Archiv für das Tag 'Diabetes'

Menschen mit einem Mangel an Vitamin D erkranken um 40 Prozent häufiger an Diabetes 2 als ihre optimal versorgten Zeitgenossen.

In einer von verschiedenen US-Stiftungen für Gesundheitsforschung geförderten Untersuchung haben Forscher von der Tufts Universität in Boston, USA,  Daten von 1.700 Teilnehmern an der großen Framingham Offspring  Studie im Verlauf von sieben Jahren ausgewertet. In dieser Zeit erkrankten 133 Teilnehmer an Diabetes 2.

Nach Ausschluss aller anderen bekannten Auslöser für eine Diabetes-Erkrankung zeigte sich, dass die Teilnehmer im oberen Drittel der Vitamin D-Versorgung zu 40 Prozent seltener an Diabetes 2 erkrankt waren als die Teilnehmer im unteren Drittel.  Die Autoren fassen ihre Ergebnisse in dem Rat zusammen:
Eine wichtige Strategie zur Vorbeugung und Verhinderung von Diabetes ist das Erreichen und Erhalten optimaler Vitamin D-Werte.

Diese und ähnliche Ergebnisse kommentiert der bekannte deutsche Vitamin D-Forscher, Prof. Armin Zittermann vom Herzzentrum Bad Oeynhausen, in der Zeitschrift Diabetes Ratgeber . Sein Tipp:
Dreimal in der Woche in der Mittagszeit 15 bis 20 Minuten an die Sonne – das reicht. In den Mittagsstunden ist der UV-B-Anteil  am höchsten. Vormittags oder Nachmittags müssten Sie länger Sonne tanken, um vergleichbar viel Vitamin D zu bilden. Das ist auch deshalb ungünstig, weil dann der Anteil der UV-A-Strahlen größer ist, die die Haut schädigen, aber für die Vitamin-D-Produktion nichts bringen. Wichtig: Die Sonne sollte mindestens ein Viertel der Körperoberfläche erreichen. Das heißt: Hose und Ärmel hochkrempeln.”

Quelle: Science Daily/Diabetes Ratgeber

Studie:  Enju Liu et al.,   Predicted 25-hydroxyvitamin D score and incident type 2 diabetes in the Framingham Offspring Study, American  Journal of  Clinical  Nutrition,  online vorab 14. April 14, 2010

Ausreichende Sonnen-Exposition hilft bei der Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf- und Gefäß-Erkrankungen.

Diese Ergebnisse lang andauernder Studien am renommierten Intermountain Medical Center Heart Institute im US-Bundesstaat Utah stellten die Forscher gestern beim internationalen 59. Fachkongress des American College of Cardiology in Atlanta, Georgia, vor.

Auch die Frage: Wieviel Vitamin D ist notwendig für die Vorbeugung von Herzkranzgefäß-Erkrankungen? wurde beantwortet.

Dr. J. Brent Muhlestein, Leiter der kardiologischen Forschungsabteilung am Intermountain Medical Center Heart Institute:  “Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Bedeutung des Vitamin D für die Behandlung und Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen und anderen chronischen Krankheiten sehr viel größer ist , als wir ursprünglich gedacht haben.

Vorgestellt wurden zwei Studien. In der ersten Studie wurde 9.400 Patienten mit niedrigen Vitamin D-Werten geraten, durch Vitamin D-Pillen oder Sonnen-Exposition ihre Werte deutlich zu steigern. Bei der Kontroll-Messung nach einem Jahr zeigte sich, dass die Teilnehmer, die ihren Vitamin D-Spiegel auf das “Normal-Maß” erhöhten, ihr Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 47 Prozent vermindert hatten.

In einer zweiten Studie wurden 31.000 Patienten in drei Gruppen eingeteilt, je nach Höhe ihres Vitmain D-Spiegels im Blut.  Dabei stellte sich heraus, dass die Teilnehmer, die über einen gewisssen Zeitraum ihre Werte auf 43 ng/ml oder mehr erhöht hatten,  ihr Risiko deutlich senken konnten, an Diabetes, Herz- und Gefäßkrankheiten, Herzinfarkt, Herzversagen, Bluthochdruck, Depression und Nierenversagen zu erkranken.  Weniger von diesen Patienten starben im Vergleich zu den Gruppen mit einer Vitamin D-Unterversorgung.

