, fand jetzt erste Belege für die Richtigkeit dieser Vermutung.  Die Forscher verfolgten den Krankheitsverlauf von 884 HIV-infizierten, schwangeren Frauen in Tansania über einen Zeitraum von knapp sechs Jahren. Die Vitamin D-Werte der Frauen wurden ermittelt.

Es zeigte sich, dass die Frauen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut (25-hydroxyvitamin D geringer als 32 ng/ml) bedeutend früher ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung erreichten als die Frauen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Das Risiko einer Anämie war bei Vitamin D-Mangel um 46 Prozent, die Sterblichkeitsrate um 42 Prozent höher im Vergleich mit dem am besten versorgten Fünftel der Probanden.

Quelle: PubMed

Studie:  S. Mehta, E. Giovannucci et al., Vitamin D status of HIV-infected women and its association with HIV disease progression, anemia, and mortality, PLoS One 2010 Jan 19;5(1):e8770 (PDF kostenfrei)

junger-mann-in-der-sonneMännliche Hormone (Androgene) richten sich nach der Sonne.  Männer mit einem normalen Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 30 ng/l haben deutlich höhere Testosteron-Werte (insbesondere an nicht gebundenem, verfügbarem und daher wirksamen Testosteron) als Männer mit niedrigeren Vitamin D-Werten (20-29 oder gar <20 ng/l).
Diese Werte sind – genau wie die Vitamin D-Werte – von der Sonneneinstrahlung abhängig. Ende März – am Ende des “Vitamin D-Winters” -  ist der Testosteron-Spiegel am niedrigsten, Ende August am höchsten. Flapsig gesprochen: Je höher die Sonne steigt, desto männlicher der Mann!

Ganz so drücken es zwar die Forscher an der Medizinischen Universität Graz nicht aus, die diesen Zusammenhang untersucht haben und jetzt die Ergebnisse in der Fachzeitschrift “Clinical Endocrinology” veröffentlichten.  Ihre Untersuchungen von 2299 Männern über einen  Zeitraum von vier Jahren bestätigen aber einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der  Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D”, saisonalen Einflüssen und der Höhe des wirksamen männlichen Hormon-Pegels.

Da 80-90 Prozent des “Sonnenschein-Vitamins”  durch die UV-Strahlen der Sonne oder im Solarium über die haut im Körper selbst gebildet wird, reicht die Ernährung für eine ausreichende Versorgung nich annnähernd.  “Das UVB-Licht ist und bleibt der wichtigste Lieferant, wer zu wenig in der Sonne ist, muss Vitamin D zusätzlich einnehmen“, so der Leiter der Forschungsgruppe, Dr. Winfried März vom Synlab Medizinischen Versorgungszentrum Heidelberg, im Interview mit pte.

Vor allem im Winter könne künstliches Sonnenlicht in Solarien das fehlende Sonnenlicht  ersetzen. “Die nötige Menge ist nicht einmal besonders hoch. Eine Exposition von 15 bis 20 Minuten reicht dafür aus“, so der Mediziner abschließend.

Quelle:  ScienceDaily/pte

Studie: E. Wehr, S.  Pilz, B.O. Boehm , W. März, B. Obermayer-Pietsch, Association of vitamin D status with serum androgen levels in menClinical Endocrinology 29. Dezember 2009

Menschen mit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung verringern ihr Darmkrebs-Risiko um die Hälfte im Vergleich zu Menschen mit Vitamin D-Mangel. So das Ergebnis einer großen europäischen Studie mit einer halben Million Teilnehmern in 10 europäischen Ländern.

Forscher vom Imperial College, London, und der International Agency for Cancer Research (IARC) hatten in den Jahre 1992-1998 im Rahmen der  European Prospective Investigation into Cancer study (EPIC) umfangreiche Daten zu Ernährung und Lebensführung abgefragt und Blutwerte erhoben. In den folgenden Jahren waren 1.248 Menschen aus dieser Gruppe an Darmkrebs erkrankt und wurden in dieser Studie mit ebenso vielen gesunden Probanden verglichen.

Das Ergebnis bestätigt frühere epidemologische Studien, über die wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtete haben.

Diese große und sorgfältig durchgeführte Studie ist ein überzeugender Beleg für die Bedeutung des Vitamin D für den Schutz vor Darmkrebs…. Wir wissen, wie wichtig es ist, darauf zu achten, genügend Sonnenlicht zu bekommen – ohne die Haut zu schädigen -  um den Vitamin D-Spiegel im Blut hoch zu halten (Übers. d.Red),” so der Leiter der Studie am Imperial College,  Prof. Elio Riboli.

Einen Zusammenhang zwischen der Verminderung des Darmkrebs-Risikos und Vitamin D-reicher Ernährung konnten die Forscher nicht finden. Das Sonnenlicht sei offensichtlich sehr viel bedeutender für die Vitamin D-Versorgung als die Ernährung.

