Archiv für das Tag 'Körperfett'

Bermuda-Dreieck für Sonnenschein-Vitamin

Bermuda-Dreieck für Sonnenschein-Vitamin

Just hatte eine deutsche Studie den Übergewichtigen, eine Mehrheit in diesem Land,  Hoffnung gemacht und ihnen sogar – bei mäßigem Übergewicht -  ein längeres Leben als die Normalgewichtigen in Aussicht gestellt, da kommt es aus den USA schon wieder knüppeldick:

Wissenschaftler an der renommierten Harvard Medical School, Boston,  vermaßen die diversen Fettgewebe von fast 4.000 Probanden, um herauszufinden, wieso und in welchem Umfang das Übergewicht verantwortlich ist für Vitamin D-Mangel. Ein Mangel, der von der neueren Forschung als eine der Ursachen für viele chronische Krankheiten bezeichnet wird, darunter neben Osteoporose und Osteomalazie viele Autoimmun- und Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Fehlsteuerung bei der Zellteilung und dem Zelltod mit der Gefahr der Krebsentstehung.

Das Ergebnis ist für die 60 Prozent der übergewichtigen Deutschen (ab BMI 25 kg/m2) eingermaßen deprimierend:  Drei mal so häufig wurde bei den stark Übergwichtigen (Adipositas) ein Vitamin D-Mangel unter 20 ng/L festgestellt wie bei den Schlanken.

Diese gefährliche Lücke wurde noch erweitert im sogenannten “Vitamin D-Winter”.  Empfohlen wird eine Vitamin D-Supplementierung und/oder UVB-Bestrahlung im Solarium (80-90 Prozent des “Sonnenschein-Vitamins wird durch UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium in der Haut gebildet).

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine australische Studie. Versuche, ein Vitamin D-Defizit durch kurzfristige Supplementierung auszugleichen. Fast 40 Prozent des normalen Effekts “verpuffte” bei stark Übergewichtigen.

Dass der Vitamin D-Mangel nicht nur Folge sondern auch Ursache von Übergewicht sein kann, haben Forscher schon in früheren Untersuchungen vermutet. Der Zusammenhang:  Vitamin D Mangel bremst offensichtlich die Ausschüttung des Hormons Leptin. Dieses Hormon signalisiert dem Körper, wenn er genügend Fett aufgenommen hat. Fehlt das Leptin ist die “Fett-Fress-Bremse” gelockert, Übergewicht droht.

Aber zurück zu den guten Nachrichten: Die im Deutschen Ärzteblatt in diesen Tagen vorab publizierte Übersichts-Studie über 42 wissenschaftliche Arbeiten von der Universität Hamburg räumt mit der verbreiteten Meinung auf, dass Übergewicht per se das Leben verkürzt.  Im Gegenteil, ein gewisses, maßvolles Übergewicht scheint danach das Leben eher etwas zu verlängern.

Allerdings: Bei starkem  Übergewicht – Adipositas – sieht das schon wieder anders aus.  Hier sind die Schlanken mit 20 Prozent im Vorteil. Die extrem Fettleibigen haben sogar ein um immerhin 200 Prozent erhöhtes Mortalitätsrisiko.

Das Risiko, sich bestimmte Krankheiten zuzuziehen, schwankt zwischen Normalgewichtigen und leicht Übergewichtigen. Bei den Schwergewichten allerdings ist der Trend eindeutig negativ. Adipositas führt tendentiell zu mehr Krankheiten und einem früheren Tod.

Wie und in welchem Unfang hier durch das “Sonnenschein-Vitamin” gegengesteuert werden könnte, war nicht Gegenstand dieser Untersuchung.

Dass Dicke mehr Sonne(nschein-Vitamin) brauchen als schlanke Zeitgesnossen hatten wir schon früher berichtet, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Quelle:  ScienceDaily/Deutsches Ärzteblatt

Studien:

Susan Cheng et al.,  Adiposity, Cardiometabolic Risk, and Vitamin D Status: the Framingham Heart Study, Diabetes, 05. Oktober 2009, vorab online

P Lee, JR Greenfield, MJ Seibel, JA Eisman, and JR Center, Adequacy of vitamin D replacement in severe deficiency is dependent on body mass index, American Journal of  Medicine, November 1, 2009; 122(11): 1056-60.

