Archiv für das Tag 'Hautkrebs'

SunblockerWenn Sonnenmilch in die Haut einzieht, gelangen chemische Stoffe in die unteren Hautschichten und erzeugen einen zerstörerischen Überschuss an “Freien Radikalen” und erhöhen damit die Hautkrebsgefahr. Als Schutz gedacht gegen Hautschäden und Hautkrebs werden die Sonnenschutzmittel selbst zum Auslöser.

Über Jahrzehnte hat die Kosmetikindustrie profitiert von der künstlich erzeugten Sonnenangst. Kam der Sommer, brachen sämtliche Medien unisono in Warnungen vor der “bösen” Sonne aus.

Die Botschaft: Abwehr der Sonnenstrahlen mit allen Mitteln bei Strafe massenhafter Krebserkrankungen.

Das Ergebnis: Ein epidemischer Mangel an einem der wichtigsten Mikro-Nahrungsmitteln, dem Vitamin D, “Sonnenschein-Vitamin” genannt, weil es durch die UVB-Strahlen der Sonne über die Haut erzeugt wird, und -  ständig steigende Hautkrebszahlen, auch und sogar verstärkt bei den Menschen, die sich regelmäßig durch Sonnenschutzmittel vor den Strahlen der Sonne schützen und das Solarium meiden.

Forscher an der University of California, Riverside, haben jetzt einen der Gründe für diese überraschende Entwicklung entdeckt:
Die auch in Deutschland für Sonnenmilch zugelassenen UV-Filter Octylmethoxycinnamat, Benzophenon-3 und Octocrylen dringen schnell in tiefere Hautschichten ein. Nicht nur die oberen Hautschichten verlieren bald den Sonnenschutz. Wichtiger noch: Die UV-Filter produzieren in den tieferen Hautschichten hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die sogenannten Freien Radikalen. In anderen Worten, statt vor Hautalterung und Hautkrebs zu schützen, produzieren sie genau den oxydativen Stress, der zu Hautalterung und Hautkrebs führen kann.

Je länger die Sonnenmilch auf der Haut verbleibt und in die Haut eindringen kann, desto desto stärker steigert sich dieser negative Effekt. Schon nach einer Stunde am Strand mit Sonnenmilch, die die genannten Chemikalien enthält, sind die Schäden für die Haut größer als wenn die Haut ungeschützt den Sonnenstrahlen ausgesetzt wäre.

Ahnungslose Sonnenbader, die dem Schutz der Sonnenmilch und den angegebenen Lichtschutz-Faktoren vertrauen, verlieren also gleich an zwei Fronten:  Sie verlieren den Gesundheitsschutz des “Sonnenschein-Vitamins” und geraten gleichzeitig
unbemerkt über die Grenze zwischen der “guten”, vitalisierenden und gesunden Sonne und der Haut- und DNA-schädigenden “bösen” Sonne.

Die Lösung dieses Dilemmas ist einfach: Mäßiger Genuss der Sonnenstrahlen – gerade auch in der Mittagszeit – weit unterhalb der Sonnenbrandschwelle, dann eincremen mit Sonnenschutzmitteln möglichst ohne solche Chemikalien und Nanopartikel, die tief in die Haut einziehen – und schließlich: ab in den Schatten! Gesunde Haut, sanfte Bräune und Schutz vor vielen chronischen Krankheiten sind Belohnung solch vernünftigen Verhaltens.

K.M. Hanson et al., Sunscreen enhancement of UV-induced reactive oxygen species in the skin, Free Radic Biol Med.;41(8):1205-12

Nicht nur der gefährliche “schwarze” Hautkrebs, das Melanom, sondern auch der mit Abstand häufigste, aber relativ harmlose “weisse” Hautkrebs, das Basaliom, entsteht nicht durch regelmäßigen Aufenthalt an der Sonne.

