Archiv für das Tag 'Schweinegrippe'

GeldübergabeDie Sonne und ihr “Sonnenschein-Vitamin D” haben keine Lobby. Die Pharma-Industrie sehr wohl! Hier: die Impfstoff-Hersteller – ausgestattet mit gut gepolsterten Budgets. Das ist nicht neu und so ist es auch nicht verwunderlich, dass seit einem halben Jahrhundert vor der Sonne gewarnt und über die Gesundheitswirkungen des Vitamin D geschwiegen wurde – nicht nur in den Medien sondern auch in Teilen des Wissenschaftsbetriebs.

Wie das funktioniert zeigt jetzt ein Lehrstück, dessen ganz reales “Drehbuch” soeben im British Medical Journal von zwei Redakteuren veröffentlicht wurde. Der Plot ist schnell erzählt:

Mit den ersten Fälle von Schweinegrippe (H1N1) schaltete sich die Weltgesundheitorganisation (WHO) in die anlaufende Diskussion um eine mögliche “Pandemie” ein. Das ist ihre Aufgabe.
Wissenschaftliche Gutachter wurden benannt, die die Entwicklung beobachten und die Organisation rechtzeitig über die Gefahren und die notwendigen Schritte beraten sollten.

Wie bekannt, wurde schließlich vor genau einem Jahr weltweit eine Warnung der höchsten Stufe, die Warnung vor einer bevorstehenden Pandemie, ausgesprochen.  Dr Margaret Chan,Generaldirektorin der WHO damals:  “In Übereinstimmung mit den Verfahrensvorschriften der Internationalen Gesundheitsregeln habe ich mich beraten lassen von einem eigens dafür eingesetzten wissenschaftlichen Notfall-Kommitee. In Anbetracht der vorhandener Erkenntnisse und der Bewertung dieser Experten sind die wissenschaftlichen Kriterien für eine Pandemie erfüllt.”  (Übersetzung d. Red.)

Die Regierungen der Welt und ihre Gesundheitsbehörden platzierten vorsorglich riesige Impfstoff-Aufträge  für flächendeckende Impfaktionen bei den beiden Welt-Pharmafirmen, die als Lieferanten infrage kamen. Geschätzte 18 Milliarden wurden ausgegeben, der Impfstoff wurde geliefert – aber niemals gebraucht. Der angekündigte Tsunamie “Schweingrippe” entpuppte sich als leises Plätschern im jährlichen Grippe-Zyklus.

Nicht nur die düpierten und gerupften Regierungen rieben sich verwundert die Augen und stellten schüchterne Fragen an die WHO, sondern in einigen Teilen der Welt, so auch in England, machten sich “investigative Journlisten” an die Arbeit. Das Ergebnis liegt jetzt vor:

Die angeblich neutralen wissenschaftlichen Gutachter hatten bei ihren Empfehlungen sehr wohl eigene Interessen im Kopf: Sie waren von eben den Pharmafirmen bezahlt worden, die durch die Pandemie-Warnung der WHO zu den Milliarden-Aufträgen kamen!

In der Tat liest sich der Bericht im British Medical Journal wie der Thriller eines phantasiebegabten Krimi-Autors.

Nun ist es in der medizinischen Forschung durchaus üblich, dass die Forschungsgelder von Pharmafirmen zur Verfügung gestellt werden. Und natürlich besteht dabei ein gewisses Risiko, dass schon die Fragestellung und die Forschungsmethode dadurch beeinflusst wird. Aber die wissenschaftliche Ethik verlangt in solchenFällen die Offenlegung dieser Interessen, so dass sich jeder kritisch damit beschäftigen und dieses Wissen bei der Bewertung der Ergebnisse berücksichtigen kann. Dass das bei weitem nicht immer geschieht, steht auf einem anderen Blatt.

Die WHO hat das nicht für nötig gehalten. Und befragt nach diesem Verstoß gegen die eigentlich selbstverständliche Transparenz, fallen die Antworten zunehmend kurioser aus.

