Archiv für das Tag 'Vitamin D-Spiegel'

Ein Mangel an Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin, bei werdenden Müttern hat weitreichende Folgen für den Verlauf der Geburt wie für die Neugeborenen.

In einer der ersten klinischen Studien über den Zusammenhang von Vitamin D und vorzeitiger Geburt wurden 600 schwangeren Frauen in zwei Gruppen unterschiedliche Dosen an Vitamin D verabreicht. Die eine Gruppe erhielt die offiziell  empfohlene Dosis von 400 IE (Internationale Einheiten), die andere Gruppe das 10fache, 4.000 IE.

Das Ergebnis war erstaunlich: Nach 33 bzw. 37 Wochen lag das Risiko einer vorzeitigen Geburt in der Gruppe mit der „normalen“ Vitamin D Dosis um etwa 50 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe mit 4.000 IE. Die Fälle von ungewöhnlich leichten Babies war in dieser Gruppe ebenfalls wesentlich häufiger.

Mehr noch, Atemwegserkrankungen und entzündliche Erkrankungen der Geburtswege kamen in der Gruppe mit der höheren Vitamin D-Gabe wesentlich seltener vor. Um 30 Prozent geringer war das Risiko von typischen Schwangerschafts- und Geburtskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Präeklampsie.

Die Babies in dieser Gruppe litten deutlich seltener unter Erkältungen oder Ekzemen.

Nebenwirkungen der hohen Vitamin D-Dosen wurden nicht beobachtet.

Unsere Ergebnisse werden hoffentlich die Frauenärzte alarmieren, die sich bisher nicht um den Vitamin D-Spiegel ihrer Pateientinnen gekümmert haben“, so Prof. Bruce Hollis, der Leiter der Studie an der Medical University of Charleston in South Carolina, USA.

Die noch unpublizierte Studie wurde in Brügge beim 14 Vitamin D-Workshop vorgestellt.

Noch aktueller weist eine finnische Studie nach, dass selbst bei einer Nahrungsergänzung mit Vitamin D-Pillen  in der von den Fachgesellschaften empfohlenen Dosis, 71 Prozent der Schwangeren unter einem Vitamin D-Mangel leiden – mit gravierenden Konsequenzen für das Knochenwachstum und die Größe der Babies.

Ein weitere Studie, die im März d.J. erscheinen soll,  bestätigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Vitmain D-Status der Schwangeren und dem Entwicklungsstand des Babies bei der Geburt. Die Forscher betonen das komplexe Verhältnis, bei dem nicht alle Faktoren bisher bekannt seien. Soe scheine es einen erheblichen Unterschied zwischen den Rassen zu geben.

Über ähnliche Ergebnisse weiterer Studien zu Vitamin D, Schwangerschaft und Geburt haben wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier

Quelle: Times Online

Studien:

H.T. Viljakainen et al., Maternal Vitamin D Status Determines Bone Variables in the Newborn, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Februar 2010, online vorab veröffentlicht

Lisa M. Bodnar et al., Maternal Serum 25-Hydroxyvitamin D Concentrations Are Associated with Small-for-Gestational Age Births in White Women, The Journal of Nutrition (March 3, 2010)

Sonne macht schlank

Sonne macht schlank

Sonnenmangel ....

Sonnenmangel .... Foto: Fotolia

Sonnenschein-Vitamin verhindert die “Verfettung” der Muskeln bei Frauen. Je größer das Vitamin D-Defizit desto leichter kann sich das Fett in den Muskeln ablagern.

Forscher von der University of Southern California in Los Angeles (UCLA) und der kanadischen McGill-University maßen bei 90 jüngeren Frauen den Vitamin D-Spiegel im Blut,  und per Computer-Tomographie die Muskelmasse, das Körperfett und den Fettanteil der Muskeln.

59 Prozent der Frauen zeigten einen Vitamin D-Mangel (<29 ng/ml) und davon wiesen 24 Prozent ein ernsthaftes Vitamin D-Defizit (<20 ng/ml) auf.  Nur 41 Prozent der Probandinnen hatten einen normalen Vitamin D-Spiegel. Diese Werte stellen ein annährend  genaues Abbild der weiblichen Bevölkerung in der Region, mit – wie sich die Forscher ausdrücken – einem “epidemischen” Vitamin D-Mangel. Ähnlich auch die Verhältnisse in der deutschen Bevölkerung, die in den vergangenen Jahren vom Robert-Koch-Institut ermittelt wurden.