Kann der ständige, berufliche Aufenthalt an der Sonne die beiden Formen des “weissen” Hautkrebs, den Basalzellenkrebs (Basaliom) und den Plattenepithelkarzinom (Spinaliom), hervorrufen? Sind diese beiden Hautkrebsarten daher als Berufskrankheiten anzusehen?” So die Frage,  der ein Forscher-Team von den beiden Universitäten Dresden und Heidelberg nachging.

Sie analysierten 25 Studien zu diesem Thema und kamen dabei zu dem Ergebnis, dass es zwar einen Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und dem selteneren Spinaliom geben könnte, nicht aber zwischen dem beruflichen Aufenthalt an der Sonne und dem verbreiteten Basaliom.

Quelle: PubCrawler

Studie:  Jochen Schmitt, Thomas Diepgen, Andrea Bauer, Berufliche Exposition gegenüber natürlicher UV-Strahlung und nicht-melanozytärer Hautkrebs – ein systematischer Review zur Frage einer neuen Berufskrankheit, Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Volume 8 Issue 4, Pages 250 – 264

Mit Hautkrebs-Statistiken wird Politik gemacht, jedenfalls dermatologische Standespolitik.

Bei öffentlichen Veranstaltungen und Berichten, wie etwa jüngst bei den Erfolgsmeldungen zum Hautkrebs-Screening, machen die Hautkrebs-Daten plötzliche Sprünge um 60 oder gar 100 Prozent, einfach durch die Einbeziehung von Diagnosen, die bisher nicht als Hautkrebs definiert und statistische erfasst wurden.

Ziel dieser Manipulationen ist natürlich das Erschrecken des ahnungslosen Bürgers, der nun angstgeplagt seine Haut zu Markte, bzw. in die dermatologische Praxis trägt.

(Auf einem anderen dermatologischen Schlachtfeld, dem Feldzug gegen die Sonnenbank, geht es sogar noch heftiger zur Sache: Selbst Professoren der renommierten Charité in Berlin klagen vor der staunenden Presse über die Ungeheuerlichkeit,  dass die Hälfte aller 14jährigen Mädchen sich regelmäßig auf die Sonnenbank legen. Empirische Studien sprechen dagegen von Daten unter einem Prozent. Aber was sind 49 Prozentpunkte Irrtum angesichts einer gerechten Sache!).

Dass es viele Gründe jenseits von Sonne und Besonnung gibt, zeigt zum Beispiel die Aussage eines bekannte Mediziners: Wenn wir alle noch sehr viel älter würden, hätten wir am Ende alle einen Hautkrebs.

Diagnose: “Überdiagnose”

Einer anderen Quelle von statistischen Fehlinformationen nimmt sich dieser Tage eine umfassende Studie unter dem Begriff “Über-Diagnose” an.

Zwei Professoren der bekannten Dartmouth Medical School, in Hanover, USA, untersuchten die Auswirkungen verfeinerter und intensivierter diagnostischer Methoden bis hin zum flächendeckenden Screening einerseits und der dadurch drastisch ansteigenden Menge der Fehldiagnosen auf die Krebsstatistiken andererseits, unter anderem auch auf die Statistiken zum Hautkrebs.

Die auf diese Weise vor allem im Zeitverlauf aufgeblähten Statistiken betreffen am häufigsten die Diagnose “Prostata-Krebs” mit 60 Prozent “Überdiagnose”. Aber auch beim Melanom mit seit vielen Jahren steigenden Fallzahlen aber völlig unveränderten bzw. tendentiell rückgängigen Sterberaten legen die gemeldeten Ergebnisse große Vorsicht bei der Interpretation der nackten Daten nahe.

“Früherkennung hilft sicher manchen Patienten, andere dagegen werden durch voreilige Diagnosen geschädigt”, so die Autoren.

In einem Kommentar zur Studie heisst es im gleichen Heft: “Krebs ist eine ernste Krankheit, aber wir müssen neu definieren, was tatsächlich Krebs ist und was nicht.”

