Archiv für das Tag 'Sonne'

Sonne und Solarium “erholen” sich allmählich von 40 Jahren “feindlicher Propaganda” von “interessierter Seite”. Dazu bedurfte es einer überwältigenden Fülle wissenschaflticher Publikationen (allein 2.400 Studien im Jahr 2009) und solcher Schriften, wie sie jetzt vom Mankau Verlag vorgelegt wird. Das Buch der beiden Experten Profs. Spitz und Grant wird im Oktober erscheinen. Hier die Information des Verlags:

Ohne Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Über viele  Jahrhunderte nutzte die Medizin ihre heilende Kraft. Durch intensive Angst-Kampagnen von Dermatologen und Krebsorganisationen, gefördert von Kosmetik- und Pharmaindustrie,  ist sie zum bösen Dämon mutiert, der nur noch unsere Gesundheit bedroht. Antibiotika und die Angst vor Hautkrebs haben die positiven Eigenschaften der Sonnenstrahlen vergessen lassen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie wichtig das Sonnenlicht für unsere Gesundheit ist. Denn ohne Sonne kommt es zu einem Defizit an Vitamin D, das für die Regulation zahlreicher Prozesse in nahezu allen Körperzellen benötigt wird.  Eine deutliche Mehrheit aller Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiden an Vitamin-D-Unterversorgung und wissen nicht, dass dieser Mangel in vielen Fällen zu Krebs führen kann.

Das “Sonnenhormon” kann nicht nur bei Betroffenen die Lebensqualität verbessern und die Lebenszeit verlängern, sondern ist vor allem maßgeblicher Schlüssel zur Prävention: Vitamin D senkt das Krebsrisiko und unterdrückt das Wachstum bösartiger Tumore. Außerdem schützt es vor Rachitis und Diabetes, verlangsamt Knochenschwund, kräftigt die Muskulatur, fördert das Immunsystem, produziert körpereigene Antibiotika, schützt die Nervenzellen (auch vor Multipler Sklerose) und senkt den Blutdruck.

Präventionsmediziner Prof. Dr. Jörg Spitz und Vitamin-D-Experte Prof. Dr. William B. Grant schildern die neuesten Forschungsergebnisse zum UV-Licht und zum Sonnenhormon, erläutern, wie der eigene Vitamin-D-Spiegel ermittelt und reguliert werden kann und geben wertvollen und konkreten Rat, wie mithilfe der Heilkraft der Sonne Krankheiten wie Krebs oder Multiple Sklerose vermieden oder gelindert werden können.
Ein Plädoyer für einen gesundheitsbewussten Umgang mit dem Sonnenlicht!

Auf einige der hier behandelten Themen geht Prof. Spitz in einem Gespräch mit der Redaktion ein, das hier und auf dem YouTube-Kanal “Sonne ist Leben” zu sehen ist:

Sonnen-Lust und Sonnenschutz - Konflikt oder gesunde Allianz?

Sonnen-Lust und Sonnenschutz - Konflikt oder gesunde Allianz?

Macht Deine Sonnen-Creme Dich dick, alt und depressiv?” titelt der Daily Mirror, führende britische Boulevard-Zeitung, zum Sommeranfang und zählt die Gesundheitsschäden auf, die durch die Angst vor den Sonnenstrahlen entstehen.

Jahrzehnte lange Panik-Kampagnen der Kosmetik-Industrie mit Hilfe von Dermatologen-Verbänden und Krebs-Organsationen haben den Menschen die Sonne in einem Umfang ausgetrieben, der inzwischen so etwas wie einen gesundheitlichen Notstand produziert. Dieser Notstand hat viele Facetten, am bedeutendsten aber ist sicher der epidemische Mangel an Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin.

Immer mehr wissenschaftliche Studien aus vielen Ländern warnen, dass der Vitamin D-Mangel in den vergangenen Jahren in dem Maße zugenommen hat, wie die Menschen im täglichen Leben gelernt haben, die Sonne zu meiden oder sich durch immer höhere Schutzfaktoren abzuschirmen. Moderne Lebensstile tun ein übriges.