Der Anteil an Fett in den Muskeln war bei den Frauen mit normalen Vitamin D-Werten deutlich geringer (fast um 25 Porzent) als bei den Frauen mit Vitamin D-Mangel.

Über ähnliche Studienergebnisse hatten wir hier, hier und hier bereits berichtet.

Quelle: HighWire

Studie:  Vicente Gilsanz et al., Vitamin D Status and Its Relation to Muscle Mass and Muscle Fat in Young WomenJournal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 17. Februar 2010 (online vorab veröffentlicht)

Winter-Sonne reicht nicht

Winter-Sonne reicht nicht Foto: iStockphoto

Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet in der deutschen Bevölkerung. Vor allem im Vitamin D-Winter (bei uns zwischen Oktober und März) trifft es viele der „Problemgruppen“, vor allem die Alten und die Jugendlichen. Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D bei 80 Prozent dieser Gruppen hat dramatische Auswirkungen vor allem auf chronische Erkrankungen und „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs und Infektionskrankheiten, Demenz und Depression.

Die Kosten für das Gesundheitssystem gehen in die Milliarden. Kosten, die vermeidbar wären. Die im Winter fehlenden UVB-Strahlen der Sonne lassen sich nämlich durch künstliche Besonnung problemlos ersetzen. Schon mit einer kleinen Serie von UVB-Bestrahlungen oder Bestrahlungen mit Sonnen-ähnlichen Geräten kann eine erhebliche Verbesserung des Vitamin D-Spiegels erreicht werden.

Bei dem besonders langen Winter im hohen Norden ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem auch finnische Wissenschaftler mit dieser Möglichkeit beschäftigen, der Natur auf die Sprünge zu helfen. Ein Forschergruppe aus Lahti im finnischen Norden testeten mit 56 gesunden Frauen aller Altersgruppen die Wirkungen einer Bestrahlung mit ausschließlich UVB und alternativ mit simulierten Sonnenstrahlen auf die Vitamin D-Bildung über die Haut.

77 Prozent der Frauen wiesen zu Beginn der Versuche einen Vitamin D-Mangel (weniger als 50 nmol/L) und 11 Prozent sogar einen schweren Mangel (weniger als 25 nmol/L) aus.

Schon nach sieben Bestrahlungen mit insgesamt 13 SED (Standard Erythema Units) auf den gesamten Körper war der Vitamin-d-Spiegel um 11,4 nmol/L gestiegen, bei der Bestrahlung nur von Gesicht und Armen immerhin um 1,0 nmol/L. Bei den Bestrahlungen mit sonnenähnlichem Licht erhöhte sich der Spiegel im Durchschnitt um 3,8 nmol/L.

Selbst bei Messungen nach zwei Monaten lag der Vitamin D-Spiegel der UVB-bestrahlten Gruppe noch deutlich über der der nicht bestrahlten Kontrollgruppe.

Es hat sich gezeigt, dass schon eine kurze, niedrig dosierte UVB-Bestrahlung die Vitamin D-Versorgung im Winter deutliche verbessern kann,“ so fassen die finnischen Wissenschaftler das Ergebnis Ihrer Tests zusammen.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Highwire

Studie: K. Vähävihu et al., Narrow-band UVB course improves vitamin D balance in women in winter, British Journal of Dermatology 2010, Jan 22. (online vorab veröffentlicht)

junger-mann-in-der-sonneMännliche Hormone (Androgene) richten sich nach der Sonne.  Männer mit einem normalen Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 30 ng/l haben deutlich höhere Testosteron-Werte (insbesondere an nicht gebundenem, verfügbarem und daher wirksamen Testosteron) als Männer mit niedrigeren Vitamin D-Werten (20-29 oder gar <20 ng/l).
Diese Werte sind – genau wie die Vitamin D-Werte – von der Sonneneinstrahlung abhängig. Ende März – am Ende des “Vitamin D-Winters” -  ist der Testosteron-Spiegel am niedrigsten, Ende August am höchsten. Flapsig gesprochen: Je höher die Sonne steigt, desto männlicher der Mann!