Matthias Lenz, Tanja Richter, Ingrid Mühlhauser,  The Morbidity and Mortality Associated With Overweight and Obesity in Adulthood: A Systematic ReviewDeutsches Ärzteblatt International, 2009; 106(40): 641

Die Langen haben`s besser

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Es wird viel geschrieben über den “epidemischen” Vitamin D-Mangel weltweit bei älteren und kranken Menschen, die nicht genug Sonne abbekommen oder deren Haut die Vitamin D-Synthese durch die UVB-Strahlen nicht mehr in ausreichendem Maße zulässt (jüngstes Beispiel hier *).

Wenig bekannt aber ist, dass auch mehr als die Hälfte der jungen Frauen in einem “Sonnenstaat” wie Kalifornien an einem Mangel an “Sonnenschien-Vitamin” leidet – und das vor allem die Dicken. Besser dagegen geht es den großgewachsenen jungen Frauen. Bei ihnen tritt der Mangel seltener auf als beim Durchschnitt.

Das fanden zu ihrer Überraschung kanadische und kalifornische Forscher bei der Untersuchung von Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren.

59 Prozent der Teilnehmerinnen waren defizitär (≤29 ng/ml). Ein deutlicher Zusammenhang zeigte sich zwischen allen Messungen von Übergewicht bzw. Körperfett und Vitamin D-Mangel. Vitamin D wird im Fettgewebe des Körpers eingelagert und gebunden.

Keine Erklärung allerdings fanden die Forscher für das Phänomen:  Je größer die Frauen waren, desto günstiger war ihre Vitamin D-Versorgung.

Quelle:  Science Daily

Studie:  Richard Kremer et al., Vitamin D Status and Its Relationship to Body Fat, Final Height, and Peak Bone Mass in Young Women, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism Vol. 94, No. 1 67-73

Wie die Jungen so die Alten:

*Studie:Eric Orwoll et al., Vitamin D Deficiency in Older Men, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, published online on  January 27, 2009

flickr/circo de invierno)

Zu dick, zu klein, zu wenig Sonnenschein (Foto: flickr/circo de invierno)

Dass ein Mangel an Vitamin D Erwachsene für viele “Volkskrankheiten” wie Osteoporose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs  empfänglich macht,  ist hinreichend bekannt. Auch über den besonders großen Mangel an “Sonnenschein-Vitamin” bei Jugendlichen haben wir berichtet (z.B. hier und hier).

Neu ist aber die Erkenntnis, dass Vitamin D-Mangel bei Jugendlichen zu Übergewicht und Wachstumsstörungen führen kann.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus dem Sonnenstaat Kalifornien (McGill University und University of Southern California). Die Wissenschaftler untersuchten den Vitamin D-Status (25-hydroxy vitamin D), das Körperfett und das Längenwachstum bei 90 Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren. 59 Prozent der Teilnehmer an der Studie litten unter einem Vitamin D-Mangel.

Wir waren erstaunt über das Ausmaß des Vitamin D-Mangels bei den jungen Leuten aus einem so sonnenreichen Staat,” so einer der Co-Autoren der Studie, Prof. Richard Kremer. “Wir fanden heraus, dass Mädchen und junge Frauen mit einem Vitamin D-Defizit erheblich schwerer waren, einen höheren Body Mass Index und erheblich mehr Bauchfett aufwiesen als Mächen mit normalem Vitamin D-Spiegel.

Unerwartet auch die Verbindung von Vitamin D-Mangel und Körpergrösse. Gerade in Zeiten des beschleunigten Wachstums, so die Autoren, sei ein Vitamin D-Defizit verantwortlich für eine Verzögerung und Reduzierung des Wachstums.

Da ein Vitamin D-Mangel zu Fett-Ansammlung im Körper und einem erhöhten Risiko führt, an chronischen Leiden zu erkranken, sollte unbedingt die richtige Dosis, der optimale Stand an Vitamin D-Serum im Blut,  für die Gesundheit der jungen Menschen erforscht werden,” fügte Prof. Vicente Gilsanz, vom Children’s Hospital Los Angeles of the University of Southern California, in einem Interview mit Science Daily hinzu.

Quelle:  Science Daily

Studie:  Kremer et al., Vitamin D Status and its Relationship to Body Fat, Final Height, and Peak Bone Mass in Young Women. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism,  November 2008 (online vorab publiziert, PDF kostenlos)