Die eindeutig erwünschten Vorteile einer Hautkrebs-Früherkennung durch flächendeckendes Screening und die auf diese Weise aufgeblähten Statistiken sollten aber in keinem Fall zu politischen Kampfparolen gegen das moderate und gesunde, für die Bekämpfung vieler “Volkskrankheiten” so unverzichtbare,  Sonnen im Freien oder im Solarium missbraucht werden.

Wie wirksam solche luftigen Kampfparolen sein können, zeigt die derzeitige Diskussion um die “Solarienverordnung”, die Ausführungsverordnung zum “Solariengesetz” vom August letzten Jahres, die mit solchen Begründungen aus einer notwendigen Rahmenverordnung für die Besonnungsbranche zu einem Strangulierungsinstrument für die künstliche Besonnung zu verkommen droht.

Quelle: ScienceDaily

Studie:  H. Gilbert Welch, William C. Black,  Overdiagnosis in CancerJournal of the National Cancer Institute, online vorab publiziert 22. April 2010

Vorschläge zur Lösung des “Überdiagnose-Problems”:

L. Esserman, I. Thompson,  Solving the Overdiagnosis Dilemma,  im gleichen Heft.

Professor Johan Moan

Professor Johan Moan

Where the sun does not shine – schwarzer Hautkrebs an Körperstellen, an die die Sonne nicht (hin)scheint gilt als Phänomen. Wissenschaftler aus Oslo und San Francisco haben das Auttreten des Scheidenmelanoms im Zusammenhang mit dem Auftreten des malignen Melanom untersucht und habe Überrachendes herausgefunden.

Forscher um den norwegischen Professor für Strahlenbiologie Johan Moan und den amerikanischen Vitamin D-Forscher William B. Grant entdecken die Möglichkeit einer protektiven Wirkung von Sonnenstrahlen gegen das maligne Melanom. An dieser Untersuchung waren die Abteilung Strahlenbiologie des Krebsforschungsinstituts im Universitätskrankenhaus Oslo, der Fachbereich Physik der Universität Oslo und das Sunlight, Nutrition and Health Research Center (SUNARC) in San Francisco, USA, beteiligt.

Intermittierende, also zeitweilige Sonnenexposition im Urlaub am Strand und Sonnenbrand sind Boten des bösartige schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom). Maligne Melanome können aber auch an Körperstelen entstehen, die so gut wie nie Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, z.B. den weiblichen Geschlechtsorganen. Bislang waren die Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und Melanomen an der Vulva nicht sehr umfangreich. Die Forscher aus Oslo und San Francisco haben zeitliche und breitengradbedingte Zusammenhänge zur Häufigkeit des Schwarzen Hautkrebses bei hellhäutigen Frauen kaukasischen Typs untersucht -  in Schweden, den neuen Bundesländern Deutschlands, in den USA und im Bundesstaat Vitoria in Australien.

Ergebnis dieser Untersuchungen war, das der Anteil der Scheidenmelanome an der Häufigkeitsrate des malignen Melanoms insgesamt sinkt. Die Anzahl der Fälle schwarzen Hautkrebses insgesamt hat zugenommen, während die Häufigkeit des Scheidenmelanoms im Betrachtungszeitraum konstant blieb, oder sogar rückläufig war. In den USA steigt die Zahl der Scheidenmelanome von Süden nach Norden, während die Häufigkeit des malignen Melanoms an Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, von Süden nach Norden abnimmt. Im Vergleich ihres Auftretens nach unterschiedlichen Breitengraden zeigen das maligne Melanom und das Scheidenmelanom also gegenläufige Entwicklungen. Immer, wenn die Häufigkeit des schwarzen Hautkrebses steigt – sowohl mit der Zeit als auch mit kleiner werdenden, südlichen Breitengraden, ein Zeichen also für eine stärkere Sonnenstrahlung – nimmt die Anteil der Scheidenmelanome an der Zahl des malignen Melanoms insgesamt ab.