Ganz so drücken es zwar die Forscher an der Medizinischen Universität Graz nicht aus, die diesen Zusammenhang untersucht haben und jetzt die Ergebnisse in der Fachzeitschrift “Clinical Endocrinology” veröffentlichten.  Ihre Untersuchungen von 2299 Männern über einen  Zeitraum von vier Jahren bestätigen aber einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der  Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D”, saisonalen Einflüssen und der Höhe des wirksamen männlichen Hormon-Pegels.

Da 80-90 Prozent des “Sonnenschein-Vitamins”  durch die UV-Strahlen der Sonne oder im Solarium über die haut im Körper selbst gebildet wird, reicht die Ernährung für eine ausreichende Versorgung nich annnähernd.  “Das UVB-Licht ist und bleibt der wichtigste Lieferant, wer zu wenig in der Sonne ist, muss Vitamin D zusätzlich einnehmen“, so der Leiter der Forschungsgruppe, Dr. Winfried März vom Synlab Medizinischen Versorgungszentrum Heidelberg, im Interview mit pte.

Vor allem im Winter könne künstliches Sonnenlicht in Solarien das fehlende Sonnenlicht  ersetzen. “Die nötige Menge ist nicht einmal besonders hoch. Eine Exposition von 15 bis 20 Minuten reicht dafür aus“, so der Mediziner abschließend.

Quelle:  ScienceDaily/pte

Studie: E. Wehr, S.  Pilz, B.O. Boehm , W. März, B. Obermayer-Pietsch, Association of vitamin D status with serum androgen levels in menClinical Endocrinology 29. Dezember 2009

blassSind die Warnungen  vor Sonne und Solarium an hellhäutige Menschen (Hauttyp 1 und 2) zu weit gegangen?

Forscher von verschiedenen renommierten Instituten in Großbritannien geben eine eindeutige Antwort:
“Öffentliche Gesundheitskampagnen mit dem Rat an hellhäutige Menschen, die Sonne zu meiden,  müssen geändert werden, weil sie zu Vitamin D-Mangel führen bzw. das Risiko eines Vitamin D-Mangels erhöhen.” (Übers. d. Red.)

Dass auch für Menschen mit heller, schlecht oder garnicht bräunender Haut der Satz gilt:  “Die Dosis macht das Gift”, wird in den Angstkampagnen einiger Gesundheitsorganisationen grob mißachtet. Die hier gelegentlich propagierte totale Sonnen-Enthaltsamkeit und in der Folge gravierende Vitamin D-Mängel haben gefährliche Gesundheitsfolgen. Aus Angst vor dem Hautkrebs wird dem Körper die Schutzwirkung des “Sonnenschein-Vitamins” gerade auch gegen verschiedene Krebsarten entzogen.

In der  Studie wurden 1414 weisse Frauen im Alter von 18 – 79 Jahren nach ihrem Hauttyp registriert und nach ihrem Verhalten an der Sonne befragt. Das von der Forschern so nicht erwartete Ergebnis:
Frauen vom Hauttyp 1 und 2 hatten einen deutlich geringeren Vitamin D-Spiegel – 15 Prozent im Durchschnitt – als die Frauen mit Hauttyp 3 oder 4.

Der Grund war im wesentlichen die Vermeidungshaltung der Frauen mit hellerem Hauttyp vor jedem Kontakt mit Sonnenstrahlen oder UV-Strahlen im Solarium. So hatten in der Vergangenheit die Probanden mit Hauttyp 3 und 4 im Schnitt 23 Wochen Ferien in südlichen Gefilden gemacht gegenüber nur 18 Wochen bei den Hauttypen 1 und 2.  Während 52 Prozent der Frauen des dunktleren Hauttyps schon einmal eine Sonnnenbank genutzt hatten, waren es bei den Frauen vom helleren Hauttyp nur 39 Prozent.

Die Vitamin D-Versorgung entsprach diesem Besonnungsmuster. Häufigere Sonnenbank-Nutzung und Ferien an der Sonne entsprachen einem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut. Umgekehrt aber das Verhältnis von Vitamin D-Spiegel und Sonnenbrände: Die Teilnehmer, die weniger als zwei (2) Sonnenbrände in der Vergangenheit angaben, hatten einen deutlich höheren Vitamin D-Spiegel im Blut als die Teilnehmer mit mehr als zwei  Sonnenbränden.

