Archiv für das Tag 'Sonne'

Angriff und Verteidigung - Z Zellen  Foto: iStockphoto

Angriff und Verteidigung - T Zellen Foto: iStockphoto

Die Sonne und ihr “Sonnenschein-Vitamin D” (durch die UVB-Strahlen auch im Solarium über die Haut produziert) spielt bei der Abwehrschlacht des menschlichen Körpers gegen eindringende Bösewichte wie Bakterien und Viren eine entscheidende Rolle. Vitamin D steuert in weiten Teilen die Immunreaktion des Körpers, verhindert aber auch gleichzeitig, dass die Abwehr-Bataillone über das Ziel hinausschiessen und tödliche “Kollateralschäden” im eigenen Körper verursachen: die sogenannten Autoimmunerkrankungen wie Diabetes oder Multiple Sklerose.

Forscher an der Universität von Kopenhagen, Dänemark,  haben jetzt die hochkomplizierten “Kommandowege” dieser Verteidigungsstrategie durch das Vitamin D erforscht.

Die Verteidiger der Körperzellen vor bösartigen Angreifern, die T-Zellen, gern auch als Killerzellen bezeichnet, sind eigentlich eher friedlich, wenn nicht gar etwas faul und verschlafen. Wenn sie nicht durch bestimmte Signal-Proteine auf Trab gebracht werden, reagieren sie nicht auf die Angreifer. Erst auf den Anstoß durch diese Proteine vermehren sich die T-Zellen schlagartig und werfen sich in die Schlacht.

Dieser Vorgang aber wird nur dann ausgelöst, wenn die T-Zellen über einen Vitamin D-Rezeptor in ihrem Umfeld Vitamin D “ertasten”. Erst die Anwesenheit von Vitamin D-Rezeptoren und zirkulierendem Vitamin D bringt das gesamte Verteidigungssystem in Schwung.

Während ein Teil der T-Zellen sich als “Killer-Zellen” auf die Eindringlinge stürzen,  sorgen andere T-Zellen als “Helfer-Zellen” dafür, dass das Immunsystem sich künftig an diese spezifischen Feinde erinnert, sie sofort identifizieren und umbringen kann.

Damit haben die dänischen Forscher den Mechanismus entschlüsselt, durch den die – auch in diesem Blog dutzendfach beschriebene – Immunsteuerung durch das “Sonnenschein-Vitamin” abläuft.

Professor Carsten Geisler, Leiter der Forschungsgruppe: “Wissenschaftler wussten seit langem, wie wichtig das Vitamin D ist für die Verarbeitung von Kalzium im Knochenstoffwechsel und dass es auch eine Rolle spielt bei Krankheiten wie Krebs oder Multipler Sklerose. Aber was wir bisher nicht begriffen hatten, ist die entscheidende Rolle des Vitamin D bei der Aktivierung des Immunsystems. Jetzt wissen wir`s! ”

Immer deutlicher wird auch,  welche ganz konkreten Schäden die seit Jahrzehnten andauernden Kampagnen einiger Dermatologen-Verbände anrichten.  Die ständig wachsende Unterversorgung der Bevölkerung mit Vitamin D, im wesentlichen also mit UV-Strahlen,  schwächt nicht nur die körpereigene Verteidigung der Menschen gegen Infektionen und chronische Autoimmunerkrankungen wie Diabetes, sondern auf diese Weise auch die Finanzierbarkeit unserer Gesundheitssysteme: Weniger Natur, mehr Pillen – wem nützt`s!?

Quelle: ScienceDaily

Studie:  Marina Rode von Essen et al., Vitamin D controls T cell antigen receptor signaling and activation of human T cellsNature Immunology, vorab online publiziert, 07. März 2010

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament  Foto: David Cheskin/PA Wire

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament Foto: David Cheskin/PA Wire

Ein 14-jähriger Schüler und seine Protestaktionen führen jetzt zur Einberufung einer internationalen Konferenz über die Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamin D”.

