Archiv für das Tag 'UV-Strahlen'

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John Dalli, Eu-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz

Für die Presse war es wieder einmal ein gefundenes Fressen und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht so genau ins Maul.

Jede siebte Sonnenbank macht krank“,  “Sonnenstudios gefährden die Gesundheit”, “Burn Baby Burn: Strahlende Sonnenbänke“, “Neueste Horrormeldung…” – es rauschte mal wieder im deutschen Blätterwald, und wie so oft bei diesem Thema spielten die Fakten eine eher untergeordnete Rolle. Was war passiert?

Der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, hatte in Brüssel eine Erhebung aus den letzten beiden Jahren vorgestellt, bei der sich zeigte, dass knapp 15 Prozent der europaweit untersuchten Sonnenstudios nicht den neuen EU-Bestimmungen (Euronorm) zum Beispiel über Bestrahlungsstärken von 0,3 W/m² entsprachen.

Hätten nun die deutschen Medien und Presseagenturen genauer hingeschaut, wäre ihnen aufgefallen, dass

  1. diese neuen EU-Regulierungen, vor allem die o,3 W/m² für alle Geräte,  in Deutschland überhaupt noch nicht gelten. Das passiert erst mit der Verabschiedung der noch in Arbeit befindlichen Verordnung zum sog. “Solariengesetz” vom Juli vergangenen Jahres, und u.a. aus diesem Grund,
  2. in Deutschland nur ganze zwei (2) Studios, davon ein Selbstbedienungsstudio, in die Untersuchung einbezogen worden waren, und dass sich folglich
  3. das Entsetzen über die Verfehlung eines nicht gültigen Standards durch 0,04 Prozent der deutschen Sonnenstudios sich eigentlich in Grenzen halten sollte.

Soviel journalistische Sorgfalt, dass auch noch der Unterschied zwischen Bestrahlungsstärke und der für die Wirkung ausschlaggebenden Bestrahlungsdosis berücksichtigt würde, mag man den überlasteten Redakteuren erst garnicht zumuten. Dass

  • zwei Stunden in der Mittagssonne am Ballermann mehr Schaden in der Haut anrichten und weniger positive Wirkungen wie etwa Vitamin D-Synthese bewirken kann als
  • 10 Minuten auf einer Sonnenbank mit 0,6 W/m²

ist allerdings auch ohne umfassende Recherche nachvollziehbar.

Erst garnicht erwähnt wird die auch vom EU-Kommissar ausdrücklich gewürdigte Tatsache, dass sich die Solarienverbände, vertreten durch die European Sunlight Association (ESA), seit Jahren aktiv und in enger Kooperation mit der europäischen Kontroll-Initiative PROSAFE im Rahmen der “Joint Action on Sunbeds (JAS)” an der Entwicklung und Durchsetzung einheitlicher Regularien in Europa beteiligt hat.  Ein einheitlicher Standard und durchsichtige Kontrollmechanismen sind – leicht nachvollziehbar – durchaus auch im Interesse der europäischen Solarienbranche! (Hier die Stellungnahme der ESA dazu).

Nun mangelt es sicher am deutschen Besonnungmarkt – wie in allen anderen Branchen auch – nicht an “schwarzen Schafen”, die sich auch nach der offiziellen Einführung von allgemein akzeptierten Standards als anpassungsresistent erweisen werden.  Aber das kann dann erst nach Einführung der Standards durch Kontrollen festgestellt und dann – sicher wieder mit dramatisch-semantischem Aufwand – von den einschlägigen Medien beklagt werden.

Quelle: Pressemeldungen EU-Kommission und ESA/diverse Veröffentlichungen in der Tagespresse

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Keine Angst vor der Mittagssonne

Dass die Warnungen und die Angstkampagnen einiger Dermatologenverbände mit verantwortlich sind für den “epidemischen” Vitamin D-Mangel in der Bevölkerung mit seine Folgen für die chronischen Volkskrankheiten, ist inzwischen verbreitete Einsicht in medizinischen wie in Laienkreisen.  Nun aber zeigt eine Studie in einer Art Laborversuch,  dass selbst die Menschen, die diesem Unsinn trotzen und sich gelassen aber wohldosiert auch im Sommer der Mittagssonne aussetzen, zwar eine ausreichende, nicht aber eine optimale Vitamin D-Versorgung erreichen.