Allgemein gilt eine Vitamin D-Spiegel von 30 ng/ml als “normal”. Es zeige sich aber zunehmend, dass dieser Wert zu niedrig sei, um die optimale Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” zu erzielen.

20-30 Minuten an der Sonne (im Sommer) reiche aus, so Dr. Muhlestein, um 10.000 IE (internationale Einheiten) Vitamin D zu produzieren. Dabei sei allerdings immer ein Sonnenbrand oder Hautirritationen zu vermeiden.

Nachtrag

Ein Feature der Presseagentur pte vor dem Hintergrund des oben erwähnten ACC-Kongresses und ein Interview mit dem Stoffwechselexperten Dr. Rudolf Gasser von der Uniklinik Innsbruck ist überschrieben:

Quelle: Science Daily/Eurekaltert

Optimale Vitamin D-Versorgung -  ein Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 80 nmol/L -  das gesamte Jahr über ist ein wichtiger Schutz gegen die Volkskrankheit Diabetes.

Eine Studie von der Massey University Neu-Seeland untersuchte die Wirkung von täglichen Vitamin D-Gaben (4.000 IE) auf die Insulin-Bildung bei 81 zufällig ausgewählten Frauen im Alter von 23 – 68 Jahren im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe. Die Insulin-Ausschüttung wurde ebenso wie die Aufnahmefähigkeit der Zellen für das Insulin (Insulinsensitivität und Insulinresistenz) bei diesen optimalen Vitamin D-Werten wesentlich verbessert.

Die Autoren plädieren aufgrund dieser Ergebnisse für eine deutliche Erhöhung der Richtwerte für Vitamin D bei der Vorbeugung und Behandlung von Diabetes.

Über Studien zum Zusammenhang von Vitamin D und Diabetes 1 und 2 hatten wir in der Vergangenheit hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle:  PubMed

Studie:  P.R. von Hurst, W. Stonehouse , J. Coad,  Vitamin D supplementation reduces insulin resistance in South Asian women living in New Zealand who are insulin resistant and vitamin D deficient – a randomised, placebo-controlled trial, British Journal of Nutrition 2009 Sep 28:1-7

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Nierenversagen haben eine fast um die Hälfte größere Überlebenschance, wenn ihr Vitamin D-Spiegel im Blut optimal ist im Vergleich zu Patienten mit Vitamin D-Mangel.

Wissenschaftler am NRW Herz-Zentrum der Universität Bochum in Bad Oeynhausen unter Leitung von Dr. Armin Zittermann begleiteten 510 Herzpatienten über ein Jahr lang und untersuchten den Serum-Spiegel der biologisch aktiven Form des Vitamins,  1,25(OH)2D3, der Teilnehmer.  Nach der Höhe des Spiegels wurden die Patienten in fünf Gruppen eingeteilt. Während die Überlebensrate in der Gruppe mit dem niedrigsten Vitain D-Spiegel im Blut bei nur 66,7 Prozent lag, erhöhte sich diese Quote kontinuierlich mit dem Grad der Vitamin D-Versorgung und erreicht im obersten Fünftel eine Überlebensrate von 96,1 Prozent.

In anderen Worten: Das erste Jahr nach der Erkrankung überlebten fast alle Patienten mit einer guten Vitamin D-Versorgung, während ein Drittel der mit einem niedrigen Serum-Spiegel im Blut in dieser Zeit starben.

Quelle:  PubCrawler

Studie: A. Zittermann et al.,  Circulating Calcitriol Concentrations and Total Mortality,  Clinical Chemistry 55: 1163-1170, 2009

Wenn einem “eng ums Herz” wird, ist oft die Verkalkung der Herzkranzgefäße schuld. Menschen mit ausreichender Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D3″ haben ein wesentlich niedrigeres Riskio einer Arterienverkalkung als Menschen, die die Sonne meiden oder aus anderen Gründen unter einem Vitamin D-Mangel leiden.

Forscher der University of Washinton in Seattle und der Johns Hopkins University in Baltimore, USA,  kamen zu diesem Ergebnis bei der Untersuchung der Daten von1370 Teilnehmern an der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis.

Fazit der Autoren: Die beschleunigte Entwicklung von Arteriosklerose durch Vitamin D-Mangel könnte der Grund sein für den in verschiedenen früheren Studien (wir hatten hier, hier, hier, hier, hier, hierhier, hier, hier und hier berichtet) festgestellten Zusammenhang von Vitamin D-Defizit und Herzerkrankungen bzw. Herztod.

