Archiv für das Tag 'Vitamin D'

Sonnenschein-Vitamin D macht geistig fit und beweglich

Sonnenschein-Vitamin macht geistig fit (nicht nur) im Alter Foto: Fotolia

Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin und der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter: Je niedriger der Vitamin D-Spiegel im Blut, desto schneller bauen Jahr für Jahr die kognitiven Leistungen ab. Ein akuter Vitamin D-Mangel kann ein Grund sein für Altersdemenz!

Hinweise auf diese Verbindung von Sonnenexposition, Vitamin D und geistigem Alterungsprozess gab es auch bisher schon (und wir haben darüber berichtet: hier, hier, hier, hier , hier, hier, hier, hier, hier und hier). Jetzt aber liegen gleich in drei aktuellen Studien überzeugende Nachweise vor:

Wissenschaftler an der Universität von Exeter, UK, unter Leitung von Prof.  David J. Llewellyn nutzten die Daten von 858 Teilnehmern über 65 Jahren der italienischen INCHIANTI Studie und verfolgten deren Entwicklung der Vitamin D-Serumwerte und der geistigen Leistungsfähigkeit, gemessen an international üblichen Testverfahren (Mini-Mental State Examination, MMSE) , über insgesamt sechs  Jahre.

Es zeigte sich, dass die Teilnehmer mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel (<25 nmol/L) Jahr für Jahr um etwa 30 Prozent schneller alterten als die Probanden mit normalen Werten (>75 nmol/L).
Unsere Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für Vorbeugung und Behandlung von Altersdemenz“, so die Autoren.

Noch rigoroser gingen die Forscher am University College Cork, Irland, vor bei der Überprüfung der Entwicklung geistiger Leistungen im Verhältnis zur Vitamin D-Versorgung bei knapp 400 Teilnehmern im Alter von 58 – 87 Jahren.  Die kognitiven Fähigkeiten wurden gemessen mit der umfassenden Cambridge Neuropsychological Testing Automated Battery (CANTAB). Bei 36 Prozent der Probanden lag der Vitamin D-Spiegel im Jahresdurchnitt unter 50 nmol/L.

Die Leistungen in den verschiedenen Kategorien des Tests lagen deutlich höher bei den Teilnehmern im oberen Drittel der Vitamin D-Messung im Vergleich zum unteren Drittel. Dieser Unterschied war besonders ausgeprägt bei Frauen, weniger bei Männern.

Bestätigt werden diese Resultate durch eine etwas ältere Studie (2009) von der Tufts Universtität in Boston, USA, unter Leitung von Prof. Katherine L. Tucker.  In dieser Studie wurden nicht nur geistige Fähigkeiten sondern auch Beweglichkeit und Orientierung im Alltag gemessen und eine Reihe von Faktoren ausgeschlossen, wie Alter, Geschlecht, Übergewicht, Bildungsstandard, Nierenfunktion, sportliche Aktivitäten etc.

Zwischen den Teilnehmern mit normalem  und denen mit unzureichendem Vitamin D-Spiegel ergaben sich deutliche Unterschiede vor allem bei den Tests zur Geschicklichkeit und der Fähigkeit zur Konzentration und Informationsverarbeitung, nicht aber bei der Gedächtnisleistung.

Quelle: PubCrawler/Eurekalert/HighWire

Studien:
D.J. Llewellyn et al., Vitamin D and risk of cognitive decline in elderly persons, Archive of  Internal Medicine, 170(13):1135-41 (vorab online 12. Juli 2010)

K.M. Seamans et al., Vitamin D status and measures of cognitive function in healthy older European adults, European Journal of  Clinical Nutrutrition, online vorab 11. August 2010

Katherine L. Tucker et al., Vitamin D Is Associated With Cognitive Function in Elders Receiving Home Health ServicesThe Journals of Gerontology A (2009)   64A  (8):  888-895

Ausreichende Versorgung mit Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin, kann für Mukoviszidose-Patienten überlebenswichtig werden.

Bei Vitamin-D-Mangel reagieren Asthma- und Mukoviszidose-Kranke besonders heftig auf einen weit verbreiteten Schimmelpilz, der bei Gesunden kaum allergische Reaktionen hervorruft: Aspergillus fumigatus. Für die Kranken aber kann der Pilz zu einer tödlichen Bedrohung werden.