Photobiologen am englischen Manchester Academic Health Science Centre liessen 120 Stadtbewohner im Alter zwischen 20 und 60 Jahren im Winter – also ohne “störenden” Einfluss der Sonne – im Labor mit UV-Licht bestrahlen, das so exakt wie möglich den Sonnenstrahlen im englischen Sommer zur Mittagszeit nachgebildet war.  Die Probanden waren mit Shorts und T-Shirt bekleidet, und damit war etwa ein Drittel der Hautoberfläche den Strahlen ausgesetzt.  Die Strahlendosis entsprach 1,3 SED (Standard Erythema Dose), also weniger als der Hälfte einer Bestrahlung, die zu ersten Rötungen der Haut führt (MED).

Nach drei Bestrahlungen pro Woche über sechs Wochen wurden  bei 90 Prozent der Teilnehmer zwar ein Stand von über 20 ng/ml Vitamin D,  25 (OH)D,  gemessen, die Untergrenze des “Normalen”, aber nur 26 Prozent der Teilnehmer erreichten den als “optimal” definierten Stand von 32 ng/ml.

In anderen  Worten: Bei einer Besonnung um die Mittagszeit im Sommer von etwa 13 Minuten auf 35 Prozent der Hautoberfläche wird bei typischen Mitteleuropäern in ausreichendem, aber nicht in bestmöglichem Maße Vitamin D3 im Körper gebildet. Da viele der positiven Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” dosisabhängig sind,  weisen diese Ergebnisse auf eher “mehr” – wohldosiert eingesetzte – als auf “weniger” Sonne hin, selbst im Sommer.

Quelle:  PubCrawler

Studie: L.E. Rhodes et al.,  Recommended Summer Sunlight Exposure Levels Can Produce Sufficient (>/=20 ng ml(-1)) but Not the Proposed Optimal (>/=32 ng ml(-1)) 25(OH)D Levels at UK Latitudes, Journal of  Investigative  Dermatology, 14. Januar 2010 (vorab online)

Wieviel Sonne ist genug gegen den Hautkrebs

Wieviel Sonne ist genug gegen den Hautkrebs

Was früher absurd erschien, wird jetzt durch immer neue wissenschaftliche Studienergebnisse zur Gewissheit: Die UV-Strahlen der Sonne spielen nicht nur bei der Entstehung von (vor allem “weißem”) Hautkrebs eine Rolle sondern auch bei der Verhinderung des gefährlichen “schwarzen” Hautkrebses, des Melanoms. (Über eine erst kürzlich erschienene Studien mit diesem Ergebnis haben wir bereits berichtet)

Zwei wissenschaftliche Präsentationen beim diesjährigen Kongress des American Institute for Cancer Research (AICR) mit dem Thema Ernährung, Bewegung und Krebs (Food, Nutrition, Physical Activity and Cancer) in Wahington D.C. behandelten dieses augenscheinliche Paradox mit neuen bahnbrechenden Erkenntnissen:

Zwar ist seit langem die vorbeugende und heilende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” D3 bei vielen Krebsarten bekannt, aber im wesentlich unbekannt geblieben ist die Art und Weise, wie dieses Vitamin – oder besser: Hormon – seine schützende Wirkung erreicht.  Auf dem Kongress nun berichtete Prof. John White von der  McGill University über Versuche, die zeigen, dass der Vitamin-Rezeptor bestimmte Proteine anregt, die den Zell-Zyklus zwischen Entstehung und Absterben regulieren und Gene aktivieren, die die Ausbreitung von Tumor-Zellen unterdrücken.

Dass Vitamin D diese schützende und krebsverhindernde Wirkung auch beim Hautkrebs ausübt, belegt die Forschung einer Gruppe von Wissenschaftlern an der University of California, San Francisco unter Leitung von Prof. Daniel Bikle.  Bei Labor-Experimente zeigte sich, dass Mäuse, denen das Vitamin D-Rezeptoren-Gen fehlt, die also Vitamin D nicht im Körper “verarbeiten” und für die Zellregulierung nutzen können, sehr viel häufiger unter  starker UV-Bestrahlung an einem Melanom erkrankten als “normale” Mäuse.

Es habe sich gezeigt, so Prof. Bikle, dass eine relativ kurze Besonnung von 10-15 Minuten den Vitamin D-Rezeptor anregte, zwei unterschiedliche Prozesse in Gang zu setzten, die offensichtlich einen wirksamen Schutz gegen den Hautkrebs bildeten.

Kontrovers diskutiert wurde also nicht mehr die Frage: Schützt die Sonne vor Hautkrebs, ja oder nein! sondern lediglich die Frage nach der richtigen Dosierung zwischen krebsverhindernder und krebserzeugender Wirkung der Sonnenstrahlen. Dr. Mary Frances Picciano vom regierungsoffiziellen National Institutes of Health forderte daher weitere Forschungen zu den Grenzen “sicherer” Besonnung für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung. Andererseits aber kündigte Sie eine Anpassung nach oben der Empfehlungen öffentlicher US-Gesundheitsorganisationen für die optimale Vitamin D-Zufuhr an.

