Archiv für das Tag 'Solarium'

Sonnenbank-Nutzer sind besser informiert - und besser drauf!

Sonnenbank-Nutzer sind besser informiert - und besser drauf!

Junge Leute, die gut informiert sind über Gefahren und Nutzen der UV-Strahlen, gehen häufiger in ein Sonnenstudio als die weniger gut Informierten.

Mit einer Art spürbarem Entsetzen haben jetzt Wissenschaftler der Wake Forest Universität in den USA dieses offenbar unerwartete Ergebnis ihrer eigenen Forschung zur Kenntnis genommen.  Offenbar, so die Forscher, liessen sich die Menschen eher von ihrer Überzeugung leiten, dass sie durch die Sonnenbank-Nutzung vitaler und attraktiver würden und sich insgesamt wohler fühlten.

Ihre nicht so ganz wissenschaftliche Schlussfolgerung: Um die Menschen von der Sonnenbank fernzuhalten, müsse man in  Anti-Solarien-Kampagnen diese Motivation aufnehmen und nutzen, um chemische Bräunungsmittel (”sunless tanning”) zu empfehlen. Auf die Idee, dass Wohlgefühl und Vitalität ihre Gründe in den positiven Gesundheits- und Stimmungseffekten der Sonnenstrahlen oder ihrer “Stellvertreter” auf der Sonnenbank haben könnten, scheint ihnen garnicht gekommen zu sein.

Genau diese positiven Effekte aber haben bereits früher anderen Forschern den Verdacht nahegelegt, Sonnenstrahlen und Sonnenbank könnten süchtig machen. Erst bei näherem Hinsehen kam dann die Erkenntnis, dass hier die Motivation schlicht das verbesserte Köpergefühl war und z.B. das Verschwinden chronischer Schmerzen und nicht eine wie auch immer ausgelöste Sucht.

(Kuriosität am Rande: Forscherkollegen an der gleichen Universität hatten erst kürzlich in einer Studie die lindernde und heilende Wirkung der Sonnenbank bei chronischen Schmerzen bestätigt).

Erst vor wenigen Monaten hatte auch eine deutsche Studie festgestellt, dass gründliche Information über die UV-Strahlen von Sonne und Solarium den Besuch von (gut geführten) Sonnenstudios eher fördert als verhindert.
Kurios auch hier: Die Studie war im Auftrag einer Organisation gefertigt worden, die in in regelmäßigen öffentlichen Äusserungen Menschen von der Verderblichkeit der künstlichen Besonnung überzeugen möchte.

Quelle: PubMed

Studie:  Leslie K Dennis et al.,  Tanning behaviour among young frequent tanners is related to attitudes and not lack of knowledge about the dangers, Health Education Journal, Vol. 68, No. 3, 232-243 (2009)

Kühe in Sonnenschutz-Kleidung  Foto: Farming UK/Hansen
Kühe in Sonnenschutz-Kleidung  Foto: Farming UK/Hansen

Milch ist neben fettem Fisch und Pilzen eines der wenigen Nahrungsmittel, die etwas zur Vitamin D-Versorgung des Menschen beisteuern kann. Vitamin D wird deshalb Sonnen-Vitamin genannt, weil es zu 80-90 Prozent im Körper selbst entsteht – und zwar durch die UVB-Strahlen der Sonne oder des Solariums auf der Haut. Im Herst und Winter aber ist die Sonne zu schwach für diese Arbeit. Die Menschen sind dann entweder auf das Solarium oder auf die Nahrung bzw. Nahrungsergänzung angewiesen, so eben auch auf die Milch.

Und da liegt der Hase – oder besser hier: die Kuh – im Pfeffer!

Die Kuh nämlich ist für die Vitamin D-Bildung genau wie der Mensch auf die Sonne angewiesen. Vorräte an Sonnenschein Vitamin im Fettgewebe des Körpers sind begrenzt und irgendwann im Laufe der dunklen Saison verbraucht.  Der Vitamin D-Gehalt in der Milch nimmt ab, gerade dann, wenn der Milchtrinker ihn am dringendsten braucht.

Und da die künstliche Besonnung das Problem beim Menschen auf einfachste Weise löst, kam jetzt Wissenschaftlern an der landwirtschaftlichen Universität Aarhaus der Gedanke, die Kühe ebenfalls ins Solarium zu schicken, in der Hoffnung, dass die Besonnung den Vitamin D-Spiegel bei den Kühen und dadurch auch in der Milch erhöhen könnte.

Zuerst aber wollten die Wissenschaftler wissen, in welcher Körperregion der Kuh die UV-Strahlen am effektivsten eingesetzt werden könnten. Sie schneiderten ihren Kühen eine Art von Kleidern, die ganz unterschiedliche Körperteile der Tiere bedeckten und so vor der Sonne verbargen. Nach drei Wochen an der Sonne verlichen die Forscher dann die Vitamin D-Haltigkeit der Milch von den unterschiedlich bekleideten Kühen.

