Archiv für das Tag 'Sonnenschein-Vitamin'

Beim Pilz wird das "Sonnenschein-" zum "Blitz-Vitamin"

Der Pilz braucht nur einen Blitz, wo der Mensch ein ganzes Sonnenbad benötigt: Die tägliche Vitamin D-Dosis wird in modernen Produktionsstätten dem Champignon durch UV-Blitze von zwei Millisekunden aus einer Xenonlampe zugeführt. Je höher der Vitamin D-Gehalt sein soll, desto mehr Blitze sind notwendig. Eine Art Turbo-Pilz-Solarium.

Theoretisch könnte der Mensch damit seinen Vitamin D-Bedarf aus Champignons bestreiten. Tatsächlich sind die Pilze die einzigen Pflanzen, die einen nennenswerten Beitrag zum Vitamin D-Haushalt des Menschen leisten können.

Die Champignon-Farmer hatten mit der zunehmenden “Popularität” des Sonnenschein-Vitamins in der UV-Bestrahlung der Pilze ein überzeugendes Marketing-Instrument entdeckt. Es reicht aus, die Pilze nach der Ernte in der Sortieranlage zu bestrahlen, um ihren Vitamin D-Gehalt zu erhöhen. Allerdings handelt es sich hier umd das weniger wirkungsvolle Vitamin D2.

Aber erst die großen Frucht-Konzerne entwickelten die blitz-schnelle Methode der Anreicherung ihrer Produkte.

Pflanzenpathologe Gary Schroeder, “Pilzdirektor” eines dieser Konzerne, dazu: “Das ist so, als würde man die Pilze länger in die Sonne halten.” Wie lange, verrät er nicht. Vermutlich reicht dem Champignon, wie dem Menschen, eine 10-15minütige Ganzkörperbesonnung im Sommer zur Mittagszeit (unterschiedliche Hauttypen scheint es bei den Pilzen nicht zu geben), um sich die optimale Dosis einzuverleiben. Mit Blitz geht`s schneller – aber nur beim Champignon!

Quelle: fruchtportal.de

Foto: fotolia

Foto: fotolia

Viele Frauen leiden nach der Geburt an Stimmungsschwankungen, Trauergefühlen bis hin zur Depression. Die Wirkung von Vitamin D bei psychischen Störungen ist vielfach belegt. Die Frage lag also nahe nach einem Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und “Baby Blues” oder der schwereren Form,  der “Postpartalen Depression”.

Ein Forschertam an der University of South Carolina, USA, ging dieser Frage nach bei knapp 100 Frauen, die nach der Geburt wegen unterschiedlich gravierender depressiver Verstimmungen in Behandlung waren. Nach einem  gängigen Depressionstest (Edinburgh Postpartum Depression Scale, EPDS) wurden in sieben  Besuchen monatlich der Vitamin D-Spiegel gemessen und mit dem Grad der depressiven Verstimmung abgeglichen.

Es zeigte sich, dass sich der Grad der Erkrankung mit dem Ausmaß des Vitamin D-Mangels veränderte. Je größer der Mangel, desto schwerer im Durchschnitt die Depression.

Allerdings weisen die Autoren selbst darauf hin, dass für eine sichere Schlussfolgerung breiter angelegt und methodisch präzisere Studien notwendig wären.

Quelle: PubMed

Studie: Pamela K. Murphy et al., An Exploratory Study of Postpartum Depression and Vitamin D, Journal of the American Psychiatric Nurses Assiciation, Vol. 16, No. 3, 170-177 (2010)

asthmaVitamin D verbessert die Lungenfunktion,  reduziert die Anfälligkeit für Asthma-Attacken und unterstützt die Cortisol-Therapie.

Eine Forschergruppe an der Universtität von Colorado in Denver, USA,  hatte bei 54 erwachsenen Nichtrauchern aller Altersgruppen, die unter Asthma litten, einen durchschnittlichen Vitamin D-Spiegel von 28 ng/ml (70 nmol/L) gemessen. Die Patienten mit höheren Vitamin D-Werten schnitten bei einem Lungenfunktionstest deutlich besser ab: Je zusätzlichem Nanogramm an Vitamin D verbesserte sich die Lungenfunktion um 22,7 Messeinheiten Atemkapazität (Einsekundenkapazität, FEV1).

Allergische Reaktionen auf  Umwelteinflüsse war bei den Patienten mit Vitamin D-Mangel (<30 ng/ml) so stark erhöht, dass das Atemvolumen bei entsprechenden Reizungen auf fast die Hälfte zurückging im Vergleich zu Patienten mit ausreichender Vitamin D-Versorgung.