Da die Medien oft unkritisch die Anti-Sonnen-Kampagnen einschliesslich noch der zweifelhaftesten Behautpungen ungeprüft übernehmen, kommt es zu einer eher paradoxen Erscheinung am Rande: Von den negativen Gesundheitsfolgen dieser Kampagnen sind die gebildeteren Schichten, als Zeitungsleser und an Gesundheitsinformationen interessiert, stärker betroffen als die übrige Bevölkerung. Auch die Politik reagiert ähnlich paradox mit bürokratischer Hektik, wie derzeit bei der sogenannten “Solarienverordnung”.

Doch ganz allmählich, durch hunderte wissenschaftlicher Studien und ihre langsame Verbreitung in einem größeren Publikum, setzt sich die Erkenntnis durch, dass das besinnungslose Trommeln gegen Sonne und Solarium und für immer wirksamere Sonnenschutz-Mittel und chemische Bräunung nicht der Gesundheit hilft sondern schadet – und das gleich mehrfach:

  1. Studien haben nachgewiesen, dass die Nutzung von Sonnenschutzmitteln nicht, wie angeblich beabsichtigt, vor Hautkrebs schützt, sondern in vielen Fällen genau das Gegenteil bewirkt: Das Melanom-Risiko steigt! (Jüngste Beispiele von vielen hier)
  2. Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor verhindern praktisch vollständig die Bildung von Vitamin D über die Haut und befördern so den Vitamin D-Mangel. Ein steter Anstieg chronischer Erkrankungen wie Osteoporose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen etc. sind die Folge.
  3. Die so hoch gepeitschte Sonnen-Angst und die panische Fixierung auf die Abwehr von UV-Strahlen macht einen vernünftigen,  für die Gesundheit notwendigen, positiven Umgang mit der natürlichen und künstlichen Sonne unmöglich. Statt gesunden Genuss der “guten” Sonne und dem ganz natürliches Ausweichen vor der “bösen” Sonne, fördern die vereinigten Industrie- und Dermatologen-Kampagnen den einseitigen Verzicht auf die lebensnotwendige aber kostenlose Sonnen-Gesundheit zugunsten der teuren und profitablen Sonnen-Killer.

Der Erfolg dieser Kampagnen aber trägt bereits den Keim ihres Mißerfolgs in sich.

Den Dermatologen hat ihre millionen-schwere Öffentlichkeitsarbeit, die vor eingenartigen statistischen Manipulationen nicht zurückschreckte,  die Honorar-Milliarden eines flächendeckenden Hautkrebs-Screenings beschert. Deren medizinischer Sinn aber wird inzwischen von Ärzten und Wissenschaftlern selbst in Zweifel gezogen. (“Gesetzliches Hautkrebsscreening vor dem Aus?“)

Die Kosmetik-Industrie hat zunehmend mit den Zweifeln an der Glaubwürdigkeit ihrer donnernden Sonnenschutz- und Selbstbräuner-Kampagnen zu kämpfen, je weiter sich die Informationen über die lebenswichtige Bedeutung von Vitamin D und die mangelnde Schutzwirkung gegen den Hautkrebs ausbreiten.  Um kreative Lösungen nie verlegen werden jetzt Selbstbräunungs-Cremes und Sprays mit Vitamin D-Zusatz auf den Markt geworfen – doppelter Gewinn mit angeblich modischer Bräune plus gesundem Vitamin D. Das aber liefert die Sonne kostenlos in sehr viel effizienterer Kombination bei vernünftigem Gebrauch.

Panik-Reaktion der Panik-Macher?

Schwer zu verstehen, warum es so schwierig sein soll,  Sonnengenuss und Sonnenschutz in sinnvoller Balance darzustellen und durchzusetzen. Dem Wohlbefinden und der Gesundheit dient beides – im Teamwork statt beim Catch-As-Catch-Can.

Foto: fotolia

Foto: fotolia

Viele Frauen leiden nach der Geburt an Stimmungsschwankungen, Trauergefühlen bis hin zur Depression. Die Wirkung von Vitamin D bei psychischen Störungen ist vielfach belegt. Die Frage lag also nahe nach einem Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und “Baby Blues” oder der schwereren Form,  der “Postpartalen Depression”.