Die so entdeckten Vitamin D-sensiblen Körperzonen werden dann mit einer Art Solarium mit viel UVB-Licht bestrahlt und der Effekt auf die Milch gemessen.

Ziel der Untersuchungen ist es, einen gleichmäßigen Gehalt an Vitamin D über das gesamte Jahr hin zu garantieren,”  so der Studienleiter,  Lone Hymøller. Das Projekt wird von der dänischen Vereinigung der Milchbauern und von der dänischen Regierung unterstützt.

Ob diese Methode der natürlichen Vitamin D-Versorgung im “Vitamin D-Winter” bereits den Widerstand der Dermatologen provoziert hat, die gegen diese Methode der Gesundheitsvorsorge beim Menschen Sturm laufen, ist nicht bekannt.

Quelle:  Farming UK

bild eines mannes mit brille

Sonne macht klug! - vor allem im Alter. Foto: fotolia

Vitamin D hält das Gehirn in Schwung. Es verbessert insbesondere die Gehirnleistung älterer Männer.

Das  “Sonnenschein-Vitamin” wird in unseren Breiten zu 80-90 Prozent durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium im Körper selbst gebildet und ist daher eigentliche ein “Sonnenschein-Hormon”.

Forscher von acht (8) europäischen Universitäten haben jetzt in einem gemeinsamen Projekt die Auffassungsgabe und das Gedächtnis von 3.369 Männer aus der European Male Ageing Study (EMAS) im Alter zwischen 40 und 79 Jahren geprüft und mit dem Vitamin D-Spiegel im Blut abgeglichen.

Ergebnis:  “In unserer Studie zeigte sich eine eindeutige Verbindung von Vitamin D-Mangel und geringerer Gehirn-Leistung im Test“, so der Studienleiter Prof. David M. Lee, von der Universität Manchester.

Denkbar ist sowohl, dass das Vitamin D die Nerven schützt, als auch dass es die Erzeugung von Neurotransmitter reguliert”, vermutet Lee.

Da nur Männer untersucht wurden, kann die gleiche Wirkung des Sonnenschein-Vitamins bei Frauen nur vermutet werden.

Die Studie könne, so Lee, ein guter Ausgangspunkt für die weitere Erforschung der Wirkung von Vitamin D auf  die Gehirnleistung älterer Menschen geben.

Über weitere Studien mit ähnlichen Ergebnissen haben wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, und hier berichtet.

Quelle: ScienceDaily

Studie: David M Lee et al., Association between 25-hydroxyvitamin D levels and cognitive performance in middle-aged and older European men, Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry, online vorab veröffentlicht,  21. Mai 2009

In den USA ist die Zahl der Fälle von schwarzem Hautkrebs bei jüngeren Frauen (15 bis 39 Jahre) in den vergangenen Jahren seit 1980 um 50 Prozent gestiegen. Das ergab eine Sonderauswertung der US-Krebsstatistiken (SEER) durch eine Gruppe von Medizinstatistikern des National Cancer Institutes in Maryland, USA

Bei den gleichaltrigen Männern dagegen blieb der Anteil über all die Jahre unverändert.

Die Gründe für dieses Phänomen wurden nicht untersucht. Das hinderte den Studienleiter, Dr. Mark Purdue, allerdings nicht, sich in Gesprächen mit den Medien in kuriosesten Spekulationen zu ergehen:

Wahrscheinlich, so Purdue,  sei das veränderte Freizeitverhalten und inbesondere die sprunghaft gestiegene Nutzung von Solarien für diesen erschreckenden Anstieg verantwortlich. Bei den Männern wisse man halt nicht, warum es hier keine Steigerung gegeben habe.  Die legten sich ja vermutlich auch kaum auf Sonnenbänke.

Der Wissenschaftler übersah dabei geflissentlich, dass

  • der steilste Anstieg der Melanom-Fälle in der ebenfalls erfassten Zeit zwischen 1973 und 1980 passierte – damals gab es noch keine Sonnenbänke! (s. nebenstehende Graphik)
  • das Freizeitverhalten von US-Mädchen und jungen Frauen sich nicht anders entwickelt hat als das der jungen Männer, den Unterschied in der Zahl der Melanom-Erkrankungen also keinesfalls begründen kann,
  • Umfang und Intensität der Beschäftigung Jugendlicher im Freien an der Sonne in den letzten Jahren eher deutlich abgenommen hat, wie zahlreiche Studien zum Freizeitverhalten Jugendlicher zeigen. Inzwischen sind die Jugendlichen die Altersgruppe mit den höchsten Vitamin D-Defiziten aufgrund von Sonnenmangel,
  • der Anteil der jungen Frauen in den USA, die ein Solarium nutzen, zwar in den Jahren zwischen 1980 und 1994 von 1 auf 24 Prozent (gelegentliche oder regelmäßige Nutzung) gestiegen , seither aber unverändert geblieben ist,
  • die jungen Männer inzwischen fast ein Drittel der Solariennutzer stellen, was sich dann entsprechend in den Melanom-Fällen widerspiegeln müsste,
  • in anderen Ländern, z.B. Dänemark, kein Unterschied in der Entwicklung/Anstieg der Melanom-Fälle zwischen Frauen und Männern auftritt, was genau zu der umgekehrten Argumentation führt, dass die Solariennutzung hier keine Rolle spielen könne.
Entwicklung 1980-2004 in Deutschland bei Männer und Frauen bis 34 Jahren