Diese Erkenntnisse bekräftigen die Annahme, dass Scheidenmelanome nicht durch UV-Strahlen erzeugt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, das UV-Strahlung eine schützende Wirkung gegen das Scheidenmelanom hat – wahrscheinlich über ihre Rolle bei der Vitamin D-Photosythese in sonnenexponierter Haut. Diese Annahmen zu bestätigen bedarf aber weiterer Untersuchungen, so die Forscher.

Über die positive, oft sogar protektive Wirkung von UV-Licht auf, bzw. gegen verschiedene Krebsarten haben wir schon mehrfach berichtet – u.a. hier, hier, hier und unter diesem Link.

Quelle: Science Direct

Studie: Johan Moan, Alina C. Porojnicu, Arne Dahlback, William B. Grant, Asta Juzeniene, Where the sun does not shine: Is sunshine protective against melanoma of the vulva? Journal of Photochemistry and Photobiology B: Biology, In Press, Corrected Proof, online erhältlich

Wissenschaftler kritisiert unsaubere Untersuchungsmethodik der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) – IARC-Bericht sei fehlerhaft, da unterschiedliche Hauttypen nicht berücksichtigt wurden


Einer der weltweit renommiertesten Vitamin-D-Forscher, William B. Grant, geht mit der Methodik, die die Internationale Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer – IARC) bei ihren Untersuchungen über einen Zusammenhang zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko anwendet, hart ins Gericht.

Die IARC hat für eine sogenannte Meta-Analyse insgesamt 19 Studien als Basis herangezogen und kam nach der Datenauswertung zu dem Schluss, dass für die Altersgruppe der unter 35jährigen eine Verbindung zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko besteht. Von diesen 19 Studien bezogen sich fünf auf Menschen, die den Hauttyp eins aufweisen. Da dieser Hauttyp genetisch bedingt mit einem höheren Risiko, an Hautkrebs zu erkranken verbunden ist, wird dieser Bevölkerungsgruppe seit jeher dringend geraten, Besonnung – sei es unter dem Solarium oder im Freien – zu vermeiden. Um methodisch sauber zu arbeiten, muss man diese Gruppe gesondert betrachten. Das hat die IARC ganz offensichtlich versäumt“, erläutert William B. Grant.

Nehme man, so Grant weiter, diese getrennte Betrachtung vor, ergäben sich keine kausalen Zusammenhänge zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko. Über die kritische Beurteilung der IARC-Ergebnisse durch führende internationale Wissenschaftler hatten wir hier, hier und hier berichtet. Eine kritische Einschätzung der IARC-Kategorisierung von Sonne und Solarien finde Sie hier.

Studie: William B. Grant, Critique of the International Agency for Research on Cancer’s meta-analyses of the association of sunbed use with risk of cutaneous malignant melanoma (A critical review of Vitamin D and Cancer ), in: Dermato-Endocrinology 1:6, 1-7; November/December 2009“.

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In ungewöhnlich deutlichen Worten distanzierte sich in diesen Tagen der niederländische „Gesundheitsrat“ (Dutch Health Council), das wissenschaftliche Beratungsgremium des Gesundheitsministeriums, von negativen Aussagen über Sonne und Solarien der Weltgesundheitsorganisation, WHO, und ihres wissenschaftlichen Beirats, IARC.

Die Einstufung der Solarien als “krebserregend” durch die Wissenschaftsagentur  im Juli dieses Jahres hatte eine beispiellose Medienlawine ausgelöst bis hin zu  Vergleichen von Sonnenbänken mit tödlichen Gasen und Giften.

Schon damals wiesen international renommierte Wissenschaftler auf Fehler und Schwächen in der Begründung und auf die einseitige Auswahl der Studien hin.