Ryan McLaughlin aus dem schottischen Glasgow hatte sich mit einer Petition an das schottische Parlament gewandt: Er habe erfahren, dass Vitamin D und der besonders in Schottland weit verbreitete Sonnen- und damit Vitamin D-Mangel eine wichtige Rolle bei der Multiplen Sklerose seiner Mutter spielen könnte. Der Schüler wollte das Parlament veranlassen, Richtlinien über die Versorgung mit Vitamin D zu erlassen und über das richtige Verhalten an der Sonne besser zu informieren – statt die Angst vor den Sonnenstrahlen noch zu schüren.

Seiner Bitte hatte er mit Mahnwachen vor dem Parlament Nachdruck verliehen und in den Medien damit einige Aufmerksamkeit erregt. Jetzt hat das Parlament und die Regierung darauf positiv reagiert:

Die schottische Regierung stellte einen “dringenden Bedarf” nach öffentlichen Informationen fest,  sowohl für Ärzte als auch für medizinische Laien, besonders Mütter.  Eine entsprechende Kampagne wurde in Auftrag gegeben.

Ausserdem wurde für den 27. April dieses Jahres eine wissenschaftliche Konferenz einberufen, an der Experten zu Sonnenlicht, Vitamin D und Multipler Sklerose (MS) aus aller Welt teilnehmen werden.

Abgeordnete und Regierungsmitglieder beglückwünschten Ryan McLaughlin zu seinem ungewöhnlichen Erfolg.

Quelle: Times Online

Menschen mit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung verringern ihr Darmkrebs-Risiko um die Hälfte im Vergleich zu Menschen mit Vitamin D-Mangel. So das Ergebnis einer großen europäischen Studie mit einer halben Million Teilnehmern in 10 europäischen Ländern.

Forscher vom Imperial College, London, und der International Agency for Cancer Research (IARC) hatten in den Jahre 1992-1998 im Rahmen der  European Prospective Investigation into Cancer study (EPIC) umfangreiche Daten zu Ernährung und Lebensführung abgefragt und Blutwerte erhoben. In den folgenden Jahren waren 1.248 Menschen aus dieser Gruppe an Darmkrebs erkrankt und wurden in dieser Studie mit ebenso vielen gesunden Probanden verglichen.

Das Ergebnis bestätigt frühere epidemologische Studien, über die wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtete haben.

Diese große und sorgfältig durchgeführte Studie ist ein überzeugender Beleg für die Bedeutung des Vitamin D für den Schutz vor Darmkrebs…. Wir wissen, wie wichtig es ist, darauf zu achten, genügend Sonnenlicht zu bekommen – ohne die Haut zu schädigen -  um den Vitamin D-Spiegel im Blut hoch zu halten (Übers. d.Red),” so der Leiter der Studie am Imperial College,  Prof. Elio Riboli.

Einen Zusammenhang zwischen der Verminderung des Darmkrebs-Risikos und Vitamin D-reicher Ernährung konnten die Forscher nicht finden. Das Sonnenlicht sei offensichtlich sehr viel bedeutender für die Vitamin D-Versorgung als die Ernährung.

Eine Entdeckung von großer Bedeutung machten die Forscher sozusagen nebenbei: Vitamin A, Retinol, das etwa in Lebertran vorkommt, bremst die positive Wirkung von Vitamin D oder macht sie gar ganz zunichte. Diese Erkenntnis erklärt möglicherweise auch die widersprüchlichen Ergebnisse frühere Studien, je nachdem ob diese Studien in nordlichen Lädern mit hohem Lebertran-Konsum oder in südlichen Landern durchgeführt wurde. Die Fogeln dieser Entdeckung für die Therapie vieler chronischer Erkrankungen ist noch garnicht abzusehen.

Kleine Ironie am Rande: Die gleiche Organisation, die IARC, die Solarien erst kürzlich und die Sonne bereits 1992 als krebserregend eingestuft und damit eine Flut negativer Schlagzeilen über die künstliche Besonnung produziert hatte, betont jetzt mit der Veröffenltichung der spektakulären Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” z. B. für den Darmkrebs die wichtige Rolle der Sonne bei der Vorbeugung und Heilung dieser Krebsart (und vemutlich vieler anderer bösartiger Tumore).

