Archiv für das Tag 'Vitamin D-Defizit'

Sonnenbad1Ältere Menschen mit einem erheblichen Vitamin D-Mangel sterben deutlich früher als Menschen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Das haben jetzt fast gleichzeitig zwei umfassende Studien von US-Forschern nachgewiesen.

In einer Untersuchung der  Johns Hopkins Universität wurden mehr als 700 Heim-Bewohnerinnen zwischen 70 und 79 Jahren über einen Zeitraum von 72 Monaten regelmäßig untersucht, interviewt und ihr Vitamin D (25 hydroxivitamin D)  Spiegel im Blut bestimmt.

100 Frauen starben im Untersuchungszeitraum.   Es zeigte sich, dass die Frauen mit einem Vitamin D-Defizit (geringer als 38 nmol/L,  15.3 ng/mL)  ein mehr als doppelt so hoher Risiko (2, 45)  hatten, im Untersuchungszeitraum zu versterben als die Frauen mit optimalen Werten (über 67.4 nmol/L, 27.0 ng/mL) – egal aus welchen Ursachen.

Ganz ähnlich die Ergebnisse einer Forschungsgruppe an der University of Colorado Denver und dem Massachusetts General Hospital (MGH), Boston. Unter Leitung von Prof. Adit Ginde verglich die Gruppe die früher erhobenen Vitamin D-Werte im Blut von 3.400 älteren Menschen – repräsentativ für 24 Millionen ältere Amerikaner -  mit den in der Zwischenzeit eingetretenen Todesfällen.

Ergebnis:  Die älteren Menschen mit einem Vitamin D-Mangel hatten ein um das Dreifache erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben im Vergleich zu Probanden mit einem optimalen Vitamin D-Spiegel. Unabhängig von der Todesursache lag das Risiko immer noch um das 2,5-fache höher.

Prof. Ginde:  “Mehr als ein Drittel der Älteren haben einen Vitamin D-Spiegel, der ein deutlich erhöhtes Risko eines vorzeitigen Todes nahelegt. Nur wenige haben tatsächlich einen optimalen Vitamin D-Spiegel für`s Überleben.” Für das Gesundheitssystem in einer alternden Gesellschaft sei diese Unterversorgung von größter Bedeutung.

Die Haut gerade älterer Menschen sei weniger der Sonne ausgesetzt. Sie  blieben  häufiger in geschlossenen Räumen und darüber hinaus sei ihre Haut weniger in der Lage, Vitamin D zu bilden.

Die Autoren hatten bereits in einer früheren Studie in diesem Jahr die bedeutende Rolle von Vitamin D bei der Stärkung des Immunsystems und der Verhinderung von Grippe und anderen Infektionskrankeiten nachgewiesen.

Quelle: MedWise/ScienceDaily

Studien:

Richard D. Semba et al., Low serum 25-hydroxyvitamin D concentrations are associated with greater all-cause mortality in older community-dwelling women, Nutrition Research, Volume 29/8, August 2009, 525-530

Adit A. Ginde et al.,  Prospective Study of Serum 25-Hydroxyvitamin D Level, Cardiovascular Disease Mortality, and All-Cause Mortality in Older U.S. Adults, Journal of the American Geriatrics Society, Volume 57 Issue 9, Pages 1595 – 1603

blassSind die Warnungen  vor Sonne und Solarium an hellhäutige Menschen (Hauttyp 1 und 2) zu weit gegangen?

Forscher von verschiedenen renommierten Instituten in Großbritannien geben eine eindeutige Antwort:
“Öffentliche Gesundheitskampagnen mit dem Rat an hellhäutige Menschen, die Sonne zu meiden,  müssen geändert werden, weil sie zu Vitamin D-Mangel führen bzw. das Risiko eines Vitamin D-Mangels erhöhen.” (Übers. d. Red.)

Dass auch für Menschen mit heller, schlecht oder garnicht bräunender Haut der Satz gilt:  “Die Dosis macht das Gift”, wird in den Angstkampagnen einiger Gesundheitsorganisationen grob mißachtet. Die hier gelegentlich propagierte totale Sonnen-Enthaltsamkeit und in der Folge gravierende Vitamin D-Mängel haben gefährliche Gesundheitsfolgen. Aus Angst vor dem Hautkrebs wird dem Körper die Schutzwirkung des “Sonnenschein-Vitamins” gerade auch gegen verschiedene Krebsarten entzogen.