Forscher am Health Sciences Center in New Orleans verglichen zwei Gruppen von Mukoviszidose-Patienten, die den Pilz trugen: Ein Teil der Probanden hatte allergisch auf den Pilz reagiert, die andere Gruppe dagegen nicht.

Dabei stellte sich heraus, dass die Vitamin-D-Versorgung eine ausschlaggebende Rolle spielte:
Je höher der Vitamin D-Spiegel im Blut desto geringer das Vorkommen eines Proteins, das die allergische Reaktion auslösen kann, und um so höher die Bildung von Eiweissen, die die überschießenden Immunreaktionen bremsen.

«Unsere Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass Vitamin D auf breiter Front zur menschlichen Gesundheit beiträgt», so der Leiter der Forschungsgruppe, Prof. Jay Kolls.

In einer klinischen Studie soll nun der Einsatz von Vitamin D zur Vorbeugung dieser allergischen Reaktionen getestet werden.

(Zum Thema Sonne, Vitamin D und Atemwege haben wir in der Vergangenheit häufiger berichtet: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier)

Quelle: curado.de

Studie:  J.L. Kreindler et al., Vitamin D3 attenuates Th2 responses to Aspergillus fumigatus mounted by CD4+ T cells from cystic fibrosis patients with allergic bronchopulmonary aspergillosis, Journal of Clinical Investigation,  16. Aug 2010 (online vorab veröffentlicht)

Johan Moan, Querdenker, Pionier und einer der weltweit bekanntesten UV- und Vitamin D-Forscher erhält in diesem Jahr den renommierten Forschungspreis der Universität Oslo (UiO). Moan leitet die Forschungsabteilung für Biophysik und Photodynamische Therapie am Universitätsklinikum Oslo und ist Professor am Physikalischen Institut der Universität Oslo. Er wird insbesondere für seine Forschung über die Effekte von Besonnung auf die menschliche Gesundheit ausgezeichnet.

Bei uns auf SonnenNews.de war der Wissenschaftler schon oft “zu Gast” mit bahnbrechenden Einsichten und Erkenntnisen (z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), die er in einem Interview mit der Redaktion zusammenfasst:

Prof. Moan hatte in vielen seiner Forschungsprojekte etablierten dermatologischen Ansichten widersprochen und manchen eher reflexartig von “Experten” in den Medien wiederholten Vorurteile wissenschaftlich begründete Einsichten entgegengestellt. Vor allem der vernünftige Umgang mit dem lange “verteufelten” UVB als Quelle der Vitamin D-Synthese im menschlichen Körper gehört zu seinen zentralen Botschaften. Er gehörte schon zu einer Zeit, da diese Botschaften auch in Wissenschaftskreisen noch praktisch tabuisiert waren, zu den “Verteidigern”  der “guten”, der lebensspendenden Sonne – auch und gerade der Mittagssonne.

Inzwischen gehören die Arbeiten und die Ergebnisse der Forscher um den norwegischen Professor Johan Moan zum aktuellen Stand der Forschung über die Rolle der UV-Strahlen – ob natürlich oder künstlich – für Prävention und Therapie vor allem bei chronischen Erkrankungen.

Die Preisverleihung findet am 2. September 2010 im Zuge des Jahresempfangs der Universität Oslo statt. Der UiO-Forschungspreis ist mit 250.000 Norwegischen Kronen dotiert.

Quelle: Sunlight Research Forum

So wanderten die Ahnen (in der Mitte der Nordpol)

So wanderten die Ahnen (in der Mitte der Nordpol)

Sonnenbräune ist ein raffinierter Trick der Evolution. Ohne die unterschiedliche Fähigkeit zur Bräunung und damit zur Anpassung an die unterschiedlich und wechselnd  intensiven Sonnenstrahlen hätte der Mensch die Jahrtausende dauernde Wanderungen von der Wiege der Menschheit in Afrika nach Osten und Norden nicht überlebt. Dabei geht es nicht um den Schutz vor Sonnenbrand und Hautkrebs, wie bisher angenommen. Beides ist kein Hindernis für die Fortpflanzung. Sondern es geht dabei um die ausbalancierte Versorgung mit Vitamin D einerseits und Folsäure andererseits.