Quelle: Pressemeldung Imperial College

Studie:  Jenab et al.,  Association between pre-diagnostic circulating vitamin D concentration and risk of colorectal cancer in European populations: a nested case-control study, British Medical Journal 2010;340:b5500 (21. Januar 2010) – PDF

Die Sonne wurde schon vor mehr als hundert Jahren für die Therapie der Tuberkulose eingesetzt. Aber erst heute ist die Wissenschaft in der Lage, diese antibakterielle und antivirale Wirkung der Sonne zu erklären. Seither ist die Bedeutung der Sonne und des “Sonnenschein-Vitamins D” für Vorbeugung und Behandlung von Infektionen von der Wundinfektion bis zur Influenza einerseits und von Autoimmunerkrankungen wie Diabetes und MS andererseits in hunderten von Studie erforscht worden.

In einer Review-Studie fasst jetzt der Forscher Adrian F. Gombart vom Linus Pauling Institut, Oregon, USA,  den aktuellen  Stand des Wissens zusammen. Der Schlüssel zum Verständis dieser weitreichenden Bedeutung des Vitamin D bei der Infektionsabwehr liegt in dessen “Fähigkeit” zur Steuerung eines Peptids mit antibiotischer Wirkung, des Cathelicidin, das in dieser Form nur beim Menschen und Primaten vorkommt.

Kein Zweifel mehr, dass die Natur das Vitamin D als “Feuerwehr” gegen alle Arten von Infektionen und Fehlssteuerungen des Immunsystems vorgesehen hat.  Um so dramatischer der weit verbreitete Vitamin D-Mangel, vor allem im “Vitamin D-Winter”. In der Zeit von Okotber bis März funktioniert die bei weitem wichtigste Quelle für die Beschaffung des lebenswichtigen Vitamins nicht:  Die UVB-Strahlen der schräg einfallenden Sonne sind für die Vitamin D-Synthese in der Haut nicht stark genug.

Der Vitamin D-Spiegel im Blut sinkt bis auf einen Tiefstand Ende Februar, Anfang März. Und das ist auch die Zeit der Grippe-Epidemien.

Etwa  70Prozent der US-Bevölkerung hat unzreichende Vitamin D-Werte,” so Gombart, “ein umso zentraleres Thema,  je mehr wir erfahren über die vielen Rollen, die das Vitamin D spielt beim Kampf gegen Infektionen, beim Ausbalancieren des Immunsystems, der Regulierung bei Autoimmun- und sogar Herzkrankheiten.

Die Angst vor einer Schweinegrippe-Pandämie hat jetzt die Diskussion über dieses gefährliche Defizit beschleunigt. Erstaunlicherweise aber läuft diese Diskussion völlig losgelöst von einer anderen parallel sich immer schriller äussernden Diskussion über die Gefahren der UV-Strahlen von Sonne und Solarium.  Statt der Suche nach einer optimalen Balance bei der Dosierung der natürlichen Heilkraft von UV-Strahlen der Sonne oder des Solariums wird mancherorts mit manischer Verbissenheit an Abschreckungsszenarien und Verhüllungsempfehlungen gebastelt bis hin zu grotesken Ersatzstrategien vom Pillenschlucken bis zum Aufsprühen chemischer Bräunungsmittel.

Eine Übersichtsstudie aller methodisch anspruchsvollen wissenschaftlichen Arbeiten seit 1948 war kürzlich zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen und hatte den Einsatz von Vitamin D für die Therapie und weiterere klinische Studien zur Wirksamkeit des “Sonnenschein-Vitamins” für Tuberkulose, Influenza und Atemwegserkrankungen angefordert.

Quelle: Science Daily

Studien:
A.F. Gombart,  The vitamin D–antimicrobial peptide pathway and its role in protection against infectionFuture Microbiology, November 2009, Vol. 4, No. 9,  1151-1165

Alexandra V. Yamshchikov et al., Vitamin D for Treatment and Prevention of Infectious Diseases: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials, Endocrine Practice, American Association of Clinical Endocrinologists, Volume 15, Number 5 / July – August 2009

cabrioDass Sonnen die Intelligenz fördert, hatten wir kürzlich schon berichtet. Die Wege zur Sonnen-Klugheit aber sind sehr verschieden:

RP-Online, die virtuelle Ausgabe der Rheinischen Post, garniert einen Beitrag zum Cabrio-Markt und zu Cabrio-Fans mit einem Hinweis auf eine wissenschaftliche Studie an der Universität Manchester.  Danach steigert das Autofahren mit offenem Dach die Gehirnleistung – hier: von Männern über 60 Jahre.