In der  Studie wurden 1414 weisse Frauen im Alter von 18 – 79 Jahren nach ihrem Hauttyp registriert und nach ihrem Verhalten an der Sonne befragt. Das von der Forschern so nicht erwartete Ergebnis:
Frauen vom Hauttyp 1 und 2 hatten einen deutlich geringeren Vitamin D-Spiegel – 15 Prozent im Durchschnitt – als die Frauen mit Hauttyp 3 oder 4.

Der Grund war im wesentlichen die Vermeidungshaltung der Frauen mit hellerem Hauttyp vor jedem Kontakt mit Sonnenstrahlen oder UV-Strahlen im Solarium. So hatten in der Vergangenheit die Probanden mit Hauttyp 3 und 4 im Schnitt 23 Wochen Ferien in südlichen Gefilden gemacht gegenüber nur 18 Wochen bei den Hauttypen 1 und 2.  Während 52 Prozent der Frauen des dunktleren Hauttyps schon einmal eine Sonnnenbank genutzt hatten, waren es bei den Frauen vom helleren Hauttyp nur 39 Prozent.

Die Vitamin D-Versorgung entsprach diesem Besonnungsmuster. Häufigere Sonnenbank-Nutzung und Ferien an der Sonne entsprachen einem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut. Umgekehrt aber das Verhältnis von Vitamin D-Spiegel und Sonnenbrände: Die Teilnehmer, die weniger als zwei (2) Sonnenbrände in der Vergangenheit angaben, hatten einen deutlich höheren Vitamin D-Spiegel im Blut als die Teilnehmer mit mehr als zwei  Sonnenbränden.

In anderen Worten:  Der sprunghafte Umgang mit Sonne und UV-Strahlen – mal Sonnenvermeidung, dass unvorbereitetes übermäßiges Sonnen – führt zu einer schlechteren Vitamin D-Versorgung. Oder umgekehrt: Menschen, die mäßig aber regelmäßig im Freien oder im Solarium sonnen, schützen sich besser vor den negativen Wirkungen der UV-Strahlen und nutzen gleichzeitig besser die vielen positiven Gesundheitswirkungen von Sonne und Solarium.

Alle Teilnehmer an der Studie hatten im Herbst und Winter, dem sogenannten “Vitamin D-Winter”,  einen um mehr als ein Drittel reduzierten Vitamin D-Spiegel im Blut gegenüber den Frühlings- und Sommermonaten.

Wissenschaftliche Verantwortung sollte nicht die Flucht vor den UV-Strahlen von Sonne und Solarium sondern den klugen, kontrollierten und “hauttyp-gerechten” Genuss auch für Hellhäutige anraten.

Ein Beispiel für gefährliche Sonnen-Meidung

Welches Ausmass die Folgen von undifferenzierten Warnung vor Sonne und Solarien haben kann, zeigt eine Studie aus Neuseeland mit 228 Immigrantinnen aus Süd-Asien.

Nur 16 Prozent der Teilnehmerinnen wiese einen ausreichenden Vitamin D-Serumspiegel im Blut von mehr als 50 nmol/l (ein Wert der ohnehin schon deutlich unter dem von vielen Experten empfohlenen “normalen” Gehalt von 75 nmol/l liegt).

Zwei Drittel der Frauen gaben an, aus Angst vor Hautkrebs die Sonne so weit wie möglich zu meiden.  Die Sonne in Neuseeland war ihnen als besonders gefährlich geschildert worden.

Zu dem bereits zu niedrigen Spiegel im Sommer kam ein steiler Abfall der Werte im Winter bis zum Frühling hinzu. Die gesundheitlichen Folgen dieses chronischen Vitamin D-Defizits aufgrund von Sonnenangst und häuslichem Lebensstil waren nicht Thema der Untersuchung.