Das jedenfalls behaupten  Wissenschaftler von der Penn State University, USA.  Dass mit dem Verlust der Behaarung bei unseren Urahnen das Melanin, der Stoff aus dem die dunklen Pigmente sind, eine schützende Rolle vor zu viel tropischer Sonne spielte, ist seit langem bekannt.  Dass hierfür aber der Schutz vor Hautkrebs entscheidend war, wird jetzt von der Gruppe um die Anthropologin Nina Jablonski bestritten. Vielmehr sei die flexible Pigmentierung eine nowendige genetische Ausstattung gewesen, um die feine Balance zwischen zwei lebenswichtigen Mikro-Nährstoffen, dem Vitamin D und der Folsäure zu garantieren.

Vitamin D wird durch die UVB-Strahlen der Sonne im Körper gebildet und ist notwendig für die Steuerung etlicher Funktionen im menschlichen Körper, wie die Zellteilung oder die Immunregulierung. Dagegen wird Folsäure, Vitamin B9 – vor allem in der Schwangerschaft für das schnelle Zellwachstum von Bedeutung – durch UVB-Strahlung und Hitze zerstört.

Zu wenig UBV führt, vereinfacht gesagt, zu Vitamin D-Mangel mit katastrophalen Gesundheitsfolgen.  Zu viel UVB dagegen führt zu einem Mangel an Folsäure, mit den negativen Folgen für Zellwachstum, Blutbildung und Schwangerschaft. In anderen Worten: Die Fortpflanzung der menschlichen Rasse hing ab von genau der richtigen Wirkung und Dosierung der UV-Strahlen.

Das Melanin, die Hautbräunung, übernahm hier die Funktion des Schiedsrichters. Je mehr Sonne und damit UV-Strahlen, desto dunkler die Haut, je weniger und schräger einfallend die Sonnenstrahlen, desto heller und damit empfänglicher die Haut.

Damit aber war nur ein Problem gelöst: Die Menschen ganz im Süden waren dunkel, schützten ihre Folsäuren-”Bestände” und bildeten dennoch ausreichend Vitamin D. Die Menschen ganz im Norden waren hellhäutig und sonnenempfindlich, um überhaupt genügend Vitamin D in der Haut entwickeln zu können; Folsäure war nicht ihr Problem. Die Anpassung in den mittleren Breiten aber, dazu gehört auch Deutschland, blieb damit ungelöst. Hier wechselten sich Phasen intensiver UVB-Strahlung mit Phasen geringster Strahlung ab, was sich zu einer tödlichen Kombination von Vitamin D-Mangel und Mangel an Folsäure hätte entwickeln können.

Dagegen “erfand” die Natur den Bräunungsprozess. Die Lösung des Problems: Die Bräunung. Diese Fähigkeit wurde den Menschen in den mittleren Breiten genetisch “einprogrammiert” und garantierte das Überleben. Wie das Chamäleon wechselten die Menschen in den mittleren Breiten ihre Hautfarbe “opportunistisch”, heisst: wie der Körper es jeweils zum optimalen Funktionieren brauchte. Ein bisschen Sonnenempfindlichkeit für die Vitamin D-Bildung, ein bisschen Hautpigmentierung zum Schutz der Folsäure – je nach Situation, zum Beispiel je nach Saison.

Je besser diese Anpassung funktionierte, desto gesunder war der Mensch.

Die Natur war erst mit ihrer Weisheit am Ende, als der Mensch zwei Gewohnheiten entwickelte: Mobilität und Mode! Was Prof. Jablonski als “die Verschwörung der Moderne” bezeichnet.

Mobilität führte dazu, dass – im Vergleich zur Evolution “blitzschnell” – dunkelhäutige Menschen aus dem Süden in die sonnenarmen Länder des Nordens reisten und dort blieben, und umgekehrt. Die einen entwickelten Krankheiten durch den Vitamin D-Mangel – die magere Sonne des Nordens reichte nicht aus, die Melanin-Schutzschilde der dunkeln Haut zu durchdringen. Die anderen “verbrannten” und die ungeschützte DNA degenerierte zum Hautkrebs. Alle Einwanderungsländer, egal ob im Süden oder Norden haben dieses besondere Gesundheitsproblem der Zugereisten.