In einem Kommentar zu Studie erläutert Prof. Michael F. Holick: “Die Studie bestätigt frühere Beobachtungen, dass Vitamin D die Lungenfunktionen stärkt. Darüber hinaus aber wissen wir, dass Glucocorticoide Vitamin D vernichten und so bei Asthma-Patienten leicht ein Vitamin D-Defizit hervorrufen. Dieses Defizit wiederum hemmt die Lungenfunktion und verschlimmert so die Krankheit.”

Die Autoren empfehlen daher eine bessere Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin als Teil und zur Unterstützung der üblichen Asthma-Therapien.

Vitamin D-Defizit steigert Gefahr von Asthma-Anfällen auch bei Kindern

Eine ebenfalls in diesen Tagen erschienene Studie belegt den Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und Asthma bei Kindern, vor allem aber mit akuten Asthma-Anfällen und Klinik-Einweisungen. Über einen Zeitraum von vier Jahren hatten Forscher verschiedener US-Universitäten 1024 Kinder mit Asthma  und ihren Vitamin D-Spiegel beobachtet.  Die Wahrscheinlichkeit einer Klinik-Einweisung oder Notfall-Aufnahme lag bei den Kindern mit unzureichenden Vitamin D-Werten (<30 ng/ml) um 50 Prozent höher als die ihrer ausreichend versorgten Altersgenossen.

Quelle: PubMed

Studien:
E. Rand Sutherland et al.,  Vitamin D Levels, Lung Function, and Steroid Response in Adult AsthmaAmerican Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, Vol 181. pp. 699-704, (2010)

John M. Brehm et al., Serum vitamin D levels and severe asthma exacerbations in the Childhood Asthma Management Program study, Journal of Allergy and Clinical Immunology, vorab online publiziert 08.Juni 2010

Die Sonne hat auf die verschiedenste Weise einen mächtigen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Ein großer Teil dieser Wirkungen wird durch das Vitamin D, das Sonnenschein-Vitamin, vermittelt. Dazu gehört auch die Steuerung des Immunsystems und der Schutz vor Autoimmun-Erkrankungen wie Diabetes und Multiple Sklerose.

Aber selbst hier ist die Sonne nicht immer und nicht vollständig auf die “Vermittlerdienste” des Sonnenschein-Vitamins D angewiesen. Das bestätigt jetzt eine Studie über den Zusammenhang von Sonnen-Exposition und Multipler Sklerose. Die Forscher um Hector DeLuca von der Universität von Wisconsin in den USA hatten im Laborversuch an besonders präparierten Mäusen nachgewiesen, dass nicht nur der Vitamin D-Spiegel im Blut auf Ausbruch und Krankheitsschübe der MS Einfluss haben, sondern dass die UV-Strahlen der Sonne selbst diese Wirkungen erzeugen konnte, unbhängig davon, ob der Vitamin D-Spiegel anstieg oder nicht.

Fazit: Die Sonne macht`s – gelegentlich auch ohne Vitamin D-Hilfe.

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz

Studie:  Bryan R. Becklund et al.,  UV radiation suppresses experimental autoimmune encephalomyelitis independent of vitamin D productionPNAS April 2010,   vol. 107  no. 14  S. 6418-6423

Mit der Sonne geht man besser   Foto: fotolia

Mit der Sonne geht man besser Foto: fotolia

Wer sonnt kann schneller gehen! Was auf den ersten Blick verblüffend scheint ist schnell erklärt: Das Sonnenschein-Vitamin ist nicht nur beim Knochenaufbau und Knochenstoffwechsel sondern auch beim Muskelaufbau und der Muskel-”Qualität” ein eintscheidender Faktor. (Dazu frühere Beiträge hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier)

Die Tatsache wird einmal mehr bestätigt durch eine Studie der französischen Universität von Angers mit fast 800 älteren Frauen. Die Forscher untersuchten den Vitamin D-Spiegel im Blut der Probandinnen und führten Geh-Tests durch in unterschiedlichen Geh-Geschwindigkeiten. Faktoren wie Alter, Gewicht, Einnahme von Medkamenten,  chronische Krankheiten,  physische Aktivitäten und Gehirnleistung wurden berücksichtigt.

Das Ergebnis war eindeutig:  Je größer das Vitamin D-Defizit war gegenüber einem “normalen” Vitamin D-Wert von 30 ng/ml, desto geringer die Fähigkeit zum schnellen Gehen. Die Forscher schließen daraus einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Vitamin D-Versorgung und der neuro-muskulären Leistungsfähigkeit (nicht nur) bei älteren Menschen.