Quelle: PubMed

Studien:
D. Glass, M. Lens , R. Swaminathan, T.D. Spector , V. Bataille (2009), Pigmentation and Vitamin D Metabolism in Caucasians: Low Vitamin D Serum Levels in Fair Skin Types in the UK, PLoS ONE 4(8): e6477

P.R. von Hurst et al.,  Vitamin D status and attitudes towards sun exposure in South Asian women living in Auckland, New Zealand, Public Health Nutr. 2009 Aug 4:1-6

blassDie Hälfte aller Jugendlichen in den USA leiden unter einem Vitamin D-Defizit. Die Mädchen doppelt so häufig wie die Jungen. Die Übergewichtigen sehr viel mehr als die Normalgewichtigen. Und da sich die “sonnenlosen” Lebensgewohnheiten, die diesen Mangel hervorrufen, und das Übergewicht Jugendlicher schnell ausbreiten, nimmt der Mangel seit Jahren bedrohlich zu. Die Risiken für Rachitis, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und viele andere “Volkskrankheiten” steigen.

Zu dieser alarmierenden Erkenntnis kommt eine Studie am Weill Cornell Medical College der renommierten Cornell Universität, die beim Kongress der Pediatric Academic Societies vorgestellt wurde. Die Forscher nutzten die Daten von 3.000 Personen im Alter von 12-19 Jahren des repräsentativen National Health and Nutrition Examination Survey III.

Unsere Ergebnisse sind alarmierend. Wir müssen dringend mehr dafür tun, dass die Öffentlichkeit die Bedeutung einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung besser versteht – und den richtigen Weg dahin,” so das Fazit eines der Autoren, Prof. Sandy Saintonge, am Weill Cornell Medical College.

Die Veröffentlichung am Tag, da das Bundeskabinett in Berlin ein Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren beschloss, demonstriert anschaulich die beiden Seiten der Besonnungs-Diskussion: Das Thema ist die “gute” und die “böse” Sonne.

Ob das kommende “Solariengesetz” eher die “gute” Sonne blockiert als die “böse” Sonne eindämmt, ist noch offen. Dass kontrolliertes, moderates aber regelmäßiges Sonnen – ob in der Natur oder im Solarium – “gut” ist, gesund für Körper und Psyche, dass dagegen abruptes Turbo-Sonnen, sowohl im Solarium als aber vor allem am Urlaubsstrand oder auf Liegewiesen “böse” ist, das bestreiten nicht einmal die Anti-Solarien-Kämpfer.  Insofern ist die gesetzliche Regulierung der künstlichen Besonnung, im Prinzip vernünftig und sinnvoll, eher ein symbolischer Akt, der das eigenliche Problem: die optimale Balance zwischen der lebenswichtigen “guten” und der gefährlichen “bösen” Sonne, einer Lösung keinen Schritt näher bringt, in seiner derzeitigen Form dagegen gerade im kritischen Punkt “Gesundheit Jugendlicher” eher negative Folgen haben könnte.

Quelle: Science Daily

Studie:  S. Saintonge et al.,  Implications of a new definition of vitamin D deficiency in a multiracial us adolescent population: the National Health and Nutrition Examination Survey III., Pediatrics, März 2009; 123(3):797-803

Eine Review-Studie vom vergangenen Dezember über Vitamin D-Defizite bei US-Kindern kommt zu ähnlichen Ergebnissen:
Rovner,  O’Brien, Hypovitaminosis D Among Healthy Children in the United States: A Review of the Current Evidence, Arch Pediatr Adolesc Med.2008; 162: 513-519.

Die Langen haben`s besser

Die Langen haben`s besser

Es wird viel geschrieben über den “epidemischen” Vitamin D-Mangel weltweit bei älteren und kranken Menschen, die nicht genug Sonne abbekommen oder deren Haut die Vitamin D-Synthese durch die UVB-Strahlen nicht mehr in ausreichendem Maße zulässt (jüngstes Beispiel hier *).

Wenig bekannt aber ist, dass auch mehr als die Hälfte der jungen Frauen in einem “Sonnenstaat” wie Kalifornien an einem Mangel an “Sonnenschien-Vitamin” leidet – und das vor allem die Dicken. Besser dagegen geht es den großgewachsenen jungen Frauen. Bei ihnen tritt der Mangel seltener auf als beim Durchschnitt.