Damit bringt sich eine Weltgesundheitsorganisation selbst in den Verdacht, auch an anderen Stellen wenig “transparent” zu handeln, zu urteilen und zu empfehlen. Über Jahrzehnte hinweg etwa hat die WHO und jüngst ihr Wissenschaftsinstitut IARC in die einseitigen Warnungen von nationalen Gesundheitsorganisationen, Kosmetik- und Pharmafirmen eingestimmt, vor Sonne und UV-Strahlen gewarnt und die zahllosen neuen, wissenschaftlichen Entdeckungen rund um das “Sonnenschein-Vitamin” weitgehend ignoriert. Auch als Vitamin D in seiner immunregulierenden Eigenschaft als ein Mittel zur Vorbeugung bei der Schweinegrippe ins Spiel kam, war von der WHO dazu nichts zu hören.

Auch der Europäische Rat hat in einem (vorläufigen) Bericht heftige Kritik an den WHO-Praktiken in dieser Sache geäussert (“The handling of the H1N1 pandemic: more transparency needed). Die endgültige Fassung soll in diesen Tagen veröffentlicht werden.

Die Sonne hat keine Lobby, das Sonnenschein-Vitamin auch nicht: Weil es nichts kostet, bringt es nichts. Merkwürdige Logik in Zeiten der Krise  im Gesundheitswesen.

Quelle: British Medical Journal.

Bericht der beiden Redakteure im aktuellen Heft: WHO and the pandemic flu “conspiracies (WHO und die Gruppe-Pandemie “Verschwörung”). Dort auch ein Video zum Thema

EditorialConflicts of interest and pandemic flu” im gleichen Heft

Nachtrag im August 2010

Inzwischen hat die WHO, vermutlich unter dem Druck der öffentlichen Meinung,  die Namen der Experten in Sachen “Schweinegrippe-Pandemie” veröffentlicht, die auch von der Pharmaindustrie Geld erhalten haben. Allerdings beruhen diese Angaben auf den Selbsterklärungen der Betroffenen, müssen also keineswegs vollständig sein.  Andererseits  bedeutet ein solcher Interessenskonflikt nicht notwendig, dass hier das Urteil der Experten durch die Zahlungen beeinflusst wurden:

  • Arnold Monto, Professor aus den Vereinigten Staaten, Finanzen von allen wichtigen Impfstoff-Herstellern: GSK, Novartis, Roche, Baxter, Sanofi Pasteur. Insbesondere wurde ihm von Sanofi Pasteur Geld für die Entwicklung von Grippeimpfungen bewilligt.
  • Nancy Cox arbeitet für die US Centers for Disease Control erhielt Gelder von der International Federation of Pharmaceutical Manufacturers and Associations (IFPMA), um an Impfstoffen arbeiten zu können.
  • John Wood arbeitet für das britische National Institute for Biological Standards and Control (NIBSC). Das Institut erhielt Finanzmittel von Sanofi Pasteur, Novartis und verschiedenen anderen Firmen an, die sich mit der Forschung an Grippeimpfungen beschäftigen.
  • Maria Zambon, Professorin am UK Health Protection Agency Centre for Infection. Sie erhielt Geld von Sanofi, Novartis, CSL, Baxter und GSK.
  • Neil Ferguson, Professor mit Zahlungen von Roche und GSK Biologicals.

Quelle bei der WHO: http://www.who.int/ihr/emerg_comm_members_2009/en/index.html

Sonnenschein-Vitamin unterstützt Impf-Aktion

Sonnenschein-Vitamin unterstützt Impf-Aktion

Höheres Schweinegrippe-Risiko bei Vitaminmangel” So titelt die Redaktion der Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin zu einem Bericht zum Thema “Impfen oder nicht?”

Ein Votum gegen das Impfen und eine Empfehlung, sich lieber auf die anti-virale Kraft des Vitamin D zu verlassen (wie manche Gesundheitsgurus in den USA bereits raten), wäre derzeit in der unübersichtlichen Lage sowohl bei den Impfstoffen als auch bei der Entwicklung der Schweinegrippe selbst, sicher nicht vertretbar.