Eine Entdeckung von großer Bedeutung machten die Forscher sozusagen nebenbei: Vitamin A, Retinol, das etwa in Lebertran vorkommt, bremst die positive Wirkung von Vitamin D oder macht sie gar ganz zunichte. Diese Erkenntnis erklärt möglicherweise auch die widersprüchlichen Ergebnisse frühere Studien, je nachdem ob diese Studien in nordlichen Lädern mit hohem Lebertran-Konsum oder in südlichen Landern durchgeführt wurde. Die Fogeln dieser Entdeckung für die Therapie vieler chronischer Erkrankungen ist noch garnicht abzusehen.

Kleine Ironie am Rande: Die gleiche Organisation, die IARC, die Solarien erst kürzlich und die Sonne bereits 1992 als krebserregend eingestuft und damit eine Flut negativer Schlagzeilen über die künstliche Besonnung produziert hatte, betont jetzt mit der Veröffenltichung der spektakulären Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” z. B. für den Darmkrebs die wichtige Rolle der Sonne bei der Vorbeugung und Heilung dieser Krebsart (und vemutlich vieler anderer bösartiger Tumore).

Quelle: Pressemeldung Imperial College

Studie:  Jenab et al.,  Association between pre-diagnostic circulating vitamin D concentration and risk of colorectal cancer in European populations: a nested case-control study, British Medical Journal 2010;340:b5500 (21. Januar 2010) – PDF

sonnen-tshirt-muetze

Keine Angst vor der Mittagssonne

Dass die Warnungen und die Angstkampagnen einiger Dermatologenverbände mit verantwortlich sind für den “epidemischen” Vitamin D-Mangel in der Bevölkerung mit seine Folgen für die chronischen Volkskrankheiten, ist inzwischen verbreitete Einsicht in medizinischen wie in Laienkreisen.  Nun aber zeigt eine Studie in einer Art Laborversuch,  dass selbst die Menschen, die diesem Unsinn trotzen und sich gelassen aber wohldosiert auch im Sommer der Mittagssonne aussetzen, zwar eine ausreichende, nicht aber eine optimale Vitamin D-Versorgung erreichen.

Photobiologen am englischen Manchester Academic Health Science Centre liessen 120 Stadtbewohner im Alter zwischen 20 und 60 Jahren im Winter – also ohne “störenden” Einfluss der Sonne – im Labor mit UV-Licht bestrahlen, das so exakt wie möglich den Sonnenstrahlen im englischen Sommer zur Mittagszeit nachgebildet war.  Die Probanden waren mit Shorts und T-Shirt bekleidet, und damit war etwa ein Drittel der Hautoberfläche den Strahlen ausgesetzt.  Die Strahlendosis entsprach 1,3 SED (Standard Erythema Dose), also weniger als der Hälfte einer Bestrahlung, die zu ersten Rötungen der Haut führt (MED).

Nach drei Bestrahlungen pro Woche über sechs Wochen wurden  bei 90 Prozent der Teilnehmer zwar ein Stand von über 20 ng/ml Vitamin D,  25 (OH)D,  gemessen, die Untergrenze des “Normalen”, aber nur 26 Prozent der Teilnehmer erreichten den als “optimal” definierten Stand von 32 ng/ml.

In anderen  Worten: Bei einer Besonnung um die Mittagszeit im Sommer von etwa 13 Minuten auf 35 Prozent der Hautoberfläche wird bei typischen Mitteleuropäern in ausreichendem, aber nicht in bestmöglichem Maße Vitamin D3 im Körper gebildet. Da viele der positiven Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” dosisabhängig sind,  weisen diese Ergebnisse auf eher “mehr” – wohldosiert eingesetzte – als auf “weniger” Sonne hin, selbst im Sommer.

Quelle:  PubCrawler

Studie: L.E. Rhodes et al.,  Recommended Summer Sunlight Exposure Levels Can Produce Sufficient (>/=20 ng ml(-1)) but Not the Proposed Optimal (>/=32 ng ml(-1)) 25(OH)D Levels at UK Latitudes, Journal of  Investigative  Dermatology, 14. Januar 2010 (vorab online)

Dunkle Haut im Nachteil

Dunkle Haut im Nachteil - Foto: iStockphoto

Wer sonnt lebt länger! Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 führt zum früheren Herztod. Oder genauer: Das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben liegt für Menschen mit einem drastischen Vitamin-D-Mangel um volle 40 Prozent höher als bei Menschen mit optimaler Vitamin D-Versorgung.

Ein Forschergruppe am University of Rochester Medical Center untersuchte 15.000 gesunde, erwachsene Amerikaner auf ihren Vitamin D-Spiegel und die Anzahl der Todesfälle durch Herzerkrankungen. Dabei berücksichtigten die Forscher auch Faktoren wie Übergewicht, Rauchen und bestimmte Proteine.

Besonders bemerkenswert vor allem ein Ergebnis: Dunkelhäutige Teilnehmer hatten ein um 38 Prozent höheres Risiko, an einer Herzattacke zu sterben als weisse Probanden. Der Grund: Die pigmentierte Haut hindert die Vitamin D-Synthese in der Haut durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium. Je mehr sich dann der Vitamin D-Spiegel der beiden Hauttypen-Gruppen in der Studie anglich, desto geringer wurde auch der Risiko-Unterschied bei den Herzerkrankungen.