Schlimmer aber war die Entwicklung von Moden. Die Mode-Diktate  und gesellschaftlichen oder religiösen Regeln pfuschten der Natur ins Handwerk, seien es Ganzkörper-Verhüllungen oder Ballermann-Schickeria.

Die jüngste Variante dieses modischen Pfuschs haben uns ausgerechnet die Dermatologen, oder doch einige von ihnen, eingebrockt. Seit mehr als 40 Jahren predigen sie unentwegt gegen die weise Balance der Natur aus Exposition und Schutz. Sonnenbräune, der Ausdruck dieser gelungenen Balance, ist ihnen ein Graus. “Blass is beautiful” ihr Credo. Die Sonne ist der böse Feind, und da ihnen das niemand abnimmt (der gesunde Menschenverstand, das gesunde Menschengefühl, die Erfahrung von Jahrhunderten und seit vielen Jahren auch die Wissenschaft sagen etwas anderes), haben sie einen Ersatzfeind ausgemacht, den sie wie den Sack prügeln, wenn sie den Esel meinen: Das Solarium.

Alles Humbug, meinen die Forscher aus Pennsylvania. O-Ton Prof. Nina Jablonski: “Hautbräunung hat sich viele Male an verschiedenen Stellen der Welt zu verschiedenen Zeiten entwickelt, um die Menschen vor den schädlichen Wirkungen der UV-Strahlen zu schützen.” Ohne die Vitamin D-Bildung über die Haut zu verhindern.

Quelle: Eurekalert/Science Daily

Studie: Nina G. Jablonski. George Chaplin, Human skin pigmentation as an adaptation to
UV radiation
, PNAS, Colloquium paper, 2010

Drei Studien aus sehr verschiedenen Instituten in verschiedenen Ländern kommen zur gleichen Zeit zum gleichen Ergebnis: Es gibt einen deutlichen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel mit Rheuma bzw. rheumatischer Arthritis.

Alle drei Studien wurden jetzt vorgestellt beim Kongress der Europäischen Liga gegen Rheuma (EULAR) in Rom.

In einer britischen Studie diagnostizierten die Forscher bei knapp 60 Prozent der Rheuma-Patienten einen Vitamin D-Mangel.

Ein Team an der Universität von Verona hatte 1.191 Patienten mit rheumatischer Arthritis auf ihre Vitamin D-Werte getestet und fand eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin bei 80 Prozent der Teilnehmer ohne Einnahme zusätzlicher Vitamin D-Pillen. Aber selbst die Teilnehmer, die 800 IE täglich zu sich nahmen erreichten zu 60 Prozent den optimalen Vitamin D-Spiegel im Blut nicht.

Eine dritte Studie bestätigt diese Befunde. Nur 29 Prozent der Patienten mit rheumatischer Arthritis und Osteoporose erreichten auch nur “befriedigende” Vitamin D-Werte.

Quelle: iWire News

EULAR Kongress-Seite:  www.eular.org

Gwyneth Paltrow fürchtet sich nicht mehr vor der Sonne

Gwyneth Paltrow fürchtet sich nicht mehr vor der Sonne

Gwyneth Paltrow, Hollywood-Star  und Oscar-Gewinnerin mit dem Film “Shakespeare in Love“, erfuhr auf die harte Tour, was Sonnen-Entzug und Vitamin D-Mangel bedeuten kann. Wie sie in Ihrem Newsletter GOOP berichtet, erlitt sie vor einiger Zeit völlig unvermutet einen Bruch des Schienbein-Plateaus, der operiert werden musste. Bei der Messung der Knochendichte stellte der Orthopäde eine Osteopenie fest, die Vorstufe des Knochenschwunds, der Osteoporose.

Als Ursache wurde ein extrem niedriger Vitamin D-Spiegel festgestellt. Der Star hatte die ständigen düsteren Warnungen vor den gefährlichen Sonnenstrahlen allzu ernst genommen und die Sonne gemieden, soweit sie konnte.

Jetzt schreibt sie in ihr Online-Tagebuch:
Meine Ärzte in New York … verschrieben mir Vitamin D und gaben mir den Rat, etwas Zeit an der Sonne zu verbringen. Ich hatte doch große Zweifel, ob das sicher war. Immerhin war mir viele Jahre lang gesagt worden, ich sollte mich von den gefährlichen Strahlen der Sonne fernhalten. Da war ich doch ziemlich durcheinander. Immerhin sind wir alle ja gut geschult in dem Glauben, dass der übermäßige Aufenthalt an der Sonne gefährlich ist.” (Übersetzung d. Red.)