In einer Stellungnahme an die holländische Regierung wendet sich das Dutch Health Council sowohl gegen die Falschinformationen durch die Medien als auch gegen die wissenschaftlich fragwürdigen Behauptungen der IARC (International Agency for Research on Cancer):

  1. Die Aufnahme in die Top-Liste der “krebserregenden” Substanzen sage nichts über das Ausmass der Gefährdung und noch weniger über die Bedingungen und Voraussetzungen  unter denen überhaupt ein Krebsrisiko durch (künstliche) Besonnung entstehen könnte.
  2. Tatsächlich gäbe es keinen wissenschaftlich überzeugenden Grund, mäßiges und kontrolliertes  Sonnen im Freien oder im Solarium mit der Entstehung vor allem des gefährlichen “schwarzen” Hautkrebs, Melanom, in Verbindung zu bringen.
    Wörtlich:
    Der Gesundheitsrat ist der Ansicht, dass eine sichere Aussage über die Folgen der Solarien-Nutzung für die Ausbreitung des Melanoms nicht möglich ist.”  Zumindest müssten dann die genauen Umstände benannt werden, wie etwa die Nutzungshäufigkeit und -intensität, die Strahlendosis, Alter und Hauttyp sowie natürlich die Art der Strahlenquelle, etwa der Besonnungslampen.
  3. Das Wissenschaftsgremium der WHO habe außerdem einseitig auf die möglichen negativen Folgen der UV-Strahlen verwiesen, ohne die bedeutenden positiven Gesundheitswirkungen auch nur im Ansatz zu berücksichtigen.

Die Wissenschaftler verweisen auf die “10 Goldenen Regeln” für vernünftiges Sonnen, die der Rat schon vor Jahren formuliert hatte. Darín sehen sie  den kürzesten Weg zur
optimalen Balance zwischen dem positiven Gesundheitsnutzen der UV-Strahlen von Sonne und Sonnenbank einerseits und den Gefahren einer übermäßigen Besonnung andererseits.

Der Dutch Health Council ist das bedeutendste wissenschaftliche Beratungsgremium der Niederlande im Gesundheitbereich. Seine Studien, Stellungnahmen und Empfehlungen bilden häufig die inhaltliche Grundlage für Gesetzgebungsverfahren. Ihm gehören eine Reihe  renommierter Wissenschaftler von verschiedenen niederländischen Universitäten an.

Quelle:  Sunlight Research Forum (SRF)

Die Stellungnahme der Dutch Health Council: Advisory letter UV radiation and sunbeds, Download (PDF)

Für Menschen, die fast täglich mit Horrormeldungen über Sonne und Hautkrebs gefüttert werden, ist diese Nachricht erstaunlich: Vitamin D  schützt Menschen, die einmal von einem “schwarzen Hautkrebs”, einem Melanom,  geheilt wurden, vor einer neuerlichen Tumorbildung. Das Sonnenschein-Vitamin, so genannt weil es zu 90 Prozent in der Haut durch die Sonne oder im Solarium gebildet wird,  verringert dabei nicht nur die Gefahr eines Rückfalls sondern unterstützt auch den milderen Verlauf der Krankheit und senkt das Risikio, am Melanom zu sterben.

Diese Ergebnisse einer Studie an den Universitäten von Leed, England, und Pennsylvania, USA,  mit mehr als 1.000 Melanom-Patienten wurde jetzt beim Kongress der American Society of Clinical Oncology vorgestellt. Danach senkt schon eine Erhöhung des Vitmain D-Spiegels im Blut um 20 nmol/L die Gefahr einer Wiederkehr des Melanoms um mehr als 25 Prozent.

Wie falsch und tatsächlich gefährlich die einseitige und unausgewogene Warnung vor dem Sonnen im Freien oder im Solarium sein kann, wird durch eine weitere bei diesem Kongress präsentiert Studie belegt, die zeigt, dass der Einfluss von Ernährung bei der Versorgung von Krebskranken mit dem schützenden Vitamin D gering  ist.  Selbst optimal ernährte Patienten wiesen keinen höheren Vitamin D-Status auf als unzureichend und/oder falsch ernährte Teilnehmer.