Da Menschen, die unter einer chronischen Nierenerkrankung leiden, sind besonders durch Arterienverkalkung gefährdet. Die positive Wirkung des Sonnenschein-Vitamins für die Überlebenschancen dieser Patienten ist seit langem bekannt.

Eine französischen Studie, die diesen Zunsammenhang untersuchte, kam nun zu einem erstaunlichen Ergebnis:  Die Patienten mit einem normalen oder optimalen Vitamin D-Spiegel im Blut wiesen nicht nur eine geringere Verkalkung der Gefäße auf im Vergleich zu Patienten mit Vitamin D-Defiziten,  sie hatten auch dann eine deutlich höhere Lebenserwartung, wenn die Gruppe mit Arterienverkalkung von der Analyse ausgeschlossen wurden.

Das bedeutet nach Meinung der Forscher, dass es auch andere, bisher unbekannte Wirkmechanismen geben müsse, die den Patienten mit ausreichender Vitamin D-Versorgung ein längeres Leben bescheren.

Quelle:  HighWire

Studien:
Ian H. de Boer et al., 25-Hydroxyvitamin D Levels Inversely Associate with Risk for Developing Coronary Artery Calcification, Journal of the American Society of Nephrology, vorab publiziert 14. Mai 2009

Ziad A. Massy et al., Vitamin D Affects Survival Independently of Vascular Calcification in Chronic Kidney Disease, Clinical Journal of the American Society of Nephrology, vorab online publiziert, 14. Mai 2009.


Sonne nur noch am Strand?

Sonne nur noch am Strand? dann aber im Übermaß!

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage erscheint eine Studie, die belegt, dass ausgerechnet moderne Jugendliche in westlichen und nördlichen Ländern mehr als andere Altersgruppen unter einem akuten Mangel an Vitamin D und damit vor allem an Sonnenmangel leiden.

Am gleichen Tag, da der Deutsche Bundestag in 1. Lesung das “Solareingesetz” mit dem Sonnenbankverbot für Jugendliche debattierte, errgegte bei der internationalen “Conference on Cardiovascular Disease Epidemiology and Prevention” in Palm Harbor, Florida, ein Vortrag Aufsehen, in dem zum wiederholten Male unterstrichen wurde, dass die Gesundheit Jugendlicher stärker bedroht ist durch ein “zu wenig” an – vernünftig genossener – Sonne als an einem “zu viel”.

Die Untersuchung von 3.577 Jugendlichen im Alter von 12-19 Jahren kommt zu dem Ergebnis, dass der niedrige Vitamin D-Spiegel bei vielen Teenagern das Risiko einer Erkrankung an einigen der typischen Volkskrankheiten drastisch erhöht, und zwar um

  • 236 Prozent beim Bluthochdruck,
  • 254 Prozent bei überhöhtem Blutzuckerspiegel  und
  • 399 Prozent bei  Stoffwechselstörungen.

Die Daten entstammen dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) in den USA.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Jugendlichen später an Herz- und Gefäßkrankheiten oder Diabetes leiden erhöht sich damatisch durch diesen Befund.

Je dunkler die Haut der Jugendlichen, desto größer der Vitamin D-Mangel. Afro-amerikanische Jugendliche wiesen nur gut die Hälfte an Vitamin D-Serum im Blut auf wie weisse Teenager.  Die dunklen Hautpigmente, die die Hautzellen gegen Schäden durch UV-Strahlen schützen, verhindern gleichzeitig die Vitamin D-Synthese in der Haut.

Wir erleben eine aufregende und faszinierende Zeit, denn wir haben erst angefangen zu bergreifen, eine wie wichtige Rolle Vitamin D spielt für die Gesundheit des Herzens und der Blutgefäße,” so der Leiter der Forschungsgruppe an der  Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, Dr. Jared P. Reis.

Prof. Robert H. Eckel,  der scheidende Präsident der American Heart Association: “Diese Daten über den gravierenden Vitamin D-Mangel Jugendlicher macht uns sehr besorgt um die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten unserer jungen Menschen und darüber, dass sie zu wenig Zeit an der Sonne verbringen.”

Quelle:  Science Daily Das Manuskript wurde von der American Heart Association vorab zur Verfügung gestellt.

Let the Sunshine In

Let the Sunshine In

Let the Sunshine In!” (Lass den Sonnenschein herein!).