Ein Forschertam an der University of South Carolina, USA, ging dieser Frage nach bei knapp 100 Frauen, die nach der Geburt wegen unterschiedlich gravierender depressiver Verstimmungen in Behandlung waren. Nach einem  gängigen Depressionstest (Edinburgh Postpartum Depression Scale, EPDS) wurden in sieben  Besuchen monatlich der Vitamin D-Spiegel gemessen und mit dem Grad der depressiven Verstimmung abgeglichen.

Es zeigte sich, dass sich der Grad der Erkrankung mit dem Ausmaß des Vitamin D-Mangels veränderte. Je größer der Mangel, desto schwerer im Durchschnitt die Depression.

Allerdings weisen die Autoren selbst darauf hin, dass für eine sichere Schlussfolgerung breiter angelegt und methodisch präzisere Studien notwendig wären.

Quelle: PubMed

Studie: Pamela K. Murphy et al., An Exploratory Study of Postpartum Depression and Vitamin D, Journal of the American Psychiatric Nurses Assiciation, Vol. 16, No. 3, 170-177 (2010)

Je mehr und intensiver die Sonne in den letzten Monaten der Schwangerschaft scheint, umso geringer die Gefahr eines Schwangerschafts-Hochdrucks und einer Geburtskomplikaktion (Präeklampsie). Das ist das Ergebnis einer Studie an der australischen Universität von Sidney mit 424,732 schwangeren Frauen.

Die Rate der Hochdruck-Erkrankungen war im Herbst mit 7,3 Prozent am niedrigsten und Anfang des Frühlings – unmittelbar nach Ende des “Vitamin D-Winters” -  mit 8,9 Prozent am höchsten. Während die Sonnenintensität auch zum Zeitpunkt der Empfängnis bei Präeklampsie eine Rolle zu spielen scheint gilt das nicht, laut Studie, für den Buthochdruck der Schwangeren. Hier erwiesen sich nur die letzten Monate vor der Geburt als entscheidend.

Quelle: PubCrawler

Studie: C.S. Algert et al., Seasonal variation in pregnancy hypertension is correlated with sunlight intensity, American Journal of Obstetrics and Gynecology,27. Mai 2010 (online vorab publiziert)

Schlank und fit mit Sonne

Schlank und fit mit Sonne

Selbst dort , wo in Ländern der westlichen Welt die Sonne rund ums Jahr scheint, leiden immer mehr Jugendliche aufgrund der modernen “städtischen” Lebensweise unter erheblichem Mangel an “Sonnenschein-Vitamin”.  Das hat Auswirkungen auch auf ihre körperliche Fitness.

In den südlichen Staaten der USA wurden in einer Studie der Universität von Georgia die Vitamin D-Werte von schwarzen und weissen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren gemessen und mit den Daten ihrer physischen Fitness sowie der Herzleistung verglichen.

56,4 Prozent der Jugendlichen erreichten nicht den Normalwert von 75 nmol/L. Im Winter lag dieser Wert noch einmal deutlich höher. Am stärksten betroffen waren die schwarzen Jugendlichen.

Die Jugendlichen mit Vitamin D-Mangel waren in der Regel erheblich dicker und ihr Fettanteil im Vergleich zur Muskelmasse wesentlich höher. Ihre besser Vitamin-D-versorgten Altersgenossen dagegen waren sportlich aktiver, fitter und mit belastbarerem Herz-Kreislauf-System.

Für das sehr viel weiter nördlich gelegene Deutschland dürften diese Ergebnisse eher noch erheblich drastischen ausfallen. Jugendliche sind inzwischen eine der beiden “Risiko-Gruppen” wenn es um die Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D ” geht.  Die intensiven, gegen jedes Sonnen gerade von Jugendlichen und vor allem gegen die künstliche Sonne gerichteten Kampagnen erscheinen vor diesem Hintergrund ebenso problematisch wie die Verbote im “Solariengesetz” von 2009 und in der derzeit vorbereiteten “Solarienverordnung”.

Champion durch Vitamin D?

Sonnenschein Vitamin für die Champions

Sonnenschein Vitamin für die Champions

Passend zu diesem Thema erzählt der Vitamin D-Forscher und Direktor des Vitamin D Councils, Prof. John Jacob Cannell, eine ebenso unglaubliche wie anregende Geschichte in seinem Newsletter:

Das Eishockey-Team der Metropole Chicago, die Chicago Blackhawks, spielten über Jahre in den unteren Regionen der National Hockey League (NHL). Bis ihr Trainer auf die Idee kam, den Vitamin D-Spiegel seiner Spieler zu testen. Das Ergebnis war katatsprophal, praktisch alle Spieler hatten Vitamin D-Werte deutlich unterhalb der optimalen Werte.