Unsere Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass sich durch die sehr einfache Veränderung des Vitamin D-Status der Menschen (durch Besonnung im Freien und im Solarium sowie durch Supplementierung, d.Red.)  das Risiko einer Herzkrankheit deutlich reduzieren liesse, ” so der Leiter der Studiengruppe, Prof. Kevin Fiscella.

Quelle: EurekAlert/University of Rochester

Studie: Kevin Fiscella, Peter Franks, Vitamin D, Race, and Cardiovascular Mortality: Findings From a National US Sample,  Annals of Family Medicine 8:11-18 (2010) – PDF

fvs-spiegel_WohlfühlenDie Fälle von Lungenentzündungen werden bis zum Jahr 2050 um 149 Prozent zunehmen. Das ist “Rekord” unter den Volkskrankheiten, wie jetzt das Fritz-Breske-Institut für Gesundheits-System-Forschung ermittelte (Details hier). Einer der Gründe für diesen Anstieg – wie übrigens auch bei den meisten im Report genannten Volkskrankheiten – könnte der Mangel an Sonne und Besonnung sein.

Zeitgleich mit dem Bericht des Fritz-Breske-Instituts erscheint jetzt eine Studie aus Philadelphia, USA, die einen erstaunlichen Zusammenhang herstellt von Intensität der Sonnenstrahlen mit dem Auftreten und der Häufigkeit von Pneumokokken-Infektionen, einer schweren Form der Lungenentzündung.

Die internationale Forschungsteam mit Wissenschaftlern aus Australien, Kanada und den USA hatte 603 Patienten mit eine Pneumokokken-Infektion in den Jahren 2002-2007 untersucht und das Auftreten der Krankheit mit der Jahreszeit und der Intensität der Sonneneinstrahlung verglichen (UV-Index gemessen im Wochenrhythmus).

Nicht nur trat die größte Häufung von Fällen dieser Lungenentzündung wie erwartet in den Wintermonaten auf,  sondern darüber hinaus zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Stärke der UV-Strahlung, gemessen am UV-Index, und den Erkrankungsfällen.  Mit jedem Punkt Zunahme des UV-Index sank die Wahrscheinlichkeit einer Lungenentzündung um jeweils 30 Prozent.

Der größte Risikofaktor in Philadelphia für eine invasive Pneumokokken-Erkrankung ist eine länger Periode  niedrigen UV-Strahlung,” so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, die dieses Phänomen auf die immunregulierende und anti-bakterielle Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” zurückführen.

Tatsächlich steht diese Studie in einer langen Reihe von wissenschaftlichen Entdeckungen über die Bedeutung der UV-Strahlen (von Sonne und Solarium) und des Vitamin D3 für Vorbeugung und Therapie vieler Volkskrankheiten – und für die immer kritischer werdende Situation der Gesundheitssysteme.

Hier einige Beispiele für Berichte über diesen Zusammenhang in der Reihenfolge der Zuwachsraten bis 2050, wie sie vom Fritz-Breske-Institut ermittelt wurde:

Immer häufiger treten auch die gesundheitsökonomischen Konsequenzen ins Blickfeld der Forschung. Über einige Ergebnisse haben wir hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Dass bei diesem Zusammenhang zwischen UV-Strahlen, Vitamin D und Gesundheit die Solarien eine wichtige Rolle vor allem für die kontrollierte Vitamin D-Synthese spielen können, wird in ein einer Reihe von Studien belegt: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier

Quelle: PubCrawler

Studie:  Alexander NJ White et al., Let the sun shine in: effects of ultraviolet radiation on invasive pneumococcal disease risk in Philadelphia, Pennsylvania, BMC Infectious Diseases 2009, 9:196

Sonnenschein-Vitamin gegen Raucherlunge  Foto: Fotolia

Sonnenschein-Vitamin gegen Raucherlunge Foto: Fotolia

Je stärker Raucher oder ehemalige Raucher unter den Folgen ihrer Sucht, der “Raucherlunge” und dem “Raucherhusten” leiden, desto häufiger wird bei ihnen ein chronischer Vitamin D-Mangel beobachtet – 25(OH)D bei weniger als 20 ng/ml.
Von den Patienten im fortgeschrittenen Stadium (4) leiden sogar 100 Prozent unter einem Vitamin D-Defizit.

Unsere Untersuchungen legen eine Empfehlung nahe für die Behandlung mit Vitamin D von Patienten mit fortgeschrittenen obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD),” so fasst der Leiter einer Forschungsgruppe an der Katholieke Universiteit Leuven, Belgien, die Ergebnisse der Studie mit 414 Rauchern im Alter von über 50 Jahren zusammen.

Quelle: HighWire

Studie:  Wim Janssens, Roger Bouillon et al.,  Vitamin D Deficiency is Highly Prevalent in COPD and Correlates with Variants in the Vitamin D Binding Gene, Thorax,  Online vorab veröffentlicht 8. December 2009

Nächste Einträge »