Mit diesem für eine internationale Fachzeitschrift eher ungewöhnlichen Pop-Zitat ist eine Übersichts-Studie betitelt, die die Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” D3 für Prävention und Therapie von Diabetes zusammenfasst.

Die Forschergruppe an der Loyola University Chicago kommt bei der Sichtung und Bewertung der inzwischen reichhaltigen Literatur zu Vitamin D, Diabetes, Metabolischem Syndrom und den Folgen zu dem Schluss, dass die Diagnose und Bekämpfung des Vitamin D-Mangels die einfachste und kostenärmste Strategie für Vorbeugung und Behandlung von Diabetes sein könnte.

Gleichzeitg erscheint eine Studie mit jugendlichen Diabetes-Patienten  (vorab online, Veröffentlichung in der Januar-Ausgabe 2009 des “The Journal of Pediatrics“), die die Bedeutung von Vitamin D für die Diabetes-Vorbeugung  unterstreicht.

Zu unserer großen Überraschung fanden wir massive Vitamin D-Defizite,” so Dr. Lori Laffel vom Joslin Diabetes Center, eine der Autorinnen der Studie. Nur ganze 24 Prozent der Studien-Teilnehmer hatten einen ausrechenden Vitamin D-Spiegel im Blut. Der wichtigste Grund für diesen Mangel:  Zu wenig Sonne, ein Trend der sich nach Beobachtung der Forscher in den vergangenen Jahren verstärkt hat.

Das isses!

Als  “Nahrungsmittel des Augenblicks” bezeichnet eine Forschungsübersicht der Loyola Universität für die Medien das Vitamin D.
Vitamin D hat weitreichende Vorteile für unsere Gesundheit und vor allem für einige chronische Krankheiten,” so Prof. Penckofer.

(Über ähnliche Forschungsergebnisse haben wir in 2008 bereits hier und hier berichtet)

Quelle: Eurekalert/Newswise
Studien:
Sue Penckofer et al., Vitamin D and Diabetes – Let the Sunshine In, The Diabetes Educator, Vol. 34, No. 6, 939-954 (2008)

Lori M.B. Laffel, Britta M. Svoren et al., Significant Vitamin D Deficiency in Youth with Type 1 Diabetes Mellitus, The Journal of Pediatrics, Volume 154, Issue 1, Pages 132-134 (January 2009)

Sonne tanzt Vitamin D und macht Beta-Zellen glücklich

Sonne tanzt Vitamin D und macht Beta-Zellen glücklich

Wenn in Ihrem nächstgelegenen Stadt- oder Landestheater die Ballett-Truppe einen Abend ankündigte mit dem Titel “Die Rolle von Vitamin D in der Beta-Zellen Funktion” – Hand auf´s Herz: würden Sie da hin gehen?

Ins Grübeln kämen Sie vielleicht, wenn Sie wüssten, dass da eine Doktorantin ihre Dissertation tanzte. Zappelnd hüpfen Beta-Zellen zu fetziger Rockmusikund eine wunderschöne Sonne bringt ihnen das lebensspendende Vitamin D und versetzt sie mit geschmeidigem Spitzentanz in heftige Wallung. Sex and the City, pardon: the Science!

So geschehen beim New Yorker AAAS/Science Dance Contest, erfunden vom Wissenschaftsjournalisten der New York Times und des “Science”-Magazins, John BohannonSue Lynn Lau, Studentin der Universität Sydney, Australia, gewann dabei den ersten Preis in der Kategorie für Doktorand(inn)en.

Was die Zuschauer dieses ungewöhnlichen Tanzerlebnisses lernen sollten, hört sich in unbewegten Worten etwa so an:”Wir gehen davon aus, dass Vitamin D die Funktion der Beta-Zellen im menschlichen Köprer und die Insulin Produktion verbessert und damit vor Diabetes schützt.

Falls Sie sich den Tanz ansehen wollen – nämlich hier - und die Botschaft nicht auf Anhieb verstehen können, lesen Sie`s einfach oben noch einmal nach.

Den Preis für den besten Wissenschaftstanz der Professoren erhielt übrigens Vince LiCata, Biologie-Professor an der Louisiana State University, mit einer Choreographie zum Thema: “Tanz der Moleküle im Blut – beobachtet“, und der Botschaft:”Resolving Pathways of Functional Coupling in Human Hemoglobin Using Quantitative Low Temperature Isoelectric Focusing of Asymmetric Mutant Hybrids“.  Kapiert!?

Quelle: New York Times/Science