Nach einer rigorosen “Vitamin D-Kur” über 15 Monate (5.00 IE täglich) gewann das Team im vergangenen Jahr das Finale der NHL Western Conference, steht dort auch in diesem Jahr wieder an der Spitze und in den Stanley Cup Finals.

Quelle:  Science Daily

Studien:
Yanbin Dong et al.,  Low 25-Hydroxyvitamin D Levels in Adolescents: Race, Season, Adiposity, Physical Activity, and FitnessPediatrics, vorab online 03. Mai 2010

JJ Cannell  Hollis BW, Sorenson MB, Taft TN, Anderson JJ.  Athletic performance and vitamin D. Med Sci Sports Exerc. , 2009;41(5):1102-10.

Wo die Sonne weniger scheint haben die Menschen häufiger Kopfschmerzen und Migräne. Auch wenn die Sonne tiefer steht – im Herbst und Winter – schmerzt der Kopf öfter.

Dass  Sonne und Vitamin D vor allem Knochen- und Muskelschmerzen, aber auch unspezifische Schmerzen (Fibromyalgie) lindern können, ist in den vergangenen Jahren vielfach wissenschaftlich belegt worden.

Ein Neurologen-Team an der indischen Medizinischen Universität von Gujarat widmete sich jetzt der Frage, ob sich diese Erkenntnisse auch auf die verbreiteten Formen von Kopfschmerz
und vor allem auf die Migräne übertragen ließe.  Sie verglichen die Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzen und Migräne zwischen nördlichen, sonnenarmen, und südlichen, sonnigen Ländern.

Mit eindeutigem Ergebnis: Nordländer leiden sehr viel häufiger an Kopfschmerzen als die Bewohner der Gegenden näher am Äquator. Je mehr Sonne, desto schmerzfreier der Kopf.
Das Gleiche galt in derselben Region für den Unterschied zwischen den sonnenarmen und den sonnigen Jahreszeiten.

Die  Wissenschaftler vermuten, dass die Verbindung zwischen Sonnenmangel und Kopfschmerzen auf das Sonnenschein-Vitamin D3 zurückgeht. 90 Prozent des Vitamin D3 wird durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium in der Haut gebildet. Als ein Indiz für ihre Vermutung verweisen die Forscher auf die große Zahl von Vitamin D-Rezeptoren, den „Türöffnern“ zum Inneren der Zellen, an dem Teil des Gehirns (Hypothalamus),  der für Kopfschmerz und Migräne „verantwortlich“ ist.

Quelle: PubMed

Studie:  S. Prakash et al., The prevalence of headache may be related with the latitude: a possible role of Vitamin D insufficiency? Journal of Headache and Pain, Mai 2010, online vorab publiziert

Mit dem Sonnenschein-Vitamin keine Angst vor der Grippe - Foto:Fotolia

Mit dem Sonnenschein-Vitamin keine Angst vor der Grippe - Foto:Fotolia

Regelmäßige Leser dieses Weblogs haben vermutlich die Grippe-Saison wesentlich besser überstanden als Nichtleser. Das ist nicht das Ergebnis einer abgesicherten Studie sondern der  Vermutung, dass die Meldungen über das Sonnenschein-Vitamin und Influenza/Grippe hier, und hier ihre Wirkung entfaltet haben.

Die japanischen Schulkinder, die in Tokio an einer repräsentativen, randomisierten Studie zur Wirkung von Vitamin D auf die Entstehung der Influenza A teilgenommen haben,  gehören sicher nicht zu unseren Lesern. Die Ergebnisse der Studie aber sind dafür umso eindeutiger:

Zwischen Dezember 2008 und März 2009 nahmen 334 japanische Schulkinder an der placebokontrollierten Doppelblindstudie teil. Täglich nahmen sie entweder 1200 IU Vitamin D3 oder Placebo ein.  Untersucht wurden Spuren der Influenza A in Antigen-Tests und in den Nasenschleimhäuten.

