Patienten mit ausreichenden Vitamin D-Werten haben nach der Diagnose eines Darmkrebses eine wesentlich bessere Chance, den Krebs zu überleben als Patienten mit einem Vitamin D-Mangel.
“Wer sonnt lebt länger!” unter diesem etwas saloppen Slogan hatten wir in der Vergangenheit bereits eine Reihe von Studien zusammengefasst, die eine höhere Lebsenserwartung bei Menschen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung (>32 ng/ml bzw. 75 nmol/l) belegen, vor allem auch angesichts Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei bestimmten Krebsarten (dazu hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier). Umstritten ist die lebensverängernde Wirkung des Sonnenschein-Vitamins beim Darmkrebs.
Beim diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology berichtete jetzt ein Forscher-Team vom renommierten Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York, von einer langjährigen Untersuchung über den Zusammenhang des Vitamin D-Status bei der Diagnose eines Darmkrebs und die langfristige Überlebenschance .
Dazu konnten sie auf das im Institut zum Zeitpunkt der Diagnose archivierte Blutserum von 250 Patienten mit Darm- und Rektal-Krebs im fortgeschrittenen Stadium und auf die Behandlungsunterlagen zum Abgleich zurückgreifen. Das Ergebnis war eindeutig:
Unter Berücksichtigung der eingesetzten Therapien und anderer Daten zum Gesundheitszustand der Patienten waren die Überlebenschance der Probanden mit Vitamin D-Werten unter 30 ng/ml um 150 Prozent geringer als die der Patienten mit normalem oder optimalem (>40 ng/ml) Vitamin D-Spiegel.
Bemerkenswert auch, dass von den 250 Teilnehmern in der untersuchten Gruppe der Darmkrebspatienten nur ganze 7 Personen zum Zeitpunkt der Diagnose einen Wert von über 40 ng/ml aufwiesen. 83 Prozent der Patienten dagegen litten unter einem Vitamin D-Mangel. Ein Hinweis darauf, dass auch bei der Entstehung des Krebses bereits die unzureichende Vitamin D-Versorgung eine Rolle gespielt haben könnte.
Quelle: NewsWise
Studie: K. M. Wesa et al., Vitamin D levels and survival in colorectal cancer (CRC), Abstract 3615, Journal of Clinical Oncology, 2010 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol 28, No 15_suppl (May 20 Supplement), 2010: 3615