Quelle: AICR-Presseinfo

Fetter Fisch ist eines der wenigen Nahrungsmittel, mit dem man dem Körper notweniges Vitamin D von außen zuführen kann. Gegner von Sonne und Solarium weisen daher gern auf diese Vitamin D-Quelle hin als Ersatz für die UV-Strahlen, die normalerweise für 90 Prozent des Vitamin D-Aufkommens im Körper verantwortlich sind.

Wie neuere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, haben Vitamin D und Omega-3 Fettsäuren eine große Bedeutung auch für die Entwicklung und Funktion des Gehirns – besonders bei noch ungeborenen und neugeborenen Babies.

Ein Studie an der Harvard Medical School in Boston untersuchte jetzt den Zusammenhang zwischen Fischkonsum von werdenden Müttern und der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten bei ihren Babies. Das überraschend deutliche Ergebnis: Dreijährige Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft sehr viel Fisch gegessen hatten, erzielten bei verschiedenen Intelligenztests höhere Werte als Kleinkinder, deren Mütter Fisch gemieden hatten.

Was zu dem Slogan verleiten könnte: Fisch macht klug!

Leider hat dieses helle Bild eine dunkle Rückseite: Durch die Verschmutzung der Meere ist der Quecksilbergehalt gerade in fetten Fischen (nur die liefern das wichtige Vitamin D) oft so hoch, dass erhebliche gesundheitliche Schäden die Folge sind, wenn dieser Fisch in reichem Maße genossen wird. So konnte denn auch in der Harvard-Studie nachgewiesen werden, dass bei vielen Babies von Müttern, die besonders stark belasteten Fisch gegessen hatten, sich die Vorteile des Fisch-Konsums in einen Nachteil verkehrten: Die Babies wiesen Schäden wie verzögert kognitive Entwicklung und Wachstumsprobleme auf.

Bei der Empfehlung an werdende Mütter, reichlich Fisch zu essen, muss sowohl auf die positiven Wirkungen des Fisch-Konsums als aber auch auf die möglichen Schäden durch Quecksilber geachtet werden“, so die Leiter in der Studiengruppe, Dr. Emily Oken von der Harvard Medical School.

Zumindest die Versorgung mit Vitamin D bei werdenden Müttern lässt sich, wie andere Studien in letzter Zeit nachweisen (wir berichteten hier, hier, hier und hier), durch eine ebenso mäßige wie regelmäßige UV-Bestrahlung durch die Sonne im Freien oder im Solarium “giftfrei” sichern. Die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt aber ist auch hier angeraten.

Quelle: Reuters Health/MedlinePlus

Studie: Emily Oken et al., Maternal fish intake during pregnancy, blood mercury levels, and child cognition at age 3 years in a US cohort, American Journal of Epidemiology, 2008 May 15;167(10):1171-81

Ergänzt und aktualisiert:

Emily Oken et al.,“Associations of maternal fish intake during pregnancy and breastfeeding duration with attainment of developmental milestones in early childhood: a study from the Danish National Birth Cohort”, American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 88, No. 3, 789-796, September 2008

Vernünftiger Umgang mit Sonnen- udn UV-Strahlen

Noch hat der Sommer garnicht angefangen, schon hat sich jeder fünfte Deutsche 2008 mindestens einen Sonnenbrand zugezogen.

Eine Umfrage im YouGov Panel Deutschland unter 1.000 Bundesbürgern ab 16 Jahren bestätigt einmal mehr die kuriose Beobachtung (über ähnliche Studien aus verschiedenen Ländern haben wir berichtet: hier, hier, hier, hier und hier), dass die Menschen – auch verursacht durch die Angst-Kampagnen einiger Gesundheitsorganisationen – sich einerseits vor den Sonnenstrahlen fürchten, sich gleichzeitig aber im Umgang mit Sonne und UV-Strahlen eher verwirrt als aufgeklärt zeigen.

Über 70 Prozent der Befragten geben an, sich im Sommer pro Woche mehr als zehn Stunden im Freien aufzuhalten, knapp 20 Prozent sogar mehr als 30 Stunden. Dabei geben aber nur 42 Prozent an, konsequent auf Sonnenschutz zu achten. Gleichzeitig aber sorgen sich nach eigenen Angaben 85 Prozent, dass durch die Sonnenstrahlen Hautkrebs entstehen könnte.