Entwicklung 1980-2004 in Deutschland bei Männer und Frauen bis 34 Jahren

Ähnliche reflexartige Verdächtigungen ohne jede Basis in der Wirklichkeit werden auch in Deutschland häufig an die hier ebenfalls bedenklichen Melanom-Statistiken geknüpft.

Tatsächlich geben die Daten mindestens ebenso viel Anlass, die Gründe eben nicht oder nur sehr eingeschränkt im Genuß von Sonne und UV-Strahlen zu suchen, wie ausgerechnet und ausschließlich Sonne und Solarien für die in der Tat erschreckende Entwicklung verantwortlich zu machen.

Der schwarze Hautkrebs und die Erforschung der Gründe für seinen Vormarsch in fast allen Ländern der Erde (auch und gerade bei solchen, in denen Solarien so gut wie unbekannt sind) ist zu wichtig, um sie den Vorurteilen spekulierender Statistiker und Anti-Solarien-Kreuzzügler zu überlassen.

Quelle: Washington Post

Studien:
Mark P Purdue et al., Recent Trends in Incidence of Cutaneous Melanoma among US Caucasian Young Adults, Journal of Investigative Dermatology, vorab online July 2008

June K. Robinson et al., Indoor Tanning Knowledge, Attitudes, and Behavior Among Young Adults From 1988-2007,  Archives of  Dermatology, 2008;144(4):484-488

Solarium erhöht Vitamin D-Spiegel

Immer häufiger wird in wissenschaftlichen Studien und Empfehlungen darauf verwiesen, dass Solarien eine wichtige Rolle beim Ausgleich von Vitamin-D-Defiziten spielen könnten.

In einem Kommentar in der internationalen Fachzeitschrift “Journal of Nutritional Science and Vitaminology” kommt jetzt eine Gruppe von amerikanischen und asiatischen Forschern zu dem Schluss, “eine kontrollierte UV-Therapie (im Solarium) kann eine phantastische Methode sein, den Vitamin D-Status bei solchen Gruppen zu heben, die in höheren Breitengraden leben, wo im Winter die Sonne für die Vitamin D-Bildung nicht ausreicht, und wo im allgemeinen die Lebensmittel nicht mit Vitamin D angereichert sind.”

Die Wissenschaftler beziehen sich auf ein Reihe von Studien, darunter auch eine in diesem Weblog referierte Untersuchung, bei der die künstliche Besonnung mit handelsüblichen Solarien auch dort den Vitamin D-Spiegel erhöhte, wo Nahrungsergänzung als Therapie versagt hatte. (Ähnlich auch hier, hier und hier)

Quelle: Prakash Chandra, Mohit Agarwal, Shiva G Sharma and Sukhdeep Basra, Tanning Can Be an Alternative Source of Vitamin D in High Risk Populations . J. Nutr. Sci. Vitaminol. 2008, 54: 105

Vitamin D-Mangel und seine Folgen für die Gesundheit sind seit einigen Jahren in aller Munde.

Dass bereits mit einer geringen Dosis, weit unter der Sonnenbrand-Schwelle, an künstlichem UV-Licht die optimale Versorgung an Vitamin D3 (25-hydroxyvitamin D) im Körper gewährleistet werden kann, wurde jetzt zum ersten mal von US-Forschern (Creighton University Medical Center, Omaha) in einer Interventionsstudie nachgewiesen.

72 Teilnehmer mit unterschiedlichem Hauttyp wurden vier Wochen lang dreimal pro Woche auf 90% ihrer Hautoberfläche mit künstlichem UVB-Licht in einer Stärke von 20-80 mJ/cm² bestrahlt . Selbst bei so schwacher UVB-Dosis und je nach Hauttyp konnte der Vitamin D (25-OH-D) Spiegel deutlich angehoben werden. Mehr als 80% dieses Effekts erklärte sich durch die unterschiedliche UV-Bestrahlung.

Damit ist auch das Argument von Solarien-Gegnern, dass Solarien nichts zur Vermeidung von Vitmain D-Mangel beitragen könnten, ad absurdum geführt.

Quelle: PubMed

Studie: L.A. Armas, S. Dowell, M. Akhter, S. Duthuluru, C. Huerter, B.W. Hollis, R. Lund, R.P. Heaney, Ultraviolet-B radiation increases serum 25-hydroxyvitamin D levels: The effect of UVB dose and skin color. Journal of the American Academy of Dermatology, 14. Juli 2007; online vorab veröffentlicht