Sie holte sich Rat bei einem New Yorker Spezialisten, Dr. Frank Lipman, der ihr die Gefahren des Vitamin D-Mangels und die  heilende Wirkung des Sonnenscheins  und die Vorteile erklärte – wie sie es ausdrückt – “ein paar Sommer-Sonnenstrahlen einzufangen.

Sie bat Dr. Lipman um ein paar Ratschläge für die Leser Ihres Newsletters zum vernünftigen Umgang mit der Sonne.  Lipman tat ihr den Gefallen und fasst am Ende zusammen:
Und die beste Art und Weise, optimale Vitamin D Werte zu erreichen, ist das  moderate, kluge und begrenzte Sonnenbad ohne Sonnenschutzmittel.

Gwyneth Paltrow zumindest hat mit ihren Knochen und mit ihrem Vitamin D-Spiegel nach eigener Aussage keine Probleme mehr. Die nächste Oscar-Party kann kommen!

Quelle: Hollywood.com/GOOP.com

Patienten mit ausreichenden Vitamin D-Werten haben nach der Diagnose eines Darmkrebses  eine wesentlich bessere Chance, den Krebs zu überleben als Patienten mit einem Vitamin D-Mangel.

Wer sonnt lebt länger!” unter diesem etwas saloppen Slogan hatten wir in der Vergangenheit bereits eine Reihe von Studien zusammengefasst, die eine höhere Lebsenserwartung bei Menschen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung (>32 ng/ml bzw. 75 nmol/l) belegen, vor allem auch angesichts Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei bestimmten Krebsarten (dazu hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier).  Umstritten ist die lebensverängernde Wirkung des Sonnenschein-Vitamins beim Darmkrebs.

Beim diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology berichtete jetzt ein Forscher-Team vom renommierten Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York, von einer langjährigen Untersuchung über den Zusammenhang des Vitamin D-Status bei der Diagnose eines Darmkrebs und die langfristige Überlebenschance .

Dazu konnten sie auf das im Institut zum Zeitpunkt der Diagnose archivierte Blutserum von 250 Patienten mit Darm- und Rektal-Krebs im fortgeschrittenen Stadium und auf die Behandlungsunterlagen zum Abgleich zurückgreifen.  Das Ergebnis war eindeutig:

Unter Berücksichtigung der eingesetzten Therapien und anderer Daten zum Gesundheitszustand der Patienten waren die Überlebenschance der Probanden mit Vitamin D-Werten unter 30 ng/ml um 150 Prozent geringer als die der Patienten mit normalem oder optimalem (>40 ng/ml) Vitamin D-Spiegel.

Bemerkenswert auch, dass von den 250 Teilnehmern in der untersuchten Gruppe der Darmkrebspatienten nur ganze 7 Personen zum Zeitpunkt der Diagnose einen Wert von über 40 ng/ml aufwiesen. 83 Prozent der Patienten dagegen litten unter einem Vitamin D-Mangel.  Ein Hinweis darauf, dass auch bei der Entstehung des Krebses bereits die unzureichende Vitamin D-Versorgung eine Rolle gespielt haben könnte.

Quelle: NewsWise

Studie: K. M. Wesa et al., Vitamin D levels and survival in colorectal cancer (CRC), Abstract 3615, Journal of Clinical Oncology, 2010 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol 28, No 15_suppl (May 20 Supplement), 2010: 3615

DNA ConnectionÜber eine Milliarde Menschen leiden nach Schätzungen von Gesundheitsbehörden weltweit an einem Vitamin D-Mangel. Die Folgen für viele weitverbreitete chronische Krankheiten sind erst in jüngster Zeit erforscht worden. Vor allem in westlichen Ländern wird der Mangel an regelmäßiger Sonnenexposition vor allem aufgrund der seit mehr als einer Generation andauernden Kampagnen von Dermatologen und Krebsorganisationen für diesen Zustand verantwortlich gemacht.

Dass für diesen Mangel auch genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten, haben jetzt Wissenschaftler aus 60 europäischen und amerikanischen Forschungsinstituten in einer Genom-weiten Bestandsaufnahme herausgefunden.