Grund: Die Sonne steigert den Vitamin D-Spiegel bei Cabrio-Fahrern.

RP-Online: “Genau dieser erhöhte Vitamin-D-Wert wurde bei 3000 Männern im Alter zwischen 40 und 79 Jahren gemessen, die sich überproportional häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt hatten. Die beste Steigerung der Hirnleistung wurde bei Männern jenseits der 60 Jahre dokumentiert. Nur noch ein kleiner logischer Sprung, um offene Autos für das reifere Alter zu empfehlen.”

Quelle: RP-Online

Foto: iStockphotos

Fast gleichzeitig mit der Verabschiedung des “Solariengesetzes” debattierten in Düsseldorf mehr als 500  Wissenschaftler aus aller Herren Länder beim Jahreskongress ICP der Photobiologen auch über die schützende und heilende Wirkung von Sonne und Solarien einerseits und die Gefahren übermäßiger UV-Bestrahlung andererseits.

Hier eine Zusammenfassung der Diskussion und drei der Kontrahenten im Interview:

Sonne, Solarium, Vitamin D und Gesundheit

Eine ausführliche Version der Interviews mit Profs.  Michael F. Holick, Boston, und Johan Moan, Oslo, sowie Dr. Rüdiger Greinert, Hamburg, werden wir in den nächsten Tagen hier online stellen.

Vitamin D-Mangel weltweit – der IOF-Report

Gerade rechtzeitig zum Kongress und sozusagen als Kontrapunkt zur laufenden Diskussion über das “Solariengesetz” veröffentlicht die International Osteoporosis Foundation spektakuläre Daten über einen weltweiten Mangel an Vitamin D in Form einer Review-Studie mit sechs regionalen Einzelstudien.

Die Defizite an “Sonnenschein-Vitamin” sind sehr unterschiedlich in unterschiedlichen Regionen und sozialen Gruppen. Eine deutliche Unterversorgung aber wurde für alle Regionen festgestellt.

Als Risikofaktoren für Vitmian D-Defizite nennen die Autoren:
Höheres Alter, weibliches Geschlecht, höhere Breitengrade, Winter, dunkle Haut, geringere Sonnenexposition, Ernährungsgewohnheiten und eine Mangel an Nahrungsergänzungen mit Vitamin D, Wohnen in der Stadt und Arbeiten in geschlossenen Räumen sowie gesellschaftliche Normen, die das Vermeiden von Sonne und Besonnung und die Bedeckung der Haut verlangen.

Quelle: IOF-Website (mit Verweisen zu Zusammenfassungen der sechs Regional-Studien)

Studie:  A. Mithal, D.A. Wahl, J-P. Bonjour et al. on behalf of the IOF Committee of Scientific Advisors (CSA) Nutrition Working Group,  Global vitamin D status and determinants of hypovitaminosis D Osteoporosis International (2009) , online vorab publiziert.

bild eines mannes mit brille

Sonne macht klug! - vor allem im Alter. Foto: fotolia

Vitamin D hält das Gehirn in Schwung. Es verbessert insbesondere die Gehirnleistung älterer Männer.

Das  “Sonnenschein-Vitamin” wird in unseren Breiten zu 80-90 Prozent durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium im Körper selbst gebildet und ist daher eigentliche ein “Sonnenschein-Hormon”.

Forscher von acht (8) europäischen Universitäten haben jetzt in einem gemeinsamen Projekt die Auffassungsgabe und das Gedächtnis von 3.369 Männer aus der European Male Ageing Study (EMAS) im Alter zwischen 40 und 79 Jahren geprüft und mit dem Vitamin D-Spiegel im Blut abgeglichen.

Ergebnis:  “In unserer Studie zeigte sich eine eindeutige Verbindung von Vitamin D-Mangel und geringerer Gehirn-Leistung im Test“, so der Studienleiter Prof. David M. Lee, von der Universität Manchester.