Auch die Sportler profitieren

In einem längeren Artikel fasst der Sportler-Blog “Runner`s World” die neueren Erkenntnisse über die Bedeutung des Sonnenschein-Vitamins gerade für Sportler zusammen:
http://www.runnersworld.com/article/0,7120,s6-242-301–13364-2-1-2,00.html

Quelle:  PubCrawler

Studie: C. Annweiler et al.,  Cross-sectional association between serum vitamin D concentration and walking speed measured at usual and fast pace among older women: The EPIDOS studyJournal of Bone and Mineral  Research, online vorab publiziert, 4. März 2010

Das Janus-Gesicht der UV-Strahlen -  heilsam bei moderatem, kontrollierten “Gebrauch”,  schädlich bei Übertreibungen – bestätigt sich jetzt auch an einer Stelle, wo bisher nur die “böse” Sonne gesehen wurde: Beim “weissen” Hautkrebs (Basaliom, Spinaliom), die mehr als 80 Prozent aller Hautkrebsfälle ausmachen und in der Regel sehr gut heilbar sind.

Übermäßige UV-Bestrahlung (durch Sonne oder Solarium) ist eine wissenschaftlich relativ gut belegte Ursache für das Spinaliom und begrenzt auch für das am häufigsten auftretende Basaliom – im Gegensatz zum weit gefährlicheren “schwarzen” Hautkrebs (Melanom).

Jetzt allerdings weist eine Studie von der renommierten Stanford University eine schützende Wirkung des Sonnenschein-Vitamins D3, das in unseren Breiten zu 80-90 Prozent durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium über die Haut gebildet wird,  gegen den “weissen” Hautkrebs nach.

Mit den Daten der für die ältere männliche Bevölkerung der USA repräsentativen Studie Osteoporotic Fractures in Men (MrOS) gingen die Forscher der Frage nach, ob die bekannte Bedeutung des Vitamin D für die Regulierung der Zellteilung und die Beseitigung geschädigter Zellen auch beim “weissen” Hautkrebs seine schützende Wirkung über eine längere Zeit entfalte.

Das Ergebnis:  Die Teilnehmer mit einem optimalen Vitamin D-Spiegel  (25(OH)D >30 ng/mL) hatten ein um fast die Hälte reduziertes Risiko, an einem der “weissen” Hautkrebsarten zu erkranken, im Vergleich zu den Männern mit ausgeprägtem Vitamin D-Mangel.

Quelle: PubCrawler

Studie:  Jean Y Tang et al.,  Inverse association between serum 25(OH) vitamin D levels and non-melanoma skin cancer in elderly menCancer Causes Control, November 18, 2009 (online vorab)

Sonne macht stark

Sonnenschein-Vitamin für leistungsfähige Muskeln

Sonnenschein-Vitamin für leistungsfähige Muskeln

Nicht nur für den Knochenstoffwechsel sondern auch für die Muskeln ist das Vitamin D unverzichtbar. Seit der Entdeckung der Vitamin D-Rezeptoren an den Muskel-Geweben bestätigt sich die Wahrnehmung von Sportlern seit den 20ger Jahren des vorigen Jahrhunderts von der leistungssteigernden Wirkung der UV-Strahlen der Sonne.

Seither haben etliche wissenschaftliche Studien diese Wirkung bestätigt, ohne eine genaue Vorstellung von den Zusammenhängen im Einzelnen.

In einer Übersichts-Studie fasst jetzt Prof. Bruce Hamilton von der Sportmedizinischen Klinik in Katar den Stand der Wissenschaft zusammen.  Vitamin D-Versorgung und Unterversorgung, so Hamilton, sei mitverantwortlich sowohl für die Leistung als auch für die Verletzungsanfälligkeit der Sportler.

Vor einigen Monaten erst veröffentlichte eine kalifornische Forschergruppe um Dr. John J. Cannell eine Übersichtsstudie, in der die leistungsfördernde und Verletzungen verhindernde Rolle des “Sonnenschein-Vitamins” nachgewiesen wurde. Die Studie beruft sich unter anderem  auf eine Reihe von deutschen Froschungsergebnissen aus den 50ger Jahren und auf die auffälligen Parallelen zwischen den Leistungskurven von Athleten und der saisonalen Veränderung in der Intensität von UV-Strahlen der Sonne.

Quelle:  HighWire

Studien:
Bruce Hamilton, Vitamin D and Human Skeletal Muscle, Scand J Med Sci Sports. 2009 Oct 5. (vorab online publiziert)

Cannell JJ, Hollis BW, Sorenson MB, Taft TN, Anderson JJ., Athletic performance and vitamin D, Med Sci Sports Exerc. 2009 May;41(5):1102-10.

