
Sonnenschein-Vitamin unterstützt Impf-Aktion
“Höheres Schweinegrippe-Risiko bei Vitaminmangel” So titelt die Redaktion der Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin zu einem Bericht zum Thema “Impfen oder nicht?”
Ein Votum gegen das Impfen und eine Empfehlung, sich lieber auf die anti-virale Kraft des Vitamin D zu verlassen (wie manche Gesundheitsgurus in den USA bereits raten), wäre derzeit in der unübersichtlichen Lage sowohl bei den Impfstoffen als auch bei der Entwicklung der Schweinegrippe selbst, sicher nicht vertretbar.
Dennoch: Die in etlichen Studien seit 2006 belegte vorbeugende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” als Immunregulator und “antibiotisches Vitamin” (Raloff, 2006) kann für die Unterstützung einer großangelegten Impfaktion gegen die Pandämie genutzt werden. Das ist zumindest die Ansicht des Vorstandsmitglieds der GSAAM, Dr. med. Claudia Hennig.
Versuche in der Vergangenheit hätten gezeigt, dass Mäuse mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel eher an Schweinegrippe erkranken als solche mit hoher Vitaminversorgung. In klinischen Studien senkten Vitamin D-Gaben die Erkrankungshäufigkeit drastisch und hob die Häufung von Infekten im Winter völlig auf.
Erst kürzlich hatten die kanadischen Gesundheitsbehörden die Nutzung von Vitamin D-Supplementierung zur Schweinegrippen-Vorbeugung befürwortet.
Quelle: GSAAM
Als erste regierungsoffizielle Gesundheitsorganisation hat jetzt die Public Health Agency of Canada (PHAC) den Einsatz von Vitamin D zur Eindämmung der Schweine-Grippe erwogen. Ursprünglich sollte in einer dreijährigen Prüfungsphase die Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” auf die saisonalen Grippewellen untersucht werden. Die drohende Pandemie hat diese Überlegungen nun wesentlich beschleunigt.
Bereits im Jahr 2006 hatte eine Studie (wir haben hier, hier und hier berichtet) aufsehen erregt, die den “Vitamin D-Winter” (die Jahreszeit, in der die Sonne nicht in der Lage ist, Vitamin D in der Haut der Menschen zu bilden – bei uns die Zeit von Ende Oktober bis März) als wesentliche Ursache für den Ausbruch der Grippewellen im Spätwinter belegen konnte.
In den USA allein sind bisher schon 36 Kinder an der Schweinegrippe gestorben (CDC) und – wenn die Forschungsergebnisse über den Zusammenhang von “Vitamin D-Winter” und Infektionskrankeiten zutrifft – der Höhepunkt der Schweinegrippe ist erst gegen Ende des “Vitamin D-Winters”, von Januar-Februar bis März-April, zu erwarten.
“PHAC wird diese Strategie jetzt auch auf das H1N1-Virus anwenden, um schwerwiegenden Folgen der Infektion vorzubeugen, ” so die offizielle Verlautbarung der Public Health Agency. Es häufen sich nach ihren Angaben die Hinweise darauf, dass Vitamin D die Entwicklung antibakterieller Substanzen fördert und dass diese eine ganze Reihe von Infektionen einschließlich der Influenzaviren verhindere.
Quelle: NutraIngredients USA
PHAC-Website: www.phac-aspc.gc.ca

Dr. Marc Sorenson
Einer der bekanntesten Gesundheitsgurus in den USA, Dr. Marc Sorensen, stellt angesichts der Schweinegrippen-Hysterie die naheliegende Frage:
“Warum liest man nirgendwo in den Medien die Überschrift: Regierung verteilt Vitamin D gegen die Schweingrippen-Pandämie?”
Naheliegend, weil seit einigen Jahren bekannt ist (wir hatten z.B. hier, hier, hier und hier darüber berichtet), dass Vitamin D bei der Regulierung der Immunreaktion gegen die Grippe-Viren eine bedeutende Rolle spielt. Ob das auch bei der Schweinegrippe gilt, müsste sicher erst noch durch Studien belegt werden, aber Dr. Sorensen weist nicht zu Unrecht darauf hin, dass man so lange schließlich nicht warten könnte und man mit Vitamin D eines der billigsten Mittel überhaupt zur Verfügung hätte, das auch in hoher Dosierung keinen Schaden anrichten könnte.
Was Sorensen nicht erwähnt: Noch billiger ist die Frühlingssonne, wenn ihre Strahlen auch noch schwach sind, reicht ein kurzes Sonnenbad in der Regel für ein ausreichende Vitamin D-Produktion auch in diesen Tagen schon aus. Wer regelmäßig ein Solarium besucht, hat da ohnehin genug getan.
Quelle: “Vitamin D: Our best protection against swine flu?”