In anderen Worten:  Der sprunghafte Umgang mit Sonne und UV-Strahlen – mal Sonnenvermeidung, dass unvorbereitetes übermäßiges Sonnen – führt zu einer schlechteren Vitamin D-Versorgung. Oder umgekehrt: Menschen, die mäßig aber regelmäßig im Freien oder im Solarium sonnen, schützen sich besser vor den negativen Wirkungen der UV-Strahlen und nutzen gleichzeitig besser die vielen positiven Gesundheitswirkungen von Sonne und Solarium.

Alle Teilnehmer an der Studie hatten im Herbst und Winter, dem sogenannten “Vitamin D-Winter”,  einen um mehr als ein Drittel reduzierten Vitamin D-Spiegel im Blut gegenüber den Frühlings- und Sommermonaten.

Wissenschaftliche Verantwortung sollte nicht die Flucht vor den UV-Strahlen von Sonne und Solarium sondern den klugen, kontrollierten und “hauttyp-gerechten” Genuss auch für Hellhäutige anraten.

Ein Beispiel für gefährliche Sonnen-Meidung

Welches Ausmass die Folgen von undifferenzierten Warnung vor Sonne und Solarien haben kann, zeigt eine Studie aus Neuseeland mit 228 Immigrantinnen aus Süd-Asien.

Nur 16 Prozent der Teilnehmerinnen wiese einen ausreichenden Vitamin D-Serumspiegel im Blut von mehr als 50 nmol/l (ein Wert der ohnehin schon deutlich unter dem von vielen Experten empfohlenen “normalen” Gehalt von 75 nmol/l liegt).

Zwei Drittel der Frauen gaben an, aus Angst vor Hautkrebs die Sonne so weit wie möglich zu meiden.  Die Sonne in Neuseeland war ihnen als besonders gefährlich geschildert worden.

Zu dem bereits zu niedrigen Spiegel im Sommer kam ein steiler Abfall der Werte im Winter bis zum Frühling hinzu. Die gesundheitlichen Folgen dieses chronischen Vitamin D-Defizits aufgrund von Sonnenangst und häuslichem Lebensstil waren nicht Thema der Untersuchung.

Quelle: PubMed

Studien:
D. Glass, M. Lens , R. Swaminathan, T.D. Spector , V. Bataille (2009), Pigmentation and Vitamin D Metabolism in Caucasians: Low Vitamin D Serum Levels in Fair Skin Types in the UK, PLoS ONE 4(8): e6477

P.R. von Hurst et al.,  Vitamin D status and attitudes towards sun exposure in South Asian women living in Auckland, New Zealand, Public Health Nutr. 2009 Aug 4:1-6

Sonne auf Vorrat

Sommersonne für die Vitamin D-Speicher

Sommersonne für die Vitamin D-Speicher

Wer sich im Sommer häufig an der Sonne aufhält und damit seine Vitamin D-Speicher füllt, hat auch im “Vitamin D-Winter” die besseren Gesundheits-Karten.

Forscher am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm wollten wissen, welche Faktoren für die Vitamin D-Versorgung im Sommer verantwortlich sind und wie sich das auf die Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin” im Winter auswirkt.

In Stockholm, in etwa auf dem 60 Breitengrad, dauert der “Vitamin D-Winter”, in dem die Sonne kein Vitamin D in der Haut bilden kann, ein halbes Jahr von Anfang Oktober bis Ende März. In dieser Zeit sind die Menschen auf andere Quellen wie Vitamin D-reiche Nahrung und Solarium angewiesen. Das im Sommer gebildete “Sonnenschein-Vitamin D” speichert sich über einige Zeit auch im menschlichen Fettgewebe ab und kann dort vom Körper “abgerufen” werden.

Die 100 Teilnehmerinnen der Untersuchung an der Karolinska wiesen im Sommer gegenüber dem “Vitamin D-Winter” einen knapp 40 Prozent höheren Vitamin D-Spiegel im Blut auf.