Ähnlich eine soeben erschienene Langzeitstudie zur Aufnahme von Vitamin D über die Ernährung (und Nahrungsergänzung) und das Risiko an einem Melanom zu erkranken. Die Forscher entdeckten keinen Zusammenhang weder durch vitamin-d-reiche Ernährung noch durch Supplements.

Quelle:  HighWire

Studien:

J. A. Newton Bishop et al.,  Serum vitamin D levels, VDR, and survival from melanoma, Journal of Clinical Oncology, 2009 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol 27, 2009 (May  Supplement)

K. Trukova et al.,  Serum 25-hydroxy vitamin D and nutritional status: Implications for vitamin D assessment and dietary supplementation in oncology,  Journal of Clinical Oncology, 2009 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol 27, No 15S  (May Supplement), 2009: 9638

Maryam M Asgari et al., A Cohort Study of Vitamin D Intake and Melanoma Risk, Journal of Investigative Dermatology (2009) 129, 1675–1680

Jahrelang hat die Kosmetik-Industrie die zum Teil haarstäubenden Angst-Kampagnen gegen Besonnung und Solarien gefördert und dazu beigetragen, dass ein großer Teil der Bevölkerung heute aus Angst vor Sonnenstrahlen und Sonnenbänken ihre Gesundheit durch ein zu wenig an Sonne auf`s Spiel setzt.

Seit einiger Zeit nun kommen immer mehr Fakten ans Licht der Öffentlichkeit, die geeignet sind, die Geschichte von Kosmetik, Haut und Sonnenschutz  neu zu schreiben.

So haben jetzt zum Beispiel Forscher an der bekannten Rutgers University in New Jersey, USA, in umfangreichen Labortests entdeckt, dass gängige Feuchtigkeitscremes unter UV-Bestrahlung die Bildung von Hautkrebs, vor allem dem gefährlichen Melanom, befördert. Die Forscher waren auf diesen Effekt eher durch Zufall bei Experimenten mit Coffein im Tierversuch gestoßen, bei denen die Cremes lediglich als Trägerstoffe gedacht waren.

Das Risiko der Versuchsmäuse, ein Melanom zu entwickeln, stieg mit dem regelmäßigen Eincremen um bis zu 95%. Welche Substanzen dabei genau für diesen Effekt verantwortlich waren, konnte die Studie nicht nachweisen.

Obwohl die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen noch überprüft werden müsste,  sollte beim Umgang mit Feuchtigkeitscremes auf besonnter Haut Vorsicht geboten sein.

Vor kurzem erst waren Sonnenschutzmittel mit allgemein üblichen inzwischen aber als giftig identifizierten Inhaltsstoffen ins Gerede geraten (wir hatten berichtet).

Quelle: Ärztliche Praxis

Studie: Y.P. Lou et al., Tumorigenic Effect of Some Commonly Used Moisturizing Creams when Applied Topically to UVB-Pretreated High-Risk Mice, Journal of Invest. Dermatology,  August 2008, vorab online veröffentlicht

Trends in der Überlebensrate des schwarzen Hautkrebs - Melanom(Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die abgebildeten Charts)

Horrormeldungen über exponentiell steigende Hautkrebs-Zahlen haben in Deutschland immer Konjunktur. Die Einführung des flächendeckenden, von den Kassen bezahlten Hautkrebs-Screenings war in den letzten Tagen wieder einmal eine Gelegenheit mit der Angst vor dem Hautkrebs die Angst vor der Sonne zu schüren.

Die Tatsachen sehen anders aus! Von dramatischen Anstiegen kann nicht die Rede sein – im Gegenteil.

Eine eben erschienen Studie der Europäischen Krebsorganisation ECCO (European Cancer Organisation) zeigt, dass in Deutschland – ähnlich wie in anderen europäischen Ländern -  inzwischen zumindest bei den Männern die Rate der Erkrankungen am “schwarzen” Hautkrebs (Melanom) stagniert und die Sterberate zu sinken beginnt (nachdem sie bereits Jahrzehnte lang etwa gleich geblieben war). Der Studie lagen Statistiken von 1994 bis 2005 zugrunde.  Ohnehin gehört das Melanom nicht zu den 10 häufigsten Krebsarten.