Auch hier wieder zeigt sich, dass Kampagnen zur “Verteufelung” der Sonne bestenfalls wirkungslos, vermutlich aber eher konterproduktiv sind. Sachliche Aufklärung über die vernünftige Balance und die für physische und sychische Gesundheit richtige Dosis an UV-Strahlen in der Natur oder im Solarium wäre dagegen dringend geboten. Angstmache und halbierte Wahrheiten führen lediglich zu irrationalem Verhalten, wie sich in dieser Untersuchung wieder einmal bestätigt.

Quelle: presseportal

Ein höherer UV-Index über das gesamte Jahr hat keinen Einfluss auf die Zahl der Melanom-Erkrankungen.

Das ist das Ergebnis einer Langzeitudie (1982-2002) mit mehr als 80.000 Teilnehmerinnen in den USA. Die Forscher vom Brigham and Women’s Hospital in Boston verglichen die Daten der Frauen in den verschiedenen Regionen der USA jeweils nach der Geburt und im Alter von 15 bzw. 30 Jahren. Lediglich für den zu den “weißen” Hautkrebsarten zählenden Stachelzell-Krebs ergab sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen den Regionen mit niedrigem und denen mit höherem (6 bzw 7) UV-Index.

Beim Basaliom, einer weiteren Spielart des relativ harmlosen “weißen” Hautkrebs, war der Zusammenhang minimal. Beim “schwarzen” Hautkrebs konnte überhaupt keine Verbindung zwischen höherem UV-Index, d.h. einer intensiveren Sonneneinstrahlung über das gesamte Jahr, und dem gefährlichen Melanom festgestellt werden.

Quelle: HIghWire

Studie: Abrar A. Qureshi et al, Geographic Variation and Risk of Skin Cancer in US Women, Differences Between Melanoma, Squamous Cell Carcinoma, and Basal Cell Carcinoma, Archives of Internal Medicine, 2008;168(5):501-507

Mittagssonne optimale Vitmain D-VersorgungKaum klettert die Sonne am Himmel etwas höher, schon haben die Warnungen vor ihren gefährlichen Strahlen wieder Hochkonjunktur. Zu den Standards dieser Anleitungen zum Umgang mit den Sonnenstrahlen gehört der Rat, die Mittagssonne zu meiden.

Genau dieser Rat aber, so der renommierte norwegische Wissenschaftler Prof. Johan Moan, führt in die Irre.  “Um die optimale Vitamin D-Versorgung durch die Sonnenstrahlen zu erreichen mit der geringsten Hautkrebs-Gefahr ist die Mittagszeit die beste Periode.  Das bedeutet aber, daß die gemeinhin von Gesundheits-Organisationen in vielen Ländern erteilte Empfehlung, die drei bis fünf Stunden rund um die Mittagszeit zu meiden,  nicht nur falsch ist, sondern sogar das Hautkrebsrisiko erhöht,“  so das Resumé einer Studie am Krebsforschungszentrum (Institute for Cancer Research) in Oslo.

Zur Begründung verweisen die Forscher auf die unterschiedlichen Wellenlängen der UV-Strahlen (UVA und UVB) und ihre unterschiedliche Intensität zu den verschiedenen Tageszeiten.  Ein Grund für den Irrtum bisheriger Ratgeber sei auch darin zu suchen, dass die Folgen der UV-Bestrahlung immer an besonnten, horizontalen Flächen gemessen worden sei, der menschliche Körper ja aber eher zylindrische, vertikale Formen aufweise mit deutlich von der Flächenbestrahlung abweichenden Reaktionen auf die Sonnenstrahlen.

Quelle: PubMed 

Studie: J. Moan, A. Dahlback, A.C. Porojnic,  At what time should one go out in the sun? Advances in Experimental Medicine and  Biology, 624:86-8, 2008

Sonne und ihr UV-Licht wirkt schützend und heilend in unzähligen Zusammenhängen, wie die Postings in diesem Blog regelmäßig beweisen.

Die heitere Seite des UV-Lichts (abgesehen von seiner “Gute-Laune-Wirkung”) ist weitgehend Sache der Biologen und Verhaltensforscher. An immer wieder neuen Beispielen entdecken sie, dass UV darüber entscheidet, wer, wann Sex hat und wer wieviel gefüttert wird.

So wieder in drei Studien, die jetzt in einer Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift “Behavioral Ecology” erscheinen.