Für die Höhe des Vitamin D-Spiegels im Sommer waren vor allem die Dauer des Aufenthalts an der Sonne (statt im Schatten), ein Hauttyp, der einen längeren Aufenthalt an der Sonne gestattete, und ein normales Körpergewicht (kein Übergewicht, kein Adipositas) verantwortlich.

Die Teilnehmer mit dem höchsten Serum-Spiegel im Sommer schnitten auch im Winter am besten ab. Sie hatten ausreichend “Sonne gespeichert”.

Quelle: HighWire

Studie:  A. Burgaz et al., 25-hydroxyvitamin D accumulation during summer in elderly women at latitude 60ºNJournal of Internal Medicine, online vorab 27. April 2009

In knapp 10 Jahren hat die Versorgung mit dem lebenswichtigen Vitamin D in den USA – trotz Vitamin D-Zusätzen in Nahrungsmitteln wie Milch – um 20 Prozent abgenommen. Inzwischen leiden dort drei von vier Erwachsenen an Vitamin D-Mangel.

Zu diesem Ergebnis kommt eine  Studie an der University of Colorado Denver School of Medicine unter Leitung von Prof. Adit A. Ginde. Die Forscher verglichen den Vitamin D-Spiegel im Blut (25(OH)D) von 18,883 Teilnehmern an der 3. National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III) von 1988 bis1994 mit dem der 13,369 Teilnehmer von 2001-2004.

Vitamin D, darauf weisen die Autoren besonders hin, wirkt regulierend auf tausende von menschlichen Zellen und ein Vitamin D-Mangel erhöht, ja verdoppelt in vielen Fällen das Risiko für Osteoporose, Infektions- und Autoimmunkrankheiten, Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Krebs und psychische Erkrankungen – und verkürzt das Leben ganz allgemein.

Die von den medizinischen Fachgesellschaften empfohlene Vitamin D-Dosis in Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen seien nicht annähernd ausreichend.
Daneben ist vor allem die Abnahme der Tätigkeiten im Freien und die Kampagnen gegen das Sonnenbaden ein wichtiger Grund für die Vitamin D-Insuffizienz. Denn der Aufenthalt an der Sonne ist für die Menschen der wichtigste Garant für einen angemessenen Vitamin D-Status,” so Prof. Glinde.Vitamin D-Ergänzungen im Winter und eine gesteigert, vernünftige Besonnung würde den Vitamin D-Status der Bevölkerung anheben und den Gesundheitszustand der US-Bevölkerung insgesamt verbessern.”

Quelle:  JamaMedia

Studie: A.A. Ginde et al.,  Demographic Differences and Trends of Vitamin D Insufficiency in the US Population, 1988-2004, Archives of  Internal Medicine, April 2009;169[6]:626-632

ameise-grille-fabelIn Lafontaines Fabel von der fleißigen Ameise und der leichtfertigen Grille geht es der Grille im Winter an den Kragen, weil sie versäumt hat, rechtzeitig Vorräte zu sammeln.

Ähnlich ergeht es denen, die im Sommer die Sonne um jeden Preis meiden – sozusagen fabelhaft im Schatten singen und tanzen – statt Sonnenstrahlen einzusammeln und als Vitamin D-Polster im Fettgewebe abzulagern.

So das etwas poetisch formulierte Ergebnis einer Studie über den Zusatzbedarf an Vitamin D im “Vitamin D-Winter” (bei uns Oktober bis März), wenn die Sonnenstrahlen nicht mehr die Kraft haben, die Vitamin D-Synthese in der Haut ingang zu bringen.

Die irische Studie mit 240 gesunden Teilnehmern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren zeigte anschaulich, dass die “Sonnenflüchter” im Winter erheblich mehr an Vitamin D über die Nahrung, über Nahrungsergänzungsmittel oder im Solarium (in der Studie nicht untersucht) pro Tag aufnehmen müssen um ein gesundes Maß an Vitamin D-Serum im Blut aufrecht zu erhalten.

Bei Beginn des Experiments am Wintereranfang lag der Serum-Spiegel der häufig Sonnenden um mehr als 60 % über dem der “Sonnenflüchter”. Um auch nur ein akutes Vitamin D-Defizit (<25 nmol/ml) zu vermeiden, müssten sie fast das Doppelte an Vitamin D zu sich nehmen.  Ein Defizit, das über die Nahrung allein nicht mehr aufzuholen ist.