Dennoch: Die in etlichen Studien seit 2006 belegte vorbeugende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” als Immunregulator und “antibiotisches Vitamin” (Raloff, 2006) kann für die Unterstützung einer großangelegten Impfaktion gegen die Pandämie genutzt werden. Das ist zumindest die Ansicht des Vorstandsmitglieds der GSAAMDr. med. Claudia Hennig.

Versuche in der Vergangenheit hätten gezeigt, dass Mäuse mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel eher an Schweinegrippe erkranken als solche mit hoher Vitaminversorgung.  In klinischen Studien senkten Vitamin D-Gaben die Erkrankungshäufigkeit drastisch und hob die Häufung von Infekten  im Winter völlig auf.

Erst kürzlich hatten die kanadischen Gesundheitsbehörden die Nutzung von Vitamin D-Supplementierung zur Schweinegrippen-Vorbeugung befürwortet.

Quelle: GSAAM

grippeAls erste regierungsoffizielle Gesundheitsorganisation hat jetzt die  Public Health Agency of Canada (PHAC) den Einsatz von Vitamin D zur Eindämmung der Schweine-Grippe erwogen. Ursprünglich sollte in einer dreijährigen Prüfungsphase die Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” auf die saisonalen Grippewellen untersucht werden. Die drohende Pandemie hat diese Überlegungen nun wesentlich beschleunigt.

Bereits im Jahr 2006 hatte eine Studie (wir haben hierhier und hier berichtet) aufsehen erregt, die den “Vitamin D-Winter” (die Jahreszeit, in der die Sonne nicht in der Lage ist, Vitamin D in der Haut der Menschen zu bilden – bei uns die Zeit von Ende Oktober bis März) als wesentliche Ursache für den Ausbruch der Grippewellen im Spätwinter belegen konnte.

In den USA allein sind bisher schon 36 Kinder an der Schweinegrippe gestorben (CDC) und – wenn die Forschungsergebnisse über den Zusammenhang von “Vitamin D-Winter” und Infektionskrankeiten zutrifft – der Höhepunkt der Schweinegrippe ist erst gegen Ende des “Vitamin D-Winters”, von Januar-Februar bis März-April, zu erwarten.

PHAC wird diese Strategie jetzt auch auf  das H1N1-Virus anwenden, um schwerwiegenden Folgen der Infektion vorzubeugen, ” so die offizielle Verlautbarung der Public Health Agency. Es häufen sich nach ihren Angaben die Hinweise darauf, dass Vitamin D die Entwicklung antibakterieller Substanzen fördert und dass diese eine ganze Reihe von Infektionen einschließlich der Influenzaviren verhindere.

Quelle: NutraIngredients USA

PHAC-Website: www.phac-aspc.gc.ca

Dr. mark Sorenson

Dr. Marc Sorenson

Einer der bekanntesten Gesundheitsgurus in den USA,  Dr. Marc Sorensen, stellt angesichts der Schweinegrippen-Hysterie die naheliegende Frage:

“Warum liest man nirgendwo in den Medien die Überschrift: Regierung verteilt Vitamin D gegen die Schweingrippen-Pandämie?”

Naheliegend, weil seit einigen Jahren bekannt ist (wir hatten z.B. hier, hier, hier und hier darüber berichtet), dass Vitamin D bei der Regulierung der Immunreaktion gegen die Grippe-Viren eine bedeutende Rolle spielt. Ob das auch bei der Schweinegrippe gilt, müsste sicher erst noch durch Studien belegt werden, aber Dr. Sorensen weist nicht zu Unrecht darauf hin, dass man so lange schließlich nicht warten könnte und man mit Vitamin D eines der billigsten Mittel überhaupt zur Verfügung hätte, das auch in hoher Dosierung keinen Schaden anrichten könnte.

Was Sorensen nicht erwähnt: Noch billiger ist die Frühlingssonne, wenn ihre Strahlen auch noch schwach sind, reicht ein kurzes Sonnenbad in der Regel für ein ausreichende Vitamin D-Produktion auch in diesen Tagen schon aus. Wer regelmäßig ein Solarium besucht, hat da ohnehin genug getan.

Quelle:  “Vitamin D: Our best protection against swine flu?”