In der Vitamin D Gruppe erkrankten 10.8% der Kinder,  in der Placebogruppe dagegen 18.6%, also fast doppelt so viele.

Noch ausgeprägter die Wirkung bei Kindern mit Asthma. Nur 2 der Kinder in der Vitamin D-Gruppe hatten Asthma-Anfälle – gegenüber 12 Kindern in der Placebo-Gruppe.

Quelle:  Newswise

Studie:  M. Urashima et al, Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza A in schoolchildren, Am J Clin Nutr, Vol. 91, No. 5, 1255-1260, Mai 2010.

Die Sonne hat auf die verschiedenste Weise einen mächtigen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Ein großer Teil dieser Wirkungen wird durch das Vitamin D, das Sonnenschein-Vitamin, vermittelt. Dazu gehört auch die Steuerung des Immunsystems und der Schutz vor Autoimmun-Erkrankungen wie Diabetes und Multiple Sklerose.

Aber selbst hier ist die Sonne nicht immer und nicht vollständig auf die “Vermittlerdienste” des Sonnenschein-Vitamins D angewiesen. Das bestätigt jetzt eine Studie über den Zusammenhang von Sonnen-Exposition und Multipler Sklerose. Die Forscher um Hector DeLuca von der Universität von Wisconsin in den USA hatten im Laborversuch an besonders präparierten Mäusen nachgewiesen, dass nicht nur der Vitamin D-Spiegel im Blut auf Ausbruch und Krankheitsschübe der MS Einfluss haben, sondern dass die UV-Strahlen der Sonne selbst diese Wirkungen erzeugen konnte, unbhängig davon, ob der Vitamin D-Spiegel anstieg oder nicht.

Fazit: Die Sonne macht`s – gelegentlich auch ohne Vitamin D-Hilfe.

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz

Studie:  Bryan R. Becklund et al.,  UV radiation suppresses experimental autoimmune encephalomyelitis independent of vitamin D productionPNAS April 2010,   vol. 107  no. 14  S. 6418-6423

In einer Übersichtsstudie zum aktuellen Stadt der Forschung um Vitamin D, Sonne und UV-Strahlen kommt einer der bekanntesten deutschen Vitamin D-Forscher (wir haben über Studien seiner Forschergruppe hier, hier, hierhier, hier, hier und hier berichtet), Dr. Armin Zittermann vom Herzzentrum Bad Oeynhausen, zu dem Ergebnis, dass durch eine deutliche Verbesserung der Unterversorgung mit Vitamin D (40-45 Prozent der deutschen Bevölkerung) und vor allem des akuten Vitamin D Mangels (weitere 15-30 Prozent) im deutschen Gesundheitssystem jährlich ein Betrag von fast 40 Milliarden Euro eingespart werden könnte.

Zittermann berücksichtigt bei seinen Kalkulationen lediglich die “tragfähigsten” Ergebnisse der jüngeren Forschung, vor allem Studien zu Osteoporose und einigen chronischem Erkrankungen wie Diabetes, MS und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Es müsse, so der Forscher, möglich sein, in Deutschland den Vitamin D-Mangel innerhalb von 5 – 10 Jahren zu beseitigen – durch kontrollierte UV-Bestrahlung (Sonne und Solarium) und/oder Nahrungsergänzung in einer Größenordnung von 25 g täglich.

Dr. Zittermann:
Die derzeitigen offiziellen Sonnenschutz- und Ernährungs-Empfehlungen verursachen zweifellos den gegenwärtigen Vitamin-Mangel. Daher ist es dringend notwendig, die Sonnenschutz-Politik und die Vitamin D-Empfehlungen für Ernährung und Nahrungsergänzung drastisch zu ändern.”

Gleichzeitig erscheint eine Studie zu den gesundheitsökonomischen Effekten des Vitamin D-Mangels in Kanada. Die Autoren vom Sunlight, Nutrition, and Health Research Center (SUNARC) in San Francisco, USA, kommen in ihren Berechnungen  zu dem Ergebnis, dass bei ausreichender Vitamin D-Versorgung der Bevölkerung durch UVB-Strahlen der Sonnen oder im Solarium bzw. durch Nahrungsergänzung in Kanada allein 37.000, also etwa 16 Prozent, der jährlichen Todesfälle vermieden werden könnten. Die eingeparten Gesundheitskosten lägen bei 14,4 Milliarden Dollar, knapp 7 Prozent der Gesamtkosten.