Die Mitarbeiter in dem Projekt mit dem “sprechenden” Namen SUNLIGHT (Study of Underlying Genetic Determinants of Vitamin D and Highly Related Traits) stiessen beim Durchforsten der menschlichen Gene von 34.000 Menschen europäischer Herkunft aus 15 verschiedenen Datenbanken (Kohorten) auf vier Genvarianten, die offensichtlich in einem Zusammenhang mit der unterschiedlichen Vitamin D-Versorgung  stehen.

Je nach der Ausstattung mit diesen drei Genen bzw. ihren Varianten hatten die Teilnehmer der Untersuchung ein bis zu 250 Prozent erhöhtes Risiko, das Ziel eines angemessenen Vitamin D-Spiegels im But von 75 nmol/L zu verfehlen.

Theoretisch könnte mit dieser Erkenntnis die Aufnahme von Vitamin D, vor allem die Synthese über die Haut durch die UV-B-Strahlen der Sonne oder im Solarium, für jeden Menschen individuell gestaltet werden. Denn immer noch gibt es nur “Faustregeln” für die Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin durch die natürliche und künstliche Sonne, durch Ernährung und/oder Nahrungsegänzung (Vitamin D-Pillen).

Praktisch allerdings erklären diese Genvarianten das “pandemische” Auftreten des Vitamin D-Mangels weltweit nur zu einem geringen Teil. Auch über die Auswirkungen auf die Risiken bei den vielen  “Volkskrankeiten”, die durch den Vitamin D-Mangel  bedingt oder verstärkt werden, ist damit noch wenig gesagt.

Das Sonnenlicht (UV-B) sei zwar nach wie vor die entscheidende Quelle für Vitamin D, so eine der Studienleiterinnen, Elina Hypponen vom University College London Institute of Child Health, London, aber: “Wenn wir die geographischen Unterschiede im Vorkommen von Vitamin D-Mangel betrachten, stimmen die Ergebnisse nicht immer mit unseren Erwartungen auf der Basis der Sonnen-Intensität überein. Unsere Studie legt nun die Vermutung nahe, dass diese Abweichungen durch genetische Faktoren bestimmt werden.”

Die Studie sei nur ein Betirag im notwendigen Kampf gegen den Vitamin D-Mangel, kommentiert Prof. Dr. Roger Bouillon von der Katholieke Universiteit Leuven in Belgien.  “Wir benötigen zusätzliche Studien, um die der Pandemie des Vitamin-D-Mangels zugrunde liegenden Mechanismen zu erklären, und vor allem benötigen wir eine Strategie, um diese ernsthafte weltweite Mangelerkrankung zu beseitigen.”

Quelle: Reuters Health

Studie:  T.J. Wang et al., Common genetic determinants of vitamin D insufficiency: a genome-wide association study. Lancet , 2010; 375, online vorab veröffentlich 10. Juni.2010

Kommentar: Roger Bouillon, Genetic and environmental determinants of vitamin D status, Lancet, im gleichen Heft

Schlank und fit mit Sonne

Schlank und fit mit Sonne

Selbst dort , wo in Ländern der westlichen Welt die Sonne rund ums Jahr scheint, leiden immer mehr Jugendliche aufgrund der modernen “städtischen” Lebensweise unter erheblichem Mangel an “Sonnenschein-Vitamin”.  Das hat Auswirkungen auch auf ihre körperliche Fitness.

In den südlichen Staaten der USA wurden in einer Studie der Universität von Georgia die Vitamin D-Werte von schwarzen und weissen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren gemessen und mit den Daten ihrer physischen Fitness sowie der Herzleistung verglichen.

56,4 Prozent der Jugendlichen erreichten nicht den Normalwert von 75 nmol/L. Im Winter lag dieser Wert noch einmal deutlich höher. Am stärksten betroffen waren die schwarzen Jugendlichen.

Die Jugendlichen mit Vitamin D-Mangel waren in der Regel erheblich dicker und ihr Fettanteil im Vergleich zur Muskelmasse wesentlich höher. Ihre besser Vitamin-D-versorgten Altersgenossen dagegen waren sportlich aktiver, fitter und mit belastbarerem Herz-Kreislauf-System.