Von den zu Herzen gehenden Sonnenstrahlen singen viele Volkslieder. Dass sie damit eine medizinisch-wissenschaftliche Tatsache besingen, ist den Sängern in der Regel unbekannt.

Diese Tatsache bestätigt dieser Tage wieder eine wissenschaftliche Studie veranlasst vom finnischen Nationalen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt:

Bereits 1978-80 waren in Finnland mehr als 6.000 gesunde Frauen und Männer in einer nationalen Studie untersucht und befragt worden.  In den folgenden 25 Jahren starben 640 Teilnehmer an einer Herz- und  293 an einer Gefäßkrankheit. Da bereits zu Beginn der Studie auch der Vitamin D-Spiegel im Blut der Probanden gemessen worden war, konnte jetzt untersucht werden, ob es einen Unterschied in der Entwicklung dieser Krankheiten zwischen Menschen mit hohem und Menschen mit niedrigem Vitamin D-Serumgehalt im Blut gab.

Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben ist um 24 Prozent höher bei Menschen mit einen Vitamin D-Mangel im Vergleich zu Menschen mit normaler Vitamin D-Versorgung. Besonders ausgeprägt war dieser Unterschied bei Gefäßerkrankungen und Schlaganfall.

(Über ähnliche Ergebnisse wissenschaftlicher Studien haben wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet)

Quelle: HighWire

Studie:  Annamari Kilkkinen et al., Vitamin D Status and the Risk of Cardiovascular Disease DeathAmerican Journal of Epidemiology, vorab online 17.  September, 2009

grippeAls erste regierungsoffizielle Gesundheitsorganisation hat jetzt die  Public Health Agency of Canada (PHAC) den Einsatz von Vitamin D zur Eindämmung der Schweine-Grippe erwogen. Ursprünglich sollte in einer dreijährigen Prüfungsphase die Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” auf die saisonalen Grippewellen untersucht werden. Die drohende Pandemie hat diese Überlegungen nun wesentlich beschleunigt.

Bereits im Jahr 2006 hatte eine Studie (wir haben hierhier und hier berichtet) aufsehen erregt, die den “Vitamin D-Winter” (die Jahreszeit, in der die Sonne nicht in der Lage ist, Vitamin D in der Haut der Menschen zu bilden – bei uns die Zeit von Ende Oktober bis März) als wesentliche Ursache für den Ausbruch der Grippewellen im Spätwinter belegen konnte.

In den USA allein sind bisher schon 36 Kinder an der Schweinegrippe gestorben (CDC) und – wenn die Forschungsergebnisse über den Zusammenhang von “Vitamin D-Winter” und Infektionskrankeiten zutrifft – der Höhepunkt der Schweinegrippe ist erst gegen Ende des “Vitamin D-Winters”, von Januar-Februar bis März-April, zu erwarten.

PHAC wird diese Strategie jetzt auch auf  das H1N1-Virus anwenden, um schwerwiegenden Folgen der Infektion vorzubeugen, ” so die offizielle Verlautbarung der Public Health Agency. Es häufen sich nach ihren Angaben die Hinweise darauf, dass Vitamin D die Entwicklung antibakterieller Substanzen fördert und dass diese eine ganze Reihe von Infektionen einschließlich der Influenzaviren verhindere.

Quelle: NutraIngredients USA

PHAC-Website: www.phac-aspc.gc.ca

cabrioDass Sonnen die Intelligenz fördert, hatten wir kürzlich schon berichtet. Die Wege zur Sonnen-Klugheit aber sind sehr verschieden:

RP-Online, die virtuelle Ausgabe der Rheinischen Post, garniert einen Beitrag zum Cabrio-Markt und zu Cabrio-Fans mit einem Hinweis auf eine wissenschaftliche Studie an der Universität Manchester.  Danach steigert das Autofahren mit offenem Dach die Gehirnleistung – hier: von Männern über 60 Jahre.

Grund: Die Sonne steigert den Vitamin D-Spiegel bei Cabrio-Fahrern.

RP-Online: “Genau dieser erhöhte Vitamin-D-Wert wurde bei 3000 Männern im Alter zwischen 40 und 79 Jahren gemessen, die sich überproportional häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt hatten. Die beste Steigerung der Hirnleistung wurde bei Männern jenseits der 60 Jahre dokumentiert. Nur noch ein kleiner logischer Sprung, um offene Autos für das reifere Alter zu empfehlen.”

Quelle: RP-Online

Foto: iStockphotos

Nächste Einträge »