  1. KohlmeiseDas reflektierende UV-Licht im Federkleid der Kohlmeise spielt nicht nur bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle. Je nach UV-Intensität im jugendlichen Gefieder, so eine Studie am Zoologischen Institut der Universität Bern, wurden die Jungen bei der Fütterung bevorzugt oder benachteiligt – allerdings nur von ihren Müttern. Die Väter waren gegen die UV-Signale immun und verteilten ihre Gunst gleichmäßig.
  2. springende_spinne1.jpgAuch bei der “springenden Spinne” (Cosmophasis umbratica) sind es die Weibchen, die sich vom UV-Licht betören lassen: Sie schenkten ihre Aufmerksamkeit ganz überwiegend den Männchen mit starken UV-Reflexen; die übrigen – von den Wissenschaftlern entsprechend “UV-gedämpft” – liessen sie links liegen.
  3. Asiatischer FalterAuch die Weibchen eines asiatischer Falters (eurema hecabe, s. Foto) bevorzugen UV-starke Männchen. Je nach Intensität ihrer reflektierenden UV-Strahlen hatten die männlichen Falter mehr oder weniger Sex mit schöneren bzw. größeren oder kleineren Weibchen.

Wir lernen: Die UV-Strahlung macht`s!

Studien:
Marion Tanner and Heinz Richner, Ultraviolet reflectance of plumage for parent–offspring communication in the great tit (Parus major).
Matthew L.M. Lima, Jingjing Lib and Daiqin Li, Effect of UV-reflecting markings on female mate-choice decisions in Cosmophasis umbratica, a jumping spider from Singapore.
Darrell J. Kemp, Female mating biases for bright ultraviolet iridescence in the butterfly Eurema hecabe (Pieridae).
alle in:
Behavioral Ecology,
Volume 19, Number 1, January/February 2008 published online on January 10, 2008

Karotten gegen UV-Strahlen und SonnenbrandKann man durch gezielte Ernährung die Haut vor UV-Schäden schützen? Die Antwort auf diese Frage lautet: ja, aber…!

So jedenfalls das Ergebnis einer umfassenden Meta-Studie (Auswertung der Daten aus sieben Studien der vergangenen Jahre) zweier deutscher Wissenschaftler, die sich vor allem auf die Wirkung von Beta-Caroten konzentrierten.

Konzentrierte Zufuhr von Beta-Caroten, Vorstufe von Vitamin A (Retinol), über die Nahrung oder als Nahrungsergänzung hat in der Tat eine schützende Wirkung gegen die UV-Strahlen der Sonne und damit vor Sonnenbrand – aber nur, wenn diese Zufuhr langfristig, mindestens aber für 10 Wochen, erfolgt.

Quelle: Blackwell Synergy

Studie: Wolfgang Köpcke und Jean Krutmann, Protection from Sunburn with β-Carotene—A Meta-analysis, Photochemistry and Photobiology, onlien vorab veröffentlicht Dezember 2007

In einem der bisher wohl umfassendsten Versuche, die wissenschaftliche Literatur zum Thema UV-Strahlen, Vitamin D und Krebsprävention auszuwerten, kommen drei US-Wissenschaftler in der internationalen Fachzeitschrift “Current Medical Research and Opinion” zu einem eindeutigen Ergebnis:
Anstrengungen, die Versorgung mit Vitamin D zu verbessern, würde eine stark schützende Wirkung gegen die Entwicklung von Krebs zur Folge haben. Die medizinische Forschung ist derzeit dabei, neue Empfehlungen für einen vernünftigen Umgang mit Sonnen-Exposition (UV-Bestrahlung) zu entwickeln, die weit höher liegen als bisher gedacht.

Die Autoren werteten die einschlägige Literatur zwischen 1970 und 2007 vollständig aus, zogen aber für ihr Urteil nur methodisch hochwertige und verläßliche Studien heran.

Schon Anfang des Jahres hatten die US-Forscher Gary. G. Schwartz und H.G. Skinner in einer Übersichtsarbeit zu neuen Studien zu Vitamin D und Krebs die Bedeutung der Sonne und des “Sonnenschein-Vitamins” für Vorbeugung und Therapie der unterschiedlichsten Krebsarten hervorgehoben. Besonders bei Prostata-Krebs erhärte sich die Vermutung einer therapeutischen Wirkung von Vitamin D.

Quelle: PubCrawler

Studie: B.A. Ingraham , B. Bragdon, A. Nohe, Molecular basis of the potential of vitamin D to prevent cancer, Current Medical Research and Opinion, vorab online veröffentlicht, Nov. 2007

G.G. Schwartz , H.G. Skinner , Vitamin D status and cancer: new insights, Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care. 10(1):6-11, January 2007

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