Krebsarten im Verglcih weltweit - Inzidenz, MortalitätDass dabei die sonnenreichen Länder Südeuropas eine deutlich niedriger Rate aufweisen als die Nordländer, bestätigt weltweite Untersuchungen  und die Vermutung, dass Menschen, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind, weniger anfällig sind für Hautkrebs und eine höhere Überlebenschance haben im Falle der Erkrankung.

Nicht verwunderlich auch, dass in Ländern mit flächendeckender Einführung eines Hautkrebs-Screenings die Zahl der erkannten Erkrankungen steil ansteigt, während die Todesfälle ebenso steil absinken. Die intensiven Untersuchungen breiter Bevölkerungsteile führen zu sehr viel häufigerer Entdeckung auch geringfügiger Melanome (und auch zu mehr Fehldiagnosen) und treiben so die Statistiken nach oben. Die  Behandlung des fast immer heilbaren Melanoms im Frühstadium verhindert Todesfälle.

Auch in Deutschland ist mit der Einführung des flächendeckenden Hautkrebs-Screenings zum 01. Juli 2008 zunächst ein sprunghafter, Anstieg der Melanom-Erkrankungen in den kommenden Jahren zu erwarten, während die Sterberaten weiter zurückgehen und die Überlebenschancen die derzeitigen 90 Prozent überschreiten werden. Auf diesen “statistischen” Zusammenhang, der nichts mit der tatsächlichen Entwicklung der Hautkrebserkrankungen zu tun hat, weisen die Autoren der Studie ausdrücklich hin.

Quelle: ScienceDirect

Studie:
H.E. Karim-Kos et al., Recent trends of cancer in Europe: A combined approach of incidence, survival and mortality for 17 cancer sites since the 1990s, European Journal of Cancer, Volume 44, Issue 10, Juli 2008, 1345-1389

Die frühere Studie, aus der das zweite Chart oben stammt,  mit ähnlichen Trendergebnissen:
A. Verdecchia et al.,  Recent cancer survival in Europe: a 2000-02 period analysis of EUROCARE-4 data. Lancet Oncol. 2007 Sep;8(9):784-96

Achtung Sonnen - Broschuere“Achtung Sonne!” lautet der diesjährige Kampagnen-Slogan der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Bei der heutigen Pressekonferenz im noblen hamburgischen Steigenberger Hotel ging es, wie in den Jahren zuvor, um die Hautkrebs-Prävention und um das “Wie-sag-ich`s-meinem-Kind” im wahrsten Sinne des Wortes.

Die neue Kampagne zielt denn auch vor allem auf die jungen Mütter, die Ihren Kleinkindern bereits die Gefahren der Sonne unauslöschlich in die noch formbaren Gehirne einpflanzen sollen. Unterstützt von gut gemachten und informativen Broschüren und einer sonnengelben Wüstenkappe mit Sonnenwarnung: Achtung Sonne! Entlehnt dem ebenso bekannten wie wirkungsvollen “Achtung vor dem bissigen Hund“.

Dr. Eva Kalbheim, Pressesprecherin der DKH, unterstrich in Ihrer Einleitung wohlweislich, dass man den Menschen nicht den Spaß an der Sonne verderben wolle. Wohlweislich, weil dann in den Vorträgen der Drs. Breibart und Greinert das gesamte Folterarsenal an Hautkrebs-Statisktiken und sehr selektiv zitierten Studien keinen Zweifel mehr zuliess: Die Sonne meiden ist das einzig wirksame Mittel gegen den Hautkrebs, wobei im Interesse der großen Zahl auch die “weissen”, zu praktisch 100% heilbaren Hautkrebsarten, in die Graphiken mit eingebaut wurden (Die offiziellen Krebssstatistiken weisen aus gutem Grund diese Krebsarten weder in Deutschland noch sonst irgendwo aus).