Das fanden zu ihrer Überraschung kanadische und kalifornische Forscher bei der Untersuchung von Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren.

59 Prozent der Teilnehmerinnen waren defizitär (≤29 ng/ml). Ein deutlicher Zusammenhang zeigte sich zwischen allen Messungen von Übergewicht bzw. Körperfett und Vitamin D-Mangel. Vitamin D wird im Fettgewebe des Körpers eingelagert und gebunden.

Keine Erklärung allerdings fanden die Forscher für das Phänomen:  Je größer die Frauen waren, desto günstiger war ihre Vitamin D-Versorgung.

Quelle:  Science Daily

Studie:  Richard Kremer et al., Vitamin D Status and Its Relationship to Body Fat, Final Height, and Peak Bone Mass in Young Women, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism Vol. 94, No. 1 67-73

Wie die Jungen so die Alten:

*Studie:Eric Orwoll et al., Vitamin D Deficiency in Older Men, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, published online on  January 27, 2009

Vitamin D-mangel bei Frauen in MelbourneEin weltweiter Trend verfestigt sich: Gerade die jungen Menschen in städtischen Wohngegenden bekommen aufgrund ihres typischen Lebenstils über das gesamte Jahr hinweg zu wenig Sonne und leiden dadurch unter einem Vitamin D-Mangel.

Gleichzeitig nimmt die exorbitante Zahl von Sonnenbränden bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Ferienzeit trotz der zahlreichen und aufwändigen Kampagnen zum Sonnenschutz nicht ab. (Wir hatten verschiedentlich darüber berichtet: hier, hier, hier, hier und hier).

Dass von allen Altergruppen die jungen Menschen bis 29 Jahren den größten Mangel an Vitamin D-Serum im Blut aufweisen, bestätigt jetzt auch eine australische Studie, die 2.690 Frauen im Alter zwischen 14-78 Jahren in der Innenstadt und den Vororten von Melbourne untersuchte.

Je zentraler der Wohnort im Stadtgebiet von Melbourne, desto ausgeprägter stellt sich dieses Ergebnis dar.

Vitamin D Mangel scheint ein immer größeres Gesundheitsproblem für Australien zu werden – insbesondere bei jüngeren Frauen und Stadtbewohnern“, so fassen die Forscher von der La Trobe Universität im Bundesstaat Victoria ihre Ergebnisse zusammen.

Quelle: HighWire

Studie: B. Erbas, P.R. Ebeling, D. Couch, J.D. Wark, Suburban clustering of vitamin D deficiency in Melbourne, Australia. Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition, 2008; 17(1): 63-7.

Vitamin D-Mangel und Hüftbruch50 Prozent der alten Menschen in der Schweiz, die einen Hüftbruch erlitten und zuvor zu Hause gelebt hatten wiesen einen deutlichen Vitamin D-Mangel auf. Bei Hüftbruchpatienten aus Alters- oder Pflegeheimen lag dieser Prozentsatz noch höher: nämlich bei 72 beziehungsweise 76 Prozent. Nur vier Prozent der eingewiesenen Patienten verfügten über einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel (75 nmol/l).

Diese Daten von 222 Patientinnen und Patienten präsentierte jetzt ein Team am Universitätsspital Zürich unter Leitung der international renommierten Forscherin Prof. Heike A. Bischoff-Ferrrari.

Unsere Untersuchung ergab, dass die im Blut der Patienten gemessenen Vitamin-Spiegel generell etwa fünfzig Prozent unterhalb der Marke lagen, welche die Patienten eigentlich haben müssten, wenn sie die vorgeschriebene Menge an Vitamin D erhalten würden“, so Bischoff-Ferrari.

Dass Vitamin D für starke Knochen wichtig ist, sind sich viele nicht bewusst. Doch Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium und Phosphat (wie das Kalzium ein wichtiger Bestandteil der Knochen) im Darm und den Einbau von Kalzium in die Knochen. Zudem stärkt Vitamin D die Muskulatur und wirkt damit Stürzen entgegen.