Da die meisten Menschen ihren Vitamin D-Spiegel nicht kennen und keine entsprechenden Maßnahmen treffen,  sind diejenigen, die freiwillig oder aufgrund ihrer Lebensumstände die Sonne meiden und/oder nicht ein Solarium nutzen, von den Folgen des Vitamin D-Mangels vor allem gegen Ende des “Vitamin D-Winters”, im Februar-März, stark betroffen. Die Grippe ist dafür nur ein Beispiel unter vielen Erkrankungen im Gefolge eines Vitamin D-Defizits.

Eine  Zusammenfassung mit Interviews führender Vitamin D-Experten zu diesem Thema (in englischer Sprache):

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=K9d_HK3XN4c]

Quelle:  Newswise

Studie:  Kevin D Cashman et al., Estimation of the dietary requirement for vitamin D in healthy adults, American Journal of Clinical Nutrition 2008; 2008;88/6:1535– 42

Sonne, Kinder, DiabetesKinder, die sich häufiger in der Sonne aufhalten und daher einen höheren Vitamin D-Spiegel im Blut haben, erkranken seltener an Diabetes 1.

Ein Forscherteam um Prof. Cedric Garland von der University of California, San Diego hatte die Daten aus den Jahren 1990-94 von Kindern unter 14 Jahren aus mehr als 50 Regionen der Erde untersucht. Ergebnis: Kinder, die in Ländern des Südens, in der Nähe des Äquators lebten, litten wesentlich seltener an Diabetes als die “Kinder des Nordens”.

Diabetes ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten bei Kindern und oft die Ursache für Erblinden und Nierenversagen.

Unsere Forschung legt nahe, dass Diabetes 1 in der Kindheit vermieden werden könnte mit einer ausreichenden Dosis von Vitamin D pro Tag – am sinnvollsten durch fünf bis 10 Minuten täglich an der Sommer-Sonne in der Mittagszeit, wenn das Wetter dazu geeignet ist“, so Prof. Garland.

Die Behandlung von Diabetes mit allen Folgen kostet das deutsche Gesundheitssystem derzeit etwa 60 Milliarden Euro. Experten rechnen mit einem steilen Anstieg der Kosten. Prävention durch ausreichend “Sonnenschein-Vitamin” ist kostenlos.

Quelle: Science Today

Studie: S.B. Mohr, C.F. Garland , E.D. Gorham , F.C. Garland, The association between ultraviolet B irradiance, vitamin D status and incidence rates of type 1 diabetes in 51 regions worldwide. Diabetologia. 12. Juni 2008 .

Solarium erhöht Vitamin D-Spiegel

Immer häufiger wird in wissenschaftlichen Studien und Empfehlungen darauf verwiesen, dass Solarien eine wichtige Rolle beim Ausgleich von Vitamin-D-Defiziten spielen könnten.

In einem Kommentar in der internationalen Fachzeitschrift “Journal of Nutritional Science and Vitaminology” kommt jetzt eine Gruppe von amerikanischen und asiatischen Forschern zu dem Schluss, “eine kontrollierte UV-Therapie (im Solarium) kann eine phantastische Methode sein, den Vitamin D-Status bei solchen Gruppen zu heben, die in höheren Breitengraden leben, wo im Winter die Sonne für die Vitamin D-Bildung nicht ausreicht, und wo im allgemeinen die Lebensmittel nicht mit Vitamin D angereichert sind.”

Die Wissenschaftler beziehen sich auf ein Reihe von Studien, darunter auch eine in diesem Weblog referierte Untersuchung, bei der die künstliche Besonnung mit handelsüblichen Solarien auch dort den Vitamin D-Spiegel erhöhte, wo Nahrungsergänzung als Therapie versagt hatte. (Ähnlich auch hier, hier und hier)

Quelle: Prakash Chandra, Mohit Agarwal, Shiva G Sharma and Sukhdeep Basra, Tanning Can Be an Alternative Source of Vitamin D in High Risk Populations . J. Nutr. Sci. Vitaminol. 2008, 54: 105