Wer also erwartet hatte, dass nach Kanada, Australien und anderen Ländern sich auch bei uns so etwas wie ein leiser Paradigemenwechsel in der Sonnen-Diskussion anbahnen könnte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Wenn inzwischen weltweit die Antwort auf die Fragen nach Gesundheit und Sonne beantwortet wird mit einem ausgewogenen: “Vernünftiger Umgang mit (natürlichen und künstlichen) Sonnenstrahlen!” fällt den ADP-Protagonisten nach wie vor dazu nichts anderes ein als: “Sonne vermeiden um jeden Preis!”

Und dass dieser Preis hoch ist, das wird beharrlich ignoriert, hunderte von Studien aller Methodenrichtungen allein über die verheerenden Vitamin D-Defizite durch ein “zu wenig” an Sonne – vor allem im Vitamin D-Winter – wird mit kuriosen Argumenten schnell vom Tisch gewischt. Die Kosten der Hautkrebs-Behandlung (von Dr. Breitbart auf stolze 3 Mrd. Euro geschätzt) werden nicht etwa den durch Sonnen- und Vitamin D-Mangel entstandenen Gesundheitskosten gegenübergestellt (nach Berechnungen von Harvard-Wissenschaftlern in USA allein ca. 56 Mrd. Dollar)  – das würde das “Sonnenbild” der ADP halt auf den Kopf stellen (über eine eben erst veröffentlichte, von der WHO initiierte Studie dazu haben wir berichtet).

Und natürlich nahmen die Attacken auf den Lieblingsfeind der ADP, die Solarien, den breitesten Raum ein. Da half auch nícht der Hinweis auf die Proportionen: Geschätzte 1,6 Fälle von Sonnenbrand pro Jahr im Sonnenstudio auf 1.000 Menschen (Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren) stehen mehr als 800 Fälle/Jahr von Sonnenbrand vor allem in den Ferien gegenüber. Die notwendige Einsicht, dass unvernünftiger Umgang mit der Sonne und mit UV-Strahlen von niemandem gewollt, geschweige denn betrieben wird, bleibt im Interesse publikumswirksamer Feindbilder ungesagt, ebenso wie die Tatsache, dass die undifferenzierten Angstkampagnen den Sonnen-Missbrauch über die Jahre eher bestärkt als vermindert haben. Statt einer Bündelung aller Kräfte für eine “Vernunft-Kampagne” werden – anders übrigens als in manchen anderen europäischen Ländern – alte Gräben zäh verteidigt, zum Schaden der Volksgesundheit.

Geprüftes SonnenstudioAllerdings verwiesen die Gastgeber doch mit verhaltenem Lob auf die Zertifizierung der Sonnenstudios, scheuten dann allerdings davor zurück, das Kind beim richtigen Namen zu nennen: “Geprüftes Sonnenstudio”.

Einen beachtlichen Erfolg dagegen konnten DKH und ADP mit der neuen Regelung eines weltweit bisher einzigartigen flächendeckenden Hautkrebs-Screenings (kostenfrei ab 35 Jahren mit zweijährigen Wiederholungen) vorweisen, ein fünfjähriger Feldvesuch, von dem sich die Experten Erfolge in der Sekundär-Prävention sowohl des “weissen” als vor allem aber des “schwarzen” Hautkrebs versprechen.

Skeptiker auf der Solarien-Seite allerdings ahnen schon jetzt, dass in den ADP-Kampagnen der kommenden Jahre dann die unvermeidlich steil angestiegenen Zahlen gemeldeter Hautkrebserkrankungen wieder der (nur in den Angstträumen von ADP-Adepten exisitierenden) ständig steigenden Solariennutzung angelastet wird. Aber vielleicht haben ja die beiden Kontrahenten bis dahin ihre Hausaufgaben gemacht (hie Zertifizierung der Studio-Mehrheit, dort Aggressionsabbau) und die Kampagne 2009 dient dann dem gemeinsamen “Vernunft-Ziel”.

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