Quelle: PubCrawler

Studien:
A. Zittermann, The estimated benefits of vitamin D for Germany, Molecular Nutrition & Food Research, online vorab publiziert 01.04.2010

W.B. Grant et al., An estimate of the economic burden and premature deaths due to vitamin D deficiency in Canada, Mol Nutr Food Res., 29. März 2010, vorab online publiziert

Angriff und Verteidigung - Z Zellen  Foto: iStockphoto

Angriff und Verteidigung - T Zellen Foto: iStockphoto

Die Sonne und ihr “Sonnenschein-Vitamin D” (durch die UVB-Strahlen auch im Solarium über die Haut produziert) spielt bei der Abwehrschlacht des menschlichen Körpers gegen eindringende Bösewichte wie Bakterien und Viren eine entscheidende Rolle. Vitamin D steuert in weiten Teilen die Immunreaktion des Körpers, verhindert aber auch gleichzeitig, dass die Abwehr-Bataillone über das Ziel hinausschiessen und tödliche “Kollateralschäden” im eigenen Körper verursachen: die sogenannten Autoimmunerkrankungen wie Diabetes oder Multiple Sklerose.

Forscher an der Universität von Kopenhagen, Dänemark,  haben jetzt die hochkomplizierten “Kommandowege” dieser Verteidigungsstrategie durch das Vitamin D erforscht.

Die Verteidiger der Körperzellen vor bösartigen Angreifern, die T-Zellen, gern auch als Killerzellen bezeichnet, sind eigentlich eher friedlich, wenn nicht gar etwas faul und verschlafen. Wenn sie nicht durch bestimmte Signal-Proteine auf Trab gebracht werden, reagieren sie nicht auf die Angreifer. Erst auf den Anstoß durch diese Proteine vermehren sich die T-Zellen schlagartig und werfen sich in die Schlacht.

Dieser Vorgang aber wird nur dann ausgelöst, wenn die T-Zellen über einen Vitamin D-Rezeptor in ihrem Umfeld Vitamin D “ertasten”. Erst die Anwesenheit von Vitamin D-Rezeptoren und zirkulierendem Vitamin D bringt das gesamte Verteidigungssystem in Schwung.

Während ein Teil der T-Zellen sich als “Killer-Zellen” auf die Eindringlinge stürzen,  sorgen andere T-Zellen als “Helfer-Zellen” dafür, dass das Immunsystem sich künftig an diese spezifischen Feinde erinnert, sie sofort identifizieren und umbringen kann.

Damit haben die dänischen Forscher den Mechanismus entschlüsselt, durch den die – auch in diesem Blog dutzendfach beschriebene – Immunsteuerung durch das “Sonnenschein-Vitamin” abläuft.

Professor Carsten Geisler, Leiter der Forschungsgruppe: “Wissenschaftler wussten seit langem, wie wichtig das Vitamin D ist für die Verarbeitung von Kalzium im Knochenstoffwechsel und dass es auch eine Rolle spielt bei Krankheiten wie Krebs oder Multipler Sklerose. Aber was wir bisher nicht begriffen hatten, ist die entscheidende Rolle des Vitamin D bei der Aktivierung des Immunsystems. Jetzt wissen wir`s! ”

Immer deutlicher wird auch,  welche ganz konkreten Schäden die seit Jahrzehnten andauernden Kampagnen einiger Dermatologen-Verbände anrichten.  Die ständig wachsende Unterversorgung der Bevölkerung mit Vitamin D, im wesentlichen also mit UV-Strahlen,  schwächt nicht nur die körpereigene Verteidigung der Menschen gegen Infektionen und chronische Autoimmunerkrankungen wie Diabetes, sondern auf diese Weise auch die Finanzierbarkeit unserer Gesundheitssysteme: Weniger Natur, mehr Pillen – wem nützt`s!?

Quelle: ScienceDaily

Studie:  Marina Rode von Essen et al., Vitamin D controls T cell antigen receptor signaling and activation of human T cellsNature Immunology, vorab online publiziert, 07. März 2010

Nächste Einträge »