Denkbar ist sowohl, dass das Vitamin D die Nerven schützt, als auch dass es die Erzeugung von Neurotransmitter reguliert”, vermutet Lee.

Da nur Männer untersucht wurden, kann die gleiche Wirkung des Sonnenschein-Vitamins bei Frauen nur vermutet werden.

Die Studie könne, so Lee, ein guter Ausgangspunkt für die weitere Erforschung der Wirkung von Vitamin D auf  die Gehirnleistung älterer Menschen geben.

Über weitere Studien mit ähnlichen Ergebnissen haben wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, und hier berichtet.

Quelle: ScienceDaily

Studie: David M Lee et al., Association between 25-hydroxyvitamin D levels and cognitive performance in middle-aged and older European men, Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry, online vorab veröffentlicht,  21. Mai 2009

Das  Pantherchamäleons weiss, wass es reicht

Das Pantherchamäleons weiss, wann es reicht

Dass Echsen und andere Reptilien die Sonne lieben, weiss man aus eigener sommerlicher Anschauung. Dass der Grund aber nicht allein die Wärme, sondern das Sonnenschein-Vitamin D ist, das ist neu! Chamäleons zum Beispiel nehmen extrem ausgedehnte Sonnenbäder, weil ihre Nahrung zu wenig Vitamin D enthält.

Das haben amerikanische Forscher aus dem sonnigen Texas (Texas Christian University in Fort Worth) unter Mitarbeit des bekannten Vitamin D-Forschers Michael F. Holick  in Versuchen mit Pantherchamäleons herausgefunden.

Zwar nutzten die wechselwarmen Tiere die Sonneneinstrahlung auch, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Dafür sei jedoch eine kürzere Zeit ausreichend, weisen die Wissenschaftler nach.

Sie beobachteten das Verhalten von Pantherchamäleons, die sie in zwei Gruppen aufgeteilt hatten. Die eine Gruppe bekam Grillen zu fressen, die mit einem Vitamin-D-haltigen Puder bestäubt waren, die andere Gruppe erhielt normale Grillen. Anschließend setzten sie die Reptilien in getrennte Gehege. Die Chamäleons hatten dort die Wahl zwischen einer Freifläche in der prallen Sonne und einem schattenspendenden Baum.

Die Vermutungen der Wissenschaftler bestätigten sich: Die Chamäleons, die Vitamin-D-reiche Nahrung erhalten hatten, wechselten wesentlich früher in den Schatten als die Tiere, die normale Grillen gefressen hatten. «Pantherchamäleons scheinen die Fähigkeit zu haben, ihren Vitamin-D-Pegel zu messen und die Sonnenbäder entsprechend anzupassen», erklärt der Studienleiter, Kristopher B. Karsten. Chamäleons sind auf diese Form der Vitamin-D-Bildung angewiesen, da ihre Beute nur geringe Mengen des wichtigen Provitamins enthält.

Die Forscher vermuten, dass die Tiere einen speziellen Gehirnrezeptor für das Vitamin besitzen, die ihnen genau das rechte Maß an Sonne “verordnen”. Leider kennt der Mensch ein solch hilfreiches Steuerungsgen nicht.

Genau wie beim Reptil aber wird auch beim Menschen das lebenswichtigeVitamin D  mit Hilfe von UV-Strahlen vom Körper selbst gebildet werden. In einem komplizierten Prozess wir daraus ein Hormon (”aktives” Vitamin D-Serum), das hunderte von Zellfunktionen im Körper steuer.

Quelle:  News AdHoc

Studie:  Kristopher B. Karsten et al.,  Panther Chameleons, Furcifer pardalis, Behaviorally Regulate Optimal Exposure to UV Depending on Dietary Vitamin D3 Status, Physiological and Biochemical Zoology 82(3):218–225 April 2009.

Sonne nur noch am Strand?

Sonne nur noch am Strand? dann aber im Übermaß!

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage erscheint eine Studie, die belegt, dass ausgerechnet moderne Jugendliche in westlichen und nördlichen Ländern mehr als andere Altersgruppen unter einem akuten Mangel an Vitamin D und damit vor allem an Sonnenmangel leiden.