Für das sehr viel weiter nördlich gelegene Deutschland dürften diese Ergebnisse eher noch erheblich drastischen ausfallen. Jugendliche sind inzwischen eine der beiden “Risiko-Gruppen” wenn es um die Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D ” geht.  Die intensiven, gegen jedes Sonnen gerade von Jugendlichen und vor allem gegen die künstliche Sonne gerichteten Kampagnen erscheinen vor diesem Hintergrund ebenso problematisch wie die Verbote im “Solariengesetz” von 2009 und in der derzeit vorbereiteten “Solarienverordnung”.

Champion durch Vitamin D?

Sonnenschein Vitamin für die Champions

Sonnenschein Vitamin für die Champions

Passend zu diesem Thema erzählt der Vitamin D-Forscher und Direktor des Vitamin D Councils, Prof. John Jacob Cannell, eine ebenso unglaubliche wie anregende Geschichte in seinem Newsletter:

Das Eishockey-Team der Metropole Chicago, die Chicago Blackhawks, spielten über Jahre in den unteren Regionen der National Hockey League (NHL). Bis ihr Trainer auf die Idee kam, den Vitamin D-Spiegel seiner Spieler zu testen. Das Ergebnis war katatsprophal, praktisch alle Spieler hatten Vitamin D-Werte deutlich unterhalb der optimalen Werte.

Nach einer rigorosen “Vitamin D-Kur” über 15 Monate (5.00 IE täglich) gewann das Team im vergangenen Jahr das Finale der NHL Western Conference, steht dort auch in diesem Jahr wieder an der Spitze und in den Stanley Cup Finals.

Quelle:  Science Daily

Studien:
Yanbin Dong et al.,  Low 25-Hydroxyvitamin D Levels in Adolescents: Race, Season, Adiposity, Physical Activity, and FitnessPediatrics, vorab online 03. Mai 2010

JJ Cannell  Hollis BW, Sorenson MB, Taft TN, Anderson JJ.  Athletic performance and vitamin D. Med Sci Sports Exerc. , 2009;41(5):1102-10.

Menschen mit einem Mangel an Vitamin D erkranken um 40 Prozent häufiger an Diabetes 2 als ihre optimal versorgten Zeitgenossen.

In einer von verschiedenen US-Stiftungen für Gesundheitsforschung geförderten Untersuchung haben Forscher von der Tufts Universität in Boston, USA,  Daten von 1.700 Teilnehmern an der großen Framingham Offspring  Studie im Verlauf von sieben Jahren ausgewertet. In dieser Zeit erkrankten 133 Teilnehmer an Diabetes 2.

Nach Ausschluss aller anderen bekannten Auslöser für eine Diabetes-Erkrankung zeigte sich, dass die Teilnehmer im oberen Drittel der Vitamin D-Versorgung zu 40 Prozent seltener an Diabetes 2 erkrankt waren als die Teilnehmer im unteren Drittel.  Die Autoren fassen ihre Ergebnisse in dem Rat zusammen:
Eine wichtige Strategie zur Vorbeugung und Verhinderung von Diabetes ist das Erreichen und Erhalten optimaler Vitamin D-Werte.

Diese und ähnliche Ergebnisse kommentiert der bekannte deutsche Vitamin D-Forscher, Prof. Armin Zittermann vom Herzzentrum Bad Oeynhausen, in der Zeitschrift Diabetes Ratgeber . Sein Tipp:
Dreimal in der Woche in der Mittagszeit 15 bis 20 Minuten an die Sonne – das reicht. In den Mittagsstunden ist der UV-B-Anteil  am höchsten. Vormittags oder Nachmittags müssten Sie länger Sonne tanken, um vergleichbar viel Vitamin D zu bilden. Das ist auch deshalb ungünstig, weil dann der Anteil der UV-A-Strahlen größer ist, die die Haut schädigen, aber für die Vitamin-D-Produktion nichts bringen. Wichtig: Die Sonne sollte mindestens ein Viertel der Körperoberfläche erreichen. Das heißt: Hose und Ärmel hochkrempeln.”

Quelle: Science Daily/Diabetes Ratgeber

Studie:  Enju Liu et al.,   Predicted 25-hydroxyvitamin D score and incident type 2 diabetes in the Framingham Offspring Study, American  Journal of  Clinical  Nutrition,  online vorab 14. April 14, 2010

Nächste Einträge »