Vitamin D kommt in der Nahrung nur sehr beschränkt vor. Es wird im Körper selbst hergestellt – vorausgesetzt, die Haut wird täglich etwa 20 Minuten der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt. Allerdings ist die Sonne keine verlässliche Quelle, da bei älteren Personen die hauteigene Vitamin-D-Produktion unter Sonnenbestrahlung vierfach abnimmt (im Umkehrschluss: Der “Sonnen-Bedarf” bei älteren Menschen ist um ein Vierfaches höher als bei jüngeren). Zudem können im Winter in Europa junge und ältere Menschen nicht ausreichend Vitamin D produzieren, da die Sonnenintensität nicht ausreicht.

Die Forscher schlagen daher eine systematische Nahrungsergänzung mit Vitamin D vor. Kalzium dagegen sei wirkungslos oder gar schädlich:

Wir konnten keinen schützenden Effekt von Kalzium auf das Hüftfrakturrisiko finden. Im Gegenteil, es gibt Hinweise, dass Kalziumtabletten das Risiko für eine Hüftfraktur sogar erhöhen“, so Bischoff-Ferrari.

Auch eine im Dezember erschienene Studie aus Australien (University of Western Australia, Perth) stellt fest, dass eine langfristige Wirkung auf die Knochendichte und -stabilität älterer Menschen nur durch Vitamin D-Ergänzungen, nicht aber allein durch Kalzium zu erreichen ist

Die Vitamin D-Lücke mit künstlicher Besonnung (Solarium) zu überbrücken, wird im Bericht der Wissenschaftler aus der Schweiz und Australien (noch) nicht diskutiert.

Quelle: idw

Studien:
Bischoff-Ferrari H.A., Can U., Staehelin H.B., Platz A., Henschkowski J., Michel B.A., Dawson-Hughes B., Theiler R., Severe Vitamin D Deficiency in Swiss Hip Fracture Patients, Bone, Online-Publikation vorab, 28. November 2007.

Bischoff-Ferrari H.A., et al., Calcium Intake and Risk of Hip Fracture in Men and Women: A Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies and Randomized Controlled Trials, American Journal of Clinical Nutrition, Online-Publikation vorab, 7. Dezember 2007.

Kun Zhu et al.,  Effects of calcium and vitamin D supplementation on hip bone mineral density and calcium-related analytes in elderly ambulatory Australian women: a 5-year randomized controlled trial, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, online vorab publiziert, 18. Dezember 2007

Vitamin D-Mangel bei Schwangeren und NeugeborenenSchwangere und Übergewichtige gehören zu den “Riskiogruppen” für ein Vitamin D-Defizit mit oft gravierenden gesundheitlichen Folgen vor allem auch für die Neugeborernen. Eine US-Studie untersuchte jetzt die Wirkungen beider Risikofaktoren im Zusammenhang und versuchte Wege zu einer Lösung aufzuzeigen.

Es zeigte sich, dass stark übergewichtige schwangere Frauen (Body Mass Index, BMI, von 34) doppelt so häufig an Vitamin D-Mangel leiden wie Frauen mit einem BMI von 22. Entsprechend unterschied sich der Vitamin D-Spiegel im Blut der Neugeborenen.

Welche Folgen der Vitamin D-Mangel während der Schwangerschaft für die Gesundheit der Kinder haben kann, wurde bereits in verschiedenen Studien der vergangenen Monate und Jahre beschrieben, über die wir u.a. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet haben.

Die Forscher mahnen mehr Aufmerksamkeit für dieses “ernste Problem der öffentlichen Gesundheit” an. Vor einigen Monaten hatten bereits deutsche Frauenärzte und ihr Verband (BVF) schwangeren Frauen zu häufigerem, mäßigen Aufenthalt an der Sonne und Vitamin D reicher Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmitteln geraten.

Vitamin D (Serum 25-hydroxyvitamin D) wird zu etwa 90% in der Haut durch die UVB-Strahlen der Sonne oder durch künstliche Besonnung gebildet.

Quelle: HighWire

Studie: Lisa M. Bodnar et al, Prepregnancy Obesity Predicts Poor Vitamin D Status in Mothers and Their Neonates, Journal of Nutrition, 137:2437-2442, November 2007