Am gleichen Tag, da der Deutsche Bundestag in 1. Lesung das “Solareingesetz” mit dem Sonnenbankverbot für Jugendliche debattierte, errgegte bei der internationalen “Conference on Cardiovascular Disease Epidemiology and Prevention” in Palm Harbor, Florida, ein Vortrag Aufsehen, in dem zum wiederholten Male unterstrichen wurde, dass die Gesundheit Jugendlicher stärker bedroht ist durch ein “zu wenig” an – vernünftig genossener – Sonne als an einem “zu viel”.

Die Untersuchung von 3.577 Jugendlichen im Alter von 12-19 Jahren kommt zu dem Ergebnis, dass der niedrige Vitamin D-Spiegel bei vielen Teenagern das Risiko einer Erkrankung an einigen der typischen Volkskrankheiten drastisch erhöht, und zwar um

  • 236 Prozent beim Bluthochdruck,
  • 254 Prozent bei überhöhtem Blutzuckerspiegel  und
  • 399 Prozent bei  Stoffwechselstörungen.

Die Daten entstammen dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) in den USA.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Jugendlichen später an Herz- und Gefäßkrankheiten oder Diabetes leiden erhöht sich damatisch durch diesen Befund.

Je dunkler die Haut der Jugendlichen, desto größer der Vitamin D-Mangel. Afro-amerikanische Jugendliche wiesen nur gut die Hälfte an Vitamin D-Serum im Blut auf wie weisse Teenager.  Die dunklen Hautpigmente, die die Hautzellen gegen Schäden durch UV-Strahlen schützen, verhindern gleichzeitig die Vitamin D-Synthese in der Haut.

Wir erleben eine aufregende und faszinierende Zeit, denn wir haben erst angefangen zu bergreifen, eine wie wichtige Rolle Vitamin D spielt für die Gesundheit des Herzens und der Blutgefäße,” so der Leiter der Forschungsgruppe an der  Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, Dr. Jared P. Reis.

Prof. Robert H. Eckel,  der scheidende Präsident der American Heart Association: “Diese Daten über den gravierenden Vitamin D-Mangel Jugendlicher macht uns sehr besorgt um die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten unserer jungen Menschen und darüber, dass sie zu wenig Zeit an der Sonne verbringen.”

Quelle:  Science Daily Das Manuskript wurde von der American Heart Association vorab zur Verfügung gestellt.

kinder-strand-hochsitz2Der tägliche Aufenthalt zuhause an der Sonne scheint keine Auswirkungen auf die Bildung von Muttermalen (Nävi) zu haben. Der Ferienaufenthalt am Strand aber sehr wohl! Damit bilden die Ferien bei Kindern ein gesteigertes Risiko für eine Melanom-Bildung”.  So fasst Prof. Lori Crane von der Colorado School of Public Health, USA,  eine Studie mit 681 Kindern im Alter von sieben Jahren aus dem US-Bundesstaat Colorado zusammen.

Die Zahl der Muttermale ist eines der Risikofaktoren für den “schwarzen Hautkrebs”.  Ferien am Strand lassen, wie die Forscher herausfanden, bei Kindern in diesem Alter die Zahl der Muttermale  jedes Mal um 5 Prozent ansteigen.  Jungen sind dabei stärker gefährdet als Mädchen.

Wie schon bei anderen Studien mit älteren Jugendlichen und Erwachsenen erwies sich der Schutz mit Sonnencreme als wenig wirksam.  Eincremen verführte zu übermäßig langem Aufenthalt in der Sonne am Strand.

Bestätigt werden auch Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren, die belegen, dass regelmäßiger aber mäßiger Aufenthalt an der Sonne keinen Einfluss hat auf die Bildung von zusätzlichen Muttermalen und im Gefolge auf die Entstehung von Hautkrebs (Melanom) – im Gegenteil, dass aber die unvorbereitete und extreme Sonnenexposition, wie sie für den Strandurlaub im Sommer typisch ist, das Melanom-Risiko deutlich verstärken kann – ganz besonders bei kleinen Kindern.

Quelle: Newswise

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